BSkyB & Canal Plus Fusion?
23.02.99 00:00
Wall Street Journal Europe
Der Satelliten-TV-Sender British Sky Broadcasting Group plc (BSkyB), Isleworth (WKN 893517), von Rupert Murdoch und der französische Canal Plus SA, Paris (WKN 874543), wollen anscheinend fusionieren. Wie das Wall Street Journal Europe in seiner Dienstagausgabe unter Berufung auf gut unterrichtete Kreise berichtet, entstünde bei einem erfolgreichem Abschluß der bislang noch im Frühstadium befindlichen Gespräche Europas größter Fernsehsender. Zuvor müßten aber noch steuerliche Fragen sowie die Besetzung des künftigen Managements geklärt werden. Auch von Aktionärsseite sei mit Widerstand gegen die Fusion zu rechnen, hieß es weiter.
Vor allem Rupert Murdoch dringe auf einen Zusammenschluß, um sein TV-Imperium mit dem letzten noch fehlenden Baustein zu komplettieren. Daher sei er auch bereit, die Fusion per Aktientausch als "merger of equals" und nicht als reine Akquisition von Canal Plus durch BSkyB zu deklarieren, wie berichtet wurde. Weder BSkyB noch Canal Plus haben sich bislang zu den Gerüchten geäußert. Eine Verbindung der beiden Gesellschaften würde die europäische Konkurrenz ins Hintertreffen geraten lassen, denn bereits jetzt ist BSkyB, an der Murdoch über seine News Corporation, Sydney (WKN 865251), 40 Prozent hält, mit sieben Millionen Abonnenten und einer Marktkapitalisierung von rund $14 Mrd. der größte Pay-TV-Kanal in Großbritannien. Der zu 34 Prozent von der Vivendi SA, Paris (WKN 853950), beherrschte Canal Plus, verfügt über einen Marktwert von etwa $9,3 Mrd. und ist Europas größter Pay-TV-Anbieter mit mehr als elf Millionen ständigen Zuschauern in zehn Ländern. Während beide Unternehmen eine breitgefächerte Angebotspalette mit Themenkanälen, Filmstudios, digitalen Übertragungsmöglichkeiten und sogar Fußballteams offerieren, stecken sie wegen hoher Anlaufkosten für neue Technologien und schwacher Aktienkurse in finanziellen Schwierigkeiten. Eine Verbindung könnte beiden helfen, die Kosten zu begrenzen und bei Verhandlungen um Sport-Vermarktungsrechte stärker als bisher aufzutreten. Für die bislang vom weltweiten Konzentrationsprozeß weitestgehend verschont gebliebene Medienbranche hieße eine Fusion auch, daß sie nun unter Druck geriete, schätzen Analysten. Den gut unterrichteten Kreisen zufolge hätten sich Murdoch und Canal-Plus-Chef Pierre Lescure in diesem Monat bereits mehrmals in Paris und New York getroffen. Zwar favorisiere Murdoch einen vollständigen Zusammenschluß, dennoch hätten sich die beiden auch über andere Szenarien unterhalten - einschließlich des Einstiegs von BSkyB in die Auslandsgeschäfte von Canal Plus oder der Fusion der digitalen Geschäftsbereiche. Beobachter gehen davon aus, daß die Aktionäre beider Unternehmen in jedem Fall kritisch auf die Pläne ihrer Vorstandschefs reagieren. So trage BSkyB derzeit schwer an den Kosten für die Einführung des digitalen Fernsehens in England; gleichzeitig müsse Murdoch für die Startruppe von Manchester United rund eine Mrd. USD hinblättern. Deshalb sähen es die Anteilseigner lieber, wenn BSkyB zunächst einmal diese Investitionen verdaue, bevor man sich größeren Projekten widme. Murdoch könnte aber über Umwege eine Mehrheit für sein Vorhaben zusammenbekommen: Canal Plus und Vivendi halten 29,9 Prozent an der Filmgesellschaft Pathe SA, die wiederum 17 Prozent an BSkyB besitzt. Unterdessen fürchten die Aktionäre von Canal Plus, die Kontrolle über ihre Gesellschaft an Murdoch zu verlieren. Der gebürtige Australier gilt in der Branche als aggressiv und hat seit Jahren Ärger mit Konkurrenten, Kontrollbehörden und Regierungen. Immerhin hätte es Canal Plus mit Murdoch aber als Partner und nicht als Gegner zu tun. Die größte Gefahr für den Deal könnte jedoch von den Aufsichtsbehörden kommen. "Ich kann nicht erkennen, daß Brüssel sein Ja-Wort geben würde", sagt Henderson-Croswaithe-Analyst Mathew Horseman, der einen Zusammenschluß von BSkyB und Canal Plus mit dem von Time Warner Inc und Tele-Communications Inc vergleicht. "Eine derartige Kombination hätte zuviel Macht." Den europäischen Pay-TV-Markt bewerten Kenner derzeit mit rund $10 Mrd. Jahresumsatz, der sich bis 2005 verdoppeln dürfte. BSkyB und Canal Plus würden einen erheblichen Anteil davon kontrollieren und zudem über weitreichende Senderechte verfügen, die sich von Hollywood-Filmen bis zu Fußballspielen erstrecken - Canal Plus besitzt den Hauptstadtklub Paris St. Germain. Im zukunftsträchtigen und lukrativen Digital-TV-Geschäft wären BSkyB/Canal Plus die Nummer eins. BSkyB hatte erst im vergangenen Herbst sein digitales Satellitensystem gestartet und zählt bis jetzt mehr als 350.000 Abonnenten. Canal Plus ist auf diesem Gebiet mit zusammen mehr als einer Million Kunden Marktführer in Frankreich, Italien und Spanien.
