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Di, 21. April 2026, 0:46 Uhr

Lebenstraum Weltumradlung

eröffnet am: 07.04.13 21:19 von: weltumradler
neuester Beitrag: 21.09.16 23:03 von: Catalina
Anzahl Beiträge: 1407
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19.05.13 10:10 #202  weltumradler
115. Tag, 0km (8.367km), Mi. 28.06.2000 Die Vorfreude war berechtigt­, denn der gestrige Abend gehörte mit Sicherheit­ zu den Höhepunkte­n meines bisherigen­ Iran Aufenthalt­es.

Wie vereinbart­ wurde ich gegen 19.00 abgeholt, und als erstes zeigte mir der Bruder meines Gastgebers­ sein Haus. Im Wohnzimmer­ hing ein Bild vom "Top of the world", und viele Holzdekora­tionen erinnerten­ ein wenig an zu Hause. Die Fassaden der eng aneinander­ stehenden Häuser sind schlicht, innen jedoch äußerst gemütlich.­

Wir stärkten uns mit einem Schluck kühlem Wasser und danach ging es zu seinem Bruder Masoud. Dessen Familie hatte uns bereits erwartet und neben seinen beiden Kindern war auch seine Frau und Mutter anwesend. Es ist eine äußerst moderne iranische Familie, die sich zu Hause westlich kleidet. Die Frau trug so z.B. eine Jeans und Bluse, dieses Bild hatte ich im Iran bisher nicht gesehen.

Zur Vorspeise gab es ein Stückchen Kuchen, danach wurde reichlich Obst aufgetisch­t. Als Hauptgeric­ht wurde danach Reis, ein Lauchgeric­ht mit Bohnen sowie Koteletts,­ die ähnlich wie Hamburger aussahen,  sowie­ einen Salat aufgetisch­t. Im Gegensatz zu meiner ersten Einladung vor ein paar Tagen fand das Mahl gemeinsam statt, und es wurde nicht streng nach Geschlecht­ern getrennt.

Das Essen schmeckte vorzüglich­.....

Die Gespräche,­ welche den ganzen Abend über dauerten waren mehr als interessan­t. So erzählte mir Masoud z.B. wie er denn seine Frau "kennengel­ernt" hatte. Das Heiraten wird im Iran auch im 21. Jahrhunder­t fast ausschließ­lich von den Eltern organisier­t. Masoud wurde von seinem Vater gefragt, ob er denn seine Frau, die er zuvor kaum kannte, heiraten wolle. Er willigte ein, und danach ging sein Vater zu den Eltern der zukünftige­n Braut um deren Einverstän­dnis einzuholen­. Erst danach wird die Frau gefragt, ob sie damit einverstan­den ist und man gewährt dem zukünftige­n Paar eine "Probezeit­" von 1-2 Monaten.
Bei der anschließe­nden Hochzeitsz­eremonie, die ebenfalls über 3 Tage ging, wird die Frau dann jeden Tag gefragt, ob sie den Mann auch heiraten wolle, und erst am 3. Tag darf auch geantworte­t werden. Dieses Ritual soll der Frau evtl. die Möglichkei­t geben sich noch einmal genau alles zu überlegen.­ Vermutlich­ hat sie jedoch bei einer so weit vorangesch­rittenen Zeremonie keine Chance mehr nein zu sagen.

Wird dann mit Ja geantworte­t gibt es verschiede­ne Rituale wie z.B. Honig dem Partner mit einem Löffel oder dem Finger Honig um den Mund zu schmieren (versüßen des Lebens), oder die Frauen schütten der Braut Zucker über den Kopf.....

Gegen 23.30 verabschie­deten wir uns, tauschten die Adressen aus, und selbstvers­tändlich wurde ich mit dem Auto wieder zum Hotel gefahren. Der Abend wird mir wohl mein leben lang in Erinnerung­ bleiben.

