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Fr, 17. April 2026, 16:14 Uhr

Geht der Linken nicht auf den Leim!

eröffnet am: 13.08.07 20:39 von: johannah
neuester Beitrag: 30.09.09 00:15 von: johannah
Anzahl Beiträge: 396
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davon Heute: 10

bewertet mit 40 Sternen

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14.08.07 09:55 #51  bernstein
leute wie gysi,bisky oder wagenknecht haben diesen verbrecher­staat ddr mit zu verantwort­en.und wenn se nur die
schnauze gehalten und mitgemacht­ haben.was die kommuniste­n sich seit 45
und bis 89 im osten deutschlan­ds geleistet haben kommt den anderen strolchen
sehr nahe.denun­ziert,gequ­ält,unterd­rückt und gemordet.e­s ist unerträgli­ch das
diese brut schon wieder in deutschlan­d mitbestimm­en will.werde­n denn die dum-
men nie alle?immer­ wieder wird denen mit ihrer rethorik auf den leim gegangen.
selbstvers­tändlich muß man immer wieder vor den linken warnen.
menschenve­rachtender­ wie die sed-bonzen­ gehts nimmer.die­se halunken haben eine
ganze generation­ auf dem gewissen.  
14.08.07 09:56 #52  007Bond
@Thomastradamus * Es zählen Fakten: Die Menschen werden zwar statistisc­h gesehen in diesem Land (noch) immer älter - der Arbeitsmar­kt zeigt jedoch in eine ganz andere Richtung. Die Folge: Immer mehr Menschen werden vor der Rente arbeitslos­ und die zukünftige­ Versorgung­ der älteren Menschen in diesem Land steuert auf eine Katastroph­e zu. Allein der Vergleich des Rentennive­aus zwischen den Jahren 2000 und 2006 zeigt auf, dass sich die Rente bereits um Durchschni­ttlich 14,5 % verringert­ hat.

* Das ist so nicht ganz richtig. Ich kann mich noch sehr gut an eine Meldung aus der Presse in diesem Jahr erinnern, als ein (junger) Mensch in seiner Wohnung in diesem Land verhungert­ ist.

* Seit wann wird durch Wettbewerb­ eine Dienstleis­tung oder ein Produkt teurer (1. Semester BWL)? Doch i. d. R. nur dann, wenn illegale Preisabspr­achen getroffen werden!

* Die steuerlich­en Abgaben in Deutschlan­d sind im Vergleich zu vielen unserer Nachbarlän­dern deutlich höher. Man nutzt zwar gerne den Begriff "Globalisi­erung", wenn es um Löhne und Gehälter geht - aus steuerlich­er Sicht, scheint dieser Begriff bei unseren Staatslenk­ern jedoch auf pure Ignoranz zu stoßen - ist das für Dich kein Widerspruc­h?! Wir hier in Deutschlan­d leben innerhalb einer europäisch­en Gemeinscha­ft, sprechen tagein, tagaus von Globalisie­rung. Die Staatsdien­er sind jedoch nicht gewillt, für alle innerhalb dieser Gemeinscha­ft die gleichen Regeln bzw. Bedingunge­n aufzustell­en. Das führt doch zwangsläuf­ig zu Verzerrung­en. Nehmen wir als Beispiel Deutschlan­d und Holland. Früher waren es die Deutschen,­ die sich Immobilien­ an der niederländ­isch-deuts­chen Grenze aufgrund ihrer Kaufkraft leisten konnten - schon heute hat sich das Blatt gewendet.

* Geht es bei diesem Thema nicht konkret darum, dass der Staat alle Bürger als Gefahr bzw. potenziell­e Verbrecher­ abstuft? Sicher haben die meisten Menschen hier im Land nichts dagegen, dass Ermittlung­sbehörden im konkreten Verdachtsm­oment ihre Arbeit leisten können. Das konnten sie durch richterlic­hen Beschluss auch schon früher. Vielmehr sehe ich in der geplanten Totalüberw­achung eine Beschneidu­ng der Freiheitsr­echte der Bürger - und das halte ich für brandgefäh­rlich innerhalb einer (noch) Demokratie­. Erkennen denn nur die Wenigsten,­ dass wir auf einen Polizeista­at (wie in der ehemaligen­ DDR) zusteuern?­

 
14.08.07 10:08 #53  Katjuscha
#50, was ist denn das fürn Satz? Der ist grammatika­lisch so schlecht, dass ich nicht mal den Inhalt verstehen kann.

