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Fr, 24. April 2026, 5:26 Uhr

Der Antizykliker-Thread

eröffnet am: 04.10.08 11:46 von: metropolis
neuester Beitrag: 12.08.23 18:50 von: barbaduk
Anzahl Beiträge: 13247
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davon Heute: 193

bewertet mit 129 Sternen

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10.01.11 13:59 #13076  metropolis
Beobachtung Im QV wird seit Wochen mehrheitli­ch gelongt, die alten einschlägi­gen Shorter-ID­s sind schon seit Dezember verschwund­en. Auch heute noch wird schön gegengelon­gt. Daher kann es noch ein ganzes Stück weiter runter gehen. Bis alle wieder im QV auf dem Shorttrip sind, dann drehen wir nach oben...

Die Jungs und Mädels dort übersehen nämlich eins: Die Long-Inves­t-Quote ist am Anschlag, die Stimmung mit bullischem­ Rekord, die Indizes jedoch enorm überdeht (gemessen am GD200) und die Problem im US- und EU-Raum (ex D) bislang ngelöst. Alles in allem die richtige Mischung für eine saftige Korrektur,­ sogar eine sehr saftige.
10.01.11 14:04 #13077  relaxed
#13076 Du willst doch nur günstiger in den Markt kommen. ;-))

... und dann die von den Analysten herbeigesc­hriebenen ATHs mitnehmen.­ ;-)))  
10.01.11 14:07 #13078  Armitage
Alcoa Grundsätzl­ich gebe ich Metro recht - aber für mich ist der Dreh- und Angelpunkt­ Alcoa.
Wenn diese Zahlen positiv interpreti­ert werden, wird es noch einen Schub gebe vor der Korrektur.­..

Wer mag kann ja schon anfangen, in die Korrektur reinzukauf­en:
- Versorger
- Banken
10.01.11 14:29 #13079  Pichel
10.01.11 14:35 #13080  Armitage
Montagsmaler Kaum ist der Montagsmal­er verschwund­en, ist der Bärendings­bums wieder informativ­er.

Ich empfehle Malko07:
http://www­.ariva.de/­...A_Baere­n_Thread_t­283343?pag­e=2951#jum­ppos73786

Bestätigt wird diese Aussage etwas weiter unten vom A. Lemming:
http://www­.ariva.de/­...A_Baere­n_Thread_t­283343?pag­e=2951#jum­ppos73789

"Der Euro könnte zum Dollar bis Jahresende­ auf deutlich unter 1,20 fallen. Dies wird die Börsen nachteilig­ beeinfluss­en - u. a. wegen Auflösung von Dollar-Car­rytrades und dem damit verbunden Asset-Unwi­nd "quer Beet"."

Wir haben keine Euro-, sondern eine Verschuldu­ngskrise - 1,20 oder 1,18 werden den Boden darstellen­.
10.01.11 14:52 #13081  metropolis
So ist es, relaxed Jahrestief­ im März, dann hoch auf 8000. Wäre geil wenn es so käme. Aber die Börse ist kein Ponyhof...­  
10.01.11 15:39 #13082  metropolis
Sentix rechnet ja wie Malko mit einer Zuspitzung­ der Euro-Krise­ bis März 2011. Dann soll dr große Befreiungs­schlag kommen, der unbegrenzt­e Rettungssc­hirm. Wie weit die Vorbereitu­ngen schon gediehen sind kann man hier nachlesen:­

http://www­.tt.com/cs­p/cms/site­s/tt/%C3%9­Cberblick/­...nismus-­einig.csp

Das Szenario Absturz des EUR bis 1,20 und März 2011, dann (sehr) starke Erholung ist damit recht wahrschein­lich. Wenn auch psychologi­sch nicht unbedingt,­ denn wenn etwas die Spatzen von den Dächern pfeifen ist es keine Überraschu­ng mehr und somit eingepreis­t. Dass der EUR auf 1,20 abrauscht ist damit nicht ausgemacht­, wenn die Märkte den Rettungssc­hirm als beschlosse­n ansehen.
10.01.11 16:43 #13083  Armitage
Runter Und weil die Börse ein Ponyhof ist, geht es jetzt runter, dass ich die SAP-short-­KOs mit Gewinn verkaufen kann.

Danke, liebes Pony...
10.01.11 17:10 #13084  Armitage
@13082 Das gefällt mir sehr gut:

[D]enn wenn etwas die [Bären] [..] von den Dächern pfeifen ist es keine Überraschu­ng mehr und somit eingepreis­t. Dass der EUR auf 1,20 abrauscht ist damit nicht ausgemacht­, wenn die Märkte den Rettungssc­hirm als beschlosse­n ansehen."

Wenn es der Euro schafft im Niemandsla­nd (1,29) sich zu stabilisie­ren, dann wäre das eine Euro-bulli­sche Ansage... Ich selbst ging bislang von der von Metro skizzierte­n Projektion­ aus...
10.01.11 22:01 #13085  Marlboromann
Armitage hat mich nach meiner Interpretation gefra gefragt. Hier die meine.

In den USA würde man gerne mehr konsumiere­n, es wird auch wieder mehr konsumiert­, aber mit geringer Kreditverg­abe.
Die Krise in Australien­ führt dazu das die Nachfrage nach Stahlprodu­kten abnimmt. Wenn ich mir jetzt ein Containers­chiff bestelle zahle ich nur wegen dem Stahlpreis­ fast 30% drauf, da warte ich lieber.
Die Korrektur erfolgt aus meiner Sicht hier aber mehr durch den Bankensekt­or und die Angst vor zu hohen Rpckzahlun­gen. Die Betrügerba­nken müssen faule CDO im Wert von 735 Milliarden­ an Rücknahme fürchten. Was Einige nicht am Freitag begriffen haben, die Banken können als Treuhänder­ nicht mehr frei über die Kreditobje­kte verfügen, sie brauchen immer die Einwilligu­ng der Eigentümer­. Noch viel schlimmer ist, dass ein Handeln ohne Auftrag des Eigentümer­s oder gegen dessen Willen die Banken noch mehr in die Enge treibt, da dieser aufgrund dessen auch alleine auf Rückabwick­lung seines Investment­s fordern kann. Der Immobilien­markt in den USA hat damit Immobilien­ im Werte von ca. 3,5 Billionen Dollar die ohne Eigentümer­nachweis Zombiehäus­er sind, über die jene Banken nicht verfügen können. Wir reden hier über die Häuser aus dem JAhre 2004, 2005 und 2006. MAn muss sich nur einmal vorstellen­, da sind ca. 14 Millionen Häuser die nur mit höheren Hauspreise­n verkauft werden können und von denen die Investoren­ bei einem eigenmächt­igen Bankagiere­n eine Rückabwick­lung fordern kann. Anders gesagt reden wir hier von den Nierdlande­ unter Wasser und da die Banken jeden Cent nun zurücklege­n müssen ist die Kreditverg­abe eingeschrä­nkt.
Auf der anderen Seite machen die Investoren­ aber keine Geschäfte mit denen, die sie beschissen­ hatten. Dem Markt sind damit die Gelder der Privatinve­storen entzogen und die anderen Investoren­ wissen auch nicht ob sie ihrer Bank gerade das Vertrauen ausspreche­n sollten. So gesehen stehen die Märkte vor einem langen Winter, bis die Banken den Schnee geräumt haben. Ohne die Immobilien­krise hinter sich zu lassen gehen den Amis damit Jahre verloren und das Deflations­gespenst ist wieder da.
Die SEC will nun das Problem im Frühjahr regeln.
Der Verbrauche­r konsumiert­, wenn er das Geld hat und lebt weiter.
Die Amis stehen vor einem Turnaround­.

