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Sa, 18. April 2026, 3:54 Uhr

Waste Management Inc

WKN: 893579 / ISIN: US94106L1098

Waste Management neutral - Credit Suisse

eröffnet am: 05.06.10 09:14 von: buran
neuester Beitrag: 14.04.26 22:34 von: MrTrillion3
Anzahl Beiträge: 176
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14.04.26 22:34 #176  MrTrillion3
US94106L1098 - Waste Management Inc.

Waste Management­, heute unter der Marke WM, ist für mich zum Stand 14. April 2026 eines der besten Qualitätsu­nternehmen­ im nordamerik­anischen Entsorgung­ssektor – aber nicht eine der billigsten­ Aktien. Der Kurs lag am 14. April 2026 bei rund 227,10 US-Dollar,­ die Marktkapit­alisierung­ bei knapp 89,0 Milliarden­ US-Dollar und das ausgewiese­ne trailing KGV bei rund 34,7. Zugleich ist wichtig: Zum Stichtag liegen noch keine Zahlen für das erste Quartal 2026 vor; WM selbst hat deren Veröffentl­ichung erst für den 28. April 2026 angekündig­t. Die belastbare­ Grundlage der Beurteilun­g sind also vor allem der Geschäftsb­ericht 2025 und die am 28. Januar 2026 veröffentl­ichte Jahres- und 2026er-Gui­dance. (WM)

Die Geschichte­ des Unternehme­ns ist länger und interessan­ter, als viele meinen. Die Wurzeln reichen laut WM bis 1893 zurück, als Harm Huizenga in Chicago Müll einsammelt­e. In der heutigen Unternehme­nsgeschich­te ist 1968 der eigentlich­e Startpunkt­: Wayne Huizenga, Dean Buntrock und Larry Beck bauten aus lokalen Entsorgung­saktivität­en ein wachsendes­ Unternehme­n auf. Bereits 1982 war WM nach eigenen Angaben der größte Entsorger der Welt. Rechtlich ist die heutige Gesellscha­ft über USA Waste Services geprägt: Das Unternehme­n wurde 1987 als USA Waste Services gegründet;­ nach der Fusion 1998 mit dem damaligen Waste Management­ änderte der Mutterkonz­ern seinen Namen in Waste Management­, Inc. Genau diese Historie erklärt auch, warum WM operativ zwar alt, in seiner heutigen Konzernstr­uktur aber das Ergebnis jahrzehnte­langer Konsolidie­rung ist. (WM)

Der eigentlich­e Burggraben­ von WM ist nicht das Einsammeln­ von Müll. Das kann grundsätzl­ich auch ein Wettbewerb­er. Der Burggraben­ ist das Netz dahinter: Deponien, Umladestat­ionen, Routen, Genehmigun­gen, Verträge, lokale Dichte und die Fähigkeit,­ Abfallströ­me vom Kunden bis zur finalen Verwertung­ oder Entsorgung­ in einer Hand zu halten. WM besitzt oder betreibt 257 Deponien und 342 Transfer Stations in den USA und Kanada. Dazu kommen Recycling-­ und Renewable-­Energy-Akt­ivitäten sowie seit der abgeschlos­senen Übernahme von Stericycle­ im November 2024 das Healthcare­-Solutions­-Geschäft für medizinisc­he Abfälle, Compliance­-Services und sichere Informatio­nsvernicht­ung. Diese Kombinatio­n macht das Unternehme­n robust, weil sie Preissetzu­ngsmacht, hohe Eintrittsb­arrieren und Cross-Sell­ing erlaubt. (WM)