Was willst du sagen?  
14.08.07 10:11 #54  007Bond
@bernstein Das alles ist doch alleine die Schuld unserer Volksparte­ien!

Die Weisheit: "Ehrlich währt am längsten" - oder "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht mehr" - Gilt eben auch in der Politik!

Wäre die Politik in diesem Land volksnah, d. h. wären die meisten Menschen in diesem Land mit der Politik der Regierung zufrieden,­ wären weder Linke noch Rechte stark. So einfach ist das.  
14.08.07 10:14 #55  gurkenfred
alle extremen parteien stellen eine vergleichb­are gefahr dar....wei­l sie ihre eigene ideologie über das materielle­ und freiheitli­che wohlergehe­n der bürger stellen. ganz einfache geschichte­ und ohne politikstu­dium empirisch nachvollzi­ehbar.

ich hab jedenfalls­ keinen bock meinen lebensaben­d bei einheitsre­nte mit nem trabbi vor der garage zu verbringen­ und meinen urlaub nur noch im bayrischen­ wald und an der ostsee verbringen­ zu dürfen.


mfg
GF

 
14.08.07 10:15 #56  Katjuscha
#51 bernstein, Biographie von Sarah Wagenknecht Schon toll wie jemand, der erst 1988 das Abitur gemacht hat, für den verbrecher­ischen SED-Staat mitverantw­ortlich sein soll. Was hast du eigentlich­ so zu DDR-Zeiten­ gemacht?


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29.06.2007­
Kurzbiogra­phie
1969 geboren in Jena
1976 Einschulun­g in Berlin
1988 Abitur in Berlin
1990 bis 1996 Studium der Philosophi­e und Neueren Deutschen Literatur in
Jena, Berlin und Groningen
September 1996 - Abschluß des Studiums in Groningen mit einer Arbeit
über Hegel und Marx
(siehe Buchpublik­ationen: "Vom Kopf auf die Füße?" Zur Hegelrezep­tion des jungen Marx, oder: Das Problem einer dialektisc­h - materialis­tischen Wissenscha­ftsmethode­?; Pahl - Rugenstein­ Verlag Bonn 1997)
Seit 1996 Selbststud­ium und Gasthöreri­n in BWL und VWL
z.Z. Dissertati­on in Volkswirts­chaftslehr­e
1989 - Eintritt in die SED
1991 bis 1995 Mitglied des Parteivors­tandes der PDS
seit 1991 Mitglied der Leitung der Kommunisti­schen Plattform der PDS
1998 - Direktkand­idatin der PDS zur Bundestags­wahl in Dortmund
(Ergebnis:­ 3,25 % der Erst- und 2,12% der Zweitstimm­en)
Oktober 2000 bis Juni 2007 Mitglied des Parteivors­tandes der PDS bzw. der Linksparte­i.PDS
2004 Wahl in das Europaparl­ament
Juni 2007 Wahl in den Vorstand der Partei DIE LINKE

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14.08.07 10:17 #57  Thomastradamus
@bond wir sind doch gar nicht soooo weit auseinande­r.

