Gegenwind für Vestas, Nordex, Ørsted & Co - Woran liegt's?
28.06.23 11:27
Merck Finck
München (www.aktiencheck.de) - Alle reden von erneuerbaren Energien und der notwendigen Transformation in eine CO2-neutrale Wirtschaft - doch die Aktien der meisten Unternehmen aus dem Sektor entwickeln sich schlechter als der breite globale, US-amerikanische oder europäische Aktienmarkt, so Marc Decker, Leiter Aktien bei Quintet Private Bank, Muttergesellschaft von Merck Finck.
Tatsächlich habe der europäische Index für erneuerbare Energien (European Renewable Energy Total Return Index) seit den Höchstständen um den Jahreswechsel 2020/21 herum circa 30% verloren. Sein Pendant der fossilen Energieträger hingegen habe eine positive Wertentwicklung von fast 74% erfahren. Betrachte man nur die Performance seit Beginn dieses Jahres, so würden sich Energieaktien - ob erneuerbar oder nicht - gleichermaßen um circa 7% im negativen Territorium bewegen, wohingegen die breiten Aktienmarktindizes mit einer positiven zweistelligen Entwicklung aufwarten könnten.
Woran liege es? Unabhängig von wirklich unternehmensspezifischen Themen müsse man wohl den Marktteilnehmern unterstellen, zu hohe Erwartungen an den Sektor insgesamt eingepreist zu haben, was zu entsprechend hohen Bewertungen geführt habe. Die Gewinne hätten dem nicht folgen können, so dass die Korrekturen der Ergebnisprognosen zu teilweise heftigen Rückschlägen geführt hätten. Schließlich seien die Margen teilweise dramatisch gesunken, weil Aufträge zu alten Preisen aber neuen Kosten hätten abgearbeitet werden müssen. Immerhin seien die Preise für die Rohstoffpreise, die zum Beispiel für den Bau von Windkraftanlagen notwendig seien, im letzten Jahr deutlich angestiegen. Hinzu seien gestörte Lieferketten gekommen.
Zwar würden sich nun die Rohstoffpreise wieder rückläufig entwickeln, aber nun würden neue Marktteilnehmer, wie Unternehmen aus China oder auch etablierte Mineralölkonzerne, die ihre Geschäftsmodelle zunehmend in Richtung Nachhaltigkeit ausrichten wollten, eine Gefahr für die Rentabilität der einschlägigen Unternehmen darstellen. Ungemach drohe zudem von regulatorischer Seite beziehungsweise der Ungewissheit bei der Änderung von Vorschriften. So könnten zum Beispiel "Windfall Profits", also Extragewinne ausgelöst durch die hohen Energiepreise und die sogenannten Merit-Order, nachträglich über Sondersteuern abgeschöpft würden. Generell würden auch teils langwierige Genehmigungsverfahren durch die jeweiligen Behörden für eine gewisse Schwerfälligkeit bei der Entwicklung des Sektors - vor allem in westlichen Industrieländern sorgen.
Gerade im letzten Jahr hätten sich zudem durch die massiv steigenden Zinssätze die Finanzierungskosten erhöht. Gerade die jüngeren Unternehmen dieses Sektors hätten in der Regel relativ hohe Verschuldungsgrade, was sich ebenfalls sehr negativ auf die Bewertungen ausgewirkt habe. Last but not least, würden auch hausgemachte beziehungsweise unternehmensspezifische Gründe, wie die zuletzt bekannt gewordenen Probleme von Siemens Energy (ISIN: DE000ENER6Y0, WKN: ENER6Y, Ticker-Symbol: ENR) mit seiner Windturbinensparte oder Schwierigkeiten bei der Beurteilung des zukünftig anzunehmenden Wachstum bei Ørsted A/S (ISIN: DK0060094928, WKN: A0NBLH, Ticker-Symbol: D2G, NASDAQ Copenhagen-Symbol: ORSTED), teils auf den Unternehmen des Sektors schwer wiegen.
Somit werde es spannend sein, wie sich diese Unternehmen nun ausrichten würden, um mit dieser Gemengelage klar zu kommen. Derzeit würden die Experten keinen triftigen Grund sehen, sich hier weiter zu engagieren. (28.06.2023/ac/a/m)
Tatsächlich habe der europäische Index für erneuerbare Energien (European Renewable Energy Total Return Index) seit den Höchstständen um den Jahreswechsel 2020/21 herum circa 30% verloren. Sein Pendant der fossilen Energieträger hingegen habe eine positive Wertentwicklung von fast 74% erfahren. Betrachte man nur die Performance seit Beginn dieses Jahres, so würden sich Energieaktien - ob erneuerbar oder nicht - gleichermaßen um circa 7% im negativen Territorium bewegen, wohingegen die breiten Aktienmarktindizes mit einer positiven zweistelligen Entwicklung aufwarten könnten.
Zwar würden sich nun die Rohstoffpreise wieder rückläufig entwickeln, aber nun würden neue Marktteilnehmer, wie Unternehmen aus China oder auch etablierte Mineralölkonzerne, die ihre Geschäftsmodelle zunehmend in Richtung Nachhaltigkeit ausrichten wollten, eine Gefahr für die Rentabilität der einschlägigen Unternehmen darstellen. Ungemach drohe zudem von regulatorischer Seite beziehungsweise der Ungewissheit bei der Änderung von Vorschriften. So könnten zum Beispiel "Windfall Profits", also Extragewinne ausgelöst durch die hohen Energiepreise und die sogenannten Merit-Order, nachträglich über Sondersteuern abgeschöpft würden. Generell würden auch teils langwierige Genehmigungsverfahren durch die jeweiligen Behörden für eine gewisse Schwerfälligkeit bei der Entwicklung des Sektors - vor allem in westlichen Industrieländern sorgen.
Gerade im letzten Jahr hätten sich zudem durch die massiv steigenden Zinssätze die Finanzierungskosten erhöht. Gerade die jüngeren Unternehmen dieses Sektors hätten in der Regel relativ hohe Verschuldungsgrade, was sich ebenfalls sehr negativ auf die Bewertungen ausgewirkt habe. Last but not least, würden auch hausgemachte beziehungsweise unternehmensspezifische Gründe, wie die zuletzt bekannt gewordenen Probleme von Siemens Energy (ISIN: DE000ENER6Y0, WKN: ENER6Y, Ticker-Symbol: ENR) mit seiner Windturbinensparte oder Schwierigkeiten bei der Beurteilung des zukünftig anzunehmenden Wachstum bei Ørsted A/S (ISIN: DK0060094928, WKN: A0NBLH, Ticker-Symbol: D2G, NASDAQ Copenhagen-Symbol: ORSTED), teils auf den Unternehmen des Sektors schwer wiegen.
Somit werde es spannend sein, wie sich diese Unternehmen nun ausrichten würden, um mit dieser Gemengelage klar zu kommen. Derzeit würden die Experten keinen triftigen Grund sehen, sich hier weiter zu engagieren. (28.06.2023/ac/a/m)
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