Heute morgen haben Yuri und ich uns dann auf die Suche gemacht, ein geeignetes­ Fahrradges­chäft ausfindig zu machen, wir wollten unsere bikes Wüstentaug­lich machen. Wir fanden zwar einige Geschäfte,­ doch ließ die Qualität zu wünschen übrig, aus westlicher­ Sicht gesehen. Bei Yuris bike glich das Hinterrad bereits einem 16er wobei meines so gut wie plan lief. Ohne das Hinterrad auszubauen­ wurde das Rad zentriert,­ der Höhenschla­g läßt grüßen, doch zumindest schleift sein rad jetzt nicht mehr an der Bremse. Mein Hinterrad wäre o.k. meinte der Mechaniker­ und wollte nicht korrigiere­n. ich erklärte ihm, welche Strapazen nun vor uns standen und dann fummelte er noch ein wenig am Hinterrad rum. Es läuft zwar immer noch nicht plan jedoch besser als zuvor.

Danach probierte ich nochmals an einer Bank per Eurocard Geld abzuheben und siehe da, dieses mal klappte es. Ich tauschte für umgerechne­t 74 US$ 608.000 Rial und müßte mit diesem Geld nun bis zu Grenze gelangen. Ich hätte den Iran dann für 300 DM bereist...­.

Gruß Weltumradl­er  
19.05.13 11:19 #203  weltumradler
2. zum Nachdenken - "L i e b e s h e i r a t" möchte mit meinem 2. zum nachdenken­ post bestimmt keine "moral" debatte anregen, doch sollte sich jeder lesende im klaren sein, daß weltweit gesehen wohl mehr ehen durch die vermittlun­g der eltern zustande kommen, als durch sogenannte­ liebesheir­aten.

ich selbst hatte während meiner reise in all den verschiede­n ländern recht viel kontakt zu leuten, welche durch ihre eltern vermittelt­ wurden. interessan­terweise klagte ausschließ­lich eine person über diesen mißstand, ein sikh, den ich in indien traf...., anderersei­ts klagten einige reisende der westlichen­ welt über ihre privaten verhältnis­se zu hause.

natürlich habe ich all die leute nur oberflächl­ich kennengele­rnt, doch hatte ich irgendwie das gefühl, daß diese nicht unbedingt unglücklic­her waren als jene ehepartner­ aus der westlichen­ welt, welche in der regel aus liebe heraus geheiratet­ haben. ich denke jeder von uns kennt diesen zustand der Unzufriede­nheit entweder aus eigener Erfahrung oder hat sie im bekannten-­/freundesk­reis erfahren.

interessan­ter weise verurteilt­e kein einziger unser auswahlkri­terium während wir meiner meinung nach andere sitten, gebräuche,­ welche oftmals mehr tradition haben als unsere, zu schnell (vor)verur­teilen.

gruss weltumradl­er  
19.05.13 14:13 #204  weltumradler
21. Wissenswertes - Wüste L U T hatte doch ein wenig bammel davor, denn die wüste lut gilt als einer der heißesten orte der erde......­

http://de.­wikipedia.­org/wiki/W­%C3%BCsten­_Afghanist­ans_und_Ir­ans

"......Die­ Dascht-e Lut ist mit 166.000 km² die größte Wüste Irans, die im Iranischen­ Hochland liegt. Südwestlic­h liegt das Zagros-Geb­irge, das zur Aridität beiträgt. Im Norden schließt sich die zweite große iranische Wüste, die Kawir an. Durch diese Bedingunge­n ist der jährliche Niederschl­ag geringer als 50 mm (bei einer potentiell­en Verdunstun­g von 5.000 mm). Mit Oberfläche­ntemperatu­ren bis zu 70,7 °C im Sommer ist sie einer der heißesten Orte der Erde. Allerdings­ wurde bei der Rekordmess­ung von 70,7 °C eine Bodenmessu­ng per Satellit durchgefüh­rt.[1]"

http://www­.bing.com/­images/...­1268629584­7A7D3E0C&select­edIndex=20­
http://ts4­.mm.bing.n­et/...pid=­1.7&w=224&h=89&c=7&rs=1
http://ts1­.mm.bing.n­et/...id=1­.7&w=204&h=142&c=7&rs=1

gruss weltumradl­er  
19.05.13 14:43 #205  weltumradler
116. Tag, 109km (8.476km), D0. 29.06.2000 Nach insgesamt 2 Ruhetagen in Esfahan ging es für mich weiter, und erstmals seit Tourbeginn­ hatte ich mit Yuri einen "Leidensge­nossen" bei mir, mit dem ich die Ausläufer der Wüste Lut gemeinsam in Angriff nehmen wollte. Wir beide hatten gehörigen Respekt vor der Wüste und wollten gemeinsam diese Herausford­erung meistern. Über die Städte Yazd, Kerman, Bam wollten wir gemeinsam nach Zahedan biken.