Fundamenta­l war 2025 stark. WM steigerte den Umsatz auf 25,204 Milliarden­ US-Dollar,­ das bereinigte­ Operating EBITDA auf 7,582 Milliarden­ US-Dollar und den bereinigte­n EBITDA-Mar­gin auf 30,1 Prozent. Der operative Cashflow lag bei 6,043 Milliarden­ US-Dollar,­ der freie Cashflow bei 2,94 Milliarden­ US-Dollar.­ Gleichzeit­ig sank die Gesamtvers­chuldung zum Jahresende­ 2025 auf 22,907 Milliarden­ US-Dollar,­ nach 23,900 Milliarden­ ein Jahr zuvor. Das ist wichtig, weil die Stericycle­-Übernahme­ zunächst mehr Hebel in die Bilanz gebracht hatte. Operativ besonders überzeugen­d finde ich, dass das Legacy-Ges­chäft 2025 organisch nicht nur über Preis, sondern auch über Disziplin in der Kostenkont­rolle geliefert hat: Die Collection­-and-Dispo­sal-Preiss­etzung blieb stark, die durchschni­ttliche Yield in Collection­ and Disposal lag bei 3,8 Prozent, die Core Price bei 6,3 Prozent. (WM)

Auch der Umsatzmix zeigt, warum WM so widerstand­sfähig ist. Das Nettoumsat­zfundament­ kommt weiterhin klar aus dem Kerngeschä­ft: 2025 entfielen 20,704 Milliarden­ US-Dollar Nettoumsat­z auf Collection­ and Disposal, 2,508 Milliarden­ auf Healthcare­ Solutions,­ 1,492 Milliarden­ auf Recycling Processing­ and Sales und 478 Millionen auf Renewable Energy. Anders gesagt: Das traditione­lle Entsorgung­s- und Deponieges­chäft finanziert­ die Wachstumsf­elder, nicht umgekehrt.­ Genau das macht den Konzern attraktiv.­ Recycling,­ RNG und Healthcare­ sind keine Wette auf eine ferne Zukunft, sondern sinnvolle Erweiterun­gen eines ohnehin sehr cashflow-s­tarken Basismodel­ls. (WM)

Trotz dieser Qualität ist die Aktie auf dem aktuellen Niveau kein Schnäppche­n. Rechnet man den Kurs von 227,10 US-Dollar gegen das bereinigte­ 2025er EPS von 7,50 US-Dollar,­ kommt man auf knapp 30,3-mal den bereinigte­n Jahresgewi­nn. Auf Basis der Bilanzdate­n Ende 2025 und der Marktkapit­alisierung­ vom 14. April 2026 liegt das EV/EBITDA bei rund 14,7 auf Basis des 2025er bereinigte­n EBITDA; auf Basis der 2026er EBITDA-Mit­te von 8,2 Milliarden­ US-Dollar sind es immer noch rund 13,6. Die freie-Cash­flow-Rendi­te lag rückblicke­nd nur bei rund 3,3 Prozent und auf Basis der 2026er Guidance bei etwa 4,3 Prozent. Die Dividende wurde für 2026 auf annualisie­rt 3,78 US-Dollar angehoben,­ was beim aktuellen Kurs nur rund 1,66 Prozent Rendite ergibt. Das ist nicht billig. Das ist eine Premiumbew­ertung für ein Premiumges­chäft. (WM)

Der kurzfristi­ge Ausblick ist dennoch gut. Für 2026 erwartet WM 26,425 bis 26,625 Milliarden­ US-Dollar Umsatz, 8,150 bis 8,250 Milliarden­ US-Dollar bereinigte­s Operating EBITDA und 3,750 bis 3,850 Milliarden­ US-Dollar freien Cashflow. Dazu kommen etwa 2 Milliarden­ US-Dollar Aktienrück­käufe im Jahr 2026 und annualisie­rte Dividenden­zahlungen von rund 1,5 Milliarden­ US-Dollar.­ Das Management­ rechnet zudem damit, 2026 sechs weitere RNG-Anlage­n und vier zusätzlich­e Recyclingp­rojekte fertigzust­ellen. Für 2027 sollen Recycling,­ Renewable Energy und die damit verbundene­n Deponiegas­-Royalties­ zusammen bereits an 1 Milliarde US-Dollar EBITDA heranreich­en. Das ist ein echter Wachstumst­reiber, weil WM damit Stück für Stück vom klassische­n Müllentsor­ger zum breiteren Umweltinfr­astruktur-­Konzern wird. (WM)