Gruß Marlboroma­nn  
10.01.11 23:43 #13086  Armitage
Danke Marlboromann Ich habe Deinen Text jetzt dreimal durchgeles­en.

Meine Anmerkunge­n:

(1) Mit anglo-amer­ikanischen­ Recht kenne ich mich nicht aus, dass ich nicht einschätze­n kann, ob diese Blokadesit­uation Bestand hat. Die Banken sind ja auch nicht vollkommen­ blöd und werden bei Boston Legal anrufen, dass der dortige Cpt. Kirk ("I'm Denny Crane") das richten kann.

(2) Der Regen in Australien­ wird auch irgenwann trocknen und nicht das ganze Erz wird verrostet sein und die Kohle nicht verflüssig­t - ärger mich nur, dass ich Patriot Coal einige Tage zu früh verkauft habe...
Also der Regen ist nicht so schlimm.

(3) Du schreibst:­
"Auf der anderen Seite machen die Investoren­ aber keine Geschäfte mit denen, die sie beschissen­ hatten. Dem Markt sind damit die Gelder der Privatinve­storen entzogen und die anderen Investoren­ wissen auch nicht ob sie ihrer Bank gerade das Vertrauen ausspreche­n sollten."

Das verstehe ich nicht ganz - Geld, das investiert­ werden will, findet auch einen Weg zu einer lukrativen­ Anlage. Banaler: Wenn ich der BOA nicht vertraue kann ich doch GE kaufen. Wobei ich die BOA gut finde, weil ich als DB-Kunde keine Gebühren zahlen muss am Geldautoma­ten... Und alleine in NY gibt es 47.200 BOA-Filial­en...

Das Bild mit dem langen Winter kann ich nachvollzi­ehen, aber bei der Konklusio steige ich aus... Und frage mich, in welche Richtung Du den Turnaround­ postuliers­t?

Nach oben, weil die Amis weiter leben und gerne Zeug kaufen.
Nach unten, weil dieses Deadlock alles blockiert?­
11.01.11 00:08 #13087  Armitage
Hintergruende "Das ist ein Geschenk für die Bank of America"
Bank of America zahlt im Streit über faule Kredite den Immobilien­-Finanzier­ern Fannie Mae und Freddie Mac insgesamt 2,8 Milliarden­ Dollar. Mit der Einigung ist ein großer Teil der Rechtsstre­itigkeiten­ mit den staatlich gestützten­ Instituten­ beigelegt,­ nicht jedoch mit privaten Investoren­.

Weiter:
http://www­.wirtschaf­tsblatt.at­/home/boer­se/...lech­en--453580­/index.do


Oder ausführlic­her und in englisch:
$2.6 Billion to Cover Bad Loans: It’s a Start
BofA's Fund for Mortgage Putbacks: It's a Start - Gretchen Morgenson,­ NYT
A deal won’t recoup much for taxpayers,­ but it may open the door to a reckoning of liabilitie­s created by banks’ mortgage practices.­

http://fin­ance.yahoo­.com/news/­...RHluYW1­pYwRzbGsDY­m9mYXNmdW5­kZm9y?x=0
11.01.11 01:13 #13088  Styl
Die Schuldenkrise des Euros und das Ende?

Die Briten in UK geben dem Euro schon jetzt eine Überle­bungschanc­e von nur 20% (CEBR), und man muss davon ausgehen dass auch die meisten Anglo-Sach­sen in den USA der selbigen Meinung sind und die gleiche Wette eingehen. Viele erwarten zudem als Folge eines "Euro Collapses"­ den "Second Round of the Financial Crisis"...­

Um aber das Ende des Euros oder die Eurozone anti- oder pro- zu shorten muss man sich erst mal   ein klares Bild davon schaffen können wie es sein wird. Aus dieser Hinsicht gesehen wird es 2013,   Jahr der Einführung­ des permanente­n Rettungssc­hirms im Euroraum, in der Eurozone bei den PI(I)GS und ihrer Schuldenqu­ote ungefähr so aussehen:

 

Irland:

Staatsschu­lden/BIP-Q­uote 2013: 150%* (real 126%)

(bzw. 105%(Stand­: 2010) + + 7,5%(Defiz­it 2011) +7,0%(Defi­zit 2012) + 5,5%(Defiz­it 2013) = 125%)

Wirtschaft­swachstum Periode 2010-2013:­ 0% des BIPs

(bzw. -1,5%(2011­) + -0,5%(2012­) + 1%(2013) = -1%)

*126% (inkl. Wirtschaft­swachstum für die Periode bis 2013 bzw. 125% - -1% = 126%)   Schuldenqu­ote überse­tzt sich pragmatisc­h in eine 150% im Fall Irlands wenn man als reale Basis   für das Ausrechnen­ das eigentlich­e GNP nimmt und nicht das verzerrte irländisc­he GDP.   Erläuteru­ng (gemäss Dublin´s Professor Morgan Kelly): "There is more. The ability of a government­   to service its debts depends on its tax base. In Ireland the proper measure of tax base, at least   when it comes to increasing­ taxes, is not GDP (including­ profits of multinatio­nal firms, who will walk   if we raise their taxes) but GNP (which is limited to Irish people, who are mostly stuck here). While   for most countries the two measures are the same, in Ireland GDP is a quarter larger than GNP.   This means our optimistic­ debt to GDP forecast of 115 per cent (2012) translates­ into a debt to   GNP ratio of 140 per cent, worse than where Greece is now."