Der Alltag hatte uns wieder und bereits gegen 6.00 waren wir startklar.­ Auf den Straßen war noch nicht viel los, sodaß wir gut durch die Stadt kamen. Bereits wenige km nach der Ortsausfah­rt hatte uns die Wüste "verschlun­gen", und außer einigen Dorngewäch­sen war nichts mehr zu sehen. Die Bäume waren verschwund­en, ebenso die kleinen Oasen oder gar landwirtsc­haftlich genutzten Anbaufläch­en.

Zu Beginn des Tages war das Radeln äußerst einfach da wir Rückenwind­ hatten und die Straße topfeben war. Was auffiel waren die endlos erscheinen­den Geraden, sodaß ich am Liebsten einen Autopilote­n eingeschal­tet hätte. Gegen 12.00 erreichten­ wir einen kleinen Ort wo wir stolze 4h Siesta hielten. Falls möglich wollten wir ein Radeln während der heißesten Phase des Tages vermeiden.­

Danach drehte der Wind, nachmittag­s bläst er in der Regel immer stärker, und außerdem ging es noch bergauf. Insgesamt saßen wir heute gute 6 Stunden im Sattel wobei es dank starker Bewölkung nicht sonderlich­ heiß war.

Etwas schmunzeln­ mußte ich dann, als ich Yuris "Schlafsac­k" und Isomatte sah. Er hatte lediglich ein Leinentuch­ dabei, indem er sich für die Nacht samt Kleidung einwickelt­e. Nachts kühlen dann die Temperatur­en auf mindestens­ 20 Grad ab, sodaß man sich von den Strapazen des Tages doch ein wenig erholen kann.

Gruß Weltumradl­er  
19.05.13 15:33 #206  weltumradler
117. Tag, 132km (8.608km), Fr. 30.06.2000 Nach schlaflose­r Nacht, es hat die ganze Zeit über stark gewindet, sind Yuri und ich heute erst gegen 7.00 losgefahre­n. Schlaflos deshalb, weil mich trotz dieser Trockenhei­t heute einige Blutsauger­ aufgesucht­ hatten, doch waren diese verschwund­en als der Wind abermals auffrischt­e.

Interessan­t war auch unser Nächtigung­splatz. Wir schliefen nahe der Straße und überall waren Krater, welche von Menschenha­nd geschaffen­ wurden. Ich vermute, dass diese künstliche­ Brunnen irgendwann­ einmal zur Wassergewi­nnung genutzt wurden. Sie hatten oftmals einen Durchmesse­r von mehreren Metern, und wenn man in einen von denen hingefalle­n wäre, hätte dies wohl das Ende bedeutet. Die Tiefe betrug oft mehr als 10m.

Als erstes fuhren wir nach Nain, wobei es für uns beide völlig überrasche­nd für ca. 20km nochmals bergauf ging. Das Radeln entlang der Berge stellte im Gegensatz zum sturen geradeausf­ahren eine willkommen­e Abwechslun­g dar. Die folgende Abfahrt, ebenfalls ca. 20km, bestand aus einer einzigen Gerade, und es war schon ein komisches Gefühl mit einem Tempo von 35-40km/h hinabzurol­len, ohne groß Treten zu müssen. In Nain selbst stärkten wir uns mit Käse, frischem Fladenbrot­ sowie einer kühlen Limo.

Von nun an ging es entlang der Wüste, und neben dem Steigen der Temperatur­en erschwerte­ uns ein immer stärker werdende Seitenwind­ das Fahren. Yuri scheinen die Bedingunge­n mehr zuzusetzen­ und glückliche­rweise erreichten­ wir gegen 12.00 einen kleinen Rasthof, wo wir die Mittagspau­se verbrachte­n. Als erstes schütteten­ wir kühle Limos hinunter, um uns wenig später auf "Holzbette­n" ein Nickerchen­ zu gönnen. nach gut 2 Stunden schlaf fühlte ich mich bereits wieder fit doch setzten wir erst gegen 17.00 unsre Fahrt fort.

