ABO Energy GmbH & Co KGaA
WKN: 576002 / ISIN: DE0005760029ABO Energy: Sanierung läuft
03.02.26 09:16
Börse Global
Die ABO Energy GmbH & Co. KGaA steht vor der größten Bewährungsprobe ihrer 30-jährigen Geschichte. Der Wiesbadener Windpark-Projektierer erwartet für 2025 einen Verlust von rund 170 Millionen Euro – der erste Jahresfehlbetrag seit der Gründung 1996. Eine Stillhaltevereinbarung mit den Gläubigern soll Zeit für ein umfassendes Sanierungskonzept schaffen.
Die wichtigsten Fakten:
- Erwarteter Jahresverlust 2025: rund 170 Millionen Euro
- Konzerngesamtleistung nur etwa 230 Millionen Euro
- Stillhaltevereinbarung mit Gläubigern geschlossen
- Sanierungsgutachten für Anfang Februar angekündigt
- Projektpipeline von 30 Gigawatt bleibt intakt
Zwei Gewinnwarnungen in drei Monaten
Die Geschwindigkeit des Absturzes überrascht. Im September 2025 erwartete das Management noch einen Gewinn zwischen 29 und 39 Millionen Euro. Im November folgte die erste Schockkorrektur auf einen Verlust von rund 95 Millionen Euro. Nur zwei Monate später musste ABO Energy erneut nachschärfen – auf nun 170 Millionen Euro Fehlbetrag.
Hauptursache ist das dramatisch verschlechterte Marktumfeld in Deutschland. Die überzeichneten Wind-an-Land-Auktionen führten zu deutlich gesunkenen Einspeisevergütungen. Gleichzeitig verschoben sich geplante Rechteverkäufe bei Wind- und Batterieprojekten. Die Folge: erhebliche Sonderabschreibungen, weil künftige Vergütungsniveaus nach unten korrigiert werden mussten.
Anleihegläubiger müssen zustimmen
Am 23. Januar schloss das Unternehmen eine Stillhaltevereinbarung mit den Gläubigern wesentlicher Finanzierungen. Die Kreditgeber verzichten während der Sanierungsphase auf die Geltendmachung von Kündigungsrechten. Parallel erarbeitet eine Beratungsgesellschaft ein Sanierungsgutachten, dessen Entwurf für Anfang Februar erwartet wird. Ein CRO-Team unter Leitung von Hübner Management wurde eingesetzt.
Die Gläubiger der Unternehmensanleihe 2024/2029 sollen dieser Vereinbarung noch beitreten. Am 5. Februar findet eine digitale Informationsveranstaltung statt, vom 10. bis 12. Februar stimmen die Anleihegläubiger ab. Sie sollen unter anderem auf die Negativerklärungsklausel verzichten – eine Voraussetzung, um Sicherheiten für Zwischenfinanzierungen laufender Projekte stellen zu können.
Pipeline als Pfand für Neustart
Trotz der Krise verweist die Geschäftsführung auf die operative Substanz. Die Projektpipeline umfasst nach Unternehmensangaben rund 30 Gigawatt, mehr als ein Drittel davon in den Kernmärkten Deutschland und Frankreich. Ende Januar gelang zudem der Verkauf von drei französischen Solarprojekten mit 85 Megawatt Gesamtleistung – ein Zeichen, dass das operative Geschäft weiterläuft.
Der Jahresabschluss 2025 wird am 22. Juni 2026 veröffentlicht, einen Tag später folgt ein Investoren- und Analystencall. Die Hauptversammlung ist für den 13. August in Wiesbaden angesetzt – bis dahin muss das Sanierungskonzept stehen und erste Ergebnisse zeigen.
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