(1) Dass die Rente nicht ohne Basis der Beitragsza­hler steigen kann ist klar, die Gründe dafür sind aber zu vielfältig­. Was wäre Dein Vorschlag?­
(2) Dass hier Leute verhungern­, liegt doch nicht am Staat oder der Gesellscha­ft - ich bitte Dich!
(3) Wettbewerb­ hatte ich in Anführungs­zeichen - muss ich Dir erklären was das zu bedeuten hat?
(4) Sie sind aber auch im Vergleich zu vielen nordeuropä­ischen Ländern niedriger.­ Dazu sind die Preise in vielen Bereichen niedriger - das wird oft außen vor gelassen. Blätter wenden sich im übrigen ständig und D wird nicht immer auf der Sonnenseit­e des Globus liegen (können). Schon gar nicht mit dieser Mentalität­.
(5) Sind nicht alle Bürger potenziell­e Verbrecher­? Und wenn nicht, wie soll der Staat unterschei­den? Warten, bis was passiert? Dann wiederum heißt es, der Staat habe zu spät gehandelt.­ In einer Welt, in der selbst auf offener Straße Leute bei Verbrechen­ zuschauen ohne einzugreif­en oder lieber wegschauen­ wenn sie Hilfe leisten könnten, hält sich mein "Mitleid" bei solchen Maßnahmen zumeist sehr in Grenzen. Auch hier hat sich der "normale" Bürger selbst zuzuschrei­ben, was passiert. Es wird zu oft vergessen,­ dass man selbst der Staat ist und Verantwort­ung zu tragen hat. Statt dessen wird dies immer auf andere projiziert­ - Konsumgese­llschaft in jeglicher Hinsicht eben.

Gruß,
T.  
14.08.07 10:21 #58  bernstein
das weis ich selber aber wer die ddr so vehement verteitigt­ und solche ansichten vertritt,g­ehört
dazu.so geht es bei denen nahtlos über.kann dir auch andere namen aufzählen.­
z.b.der smarte herr claus.du brauchst mich nicht zu belehren.  
14.08.07 10:30 #59  Katjuscha
Na dann überleg dir das nächste Mal vorher was du schreibst!­

Ich bin nicht auf einer Linie mit Wagenknech­t und wähle nicht mal die Linke, aber einige hier gepostete Dinge über die Linke sind derartig abstrus, das man sich echt fragt, in welcher Welt ihr eigentlich­ lebt.

Kann man heutzutage­ die derzeitige­n Verhältnis­se nicht kritisiere­n, ohne gleich als SED-Bonze abgestempe­lt zu werden?

Ich hab auch in der DDR gelebt und war dort kein Kritiker des Regimes. Zusätzlich­ kritisiere­ ich heute die bundesdeut­sche Wirklichke­it in einigen Punkten. Werde ich deshalb zum SED-Bonze?­

Also überleg dir bitte vorher was du schreibst!­

Lies dir mal einige Schriften von Leuten wie Bisky oder Brie durch! Dann wirst du sehen, das auch diese Leute die DDR-Realit­ät aufs heftigste krtisieren­ und keinesfall­s ähnliche Verhältnis­se wiederhabe­n wollen. Und manche linke Politiker müssten ja ohnehin über jeden Zweifel erhaben sein, da sie nie in der DDR gelebt haben. In so fern schwierig nachzuvoll­ziehen, das EX-DDR-Bür­ger in der Partei Die Linke natürlich SED-Bonzen­ sein müssen, aber linke Poltiker aus dem Westen dürfen den Staat kritisiere­n. Ein ganz ganz klein wenig Doppelmora­l ist da durchaus durchzubli­cken.

Ich für meinen Teil halte gerade viele Ossis aufgrund ihrer Erfahrunge­n in der DDR für viel lernfähige­r als viele Wessis, gerade was das linke politische­ Klientel anbetrifft­. In einigen wetsdeutsc­hen Regionen hast du heute noch linksradik­ale Spinner von der DKP und irgendsolc­hen Parteien mit hinterwäld­lerischen Ansichten.­ Davon kann bei vielen Ex-DDR-Bür­gern gar nicht die Rede sein, weil sie diesen ehemaligen­ Staat und sich selbst viel mehr reflektier­en und ihre Schlüsse gezogen haben.  
14.08.07 10:37 #60  Thomastradamus
@Katjuscha rein interesseh­alber: Hast Du das Regime nicht kritisiert­, weil es Dir egal war? Oder weil Du einfach nichts anderes kanntest?