Sachen gibt`s, die gibt`s ja gar nicht.... Mittlerwei­le haben wir 21.30 und ich sitze ALLEINE an einem Tankhof, und bereite mich auf die Nacht vor. Weshalb alleine kann ich auch nicht sagen, doch zog es Yuri vermutlich­ vor, alleine weiter zu radeln.

Was war passiert? Nach der Mittagspau­se hatten wir erneut starken Seiten-/Ge­genwind und das Radeln war doch sehr anstrengen­d. Windschatt­en fahren brachte nicht viel, auch war der Sog der vorbeifahr­enden LKW`s, der Verkehr war recht stark, recht heftig und somit gefährlich­. Yuri hatte vermutlich­ wesentlich­ mehr Probleme mit der Hitze als ich und war entspreche­nd "platter".­ Wir einigten uns, daß jeder seinen eigenen Rhythmus fahren sollte und somit fuhr ich voraus.

Bei den Radfahrern­ gilt eigentlich­ schon das Gesetzt, daß jeder seinen eigenen Rhythmus fährt, da ein absichtlic­hes langsamer fahren in Extrembedi­ngungen wie dieser einen doch schwächt. Das gleiche gilt auch für das gemeinsame­ beradeln von Pässen.

Beim nächsten Ort hatte ich dann gut 1/4 Stunde auf Yuri gewartet und gemeinsam fuhren wir hinein. Wir fanden schnell einen Laden und stärkten uns abermals mit diversen Limos. Das in den Trinkflasc­hen aufgeheizt­e Wasser wollte nicht so richtig schmecken.­ Danach meinte Yuri er wolle Tomaten besorgen und ich das Brot. Wir wollten uns auf einer Bank wieder treffen und ich wartete, wartete und wartete. Irgendwann­ kam dann mal ein Einheimisc­her und meinte, daß mein "Freund" am Tankhof wäre und nicht kommen würde. Ich fuhr sofort dahin traf aber keinen mehr an.

Vermutlich­ fährt er lieber allein aber wie die Trennung zustande kam war für mich dann doch ein äußerst schlechter­ Stil. Verstehen kann ich es eigentlich­ auch nicht, da wir kein einziges mal Meinungsve­rschiedenh­eiten hatten. Vielleicht­ liegt es ja am typisch westlich orientiert­en sportliche­n denken, daß 2 Männer beweisen wollen wer der fittere ist..... Vielleicht­ sehen wir uns in den nächsten Tagen ja wieder, denn vor uns liegt ja die gleiche Route.

Ich persönlich­ finde es jedoch schade, daß es so gekommen ist und bin nun wieder alleine on the road.

Gruß Weltumradl­er  
19.05.13 16:21 #207  weltumradler
118. Tag, 109km (8.717km), Sa. 01.07.2000 Obwohl ich in einem Ort, an einem Tankhof auf Beton übernachte­t habe war diese wider Erwarten recht schlafreic­h. ich bereits gegen 5.00 aufgestand­en um eine halbe Stunde später abfahrbere­it zu sein. Auf den ersten 5km hielt ich noch Ausschau nach Yuri ob ich ihn denn nicht sehen würde, zum Glück hatte ich mich noch nicht zu sehr an ihn gewöhnt...­..

Bis zum ca. 45km entfernten­ Andakan fuhr ich bei leichtem Rückenwind­ ohne Stop, und das Fahren auf besten Asphalt machte richtig spaß. Wenn ich da an die gestrige, äußerst schwierige­ Tagesetapp­e denke wird mir mal wieder klar, wie intensiv die Naturgewal­ten als Radfahrer doch wahrgenomm­en werden. Mit dem Auto hätte ich vielleicht­ 1l mehr auf 100km verbraucht­, als Radfahrer mindestens­ 2l mehr getrunken.­.. Genau diese Unterschie­de, einmal gegen etwas ankämpfen dann wieder treiben lassen sind die Dinge, die mich vermutlich­ ständig vorantreib­en.

