Rohm: Halbleiter-Riese im Abwärtssog
11.08.25 17:38
Börse Global
Der japanische Halbleiterhersteller Rohm steckt in einer tiefen Krise. Ein dramatischer Gewinneinbruch von 80% im ersten Quartal 2025 setzt die alarmierende Talfahrt des Unternehmens fort – und wirft Fragen zur Zukunft des einstigen Vorzeigekonzerns auf. Was läuft schief beim Spezialisten für Leistungshalbleiter?
Historische Verluste schockieren
Das Geschäftsjahr 2024 endete für Rohm mit einem Debakel: Ein Nettoverlust von 50 Milliarden Yen, der größte seit zwölf Jahren und der zweitschwerste der Unternehmensgeschichte. Die Bilanz zeigt das ganze Ausmaß der Misere:
- Umsatzrückgang um 4,1% auf 448,4 Mrd. Yen
- Operativer Verlust von 40 Mrd. Yen (nach 43,3 Mrd. Yen Gewinn im Vorjahr)
- Deutliche Unterschreitung der eigenen Prognosen
Elektroauto-Flaute trifft Rohm ins Mark
Der Hauptgrund für den Absturz liegt in den schwächelnden Verkäufen von Leistungshalbleitern für Elektrofahrzeuge. Die Kombination aus gebremster EV-Nachfrage und Produktionskürzungen japanischer Autobauer – verursacht durch Zertifizierungsskandale – traf Rohm besonders hart. Hinzu kam die gedämpfte Industriennachfrage aus China.
Das Unternehmen räumt eigene Fehleinschätzungen ein: "Wir haben die Marktentwicklung falsch eingeschätzt", heißt es von Unternehmensseite. Die Folge waren überhöhte Lagerbestände mit entsprechenden Abschreibungen, während gleichzeitig hohe Forschungs- und Personalkosten die Margen weiter unter Druck setzten.
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Lichtblick SiC-Technologie
Trotz der düsteren Zahlen sieht Rohm Anzeichen für eine Stabilisierung. Für 2025 prognostiziert das Unternehmen immerhin einen operativen Gewinn von 4 Mrd. Yen. Besonders setzt der Konzern auf seine fortschrittliche Siliziumkarbid-Technologie (SiC):
- Neue SiC-MOSFETs als Antwort auf chinesische Konkurrenz
- Einsatz in Toyotas neuem Elektroauto bZ5 für den chinesischen Markt
- Entwicklung von Halbleitern für KI-Server und HVDC-Architekturen
Strategische Neuausrichtung
Rohm leitet strukturelle Veränderungen ein: Ab 2026 wechselt das Unternehmen zu linearer Abschreibung von Sachanlagen, was die Gewinne um voraussichtlich 12,9 Mrd. Yen entlasten soll. Zudem bahnen sich bedeutende Partnerschaften an:
- Denso erhöht Beteiligung nach strategischer Vereinbarung
- Gespräche mit Toshiba über Kooperation in Leistungshalbleitern
- Aufnahme in den Nikkei 225-Index im Juni 2025
Die kommenden Quartale werden zeigen, ob Rohm die Trendwende schafft – oder ob der Abwärtssog weiter anhält. Für Investoren bleibt der Halbleiterspezialist trotz aktueller Probleme ein spannender Player in Schlüsseltechnologien der Mobilitäts- und KI-Wende.
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