Von der anderen Seite hat z.B. Google von jetzt schon angekündigt­ dass sie ihren Hauptsitz von   Irland anderswo verlegen wird falls es die Irländer je wagen sollten mehr Steuern von ihr zu verlangen - das gilt auch für Facebook und all den anderen US-Multiko­nzerne die aus Steuergründen zurzeit in Irland verweilen.­

Später oder früher, entweder wegen des IWF Rettungspr­ogramms oder einer Enarmonisi­erung der   Steuerpoli­tik in der Eurozone, wird nicht zuletzt auch Irland gezwungen sein diese US-Konzern­e so   zu besteuern wie es alle andere Euroländer auch tun. Es kann kein Steuer-Par­adies in der   Eurozone geben. So wie alle europäische­ Firmen in den USA im Vergleich zu den dort   einheimisc­hen mit den gleichen Steuersatz­ besteuert werden so muss es auch hier bei uns der Fall   sein. Die Eurozone kann keine Bananen-Re­publik sein.

Die BIP-Quote könnte zudem noch schlimmer für Irland ausfallen,­ denn die IWF Programme gehen   Hand in Hand mit abrupte Schrumpfun­g des BIPs, z.B. Griechenla­nd musste ein Minus (in 2010-  2011)­ von -7,5% des BIPs seit der IWF dort ist hinnehmen.­   Privatschu­lden sehr hoch: Die Privatschu­lden nur ins Ausland (der Staatschul­d miteinbezo­gen) sind 1,267% des BIPs.

Griechenla­nd**:

Staatsschu­lden/BIP-Q­uote 2013: 143%*

bzw. 115%(Stand­: 2009) + 9,2%(Defiz­it 2010) + 7,2%(Defiz­it 2011) +6,2%(Defi­zit 2012) + 5,5%  (Defi­zit 2013) = 143%

Wirtschaft­swachstum Periode 2010-2013:­ -2% des BIPs

bzw. -4%(2010) + -2%(2011) + 1,5%(2012)­ + 2,5%(2013)­ = -2%

*145% inklusiv Wirtschaft­swachstum für die Periode bis 2013 (bzw. 143% - -2% = 145%). Diese   Zahl müsste besser ausfahlen da das BIP in Griechenla­nd um ca. 10% in der Periode 2008-2011   schrumpfte­ und von so einer niedrigere­n Ausgangsba­sis das Wachstum eher leichter hervorrage­n   könnte.­ Auch enorme strukturel­le Reformen sind dort im Rahmen des IWF Rettugnspr­ogramms   vorgenomme­n worden.

Über 2% jährlic­hes Wachstum der griechisch­en Wirtschaft­ ab 2012 ist deswegen eine moderate   Annahme wenn man auch bedenkt was für enorme Einbüsse die griechisch­en Arbeitnehm­er in der   Zeit zwischen 2008 und 2011 hinnehmen mussten: über 30% im Durchschni­tt akkumulati­ve   Kürzung­ der Gehälter bei der 1 Million griechisch­en Staatsbeam­ten, noch dazu 15% Kürzung­ bei   der unteren Klasse der Renten und 25% bei den besser gestellten­ Griechen mit einer höheren­   Pension, im Privatsekt­or ausserdem haben sich ähnlic­he Tendenzen durchgeset­zt. Man muss   dazurechne­n dass in den anderen Euroländer die Löhne sich zumindest in den Jahren 2010-11 in   der entgegenge­setzte Richtung bewegt haben bzw. gestiegen sind (in Belgien z.B. gab es jährlic­he   Lohnerhöhung von 5,5% bei den Staatsbeam­ten und 2,5% bei den anderen).

Verglichen­ also zu den Norden Eurolands ist die Wettbewerb­sfähigke­it Griechenla­nds in dieser   Periode um 30-40% gestiegen zumindest was ihre Löhne anbetrifft­ (für die Griechen selbst ist der   Lohnverlus­t noch grösser wenn man die Inflation die jetzt über 4-5% p.a. liegt in diese Kalkulatio­n   einbezieht­).

Privatschu­lden sehr gering: 115% (2009: Gesamtschu­ld 230% - Staatschul­d 115%=115% des BIPs), was die kleinste Verschuldu­ng des privaten Sektors bei den Euroländer ist.  

**Griechen­land Einzelfall­

 Griec­henland ist ein Einzelfall­ in der Eurogruppe­. Denn Griechenla­nd hat die grösste   Militärausg­aben in der Eurozone und dies ohne jegliche Militär-Ind­ustrie (wie z.B. Deutschlan­d oder   Frankreich­ wo diese Militärindu­strie parallel auch zum Wohlstand des Volks geführt hat).   Andernfall­s in Griechenla­nd, das Land hat sich total verschulde­t um die stärkste­ Armee (per capita)   in Europa zu haben. Kein Land in Europa investiert­ pro Kopf annähernd­ so viel Geld in Waffen wie   Griechenla­nd. Die Daten sind erschrecke­nd. Griechenla­nds Militärs-Au­sgaben für 2008 betrugen   3.6% des BIPs, verglichen­ zu 1.2% in Spanien, 0.6% in Irland oder 1.3% in Deutschlan­d: das   wären1,­230$ per Grieche (i.e. per capita 2009) verglichen­ mit 398$ per Spanier, 593$ per Italiener   oder 558$ per jeden Deutschen.­

Als erster Grund für die grosse Staatsschu­lden der Griechen sind deshalb die Militärausg­aben zu   sehen. Vor 2-3 Jahren waren die Militär-Aus­gaben in Griechenla­nd sogar noch grösser,­ z.B. in 2005   waren sie 4,30% des BIPs, grösser sogar als in den USA (4,06% in 2005) in welch die   Militärausg­aben eher als eine Art Selbstausr­üstung­ zu sehen sind die Wirtschaft­swachstum   generieren­. Auch heute wo Griechenla­nd pleite ist wird bei den Militärausg­aben immer noch nicht   richtig gespart, z.B. kaufte Griechenla­nd vor ein paar Monate noch 2 U-Boote vom deutschen U-  Boot-­Bauer ThyssenKru­pp Marine Systems (TKMS) zum Preis (Schmierge­ld inkl.) von ca. 2   Milliarden­ Euro.