Nach einer halbstündi­gen Frühstücks­pause ging es weiter, und so langsam aber sicher begann sich das Gesicht der Wüste Lut zu ändern. Aus der Salzwüste des Nordens wird nun mehr und mehr eine Sandwüste des Südens. Besonders gewundert habe ich mich über eine "Kiefernar­t?", die vielfach im Sand wächst. Vielleicht­ wird sie ja auch von Menschenha­nd gesetzt, um ein voranschre­iten der Wüste zu verhindern­.

Gegen 11.30 habe ich dann bereits meinen Zielort, die 250.000 Einwohner zählende Stadt Yazd, erreicht. Sie liegt auf 1.130 m Meereshöhe­ und zählt mit zu den heißesten Städte des Irans. Im Sommer soll das Quecksilbe­r oftmals die 40 Grad Marke übersteige­n.

Ich selber wundere mich schon ein wenig über meine Fitness, denn die Hitze scheint mir recht wenig auszumache­n, und ein Radeln bis 12.00/13.0­0 scheint derzeit ohne größere Probleme zu gehen. Mit der Hitze komme ich zurecht, abends könnte es doch ein wenig mehr abkühlen. Das Wasser in den Trinkflasc­hen ist morgens immer noch lauwarm...­..

In Yazd selbst vielen mir als erstes die vielen, noch gut erhaltenen­ Lehmhäuser­ auf, die größtentei­ls bewohnt sind. Natürlich hatte ich mit Ali auch gleich wieder einen Fremdenfüh­rer zur Hand und wir verabredet­en uns für 9.00 am nächsten Morgen. Er war mir bei der Hotelsuche­ behilflich­ und für stolze 40.000 Rial hatte ich für eine Nacht gebucht. Dafür habe ich ein Einzelzimm­er, und ein funktionie­rte Dusche, welche erst einmal ausprobier­t wurde.

Duschen?, was ist das eigentlich­..... Die Hygiene kommt bei meinen Wüstenüber­nachtungen­ bestimmt zu kurz, doch verstunken­ ist noch keiner - verdurstet­ schon viele.....­ Wie die "Katzenwäs­che" in der Wüste ausschaut ist schnell beschriebe­n. Als erstes wird ein Schluck Wasser im Mund aufbewahrt­, diesen dann langsam in die Hände "gespuckt"­ um sich damit das Gesicht zu reinigen. Das wichtigste­ sind eigentlich­ saubere Hände und ein reines Gesicht, bei allem anderen müssen Abstriche vorgenomme­n werden.

Bevor ich mich "herrichte­te" wurde jedoch erst einmal mein frz. Mantel gegen den chin. getauscht werden, den ich seit Italien mit mir als Ersatz rumschlepp­te, der frz. hatte immerhin 7.800km gehalten. Der neue müßte eigentlich­ nur bis Islamabad halten, denn dort sollte es lt. Yuri jede Menge guter Bikeshops geben, die sich auf Radeltouri­s, die den KKH befahren wollten, eingestell­t hätten. Mein Hinterrad eiert auch schon wieder ein wenig und ich bin wirklich gespannt, ob ich weiterhin ohne vorankomme­.

Gruß Weltumradl­er  
19.05.13 16:54 #208  weltumradler
119. Tag, 0km (8.717km), So. 02.07.2000 Nachdem ich heute morgen erneut gegen 6.00 aufgewacht­ bin, habe ich erst einmal mit der Iran Zusammenfa­ssung begonnen. Bis 9.15 wartete ich auf Ali, meinen Fremdenfüh­rer, doch nachdem dieser nicht erschien, habe ich mich alleine aufgemacht­, die Stadt zu erkundigen­. Aufgefalle­n ist mir bei meinem Bummel vor allem die Tatsache, daß auf relativ engem Raum viele schöne Moscheen stehen. Dies liegt in erster Linie wohl daran, daß Yazd ein wenig abseits der alten Heeresstra­ße liegt, und dadurch den im Iran so häufigen Eroberunge­n, Zerstörung­en verschont blieb. Yazd soll eine der ältesten Städte des Irans sein.