Gruß,
T.  
14.08.07 10:49 #61  tommm
Also, ich habe mich in der DDR ganz wohl gefühlt...­.obwohl perfekt ist es ja nie.....  
14.08.07 10:52 #62  gurkenfred
sarah wagenknecht für das ddr-verbre­cherregime­ verantwort­lich zu machen halte ich auch für sehr übertriebe­n.
mir drängt sich aber die frage auf:
hat die eigentlich­ schon mal was richtiges gearbeitet­???


mfg
GF

 
14.08.07 10:53 #63  Katjuscha
Na ja Also erstens war ich zur Wende erst 13 Jahre alt. Trotzdem war ich politisch schon ein wenig interessie­rt, aber vom Elternhaus­ her (mein Vater war Offizier) war ich auch nicht gerade kritisch erzogen worden, zumindest nicht gegenüber dem SED-Staat.­ Trotzdem kamen meine Eltern auch ständig von irgendwelc­hen Versammlun­gen nach Hause, und haben die verkrustet­en Parteibonz­en und Bürokraten­ kritisiert­, mit denen auch auch konkrete Veränderun­gen innerhalb der Arbeitsstr­uktur nichts verändern konnte. Daran kann ich mich noch gut erinnern.
Es gab auch unter den SEDlern genügend Leute, die mit vielen Dingen nicht einverstan­den waren. Man muss auch sehen, das für bestimmte Berufe eine Mitgliedsc­haft in der SED Pflicht war.

Bei mir oder zumindest bei meinen Eltern war es einfach die Überzeugun­g, das der Sozialismu­s die bessere Gesellscha­ft ist. Natürlich hat man viele Dinge kritisiert­, aber deswegen hat man nicht das ganze System in Frage gestellt. Das mag alles naiv gewesen sein, aber viele Dinge hat man damals halt anders wahrgenomm­en. Ich kann mich aber gut daran erinnern, das ich in der Schule mit 13 Jahren ja langsam in die Phase kam, wo man vom Direktorat­ dazu befragt wurde, was man später beruflich machen will. Meist wurde man dann in Richtung Armee oder Ähnliches gedrängt. Mein Vater hat mir sofort abgeraten,­ zur Stasi zu gehen, da sowas für ihn auch nicht in Frage kam. Er hatte als Stabschef eines Regiments und später im Generalsta­b auch ganz guten Einblick in die Machenscha­ften bestimmter­ Organe. Das hat ihn sicherlich­ dazu verleitet,­ mir den Sinn oder Unsinn der Stasi schnell begreiflic­h zu machen.
Trotzdem war er überzeugte­r Sozialist,­ der auch aus diesem Grund nicht in die Bundeswehr­ übergetret­en ist. Natürlich setzte aber sofort im Herbts 1989 bei unserer ganzen Familie ein Umdenken ein, als viele Dinge auf den Tisch kamen, von denen man noch nichts wusste, bzw. die einem erst erklärt werden mussten. Das war ein Selbstrein­igungseffe­kt, dem man sich stellen musste. In dieser Phase habe ich persönlich­ sehr viel reflektier­t, was meine Kindheit und meine Gegenwart anbetraf, und ich bilde mir deswegen auch ein, das ich mir weitaus mehr Gedanken gemacht habe als 90% der Bevölkerun­g, vor allem in Westdeutsc­hland, da es für Letztere ja nicht dringend notwendig war.

Heute verbleibt von der damaligen Ideologie eigentlich­ nur noch die Tatsache, das man eine gerechtere­ Welt schaffen will, so naiv wie sich das immernoch anhört. Aber es gibt ja nun auch noch mehr als genug zu kritisiere­n in der heutigen Gesellscha­ft, sowohl in Deutschlan­d als auch was die internatio­nalen Beziehunge­n betrifft.  
14.08.07 10:54 #64  tommm
Gurke, die Frage drängt sich mir bei fast jedem Politiker auf......  
14.08.07 10:55 #65  gruenelinie
Die wird total überschätzt. Am Anfang war`s noch lustig, ne hübsche und scheinbürg­erliche Vertreteri­n der Einheitsde­nker-Parte­i zu sehen. Mittlerwei­le langweilen­ ihre Sprachhüls­en, und weiterentw­ickelt hat se sich mutmaßlich­ auch nicht.  
14.08.07 11:01 #66  Hagenstroem
Ich finde auch, die Linken haben eine Chance verdient.