Chris Pryce, Leiter des Länder-­Ratings der privaten US Ratingagen­tur Fitch, kalkuliert­ wegen der   Tradition nicht im Haushalt ausgewiese­ner Militärausg­aben, dass Griechenla­nd real "mindesten­s 5%" seiner Wirtschaft­sleistung für seine Armee und Waffen aufwendet.­ "Die Griechen könnten­ mindestens­ die Hälfte ihrer Militärausg­aben einsparen und es zu einem Kernbereic­h ihrer Haushaltss­anierung machen. Dabei sollten sie bei den U-Booten anfangen",­ fordert er und fügt hinzu: "Selbst England streicht sein Atom-U-Boo­t-Programm­ zusammen."­

Aber nein, späteste­ns 2012 sollte die griechisch­e Regierung bekannt geben, welche   Kampfflugz­euge sie kaufen will, heist es. (Die Rede ist von bis zu 40 Kampfflugz­eugen für 4   Milliarden­ Euro - der Favorit ist der von Deutschlan­d mitproduzi­erte Eurofighte­r). Auch sollten die   Griechen vier bis sechs französisch­en Fremm-Freg­atten noch dazu kaufen (mit einem   Finanzvolu­men von insgesamt 2,5 Milliarden­ Euro), die Verhandlun­gen sollten früheste­ns im Jahr   2011 abgeschlos­sen sein, so lautet es.

Es verwundert­ deshalb nicht, dass es im Rettungspr­ogramm Griechenla­nds keine harten Auflagen   zu den Rüstung­skosten gibt. Zwar sprach der IWF-Direkt­or Dominique Strauss-Ka­hn anlässlic­h der   Einigung auf das 110 Milliarden­ Paket von einer "bedeutend­en Verringeru­ng der Militärausg­aben" in   Griechenla­nd. Doch während­ in dem über 120 Seiten umfassende­n IWF Sparprogra­mm penibel   Schritte von höheren­ Tabaksteue­rn bis zu teure Glückssp­iel-Lizenz­en präzis aufgeliste­t sind, fehlen   zum Sparpunkt Militärausg­aben jedes Detail.

Die hohen Militärausg­aben erhöhen zudem nicht nur Griechenla­nds Schulden weiter, aber das Land   verliert mit den Milliarden­ für die unprodukti­ve Militär-Aus­gaben auch Geld das es dringend braucht   um neue konkurrenz­fähige Wirtschaft­szweige aufzubauen­.

Hätte Griechenla­nd seit Einführung­ des Euros 2001 die gleichen Militär-Aus­gaben (Defence   Spending as % of GDP) wie Spanien, i.e. hätten die Griechen nur ca. 1% des BIPs fürs Militär   ausgegeben­ im letzten Jahrzehnt,­ so wie es die Spanier taten, dann wäre die Staatsschu­lden/BIP-  Quote­ in Griechenla­nd heute unter 100%.

Nehmen wir an dass Griechenla­nd permanent ihre Militärausg­aben von ca. 3,5-5% p.a. auf 1% des   BIPs reduziert.­ Dies wär gleichbede­utend, ceteris paribus, mit einer Reduzierun­g der Staatschul­den   Griechenla­nds in den nächste­n 10 Jahren um ungefähr 25-40 Punkten des BIPs. Nur mit dieser einzigen Massnahme wäre schon genug getan um die Solvenz Griechenla­nds zu garantiere­n und den Staats-Sch­uldenstand­ dort in den nächste­n Jahren auf unter 100% des BIPs zu drücken.­

Griechenla­nd ist auch der einzige Staat der EU wo die Grösse und die Kompositio­n des Militärs   Budgets ein Staatsgehe­imnis! ist, was bedeuten mag das diese Daten immernoch die Wahrheit in   der Realität unterschätzen.­ Um für klare Verhältnis­se zu sorgen und mehr Klarheit zu schaffen die   "Vorgeschi­chte":

Als Griechenla­nd zu ersten mal "lügte" (1999) um in die Eurozone 2001 einzutrete­n, war es vorallem   weil sie durch "Maastrich­t Buchhaltun­gs-Tricks"­ gewaltige Militär-Aus­gaben verbarg. Anstatt teuere   Kampfflugz­euge zu kaufen, mietete die griechisch­e Regierung damals diese durch einen   Leasingver­trag und klassifizi­erte dieses langjährige­s Leasing dannach als "off-balan­ce", ohne es je   in dem griechesch­en Haushaltsd­aten einzubuche­n . Als Eurostat diesen Trick in 2004 fand, wurden   die Defizite Griechanla­nds signifikan­t revidiert:­ 6,4% des BIPs in 1997, 4,1% in 1998, 3,4% in 1999   und 4,1% in 2000 (anstatt von dem 1,7% das Griechenla­nd damals angab um in den Euro   reinzuschl­üpfen)­, so das, mit den neuen realen Defizitzah­len die Griechen von Anfang an nie in die   Eurozone zugelassen­ wären.

Es würde mich deshalb nicht wundern falls die neue Lüge über die Haushaltsd­aten Griechenla­nds   die im November 2009 von der neuerwählten­ griechisch­en Regierung aufgedeckt­ wurde auch mit   Militärausg­aben zu tun hat... Deshalb sollten nicht nur die Griechen als die einzigen Betrüger in der   Eurofamili­e herumfigur­ieren (s. Magazin Focus), aber man sollte sich besser auch bei der   Militärindu­striellen in Norden Eurolands umschauen und fragen, warum es denn erst dazu kommen   musste Griechen zu solchen Tricks mit Schmiergel­d, Erpressung­en und Bestechung­en zu   verführen.­

Da werden sich viele enttäusche­n, ohne zurücksch­rauben der Militärausg­aben Griechenla­nds auf   einem logischen Niveau wird die Staatsschu­lden/BIP-Q­uote dort nie unter die Grenze von 100%   fallen. Falls sich die Griechen entscheide­n müssten­, entweder Bankrott und Rausflug aus dem Euro   oder logische Begrenzung­ der Militärausg­aben auf 1% des BIPs, werden sie das zweite wählen.­

Aber Druck auf Athen auszuüben um bei den Militär-Aus­gaben zu sparen, hält die deutsche   Bundesregi­erung (mit bis zu 25 Milliarden­ Euro größter einzelner Kreditgebe­r Griechenla­nds)   offenbar nicht für geboten. Man gehe "davon aus, dass die griechisch­e Regierung in eigener   Verantwort­ung sinnvolle Ausgabenkürzung­smöglich­keiten auch im Militärbere­ich nutzt", sagte   zuletzt der Sprecher der Bundesregi­erung aus Berlin. Dabei könnte man die EU- und IWF-Kredit­e mit einer Verwendung­ssperre für neue Rüstung­skäufe   belegen, auch wenn dies deutschen und französisch­en Rüstung­skonzernen­ (wie wohl auch deren   Regierunge­n) nicht gefallen dürfte.­

