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Sa, 18. April 2026, 7:43 Uhr

BusinessWeek global 1.000


19.07.02 16:32
Investor-Village

In ihrer neuesten Ausgabe stellt die BusinessWeek ihre jährliche Erhebung zu den 1.000 größten multinationalen Unternehmen vor, berichtet der Analyst Dr. Max Otte von "Investor-Village".

Es zeige sich: Die Wirtschaftsleistung eines Landes und die Größe der Unternehmen würden eng zusammenhängen.

Neun der nach Marktkapitalisierung größten Unternehmen der Welt hätten ihren Sitz in den USA. Nur das niederländisch-britische Gemeinschaftsunternehmen Royal Dutch/Shell befinde sich ebenfalls auf der Liste. Und sechs dieser zehn Unternehmen - Microsoft, ExxonMobil, Wal-Mart, Citigroup, Pfizer und Johnson & Johnson - würden die Analysten den uneingeschränkten Königsstatus bestätigen. Auch die anderen nach Marktkapitalisierung größten Unternehmen seien durchaus königsähnlich.

Wirtschaft und Politik würden zusammengehören. Sei ein Land groß und mächtig, können dort auch große und mächtige Konzerne entstehen. Die scheinbaren Ausnahmen Schweiz und Holland, welche einen überproportionalen Anteil an Weltkonzernen hätten, würden nur diese Regel bestätigen. Beide Länder hätten im europäischen Umfeld eine Heimatbasis für den Weltmarkt.

Einer der Grundsätze des Analysten für die Portfoliostrategie laute: USA und Europa würden in jedes Aktienportfolio gehören, Asien und besonders Emerging Markets seien mit großer Vorsicht zu genießen. Der Analyst halbe gar nichts davon, die kurz- oder mittelfristigen Chancen einer Region zu beurteilen und dann die regionale Streuung zu verändern. General Electric, Microsoft und die anderen Top-Konzerne seien global tätig und würden in allen Regionen der Welt Chancen wahrnehmen.

China werde wohl zu einer Top-Wirtschaftsmacht aufsteigen und dann viele Top-Konzerne beheimaten. Es sei allerdings sehr schwer, in diesen unterentwickelten Märkten kein Geld zu verlieren. Wenn mittlerweile schon in den USA und Europa mit ihren entwickelten Aktienkulturen betrogen werde und viele Insidergeschäfte gemacht würden, so sei das in Asien und den Emerging Markets eher die Regel als die Ausnahme. Die Analysten seien in Asien lediglich in China Mobile investiert. Andere mögliche Unternehmen seien sicherlich Sony, Samsung Electric, Toyota oder Honda.

Beim Umsatz sei 2002 zum ersten Mal ein Dienstleistungsunternehmen - Wal-Mart - an die Spitze gerückt. Damit sei der Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft voll dokumentiert. Auch vier Autokonzerne fänden sich hier. Keiner dieser Konzerne habe gleichzeitig eine Top-Marktkapitalisierung. Das drücke die geringe Zukunftserwartung des Marktes für die Branche aus.

Es sei beruhigend, zu sehen, dass es auch in der Krise Unternehmen gebe, die 7, 10 oder 15 Milliarden Dollar Gewinn machen würden. ExxonMobil sei Spitzenreiter, gefolgt von Citigroup, General Electric und Royal Dutch/Shell.

Die Wertsteigerung verweise auf gegebenenfalls interessante Zukunftsunternehmen.

Es stehe schlecht um die Deutschland AG: nur 35 Unternehmen seien in der Top-1.000-Liste enthalten. Kleinere Volkswirtschaften wie England (85) und Frankreich (51) würden Deutschland schlagen. Länder mit einem Bruchteil der deutschen Bevölkerung wie die Niederlande (19) oder die Schweiz (20) kämen fast in unsere Größenordnung. Japan habe 142 Unternehmen in der Top-1.000-Liste.

Seit Jahren blockiere ein Kartell aus Politikern und Bürokraten unser Land. Auch die Bundestagswahl werde daran nicht viel ändern. Schröder oder Stoiber - beide seien Politiker, die mit dem deutschen Verbandskorporatismus glänzend zurechtkämen und sich hüten würden, wirklich fundamentale Reformen einzuleiten.