Über die Gleichrangigkeit von AT und NT
| eröffnet am: | 28.04.15 07:29 von: | Talisker |
| neuester Beitrag: | 28.04.15 10:09 von: | Karlchen_V |
| Anzahl Beiträge: | 9 | |
| Leser gesamt: | 3540 | |
| davon Heute: | 1 | |
bewertet mit 2 Sternen |
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28.04.15 07:29
#1
Talisker
Über die Gleichrangigkeit von AT und NT
Hiobs Botschaft
Kann man das Alte Testament einfach herauskürzen aus der christlichen Lehre, wie ein Berliner Theologe vorschlägt? Oder zeugt dieser Vorschlag von Antisemitismus und Ahnungslosigkeit?
27.04.2015, von Friedrich Wilhelm Graf
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/...le=true#pageIndex_2
"Den Muslimen im Lande empfehlen aufklärungsstolze Christen aus Wissenschaft und Politik derzeit gern, sie müssten endlich demokratiefähig werden, indem sie den Koran historisch-kritisch zu lesen lernten und die Aufklärung nachholten. Doch wenn es um die eigenen „Heiligen Schriften“ geht, führt man ohne jeden historischen Sinn dogmatische Debatten über deren „Kanonizität“.
Texte sind aber nicht heilig, weil ein Gott sie geschrieben hat, sondern weil fromme Menschen ihnen einst besondere Orientierungskraft zur Selbstdeutung in einer Erinnerungsgemeinschaft zuerkannten. Juden lesen ihre Hebräische Bibel dabei anders als Christen ihr Altes Testament. Aber hier wie dort wird aus guten Gründen zumeist sehr selektiv gelesen, ist in den vorchristlichen Texten der Bibel doch viel von gottgewollter Gewalt die Rede. Auch das Neue Testament kennt mehr Gewalt, als oft gesehen wird.
So kann man mit beiden Testamenten nur sehr kritisch, in radikaler Historisierung umgehen, was ihre selektive religiöse Inanspruchnahme nicht ausschließt. Aber die Kunst prägnanter Unterscheidung und die Offenheit für geschichtliches Denken scheinen derzeit nicht zu den Stärken mancher Kirchenfunktionäre, christlichen Universitätstheologen und jüdischen Intellektuellen zu gehören."
Kann man das Alte Testament einfach herauskürzen aus der christlichen Lehre, wie ein Berliner Theologe vorschlägt? Oder zeugt dieser Vorschlag von Antisemitismus und Ahnungslosigkeit?
27.04.2015, von Friedrich Wilhelm Graf
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/...le=true#pageIndex_2
"Den Muslimen im Lande empfehlen aufklärungsstolze Christen aus Wissenschaft und Politik derzeit gern, sie müssten endlich demokratiefähig werden, indem sie den Koran historisch-kritisch zu lesen lernten und die Aufklärung nachholten. Doch wenn es um die eigenen „Heiligen Schriften“ geht, führt man ohne jeden historischen Sinn dogmatische Debatten über deren „Kanonizität“.
Texte sind aber nicht heilig, weil ein Gott sie geschrieben hat, sondern weil fromme Menschen ihnen einst besondere Orientierungskraft zur Selbstdeutung in einer Erinnerungsgemeinschaft zuerkannten. Juden lesen ihre Hebräische Bibel dabei anders als Christen ihr Altes Testament. Aber hier wie dort wird aus guten Gründen zumeist sehr selektiv gelesen, ist in den vorchristlichen Texten der Bibel doch viel von gottgewollter Gewalt die Rede. Auch das Neue Testament kennt mehr Gewalt, als oft gesehen wird.
So kann man mit beiden Testamenten nur sehr kritisch, in radikaler Historisierung umgehen, was ihre selektive religiöse Inanspruchnahme nicht ausschließt. Aber die Kunst prägnanter Unterscheidung und die Offenheit für geschichtliches Denken scheinen derzeit nicht zu den Stärken mancher Kirchenfunktionäre, christlichen Universitätstheologen und jüdischen Intellektuellen zu gehören."
28.04.15 08:15
#4
Crossboy
@1: er hatte mich verloren als ich gemerkt
habe, dass er mit AT nicht außertariflich meint...
28.04.15 08:16
#5
graziani31
Sehr interessant, dieser Artikel
Allerdings würde ich gern mal mit Friedrich W. Graf diskutieren, hier bei ariva aufgrund fehlender Zeit eher nicht ...
boersalino: Dann bin ich wohl nur 'ne halbe Portion.
Gruß,
graziani
boersalino: Dann bin ich wohl nur 'ne halbe Portion.
Gruß,
graziani
28.04.15 08:27
#6
Talisker
Ich stelle grundsätzlich
nur interessante Artikel ein.
Er hat, gerade am Anfang des Artikels, eine angenehm distanzierte, historische Sichtweise auf das Christentum. Nicht dieser Kleinfritzchenkinderglaube, der oft von Menschen zu hören ist, die mit Trinität oder Heiligem Geist nix anzufangen wissen, weil die religiöse Bildung mit dem Konfirmandenunterricht abgeschlossen war. Und mit der Diskrepanz von AT und NT muss man erst mal klarkommen.
Er hat, gerade am Anfang des Artikels, eine angenehm distanzierte, historische Sichtweise auf das Christentum. Nicht dieser Kleinfritzchenkinderglaube, der oft von Menschen zu hören ist, die mit Trinität oder Heiligem Geist nix anzufangen wissen, weil die religiöse Bildung mit dem Konfirmandenunterricht abgeschlossen war. Und mit der Diskrepanz von AT und NT muss man erst mal klarkommen.
28.04.15 08:28
#7
boersalino
Oh, Rocky ... sorry
- dann hätte ich gestern eigentlich mehr von dir erwartet:
http://www.ariva.de/forum/...-Morgen-am-Montag-521445?page=0#jumppos6
http://www.ariva.de/forum/...-Morgen-am-Montag-521445?page=0#jumppos6
28.04.15 08:54
#8
gurkenfred
kölschisker ist offensichtlich beim
unterrichten pubertierender pickelgesichter drastisch unterfordert und versucht, das durch intellektuelle höhenflüge bei ariva zu kompensieren....
ich fürchte, das wird nicht funktionieren :-)
ich fürchte, das wird nicht funktionieren :-)
28.04.15 10:09
#9
Karlchen_V
Ach mein Gott...
Wieviel ist nicht alles schon rausgekürzt und aufgenommen worden, als die Päpste sich auf die erste Bibel festgelegt haben.
Die Bibel ist doch eher ein ziemlich willkürliches Sammelsurium an Texten. Da gibts die Paulus-Briefe, aber nicht das Judas-Evangelium. Der heilige Geist ist auch ziemlich jüngeren Ursprungs. Und im Laufe der Jahrhunderte wurden manche Texte auch noch im Interesse der Kirche aufgehübscht. Alles nach dem Motto: Beliebt ist, was gefällt.
Die Bibel ist doch eher ein ziemlich willkürliches Sammelsurium an Texten. Da gibts die Paulus-Briefe, aber nicht das Judas-Evangelium. Der heilige Geist ist auch ziemlich jüngeren Ursprungs. Und im Laufe der Jahrhunderte wurden manche Texte auch noch im Interesse der Kirche aufgehübscht. Alles nach dem Motto: Beliebt ist, was gefällt.