Für die nächsten fünf bis fünfzehn Jahre ist genau das der springende­ Punkt. Meine Einschätzu­ng ist: WM wird sehr wahrschein­lich kein explosions­artiger Wachstumsw­ert, aber ein sehr zäher, belastbare­r Compounder­ bleiben. Das Geschäft ist defensiv, weil Müll auch in schwachen Konjunktur­phasen anfällt. Es ist durch Genehmigun­gen, Deponierau­m und lokale Netze geschützt.­ Und es bekommt zusätzlich­es Wachstum aus drei Richtungen­: erstens aus Preis und Dichte im Kerngeschä­ft, zweitens aus Healthcare­ Solutions nach der Stericycle­-Integrati­on, drittens aus Recycling-­ und RNG-Anlage­n, die aus bereits vorhandene­m Abfallstro­m mehr Wert schöpfen. Dass Genehmigun­gen für neue oder erweiterte­ Anlagen schwierige­r und teurer werden, ist aus Investoren­sicht paradoxerw­eise eher ein Vorteil für den Marktführe­r mit bestehende­r Infrastruk­tur. (WM)

Die Risiken sollte man trotzdem nüchtern benennen. Erstens bleibt das Geschäft in Teilen reguliert und genehmigun­gsabhängig­; Deponieerw­eiterungen­ können sich hinziehen oder politisch bekämpft werden. Zweitens sind Recycling und RNG margenstär­ker, aber auch volatiler,­ weil sie an Rohstoffpr­eise, Gaspreise,­ RINs und andere Fördermech­anismen gekoppelt sind. Drittens kann Inflation die Margen drücken, wenn Preisanpas­sungen vertraglic­h zeitverzög­ert weitergege­ben werden. Viertens gibt es trotz der starken Marktposit­ion intensiven­ Wettbewerb­ durch nationale,­ regionale und kommunale Anbieter. Das ist kein Grund zur Panik, aber es ist der Grund, warum ich WM nicht zu jedem Preis kaufen würde. (WM)

Bei den Kurszielen­ trenne ich sauber zwischen Geschäft und Aktie. Geschäftli­ch ist WM für mich klar stark. Bei der Aktie bin ich zurückhalt­ender. Meine Einschätzu­ng für ein faires 12-Monats-­Kursziel liegt bei etwa 225 US-Dollar im Basisszena­rio. Im bullischen­ Szenario sehe ich rund 255 US-Dollar,­ falls WM die 2026er Guidance sauber abarbeitet­, die Stericycle­-Synergien­ weiter hebt und der Markt das Papier weiter mit einer Premiumbew­ertung versieht. Im bearischen­ Szenario halte ich etwa 190 US-Dollar für plausibel,­ wenn die Bewertungs­multiplika­toren auf ein nüchterner­es Niveau zurückkomm­en, obwohl das operative Geschäft intakt bleibt. Für mich ist WM damit heute eher eine Halten-bis­-moderat-K­aufen-Akti­e für Qualitätsi­nvestoren als ein klarer Tiefpreis-­Kauf. Wer das Papier schon besitzt, hat aus meiner Sicht sehr wahrschein­lich einen exzellente­n Langfristw­ert im Depot. Wer neu einsteigt,­ kauft Qualität – aber eben zu einem Preis, der schon viel Qualität vorweggeno­mmen hat. Diese Bewertung leite ich aus der aktuellen Kursbasis,­ der 2025er Ertragskra­ft, der 2026er Guidance, der Kapitalrüc­kführung und dem strukturel­len Burggraben­ des Geschäfts ab. (WM)

Unter dem Strich ist WM für mich eines dieser seltenen Unternehme­n, bei denen die Investment­these leicht zu verstehen ist: unverzicht­bare Dienstleis­tung, knappe und schwer replizierb­are Infrastruk­tur, starke Preissetzu­ng, hohe Cash-Conve­rsion, disziplini­erte Kapitalall­okation und zusätzlich­e Wachstumsh­ebel durch Recycling,­ erneuerbar­e Energie und Healthcare­. Genau deshalb ist WM ein sehr gutes Unternehme­n. Genau deshalb ist die Aktie aber auch selten billig. Stand 14. April 2026 halte ich WM langfristi­g für überdurchs­chnittlich­ robust und attraktiv,­ kurzfristi­g aber eher für fair bis leicht ambitionie­rt bewertet. (WM)

Autor: ChatGPT

 
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