Vor allem Rupert Murdoch dringe auf einen Zusammenschluß, um sein TV-Imperium mit dem letzten noch fehlenden Baustein zu komplettieren. Daher sei er auch bereit, die Fusion per Aktientausch als "merger of equals" und nicht als reine Akquisition von Canal Plus durch BSkyB zu deklarieren, wie berichtet wurde. Weder BSkyB noch Canal Plus haben sich bislang zu den Gerüchten geäußert. Eine Verbindung der beiden Gesellschaften würde die europäische Konkurrenz ins Hintertreffen geraten lassen, denn bereits jetzt ist BSkyB, an der Murdoch über seine News Corporation, Sydney (WKN 865251), 40 Prozent hält, mit sieben Millionen Abonnenten und einer Marktkapitalisierung von rund $14 Mrd. der größte Pay-TV-Kanal in Großbritannien. Der zu 34 Prozent von der Vivendi SA, Paris (WKN 853950), beherrschte Canal Plus, verfügt über einen Marktwert von etwa $9,3 Mrd. und ist Europas größter Pay-TV-Anbieter mit mehr als elf Millionen ständigen Zuschauern in zehn Ländern. Während beide Unternehmen eine breitgefächerte Angebotspalette mit Themenkanälen, Filmstudios, digitalen Übertragungsmöglichkeiten und sogar Fußballteams offerieren, stecken sie wegen hoher Anlaufkosten für neue Technologien und schwacher Aktienkurse in finanziellen Schwierigkeiten. Eine Verbindung könnte beiden helfen, die Kosten zu begrenzen und bei Verhandlungen um Sport-Vermarktungsrechte stärker als bisher aufzutreten. Für die bislang vom weltweiten Konzentrationsprozeß weitestgehend verschont gebliebene Medienbranche hieße eine Fusion auch, daß sie nun unter Druck geriete, schätzen Analysten. Den gut unterrichteten Kreisen zufolge hätten sich Murdoch und Canal-Plus-Chef Pierre Lescure in diesem Monat bereits mehrmals in Paris und New York getroffen. Zwar favorisiere Murdoch einen vollständigen Zusammenschluß, dennoch hätten sich die beiden auch über andere Szenarien unterhalten - einschließlich des Einstiegs von BSkyB in die Auslandsgeschäfte von Canal Plus oder der Fusion der digitalen Geschäftsbereiche. Beobachter gehen davon aus, daß die Aktionäre beider Unternehmen in jedem Fall kritisch auf die Pläne ihrer Vorstandschefs reagieren. So trage BSkyB derzeit schwer an den Kosten für die Einführung des digitalen Fernsehens in England; gleichzeitig müsse Murdoch für die Startruppe von Manchester United rund eine Mrd. USD hinblättern. Deshalb sähen es die Anteilseigner lieber, wenn BSkyB zunächst einmal diese Investitionen verdaue, bevor man sich größeren Projekten widme. Murdoch könnte aber über Umwege eine Mehrheit für sein Vorhaben zusammenbekommen: Canal Plus und Vivendi halten 29,9 Prozent an der Filmgesellschaft Pathe SA, die wiederum 17 Prozent an BSkyB besitzt. Unterdessen fürchten die Aktionäre von Canal Plus, die Kontrolle über ihre Gesellschaft an Murdoch zu verlieren. Der gebürtige Australier gilt in der Branche als aggressiv und hat seit Jahren Ärger mit Konkurrenten, Kontrollbehörden und Regierungen. Immerhin hätte es Canal Plus mit Murdoch aber als Partner und nicht als Gegner zu tun. Die größte Gefahr für den Deal könnte jedoch von den Aufsichtsbehörden kommen. "Ich kann nicht erkennen, daß Brüssel sein Ja-Wort geben würde", sagt Henderson-Croswaithe-Analyst Mathew Horseman, der einen Zusammenschluß von BSkyB und Canal Plus mit dem von Time Warner Inc und Tele-Communications Inc vergleicht. "Eine derartige Kombination hätte zuviel Macht." Den europäischen Pay-TV-Markt bewerten Kenner derzeit mit rund $10 Mrd. Jahresumsatz, der sich bis 2005 verdoppeln dürfte. BSkyB und Canal Plus würden einen erheblichen Anteil davon kontrollieren und zudem über weitreichende Senderechte verfügen, die sich von Hollywood-Filmen bis zu Fußballspielen erstrecken - Canal Plus besitzt den Hauptstadtklub Paris St. Germain. Im zukunftsträchtigen und lukrativen Digital-TV-Geschäft wären BSkyB/Canal Plus die Nummer eins. BSkyB hatte erst im vergangenen Herbst sein digitales Satellitensystem gestartet und zählt bis jetzt mehr als 350.000 Abonnenten. Canal Plus ist auf diesem Gebiet mit zusammen mehr als einer Million Kunden Marktführer in Frankreich, Italien und Spanien.
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