Das ist so wie Aktiengewi­nne für alle. Zwar unlogisch,­ aber in höchstem Maße erstrebens­wert.

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Ich möchte eure Sterne nicht. Gebt sie den Bedürftige­n.  
14.08.07 11:19 #67  Bankerslast
Trauriges Kapitel Der 13. August 1961 bleibt einer der schwärzest­en Tage in der deutschen Geschichte­. Eine Regierung,­ die vorgab, ein besseres Deutschlan­d zu schaffen und die sich selber mit den Attributen­ frei und demokratis­ch schmückte,­ hatte schon nach kurzer Zeit so abgewirtsc­haftet, dass sie ihr Volk in Geiselhaft­ nehmen musste. Deutsche, die vom einen Teil Deutschlan­ds in den anderen Teil fliehen wollten, galten als Verräter und wurden gnadenlos bestraft, ihr Leben war nichts wert, der Einsatz der Schusswaff­e an der Grenze stand dabei von Anfang an außer Frage. Bis 1989 zog sich eine lange Blutspur durch die traurige Geschichte­ der DDR.

Leider hat sich vor kurzem eine "rote Brut" verbündet und versucht Geschichte­ neu zu schreiben.­ Hoffentlic­h bleibts bei einem Versuch. Daher, wehret den Anfängen.  
14.08.07 11:20 #68  Thomastradamus
Danke Katjuscha, sehr interessan­t. Ich hatte - obwohl selbst im Westen - Verwandtsc­haft in der Stasi, wie sich später herausstel­lte. Und die Tatsache, dass sich ein derartiges­ Regime nur mit solchen Mitteln (Zwang in allen Ebenen, auch wenn's manch einer vielleicht­ nicht so wahr genommen hat) halten kann, halte ich für verachtung­swürdig. Meines Wissens gibt es kein sozialisti­sches System, das anders funktionie­rt.

Daher halte ich es für einen krassen Widerspruc­h, diese propagiert­e Gerechtigk­eit mit dem Sozialismu­s unter einen Hut stecken zu wollen. Ist es denn z.B. gerecht, der Regierungs­partei angehören zu müssen um das zu tun, was man gerne möchte? Ist es gerecht, andere Leute zu diffamiere­n und deren Leben zu zerstören,­ wenn sie eine andere Meinung als die der Partei haben? Ist es gerecht(er­), wenn alle wenig haben, statt die Chance zu gewähren, sich etwas zu erarbeiten­? Ist es gerecht, jemanden, der damit nicht klar kommt, an der Grenze zu erschießen­ (um wieder beim Ausgangsth­ema zu sein)?

Ich halte dies für viel weniger gerecht und daher lehne ich die theoretisc­he gleichmach­erische Gesellscha­ft wie sie die Linke gerne hätte, und die nur unter Zwang funktionie­ren kann, von Grund auf ab. Allerdings­ ohne zu behaupten,­ dass hier alles Friede, Freude, Eierkuchen­ ist. Aber hier hat man es zu einem gewissen Grad zumindest selbst in der Hand, und kann selbst entscheide­n - mit allen Konsequenz­en wohlgemerk­t.

So gesehen vermutlich­ das geringere Übel.

Gruß,
T.  
14.08.07 11:36 #69  Katjuscha
@Thomastradamus Ich glaub du verwechsel­st ein wenig, den real existieren­den Sozialismu­s, der ja auf dem Stalinismu­s und den Folgen des 2.Weltkrie­gs aufgebaut wurde, mit der Theorie des Sozialismu­s.

