KI - Die dunkle Bedrohung
28.11.23 12:48
Stephan Heibel

Das galaktische Imperium: Ich habe bewusst die Assoziation zur Star Wars Sage (Krieg der Sterne) gewählt. Bill Gates würde ich die Rolle des Imperators zuschreiben, Steve Ballmer wäre in diesem Vergleich Darth Vader und Satya Nadella ist Kylo Ren.
So viel zur Vorstellung der Akteure. Wie komme ich aber auf den Vergleich mit dem Imperium aus dem Krieg der Sterne?
Das Erwachen der Macht: Microsofts Wandel zur KI-Ära
Microsoft
wird von vielen, zumindest in meinem
Umfeld, als die dunkle Macht gesehen. In den 90ern hat
Microsoft mit einer
aggressiven Gangart Apple aus dem Rennen geworfen. Dabei war
es stets so, dass
Microsoft große Versprechen gab, die anschließend nicht oder
nur mit sehr
großer Verzögerung erfüllt wurden. Der Schutz der
Privatsphäre, die
Datensicherheit, viele Dinge, die für die Kunden eigentlich
wichtig waren,
wurden vernachlässigt. Wettbewerber Apple hat sich stets auch
um diese Themen
gekümmert, konnte jedoch preislich nicht mit Microsoft
mithalten - nicht
zuletzt aus genau diesem Grund.
Diese Fehde ist inzwischen vergessen, heute hat Microsoft
diese Themen alle zur
Zufriedenheit seiner Kunden abgearbeitet. Doch wir treten in
ein neues
Zeitalter ein, das Zeitalter der Künstlichen Intelligenz.
Die dunkle Macht der Technologie und KI
Erneut gibt es die Auseinandersetzung zwischen denen, die einen verantwortungsvollen Umgang mit der neuen Technologie über eine zu schnelle Gangart stellen.
Microsoft
ist jedoch erneut auf der Seite derer
zu finden, die eine schnelle Gangart bevorzugen. Mit der
49%-Beteiligung am
kommerziellen Arm von OpenAI ist diese Positionierung
offensichtlich. Doch wer
daran zweifelte, wurde letzte Woche überzeugt: Mit der
Bereitschaft, Altman
über Nacht einzustellen und, wie Microsoft CEO Satya Nadella
in einem Interview
auf Bloomberg sagte, mit der Bereitschaft, auch alle anderen
Mitarbeiter von
OpenAI zu übernehmen, war Nadella aktiver Unterstützer derer,
die kommerzielle
Interessen über den verantwortungsvollen Umgang stellen.
Nach Bill Gates hatte nur Mark Zuckerberg einen vergleichbar
schlechten Ruf.
Der Gründer von Facebook verkaufte persönliche Daten seiner
Nutzer, um seinen
Profit zu maximieren, ungeachtet des Umstandes, dass damit
eine US-Wahl
entschieden wurde.
Wie komme ich auf Mark Zuckerberg? Ach so, Zuckerberg ging mit Adam D'Angelo zusammen zur Schule in New Hampshire. Sie sind also Schulfreunde und gründeten vor Facebook und Quora ein Unternehmen gemeinsam: Synapse.ai. D'Angelo half Zuckerberg bei der Gründung von Facebook und wurde CTO (Chief Technology Officer) von Facebook im Jahr 2006, bevor er dann 2008 mit Quora eigene Wege ging.
Adam D'Angelos Rolle im ChatGPT Chaos
D'Angelo gründete 2008 die Plattform Quora.
Dort kann man Fragen stellen.
Experten beantworten die Fragen und über ein Bewertungssystem
werden Antworten
von qualifizierten Experten höher gewichtet. Es ist also eine
Plattform, die,
ähnlich wie Wikipedia, auf die Mitarbeit der Nutzer setzt, um
die Qualität zu
erhöhen. Jimmy Wales, Gründer von Wikipedia, ist also nicht nur
zufällig
Berater von Quora.
Das Unternehmen war nach 5 Jahren bereits 900 Mio. USD wert.
Heute verzeichnet
die Plattform monatlich 400 Mio. Nutzer. Damit spielt Quora in
der Liga von
Twitter und Reddit mit, wenngleich die Popularität hierzulande
nicht
vergleichbar ist.
Für Quora ist ChatGPT, der komplexe Fragen beantworten kann, ein Segen. Kein Wunder also, dass D'Angelo an dem Projekt OpenAI interessiert ist.
