Nextracker und Array Technologies - Folge der Sonne - Aktien-Analyse der Solar-Tracker
20.02.24 13:46
Stephan Heibel
Ich habe zwei Anbieter von Solar-Trackern näher analysiert: Nextracker und Array Technologies. Die Aktie von Nextracker hat sich in den vergangenen zwölf Monaten verdreifacht. Doch das muss noch nicht das Ende sein.
Technologische Innovation und Marktchancen
Ein Heibel-Ticker Mitglied hat mich auf zwei Aktien aus dem
Solarbereich aufmerksam gemacht, die ich auch auf den zweiten
Blick noch attraktiv finde: Nextracker und Array Technologies. Die
Unternehmen installieren Solarpanel auf elektrischen
Vorrichtungen, die dank eingebauter Sensoren und Motoren dafür
sorgen, dass die Solarpanel stets maximal im Sonnenlicht stehen.
Die Technologie ist nicht neu, doch wurde sie in den vergangenen
Jahren weiterentwickelt. Während man zunächst nur einen Solarpark
grob der Sonne folgen lassen konnte, kann heute jedes einzelne
Solarpanel individuell eingestellt werden. Dabei werden
Bodenunebenheiten genauso berücksichtigt wie ein möglicher
Schattenwurf eines benachbarten Solarpanels. Die Effizienz der
Solarpanels soll dadurch um bis zu 30% gesteigert werden.
Finanzielle Auswirkungen und Investitionstrends
Ich habe mir beide oben genannten Unternehmen angeschaut. Genau
wie die Anbieter von Wechselrichtern, also Endphase und SMA Solar,
sind auch Nextracker und Array Technologies stark vom
Investitionsverhalten der Kunden abhängig. Investitionen lohnen
sich entweder, wenn das Zinsniveau niedrig ist, oder aber wenn es
reichlich Fördermittel gibt.
So liefen die Aktien von Endphase und SMA Solar in den vergangenen
Jahren vor dem Hintergrund steigender Zinsen schlecht. Auch Array
Technologies, die seit drei Jahren an der Börse notiert sind,
waren eher ein Ladenhüter: die Aktie hat 65% ihres Wertes
verloren.
Bei Nextracker ist von dieser Entwicklung nichts zu sehen: Das
Unternehmen ist erst vor einem Jahr als Ausgliederung der
Muttergesellschaft Flex, die bis heute noch 50% der Aktien hält,
an die Börse gekommen. Mit einer soliden Bilanz und einem fairen
IPO-Preis konnte die Aktie sich seither mehr als verdoppeln. Das
weckt natürlich das Interesse vieler Anleger.
Die gute Kursperformance ist der Auftragsentwicklung zu verdanken:
Anfang Februar wurde daher die Umsatzprognose für das laufende
Jahr angehoben, die Aktie sprang um 20% an. Doch auch die Zukunft
könnte es gut meinen mit Nextracker.
Einfluss von Zinssätzen und Förderpolitik auf die Solarindustrie
Denn, wie eingangs erwähnt, das Geschäft hängt am Zins.
Solarparks, die Abnehmer großer Mengen dieser
Optimierungstechnologie sind, werden mit spitzem Bleistift
kalkuliert. Der hohe Zins ist derzeit eher ein Hindernis, da hohe
Finanzierungskosten die Rentabilität schmälern.
Doch es ist absehbar, dass der Zins im weiteren Jahresverlauf zu
sinken beginnen wird. Zwar nicht so schnell wie von vielen
Anlegern bis vor kurzem erhofft. Doch ich gehe davon aus, dass bis
zur Jahresmitte eine erste Zinssenkung in den USA zu erwarten ist.
Und dann ist da noch der Inflation Reduction Act in den USA, der
IRA, mit dem das Gegenteil dessen erreicht wird, was der Name
sagt: die Inflation wird nicht reduziert, sondern die hohe
Inflation war der Grund, warum die US-Regierung unter Joe Biden
Förderprogramme für Investitionen aufgelegt hat. Laut dem
Heibel-Ticker Mitglied, das mich auf die Aktie aufmerksam machte,
und das aus der Branche kommt, werden erste Fördermittel aus dem
IRA schon im kommenden Quartal fließen.
Abschließende Bewertung und Zukunftsaussichten
Mit einem EV/EBITDA von 18 ist Nextracker nicht mehr günstig,
aber vor dem Hintergrund des erwarteten Umsatzwachstums von 30% im
laufenden Jahr bei einer Gewinnverdopplung ist das vertretbar. Und
auch für das Jahr 2025 wird ein Umsatzwachstum von 20% und ein
Gewinnwachstum von 50% erwartet. Sollten sich diese
Analystenerwartungen umsetzen lassen, dann ist die Aktie günstig
bewertet.
Während Nextracker schon aus eigener Kraft wachsen konnte, werden
auch die anderen oben genannten Unternehmen, also SMA Solar,
Endphase und Array Technologies, von rückläufigen Zinsen
profitieren und die beiden US-Unternehmen ebenfalls vom IRA.
Array Technologies ist deutlich günstiger bewertet, hat aber auch
eine wesentlich höhere Verschuldung. Die resultiert aus einer
Übernahme aus dem Jahr 2022, mit der sich Array Technologies einen
technologischen Vorsprung gesichert hat, so unser Heibel-Ticker
Mitglied.
Doch es scheint noch ein wenig zu dauern, bis sich dieser
Vorsprung im Umsatz und Gewinn zeigt, denn nach dem rechnerischen
Umsatzsprung in Folge der Übernahme entwickelt sich der Umsatz
derzeit eher rückläufig. Vor diesem Hintergrund ist das EV/EBITDA
nachvollziehbar niedriger als das von Nextracker.
Wenn zwei direkte Wettbewerber so unterschiedlich bewertet sind,
hat dies meist seinen Grund. Nextracker ist heute schon größer als
Array Technologies und setzt sich aufgrund des deutlich größeren
Wachstums weiter ab. Damit würde meine Wahl bei der
Gegenüberstellung dieser beiden Aktien auf Nextracker fallen.
Mehr Analysen und Einschätzungen gibt es regelmäßig im Heibel-Ticker Börsenbrief.
Die Heibel-Ticker Wunschanalyse ist zurück – und diesmal kommen die ...
Trump greift den Iran an – und plötzlich stehen nicht nur der Nahe Osten, ...
Nach dem Allzeithoch am Goldmarkt Anfang ...
Zwei Strategien im Abnehmmarkt: Produktqualität gegen Geschwindigkeit ...
Die Aktie von Array Technologies markierte am heutigen Freitag ein neues 52-Wochen-Hoch. Der Anbieter von Solar-Tracking-Technologie ...
Die Aktie von Array Technologies verharrt in kurzfristiger Seitwärtsbewegung und schloss die letzte Session unverändert ...
Der US-Solar-Tracker-Spezialist Array Technologies legt ein Bombenquartal hin und katapultiert sich mit Rekordzahlen ...