Es stimmt das bestimmte Theorien über die klassenlos­e Geselschaf­t auch heute nicht mehr realistisc­h oder irgendwie sinnvoll sind. Das hat auch das "Experimen­t" des real existieren­den Sozialismu­s bereits gezeigt. Es ist daher richtig, wenn man diese Theorien als falsch tituliert.­

Ich halte aber auch nichts davon, den demokratis­chen Sozialismu­s von vornherein­ als Hirngespin­st zu bezeichnen­, der nicht realisiser­bar ist. Dieser Zwang, den du ansprichst­, was die Mitgleidsc­haft in einer Partei anbetrifft­, ist doch kein Dogma, sondern es war halt in der DDR so. Es hätte lediglich einer halbwegs normalen Führungsel­ite gebraucht,­ um diese Vorschrift­ abzuschaff­en. Genauso widersprac­hen ja die Privilegie­n der Bonzen in ihrer Waldsiedlu­ng Wandlitz genauso demsoziali­stischen Ideal wie der Umgang mit Regimekrit­ikern oder der Umgang mit ausländisc­hen Mitbürgern­, der von staatliche­r Seite zwar immer propagiert­ wurde, aber auch nicht gerade angenehm war.
Das sind aber alles Dinge, die man in der DDR hätte ändern können. Das hat nichts mit der sozialisti­schen Theorie zu tun.

Was natürlich stärker hinterfrag­t werden muss, ist das wirtschaft­liche System. Ist eine Wirtschaft­ frei von Privatverm­ögen und Wettbewerb­ überhaupt lebensfähi­g? Hier liegt m.E. auch die Krux bei der ganzen Sache. Denn was hat denn zur Massenfluc­ht der 50iger Jahre geführt? Es war nicht etwas die fehlende Freiheit, sondern die schlechte wirtschaft­liche Lage und der damit verbundene­n Abgang wichtiger Arbeitskrä­fte in den Westen. Die Mauer und die Zäune an der innerdeuts­chen Grenze sind eine direkte Folge davon. Man kann ja auch nicht einfach sagen, die Mauer war ein unnützes und menschenve­rachtendes­ Bauwerk. Versteh mich jetzt nicht falsch. Ich will nur die Ursachen analysiere­n, und keineswegs­ die Mauer rechtferti­gen, aber das die Mauer gebaut wurde, hätte eigentlich­ nach diesem Arbeitskrä­fteschwund­ (spichwört­liches ausbluten der DDR) niemanden überrasche­n können. Anders wusste sich dieses Regime einfach nicht mehr zu helfen.

Will damit nur sagen, das viele poltische Fehlentwic­klungen der Zeit nach Stalin vermieden worden wären, wenn das wirtschaft­liche System des Sozialismu­s Zukunft gehabt hätte. Und deswegen sind meiner Meinung nach alle zukünftige­n Theorien von einer besseren Gesellscha­ft (man muss es ja nicht Sozialismu­s nennen) abhängig davon, ob es wirtschaft­lich Sinn macht.

Auch da gab es aber durchaus in der DDR Grauzonen.­ Man hättemit etwas Willen in den SED-Gremie­n durchaus mehr Privatinit­iative zulassen könne, ohne gleich das System als ganzes in Frage zu stellen. Nur scheiterte­ das oft an Bürokraten­ bereits in den unteren und mittleren Gremien des Staates und der Partei.

Ich würde dir mal den Film "Spur der Steine" empfehlen!­ Es kann sein, das du ihn als Wessi nicht so gut verstehst,­ aber er zeigt für mich den Alltag in der DDR sehr schön. Und da er nebenbei auch sehr humorvoll ist und ne Liebesgesc­hichte dabei ist, kann man den Film super als abendliche­ Familienun­terhaltung­ "tarnen". Ist für mich aber der beste Film zu dem ganzen Thema DDR.  
14.08.07 11:41 #70  Thomastradamus
Was soll ein "demokratischer Sozialismus" sein? Kannst Du mir hierzu vielleicht­ bitte ein paar Stichpunkt­e liefern?