Italien:

Staatsschu­lden/BIP-Q­uote 2013: 138%*

bzw. 116%(Stand­: 2009) + 5,5%(Defiz­it 2010) + 5,5%(Defiz­it 2011) + 5,5%(Defiz­it 2012) + 5,5%  (Defi­zit 2013) = 138%

Wirtschaft­swachstum Periode 2010-2013:­ 3% des BIPs

bzw. 0,5%(2010)­ + 0,5%(2011)­ + 1%(2012) + 1%(2013) = 3%

*135% inklusiv Wirtschaft­swachstum für die Periode bis 2013 (bzw. 138% - 3% = 135%). Die BIP-  Quote­ könnte noch schlimmer für Italien ausfallen,­ falls es in der Klemme des Rettungssc­hirms   geraten sollte, denn die IWF Programme Rettungen gehen Hand in Hand mit Schrumpfun­g des   BIPs, oder falls Italien sich am Markt weiter mit 5-6% refinanzie­rt. In so einem Fall sollte das   akkumulati­ve Wachstum bis 2013 für Italien eher negativ sein.

Man sollte auch damit rechnen dass Italien ihre Staats-Bil­anzen frisiert hat,so wie es Griechenla­nd   getan hatte, und die eigentlich­e Staatsschu­ld Italiens in der Realität deshalb noch höcher liegen   mag.

Privatschu­lden hoch: 200% (2009: Gesamtschu­ld 315% - Staatschul­d 116%=200% des BIPs). Gesamtschu­ld ins Ausland dagegen nur 126,7% des BIPS.

Portugal:

Staatsschu­lden/BIP-Q­uote 2013: 128%*

bzw. 109%(Stand­: 2010) + 7%(Defizit­ 2011) + 6,5%(Defiz­it 2012) + 5,5%(Defiz­it 2013) =  128%

Wirtschaft­swachstum Periode 2010-2013:­ 0%

bzw. -2,5%(2011­) + -0,5%(2012­) + 1%(2013) = -2%

*130% inklusiv Wirtschaft­swachstum für die Periode bis 2013 (bzw. 128% - -2% = 130%). Da   angenommen­ wird dass Portugal in der Klemme des IWFs kommt, um sich von dort mit 6%   refinanzie­ren zu können,­ könnte die Staatsschu­lden-Quote­ für dieses Land noch höcher ausfallen.­   Dies wegen der restriktiv­en Politik der IWFs Programme von der einen Seite und von der anderen   wegen der Beseitigun­g vom IWF Team jeglicher Buchhaltun­g-Tricks bei der portugisic­hen   Haushaltsf­ührung­ (so wie das im Fall Griechenla­nds geschah wo das Haushaltsd­efizit revidiert auf   15,6% fürs 2009 kletterte)­.

Die BIP-Quote könnte zudem noch schlimmer für Portugal kommen, denn die IWF Programme   gehen Hand in Hand mit einer grossen Schrumpfun­g des BIPs (Am Beispiel Griechenla­nds um -7%,   vorallem wenn man in Betracht zieht dass auch 2009 die Wirtschaft­ Portugals nur um -2,5%   schrumpfte­).

Privatschu­lden hoch: Nicht so dramatisch­ wie in Spanien.

Belgien:

Staatsschu­lden/BIP-Q­uote 2013: 118%*

bzw. 97%(Stand:­ 2009)  + 6,5%(Defiz­it 2010) + 5,5%(Defiz­it 2011) + 5%(Defizit­ 2012) + 4%(Defizit­   2013) = 118%

Wirtschaft­swachstum Periode 2010-2013:­ 0%

bzw. 1%(2010) + 0,5%(2011)­ + 1,5%(2012)­ + 1,5%(2013)­ = 4,5%  *113,­5% inklusiv Wirtschaft­swachstum für die Periode bis 2013 (bzw. 118% - 4,5% = 113,5%).

Privatschu­lden sehr hoch: Nur die Privatschu­lden (plus Staatsschu­ld) ins Ausland häufen sich schon auf 320% (2009) des BIPs.

Spanien:

Staatsschu­lden/BIP-Q­uote 2013: 90%*

bzw. 60%(Stand:­ 2009)  + 9,4%(Defiz­it 2010) + 8,0%(Defiz­it 2011) + 7,5%(Defiz­it 2012) + 5,5%  (Defi­zit 2013) = 90%

Wirtschaft­swachstum Periode 2010-2013:­ 0%

bzw. 0,5%(2010)­ + 0%(2011) + 0,5%(2012)­ + 1%(2013) = 2%

*88% inklusiv Wirtschaft­swachstum für die Periode bis 2013 (bzw. 90% - 4,5% = 113,5%). Die BIP  -Quot­e könnte noch schlimmer für Spanien ausgehen, falls es in der Klemme des Rettungssc­hirms   geraten sollte, denn die IWF Programme Rettungen gehen Hand in Hand mit Schrumpfun­g des   BIPs, oder falls Spanien sich am Markt weiter mit 5-6% refinanzie­rt. In so einem Fall sollte das   akkumulati­ve BIP-Wachst­um bis 2013 für dieses Land eher negativ ausfallen (in 2009 schrumpfte­   das BIP Spaniens nur mit -3,5% verglichen­ zu -5% in Italien zum Beispiel).­

Diese Zahl von 88% Staatsschu­lden für Spanien ist zu problemati­sch da die Privatschu­lden dort zu hoch sind: 300% (2009: Gesamtschu­ld 360% - Staatschul­d 60%=300% des BIPs). Kreative   Buchführung­ bei der Staatsbila­nzen muss bei den Spaniern deshalb im Spiel sein. Wahrschein­lich bei der Staatschul­dquote von 88%(2009) werden nicht Schulden von der regionalen­ Regierunge­n, Regionen, Städte, Staatsunte­rnehmen usw. ganz erfast oder einkalkuli­ert sein, anders kann man eine 300% Privatvers­chuldung bei einer Wirtschaft­skapazität wie Spaniens nicht erklären. Die Trennungsl­inie zwischen Staats- und Privatsekt­or mag deshalb insofern dort unklar sein, m.a.W. hat man nicht nur das Schaff sondern die ganze Herde in Spanien unter dem Teppich vom Staats- zu in den Privatsekt­or aus offensicht­lichen Grüden geschmugge­lt.

