Multitude Aktie: Neuerfindung läuft
14.11.25 15:40
Börse Global
Die Multitude AG hat gestern ihre Q3-Zahlen vorgelegt und parallel beim Kapitalmarkttag 2025 die Weichen für die Zukunft gestellt. Das Bild: Consumer Banking schwächelt, doch neue Geschäftsfelder springen in die Bresche. Kann das FinTech seinen Weg aus der Umsatzkrise finden?
Der Umsatz sackte im dritten Quartal um 10% auf 58,5 Mio. Euro ab – deutlich unter den Erwartungen. Verantwortlich dafür war vor allem das Consumer Banking, das mit 44 Mio. Euro satte 17% einbüßte. Die Gründe: Verkäufe von Geschäftsteilen und das schwierigere Zinsumfeld. Doch während die klassische Verbraucherkreditsparte strauchelt, ziehen andere Bereiche das Ruder herum.
Wholesale Banking explodiert
Das Wholesale Banking legte ein beeindruckendes Wachstum von 62% hin und steuerte im Q3 bereits 5,7 Mio. Euro zum Konzernumsatz bei. Noch wichtiger: Das Segment lieferte 1,4 Mio. Euro zum Ergebnis vor Steuern. Der Trick? Multitude fokussiert sich auf maßgeschneiderte Finanzierungslösungen, die klassische Banken meiden – Nischendeals mit hohen Margen und starker operativer Hebelwirkung.
Parallel dazu entwickelt sich das Partnerschaftsgeschäft zum heimlichen Star. Die Netto-Provisionseinnahmen sprangen im Q3 auf 3,5 Mio. Euro – deutlich über den Prognosen. In den ersten neun Monaten des Jahres summierte sich dieser Bereich bereits auf 8 Mio. Euro, obwohl er vor einem Jahr praktisch nicht existierte.
Kapitalloses Wachstum als Masterplan?
Das Partnerschaftsmodell ist Multitudes Wette auf die Zukunft. Statt selbst Kredite zu vergeben, liefert das Unternehmen die technologische Infrastruktur, das Risikomanagement und die operative Basis – während Partner unter eigener Marke Ferratum-Produkte vertreiben. Null Bilanzrisiko, maximale Skalierbarkeit. Genau diese Strategie soll jetzt über alle drei Geschäftsbereiche ausgerollt werden.
Das Ergebnis vor Steuern hielt sich mit 7,1 Mio. Euro trotz Umsatzrückgang wacker. Dafür sorgten nicht nur die neuen Geschäftsfelder, sondern auch sinkende Kreditausfälle: Die Wertberichtigungen gingen auf 19 Mio. Euro zurück, obwohl das Kreditbuch wächst. Besseres Risikomanagement zahlt sich aus.
Prognose bleibt in Reichweite
NuWays senkte zwar das Kursziel von zuvor höheren Niveaus auf 11 Euro, bekräftigt aber die Kaufempfehlung. Die Analysten rechnen für das Gesamtjahr mit einem Nettogewinn von 26,5 Mio. Euro – am oberen Ende der Unternehmensprognose von 24 bis 26 Mio. Euro. Die Quartalsumsätze für das Schlussviertel wurden zwar nach unten korrigiert, doch das Geschäftsmodell überzeugt strukturell.
Gründer Jorma Jokela nutzte den Kapitalmarkttag auch für einen Rückblick: Vor zehn Jahren, im Februar 2015, wagte Multitude (damals noch Ferratum) den Schritt an die Frankfurter Börse. Jetzt, zwei Jahrzehnte nach der Gründung in Finnland, steht das Unternehmen erneut vor einem Wendepunkt – diesmal mit einem Dreiklang aus organischem Wachstum, Partnerschaften und Übernahmen.
Der Aktienkurs dürfte künftig davon abhängen, wie schnell sich die neuen Geschäftsfelder hochskalieren lassen. Das Wholesale Banking liefert bereits, das Partnerschaftsgeschäft nimmt Fahrt auf. Bleibt Consumer Banking die Achillesferse oder gelingt die Transformation rechtzeitig?
Multitude-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Multitude-Analyse vom 14. November liefert die Antwort:
Die neusten Multitude-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Multitude-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 14. November erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Multitude: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
Multitude lässt die Phase der Restrukturierung hinter sich. Nach dem Umzug des Firmensitzes in die Schweiz richtet ...
^MULTITUDE AG Grafenauweg 8 6300 Zug ...
^* Nettogewinn stieg 2025 um 31,7 Prozent auf 26,6 Mio. EUR; für 2026 werden 30 Mio. EUR angestrebt ...