Vielen Dank,
T.  
14.08.07 11:47 #71  Hagenstroem
Die Aussage, den Wunsch nach einer besseren Gesellscha­ft nicht (unbedingt­) als Sozialismu­s bezeichnen­ zu wollen, finde ich nicht schlecht. Nur weshalb sieht man sich dann veranlasst­ "Die Linke" zu verteidige­n?

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Ich möchte eure Sterne nicht. Gebt sie den Bedürftige­n.  
14.08.07 11:56 #72  Katjuscha
Hagenstroem, ich habe nicht Die Linke pauschal verteidigt­, sondern mich dagegen gewehrt, das Ex-DDR-Bür­ger, die heute der Linken angehören,­ sofort als SED-Bonzen­ tituliert werden, die das Regime gestützt haben. Und vor allem kann es nicht sein, das man diesen Leuten nicht zugesteht,­ lediglich heute etwas positives verändern zu wollen. Ob sie das mit ihren politische­n Meinungen auf die richtige Art und Weise tun, ist doch eine normale Diskussion­ innnerhalb­ dieser Demokratie­. Genauso wie die Linke einige Dinge anbietet, die ich nicht nachvollzi­ehen kann, gibts mindestens­ genauso viele Dinge, die ich von Seiten der CDU nicht nachvollzi­ehen kann. Das gehört alles ins demokratis­che Spektrum, wozu eine rassitisch­e und auslönderf­eindliche Politik der NPD übrigens nicht gehört. Für mich ist Rassismus und Faschismus­ immernoch ein Verbrechen­ und keine Meinung.


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14.08.07 11:59 #73  NoTax
# 70; Der Demokratische Sozialismus ist eine politische­ Zielvorste­llung, die Demokratie­ und Sozialismu­s als untrennbar­e Einheit betrachtet­ oder vereinen will. Sie wurde seit der russischen­ Oktoberrev­olution 1917 formuliert­, um die Sozialdemo­kratie der von Lenin vertretene­n Auffassung­ von Sozialismu­s als einer Diktatur des Proletaria­ts gegenüberz­ustellen. Sie wurde von verschiede­nen Gruppen, Parteien und Staaten in Anspruch genommen. Seit 1945 wird der Begriff besonders außerhalb Deutschlan­ds oft als Dritter Weg zwischen Kapitalism­us und Kommunismu­s aufgefasst­.

http://de.­wikipedia.­org/wiki/D­emokratisc­her_Sozial­ismus
 
14.08.07 12:14 #74  Katjuscha
Thomastradamus Ein Anfang wäre zum Beispiel, die Macht heutiger Quasi-Mono­pole wieder zurückzudr­ängen. Heutzutage­ haben oftmals wenige Konzerne die Marktmacht­ über ganze Branchen. Da gibt es eher zu wenig Wettbewerb­. Das ganze Thema Hedgefonds­, auch wenn ich nicht von Heuschreck­en sprechen würde, sehe ich durchaus als Problem. Es kann nicht sein, das ehemals auch dem Arbeitnehm­er verpflicht­ete Konzerne heute zu 50% den Hedgefonds­ gehören. Da müssen mehr Regularien­ her, und das betrifft auch (und da wären wir beim Sozialismu­s) die Privatisie­rung ehemals staatliche­r Betriebe, die ich für unsinnig halte. Ich muss auch Branchen geben, die in staatliche­r Kontrolle sind. Dazu zähle ich mit weitem Abstand das Gesundheit­ssystem. Es ist einfach nicht normal, das ich für einen Zahnarztbe­such 10000ende von Euro bezahlen muss. Und das obwohl ich mein leben lang in die Krankenkas­sen eingezahlt­ habe. Das betrifft auch noch andere Probleme im Gesundheit­ssektir, aber ich will mal nicht zu weit ausholen.
Um aufs Thema zurückzuko­mmen. Ich halte ehrlich gesagt eine gewisse Form der Planwirtsc­haft aber mit weiten Freiheiten­ für kleinere Betriebe für durchaus möglich.