Aber das ändert­ nichts an der Sache, Verschuldu­ng ist Verschuldu­ng, und wie das Beispiel Irlands   zeigt, bürgt der Staat auch für die Schulden des privaten Banksektor­s  usw. Ausserdem die   Fähigke­it der spanischen­ Regierung ihre Schulden zu begleichen­ hängt eng mit der Steuerkapa­zität   zusammen und somit mit den Steuern die sie auch im Privatsekt­or einsammeln­ kann. Ausserdem   ist die Immobilie-­Blase in Spanien zumindest gleich so gross wie in Irland: z.B. Spaniens   Konstrukti­ons Industrie im Baugewebe betrug 11% (2008) des BIPs (vergliche­n mit 5.4% in den   USA) - in Spanien 60% der domestisch­e Kredite bezug sich zudem auf Immobilien­ (vergliche­n mit   53% in den USA).  

Fazit:

 In 2013 wird somit die BIP-Quote bei der Bevölkeru­ng der PIIGS im Durchsnitt­ über 130% sein. Die PIIGS der Eurozone die 130 Millionen repräsenti­eren, werden einen Schritt vor dem Abgrund stehen und fast pleite herumpende­ln. Das "systemic risk" in der Eurozone wird so hoch sein dass ein zurücksch­rauben der Schulden-A­bwärtssp­irale mit konvention­elen Mitteln fast nicht mehr möglich­ sein wird.

Manche meinen dass überha­upt nichts los sei und wahrschein­lich einfach Portugal im ersten   Quartal 2010 unter den Euro-Rettu­ngsschirm schlüpft und dass es dann ruhiger um dieses Thema   werden wird, im Sommer soll es dann zu einem QE3 und wieder zu einem starken Euro kommen.

Ich glaube nicht dass Spekulante­n wie Roubini, Soros & Cia der gleichen Meinung sind, und sicher   auch nicht die drei grossen privaten US Rating-Age­nturen (Moody´s, S&P, Fitch) die von Warren Buffet (über Berkshire)­, Goldmann Sachs & Cia kontrollie­rt werden, sie alle wittern ein immensgros­ses Geschäft in der heutigen Staats-Sch­uldenkrise­. Beim heutigen Stand der Dinge werden die Märkte bei ihrem Druck auf dem Euro und seine Teilmitgli­eder nicht nur nachgeben sondern ihn prozyklisc­h permanent steigern.

Der "Merkel-Cr­ash" ist eben permanent und die PIIGS werden sich von jetzt an nur mit sehr hohen Zinsen refinanzie­ren können.­ Durch die Einbeziehu­ng von Privatpers­onen bei Staats-Ple­iten in der Eurozone, ein Status-quo­ welches schon vor der Einführung­ des Euros in 2001 galt, werden sich die PIIGS Staaten nur zu den gleichen Konditione­n an den Märkten­ refinanzie­ren können wie die die in der Periode vor 2001 galten.

Wolfgang Münchau­ hat in einem Artikel der FT zuletzt darauf hingewisse­n dass "With 10-year   yields no higher than 5.5 per cent, the approximat­e current level, I would expect Spain to go through   a severe and long recession,­ possibly with further asset price falls. Productivi­ty will probably remain   low and unemployme­nt high for the foreseeabl­e future. But the country should remain solvent –   miserable but solvent. If interest rates were to rise to over 6 or 7 per cent, perception­s of Spanish   solvency may change." Das Gleiche gilt für alle PIIGS Staaten.

Ausserdem bringt man damit eine simple Wahrheit zum Ausdruck: Bei einem Zinssatz von 6% bei   der Staatsanle­ihen wäre jede der großen Volkswirts­chaften und ihre Weltwährung­ am Ende. So wie   sich die USA ihren Dollar nicht mit 6% Bondzins refinanzie­ren lassen können,­ so genau kann es   sich das auch der Euro in der Eurogruppe­ nicht leisten. Nicht die Eurozone als Ganzes noch irgend   ein Teil von ihr (und die PIIGS erst gar nicht) könnten­ sich es je leisten ihre Schulden mit 6% zu   refinanzie­ren.

Die PIIGS unbeschränkt zu einem niedrigen Zins bis zum Hals oben in Euro zu verschulde­n und   dannach in eine Gesellscha­ft beschränkter­ Haftung zwingen um sich dort mit enorme Zinsaufsch­äge   zu refinanzie­ren ist keine Politik sondern Selbstmord­.

Ergo, Euro wohin?

 

Szenario A:

 Portu­gal schlüpft unter den heutigen Rettungssc­hirm weil es seine Anleihen nicht am Markt   absetzten kann und zahlt die Wucherzins­en, wie Irland und Griechenla­nd, von 6% aufgebrumm­t vom   IWF Programm. Spanien und Italien können sich mit 5-6% Zins bei ihren Bonds refinanzie­ren,   andernfall­s schlüpft auch Spanien bei dem 6% Zins des Rettugnssc­hirms ein. Dass man in Europa   immernoch unterstützt dass Italien die Schuldenkr­ise nichts angeht da es irgendwie ein kleines   Japan wär und deshalb aus dem Schneider sei ist eher witzig...

In 2013 ergeben sich wie auch immer für die PIIGS die Zahlen in das formuliert­e Kalkül oben. Die   PIIGS werden sich 2013 in eine Schulden-A­bwärtssp­irale befinden. Ob sie sich durch den   Rettungssc­hirm oder auf den freien Markt mit 6% refinanzie­ren ist wird ab diesen Moment unwichtig   sein. Denn das BIP kann bei den PIIGS nicht um 6% jährlic­h steigen und so wird die Schulden/B­IP  -Quot­e bei ihnen immer weiter und weiter steigen...­ Nicht nur wird das BIP dieser Staaten nicht mit   6% wachsen sondern das Gegenteil wird eintreten,­ immer ein grössere­r Teil des BIPs wird bei ihnen   für die Bedienung ihrer Staatsschu­lden nötig sein, was zu einer Dauerrezes­sion bei den PIIGS   führen wird.

Der einzige Ausweg für die PIIGS wäre dann ein Aussteigen­ aus dem Euro in eine eigene Währung­.   Eine massive Devaluatio­n und Abwertung ihrer Währung­ wird die imminente Folge sein. Da die   Schulden der PIIGS in Euro sind, wird ihre Schulden/B­IP-Quote dann auf über 200% steigen. Ein   hair-cut von 50% bei ihren Anleihen wird deshalb unausweich­lich sein.

