Rio Tinto: Kupfer steigt 9% auf 229.000 Tonnen
22.04.26 12:40
Börse Global
Operativ läuft es bei Rio Tinto rund. Das Nahost-Konflikt wirft trotzdem lange Schatten auf die zweite Jahreshälfte — und das Management gibt offen zu, die Folgen für die Lieferketten noch nicht vollständig abschätzen zu können.
Kupfer übertrifft Erwartungen
Das stärkste Signal des Quartals kommt aus dem Kupfergeschäft. Die Produktion stieg um 9% auf 229.000 Tonnen. Treiber ist der Hochlauf der Untertagmine Oyu Tolgoi in der Mongolei, wo höherer Durchsatz die Erwartungen übertraf. BMO-Analyst Alexander Pearce bezifferte die Übertreffung gegenüber seinen eigenen Schätzungen auf ebenfalls 9%.
Allerdings belastet ein Lizenzstreit das wichtigste Wachstumsprojekt des Konzerns. Die Übertragung der Abbaulizenzen Shivee Tolgoi und Javkhlant von Entrée Resources auf Oyu Tolgoi LLC stockt seit Anfang 2025. Das hat Teile der Untertageentwicklung gestoppt und Anpassungen am Minenplan erzwungen. Die mongolische Regierung — mit 34% beteiligt — fordert frühere Dividenden und einen größeren Anteil an dem 18-Milliarden-Dollar-Projekt.
Aluminium: Rückenwind und Gegenwind zugleich
Der Nahost-Konflikt hat erhebliche Aluminiumkapazitäten außerhalb Chinas vom Markt genommen. Die Region steht für 23% der weltweiten Ex-China-Produktion. Das trieb den LME-Aluminiumpreis im ersten Quartal auf Vierjahrshochs. Spotprämien in Japan und Europa zogen an. Der US-Midwest-Zollpreis schloss das Quartal auf einem Rekordhoch.
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Für Rio Tinto bedeutet das höhere Erlöse — aber auch höhere Kosten. Der Konzern verbraucht jährlich rund 1,6 Milliarden Liter Diesel, zwei Drittel davon im australischen Pilbara-Revier. Ab Mai gilt: Jede Bewegung des Ölpreises um zehn Dollar pro Barrel verändert die Pilbara-Stückkosten um rund 0,15 Dollar pro Tonne.
Guidance bleibt stabil
Trotz Zyklonen, Todesfällen und geopolitischer Unsicherheit lässt Rio Tinto seine Jahresprognosen unverändert. Das Kupferziel liegt weiter bei 800.000 bis 870.000 Tonnen. Eisenerzlieferungen sollen 343 bis 366 Millionen Tonnen erreichen. Aluminium peilt 3,25 bis 3,45 Millionen Tonnen an.
Hinzu kommt der Aufbau des Lithiumgeschäfts. Die Projekte Fenix 1B und Sal de Vida haben die mechanische Fertigstellung planmäßig erreicht. Erste Produktion ist für das zweite Halbjahr 2026 vorgesehen. In Chile plant Rio Tinto gemeinsam mit Codelco und ENAMI die Entwicklung zweier Lithiumprojekte — Vertragsabschluss noch 2026, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen.
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Die Aktie notiert auf einem 52-Wochen-Hoch von 105,22 Euro und hat sich damit in zwölf Monaten mehr als verdoppelt. Am 6. Mai findet die Hauptversammlung statt — dort dürfte die Frage nach dem Umgang mit dem Nahost-Risiko und dem Lizenzstreit in der Mongolei ganz oben auf der Agenda stehen.
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