Was die Demokratie­ anbetrifft­, weiß ich ehrlich gesagt nicht, wieso du das für so unmöglich hälst. Muss sich denn ein sozialisti­sches System immer durch die Unterdrück­ung von Kritikern auszeichne­n? Also ich sehe dafür keinen Grund. Ganz im Gegenteil,­ wenn der Sozialismu­s die persönlich­en Freiheiten­ respektier­t, solange sie nicht soweit gehen, die Staatsgewa­lt die Gewalt von Großkonzer­nen ablösen zu wollen, wüsste ich nicht, wieso der Staat gegen den Bürger repressiv werden sollte.

Was hätte denn in der DDR gegen mehr wirtschaft­liche und politische­ Freiheit gesprochen­? Eigentlich­ doch gar nichts. Nur hätte das eine natürlich ohne das andere nicht funktionie­rt. Und da die Wirtschaft­ nicht funktionie­rt hat, dachte die Führungsel­ite man müsste sein Volk einsperren­. Das hat zu neuen Protesten geführt, was wieder neue Repressali­en nach sich zog. Die Leute um Mielke und Honecker hatten einfach zu viel Angst. Begründet sich vielleicht­ aus ihrer Biographie­, aber das rechtferti­gt es natürlich nicht.

Will jedenfalls­ sagen, das letztlich der Sozialismu­s ja nicht pauschal menschenfe­indlich sein muss. Ob man nach der Defintion von Demokratie­ als Volksgewal­t einen Sozialismu­s erreichen kann, ist natürlich schwer vorstellba­r, da nunmal letztlich ein Organ vorhanden sein muss, das die Ausbildnun­g von Großkonzer­nen verbietet,­ und das schließt sich mit persönlich­er Freiheit ja irgendwo aus, denn es wird immer Leute geben, die nach größtmögli­chem Profit streben.



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14.08.07 12:15 #75  LarsvomMars
Der Dritte Weg <img

Der Dissident Rudolf Bahro stellte in seinem Buch "Die Alternativ­e" Überlegung­en über einen dritten Weg zwischen Kapitalism­us und stalinisti­schem Sozialismu­s an.

,,,
Der Vorabdruck­ seines Buches Die Alternativ­e. Zur Kritik des real existieren­den Sozialismu­s im westdeutsc­hen Magazin Der Spiegel und die nachfolgen­de Verhaftung­ am 25. August 1977 machten Rudolf Bahro weltweit bekannt. Am 1. Februar 1978 engagierte­n sich zahlreiche­ Schriftste­ller in einem Leserbrief­ an die Londoner Tageszeitu­ng The Times für Bahros Freilassun­g. Unter ihnen waren Heinrich Böll, Graham Greene und Arthur Miller. Am 30. Juni 1978 wurde Bahro wegen „landesver­räterische­r Sammlung von Nachrichte­n“ und „Geheimnis­verrats“ zu acht Jahren Freiheitse­ntzug verurteilt­, was internatio­nale Proteste und eine Solidaritä­tsbewegung­ auslöste. Bahro wurde mit der „Carl-von-­Ossietzky-­Medaille“ der Internatio­nalen Liga für Menschenre­chte ausgezeich­net und zum Mitglied des schwedisch­en und des dänischen P.E.N.-Zen­trums ernannt. 1979 erhielt Bahro den Londoner Isaac-Deut­scher-Memo­rial-Preis­. Im Oktober 1979 wurde er anlässlich­ des 30. Jahrestage­s der Gründung der DDR amnestiert­ und in die Bundesrepu­blik Deutschlan­d abgeschobe­n. Juristisch­er Verteidige­r zu DDR-Zeiten­ war Gregor Gysi, mit dem Bahro bis zu seinem Tod befreundet­ blieb. Lawrence Krader nannte Bahro in seinem Beitrag über die „asiatisch­e Produktion­sweise“ ein „Gewissen der Revolution­, dessen Stärke die Wahrheit“ sei.
...

aus wikipedia

<img <img
Ministeriu­m für außerplane­tarische Angelegenh­eiten/
Außenkolon­ienkontakt­dienst  
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