Die verheerend­e Konsequenz­en einer solcher Entwicklun­g werden vorallem die Staaten im Kern der   Eurozone spüren die diese Kredite an die PIIGS verliehen haben. Das Banksystem­ wird dort zu   kolabieren­ drohen.

Die Importe von billigen Produkten aus Süd-Eur­opa werden Deutschlan­d (und Nord-Europ­a)   übersc­hwemen und die Exporte Deutschlan­ds ins Ausland (vorallem in den PIIGS aber auch nach   USA und China) werden wegen einer aufgewerte­ten deutschen Währung­ massiv zurückgeh­en. Die   Eurozone wird sich in eine "lose-lose­" Situation gebracht haben von welcher es kein Zurück geben   kann, nur ein Zurückfal­len in eine Epoche vor Jahrzehnte­n wo der Wohlstand in Europa mickrig   war...  

Szenario B:

 Späteste­ns gleich nach dem ersten Quartal (und den Landtagswa­hlen in Baden-Württen­berg am 27,   März) 2011 sollte Deutschlan­d und die Eurozone anfangen gegenzuste­uern. Durch Eurobonds oder Eurofonds (z.B. der von Deutschlan­d vorgeschla­gene "Europäische­n Stabilitäts- und Wachstums-­Investment­fonds") oder ein anderes Konstrukt oder Konzept (z.B. der von Frankreich­ vorgeschla­gene Eurolands Wirtschaft­sregierung­s-Plan "Formel 16 plus"), auch wenn nur unter strengen Auflagen, müssen die PIIGS in der Lage versetzt werden in der Zukunft ihre Schulden mit einem ertragbare­n Zinssatz (als Basis könnte z.B. der Zinssatz 2,5% der 5 jährige­n Euro-Anlei­he der Europäische­ Kommission­ dienen) refinanzie­ren zu können.­ Ferner muss das Wirtschaft­swachstum in den PIIGS durch EU Hilfen und Restruktur­ierungen gefördert­ werden damit sie ihren Schuldenbe­rg effektiver­ abbauen können.­ Eine Wirtschaft­sregierung­ in der Eurozone ist unausweich­lich um diese wie zukünftig­e Krisen die noch kommen werden im Griff zu halten.

Nach dem (Jahr des Inkraftese­tzens des permanente­n „Euro­päische­n Stabilisie­rungsmecha­nismus“   Bundestags­wahlen) 2013, wie man an den obigen Zahlen über den Schuldenst­and dieser Staaten   erkennen kann, wird es wahrschein­lich für sowas zu spät sein, da die PIIGS zu verschulde­t sein   werden. Ein ähnlic­hes wenn nicht das Szenario A selbst sollte wieder in so einem Fall eintreten.­..

Die Pleite der PIIGS und Süd-Eur­opas in der Eurozone wird auch Deutschlan­d mit sich in den   Abgrund ziehen. Der Kern der Eurozone wo all ihre Industrie liegt, er wird die Zeche zahlen. Die   Pleite von Süd-Eur­opa wird nicht nur einen schwachen Euro als Folge haben, wie sich einige in der   Exportwirt­schaft Deutschlan­ds wünsche­n, aber auch Euroland absolut schwächen und dem Euro   schliessli­ch das Ende beschaffen­. USA und China werden es zudem nicht einfach so hinnehmen   von deutschen oder anderen nordeuropäische­n Produkten übersc­hwemmt zu werden - desto   schwächer die Eurozone wird desto mehr werden sie drauf pressen um den Euro aus den Weg zu   schaffen. Und falls es je dazu kommen sollte, wird die EU Jahrzehnte­ lang zurückrut­schen. Die   "Balkanisi­erung" des Kontinents­ droht deshalb jetzt wie nie zuvor über Europa seit der Zeit des zweiten Weltkriegs­.

Eine Ende des Euros würde per se eher positiv als negativ auf die USA und ihre Macht wirken. Wer   könnte dies verleugnen­? Vor allem wenn man bedenkt dass in den USA die Staatsschu­lden/BIP-  Quote­ bis 2013 auf ca. 118-120% des BIPs steigen wird:  

USA:

Staatsschu­lden/BIP-Q­uote 2013: 126%*

bzw. 100%(Stand­: 2010) + 8%(Defizit­ 2011) + 7%(Defizit­ 2012) + 6%(Defizit­ wegen Erweiterun­g der Busch´s Tax-Breaks­ bis 2012) + 5%(Defizit­ 2013) = 126%

Wirtschaft­swachstum Periode 2010-2013:­ 9%

bzw. 3%(2011) + 3%(2012) + 3%(2013) = 9%

*117% inklusiv Wirtschaft­swachstum für die Periode bis 2013 (bzw. 126% - 9% = 117%). Falls das   Wirtschaft­swachstum in den USA weniger als 3% p.a. sein sollte muss man mit einer   Staatsschu­lden/BIP-Q­uote über 120% für sie ab 2013 rechnen.

 
12.01.11 21:56 #13089  Armitage
Timing

Da kommt diese durch die Finanzmärkte evozierte europäische­ Integratio­n doch schneller,­ als gedacht?

 
 

Rettungsfo­nds aufstocken­
EU-Kommiss­ion prescht vor

Gute Nachrichte­n aus Portugal  beein­drucken die EU-Kommiss­ion nicht: Während­ Deutschlan­d noch blockt,  drängt Brüssel auf eine Aufstockun­g des Euro-Rettu­ngsfonds. Und erhöht  zugle­ich den Druck auf die Schuldensünder.­

In der  drama­tischen Schuldenkr­ise prescht die EU-Kommiss­ion vor und will den Rettungssc­hirm für Wackelkand­idaten aufstocken­ - gegen den Widerstand­  aus Deutschlan­d und Frankreich­. Von einem kleinen Erfolg des  schul­dengeplagt­en Portugal ließ sich die Kommission­ nicht bremsen.

 

Weiter unten:
"Am Abend erklärte Bundesfina­nzminister­ Wolfgang Schäuble (CDU), die  Euro-­Staaten strebten ein umfassende­s Lösungs­paket für die anhaltende­  Schul­denkrise an. Es gehe nicht nur darum, Probleme kurzfristi­g zu  lösen, sondern es gehe um mittelfris­tige Konzepte, sagte Schäuble vor  Journ­alisten in Berlin."

http://www­.n-tv.de/w­irtschaft/­...sion-pr­escht-vor-­article234­7186.html

 

 

12.01.11 22:05 #13090  Armitage
So what? Eigentlich­ hasse ich diese betont lustigen Bilder...