Doch auch D'Angelo hat Zweifel. Kürzlich sagte er, dass KI besser und besser werde und dadurch zumindest destabilisierend auf unsere Gesellschaft wirke. Dies sei unabhängig davon, dass langfristig die Gefahr bestehe, dass die KI aus eigenem Willen die Kontrolle über die Menschheit übernehmen könne. D'Angelo ist sich also durchaus der Gefahr durch die KI bewusst.
D'Angelo gilt nun als Drahtzieher hinter der Aktion, mit der Altman zurück zu OpenAI geholt wurde. Er habe während der Chaos-Tage in engem Kontakt mit Satya Nadella gestanden und so den Deal eingefädelt, wird aus dem Silicon Valley berichtet.
Altman übernimmt das Ruder und steuert auf AGI zu
Resultat: Der ungemütliche Chef-Wissenschaftler Ilya Sutskever ist ausgeschieden, genau wie die Kritiker innerhalb des Aufsichtsrats. Künftig darf Sam Altman schalten und walten, wie er will.
Die
aktuelle Auseinandersetzung drehte sich
meinen Informationen zufolge insbesondere um Themen wie die
Möglichkeit für
ChatGPT-Kunden, Individualisierungen vorzunehmen und/ oder um
die Einführung
von Q* (Q-Star).
Die Individualisierung ermöglicht es Kunden, ChatGPT auf die
eigenen
Bedürfnisse zu trainieren und somit eine eigene "Blase" zu
erschaffen. Die unkontrollierte Bildung von
Parallelgesellschaften wird
befürchtet.
Q* sei ein weiterer Entwicklungsschritt, der die KI (AI) der
AGI näher bringt.
AGI steht für artificial generis intelligence. Darunter
versteht man eine KI,
die sich selber eigenständig weiterentwickeln kann. Auch hier
droht die
unkontrollierte Entwicklung mit unüberschaubaren Auswirkungen
auf unsere
Gesellschaft.
Sie kennen mich als jemanden, der neue Technologien gerne
nutzt. Immerhin bin
ich Deutschlands erster Internet-Kunde :-). Aber ich schaue
mir neue
Technologien genau an und überlege mir, wie ich sinnvoll damit
umgehen
kann.
Die Zukunft der KI + Chancen und Risiken -
Erfindungen sind wie ein Flaschengeist, den die Menschheit, wenn er erst einmal frei gelassen wurde, nicht wieder in die Flasche zurück bekommt.
- Das haben wir an der Atombombe gesehen, die der Menschheit bis heute Kopfzerbrechen bereitet.
- Das haben wir bei Windows gesehen, ein Betriebssystem, das bis heute nicht völlig sicher ist.
- Das haben wir bei Facebook gesehen, eine Plattform, auf der auch heute noch Privatinformationen freimütig preisgegeben werden.
- Und das werden wir meiner Überzeugung nach auch bei der Künstlichen Intelligenz erleben.
Der Wunsch, die Entwicklung verantwortungsbewusst voranzutreiben, ist letzte Woche gescheitert.
Intention meines
heutigen Artikels ist es, Ihnen bewusst zu machen, dass Sie
sich nicht auf die
Gesellschaft verlassen können, um einen sinnvollen Umgang mit
der KI
sicherzustellen. Sie werden vergeblich warten. Die KI wird
schneller in unsere
Gesellschaft einziehen, als dies vielen lieb ist. Und es ist
die Verantwortung
eines jeden Einzelnen, sich damit auseinanderzusetzen.
In diesem Sinne werde ich natürlich die KI über unsere
Sentimentdaten jagen.
Das habe ich vor fünf Jahren bereits getan, mit dem Ergebnis,
dass wir einige
markante Signale identifizieren konnten. Und natürlich werde
ich auch unser
Heibel-Ticker Portfolio mit KI optimieren. Doch wichtiger, als
das Ergebnis
einer solchen Aktion, ist das Verständnis der Vorgehensweise
der KI, damit man
an den richtigen Stellschrauben drehen kann.
OpenAI: Die dunkle Seite der Macht?
OpenAI wird sich, davon bin ich nun überzeugt, als die dunkle Seite der Macht erweisen. Es gibt unzählige weitere KI-Projekte auf Basis der LLMs (Large Language Models). Andere Modelle werden sich langsamer entwickeln, aber vielleicht sind diese dann sorgloser nutzbar. High-End wird OpenAI sein, aber dadurch auch gefährlich.
Ich berichte in meinem Heibel-Ticker wöchentlich über neue Entwicklungen am Aktienmarkt und auch Investmentideen im KI-Bereich. Wer sich dafür interessiert, meldet sich bitte zum kostenlosen Heibel-Ticker free an.
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