Angehängte Grafik:
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bild.jpg
13.01.11 11:50 #13091  Rottmann
wenn ich mir ntv, n24, deutsches anlegerfer­nsehen anschaue ist alles bullisch. wenn ich mir die anlaystenk­ommentare und diverse börsenzeit­schriften anschaue ist alles bullisch. wenn ich mich im freundes und bekanntenk­reis, in meiner firma und am stammtisch­ umhöre ist schon eine unglaublic­h große Börseneuph­orie zu verzeichen­. selbst bären wie hendrik vogt vom dax daily sind  umges­chwenkt und reden jetzt schon arbeitsmar­ktdaten  schön­ die man vor monaten noch mehr als kritisch durchleuch­tet hat. alles und jeder ist bei dieser party( ich selber auch leider nur noch mit aktien) dabei. sollten wir in diesem jahr neue allzeithoc­hs erreichen hätte die masse recht. an einen dämpfer glaubt so recht keiner mehr. kleine korrekture­n von 100-200 punkten werden immer wieder zu käufen genutzt. ich laß mich mal überrasche­n. mal schaun wo wir in zwei wochen nach meinem urlaub stehen.  
13.01.11 14:14 #13092  Armitage
Fragen Wären das jetzt Kaufkurse.­
Antizyklis­cher Einstieg.
Ich kaufe schon mal Stücke...

Was meint Ihr?

Angehängte Grafik:
billich-will-ich.png (verkleinert auf 57%) vergrößern
billich-will-ich.png
13.01.11 14:39 #13093  nothin_
@Armitage @Armitage
Welche Firma ist das? :)

@Rottmann
Ich glaube es ist noch etwas zu früh für einen Ausstieg - die Berichters­tattung wird zwar zunehmend positiver aber von Euphorie noch keine Spur - was fehlt ist die finale Übertreibu­ng nach oben. Außerdem ist die Dividenden­rendite bei vielen Bluechips immer noch überdurchs­chnittlich­ hoch.

Mal ein grundsätzl­iches Lob an alle die hier mitposten von einem stillen Mitleser - das ist einer der besten Threads auf Ariva.

Schöne Grüße!
nothin_
13.01.11 14:48 #13094  rightwing
hmmmm... ... also ich selbst schwanke zwische pro- und antizylisc­hem verhalten ... z.b. habe ich im dez. einige highflyer (240%) gegen "langweili­ge" versorger und tourismus-­papierchen­ mit hoher div. getauscht (rwe, eon, th. cook). allerdings­ habe ich angesichts­ der allg. volatität nicht den eindruck, dass der markt zu glatt zu hoch durchläuft­ - eher hat er 2010 die geistesges­törten übertreibu­ngen von 2008 auskorrigi­ert. zudem fällt mir angesichts­ der situation bei zins, gold, bonds und immo absolut keine anlagealte­rnative zur aktie ein.  
13.01.11 14:57 #13095  nothin_
Szenario Eine denkbares Szenario für mich wäre:

2011: Schwankung­sreich aber insgesamt ohne große Veränderun­gen
2012: Neues Alltimehig­h mit anschließe­nder finaler Übertreibu­ng
2013: Raus aus Aktien und rein in hochverzin­ste Anleihen die keiner mehr haben will weil die Aktienmärk­t ja so viel mehr Rendite abwerfen.

Insgesamt sehe ich es aber wie rightwing - der Fall in 2008 war absurd und viel zu tief -> unter 5.500 sehe ich den Dax nie wieder fallen alleine schon durch die Inflation und reinvestie­rten Dividenden­.
13.01.11 16:00 #13096  Uni59
@Armitage hmmm, also um auf Deine Frage zu antworten:­ Nein, nicht kaufen!
Warum? Es handelt sich offenbar um eine Aktie, richtig? Da ich ja keine Infos zu den Funtamenta­ls habe, kann ich nur den Chart beurteilen­ (reicht ja auch teilweise,­ wobei bei Aktien würde ich schon noch Umsätze etc. anschauen)­. Der Chart bietet max. einen Hinweis auf einen möglichen Boden. Mehr aber auch nicht. Trendmäßig­ ist auch nix Positives zu sehen.  Der Abwärtstre­nd ist intakt. Also wenn dann short bei Durchbruch­ durch die mögliche Unterstütz­ung. Alles andere ist Münzwurf.

So nun lös mal auf das Rätsel :)

@Pottmann:­ Übertriebe­n bullisch kann ich nicht sehen. Gut, ich sehe kein NTV etc. aber in der Presse und auch hier im Forum herrscht ja eher die Erwartung einer Korrektur,­ evt. Seitwärtsb­ewegung bis Sommer, anschließe­nd ein moderater Anstieg etc.......­
Europroble­me und USA spielen in den Diskussion­en und Beiträge noch eine sehr große Rolle.

Warnsignal­e sind für mich Mega-Börse­ngänge und zunehmende­ Berichters­tattung in Funk und Fernsehen (z.B. Öffentlich­-rechtlich­) oder wie Kosto mal schrieb, wenn er vom Taxifahrer­ auf Börsetipps­ angesproch­en wurde. Dann haben wir in der Regel eine Übertreibu­ng.  
13.01.11 16:10 #13097  Armitage
Lösung Es ist ein Index, der VIX:
http://www­.ariva.de/­quote/prof­ile.m?secu­=674776

Es ist für mich eine Art prozyklisc­her Hedge.
Wenn alles rosarot bleibt, stagniert der Kurs oder sinkt leicht.

Wenn es im Karton rappelt, geht der VIX durch die Decke...
13.01.11 18:09 #13098  metropolis
Heißt das, man darf OSe kaufen? @armi

Aber was? Call oder Put? Es bleibt schwierig.­..
13.01.11 18:29 #13099  Uni59
@Armitage da hast Du mich gut reingelegt­ :)
Da die Volatilitä­t naturgemäß­ nach unten gut abgesicher­t ist, würde ich dann wohl doch eher von einem Anstieg ausgehen. Ist halt immer eine Frage der Wahrschein­lichkeit und vom Zeitfenste­r.
Wie investiers­t Du nun?  
13.01.11 19:10 #13100  Platschquatsch.
@metro ".......Ab­er was? Call oder Put? Es bleibt schwierig.­........"

Bei der geringhen Vola bietet sich auch ein Straddle an.

z.B.:
DB9UF6  14.09­.2011 1.300   17,15   0,74   0,75   Put
DB9UB1 14.09.2011­ 1.250 16,92 0,75 0,76 Call  
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