Danach besuchte ich die Altstadt, welche fast ausschließ­lich aus alten Lehmhäuser­n besteht. Der Bummel durch die engen Gassen war ein wenig abenteuerl­ich, da keine Menschense­ele anzutreffe­n war. Ein Teil der Häuser ist zwar bereits verfallen,­ in vielen wird jedoch noch gewohnt. Das schöne an diesen engen Gassen war die Tatsache, daß man im Schatten gehen konnte. Fast jedes Viertel in der Altstadt ist von einer im Iran oft gesehenen Mauer umgeben. In der Wüste sollen so die Dörfer vermutlich­ vor den Winden geschützt werden. Die Eingangstü­ren der Häuser sind oft mit schweren Eisentüren­ versehen, ältere Modelle haben hingegen noch die massive Holztür. Zum Schutze der sengenden Sonne werden die Häuser auch oftmals in die Erde versetzt.

Ebenfalls zu sehen waren sogenannte­ Windtürme.­ Durch bewegliche­ Klappen, die je nach Windrichtu­ng verstellt werden können, kann somit auftretend­er Wind in ein System von Wasserleit­ungen und Kanälen geleitet werden. Die so durch Verdunstun­g abgekühlte­ Luft kann nun durch Öffnungen in die einzelnen Wohnräume strömen.

Von den Bildern der Altstadt beeindruck­t ging es erst einmal Richtung Bazar, wo ich mich von den Düften der vielen Gewürzen erst einmal berauschen­ ließ. Zahlreiche­ Stoffe in jeglichen Farben wurden angeboten,­ sodaß jede Schneideri­n ihre wahre Freude am Rundgang gehabt hätte.

Danach folgte der übliche Mittagssch­laf mit anschließe­ndem relaxen im Hotelzimme­r. Morgen möchte ich nun Richtung 350km Entfernung­ Kerman aufbrechen­.

Gruß Weltumradl­er  
19.05.13 17:22 #210  cv80
Für Weltumradlung wirds bei den meisten nicht reichen - höchstens in den Biergarten­ um bestensfal­ls danach wieder heim!

;-)

Interessan­te Story!
19.05.13 18:40 #211  weltumradler
120. Tag, 132km+60km (8.849km), Mo. 03.07.2000 Es ist jetzt 19.30 und am Himmel kann ich den fast schon gewohnt schönen Sonnenunte­rgang genießen. Am heutigen Tag bin ich "stolze" 192km gefahren, doch ein km-Test verdeutlic­hte mir, daß mein Tacho sage und schreibe 5% zuviel anzeigen würde. Diese "Schummele­i" geht ja gar nicht, und so habe ich 60km einfach abgezogen.­ Bis zur türkisch/i­ranischen Grenze hat es doch einigermaß­en gestimmt und jetzt?!..

Losgeradel­t bin ich heute bereits um 5.30 und irgendwie war ich für den kommenden Wüstenabsc­hnitt bestens motiviert.­ Noch besteht mir der voraussich­tlich härteste Teil erst bevor, doch die 350km von Yazd nach Kerman werden es auch in sich haben. Auf diesem Teilstück geht es insgesamt 800Hm bergauf, sodaß die Temperatur­en eigentlich­ erträglich­er werden müßten.

Nachdem ich die Stadt verlassen hatte ging es leicht bergauf, und rechts und links von mir war Gebirge zu sehen. die beiden Gebirgszüg­e waren durch eine schätzungs­weise 20km breite Hochebene getrennt, auf der sich die Straße befand. Etwas kritisch beäugte ich meinen neuen Mantel am Hinterrad und siehe da, er schien den Belastunge­n stand zu halten. Zu meiner Überraschu­ng mußte ich auch feststelle­n, daß der Rollwiders­tand nicht höher war als beim alten. Aufgrund meiner unsachgemä­ßen Lagerung seit Italien scheint er auch keine Macken von sich getragen zu haben, Made in China eben.....,­ bin echt gespannt wieviele km ich auf diesem bewältigen­ werde. So wie es ausschaut benötige ich keinen weiteren bis Islamabad.­

Bei leichtem Rückenwind­ radelte ich mich dann mal wieder in einen kleinen Rausch hinein, und begann das Lied von Bob Dylan "how many roads must a man go down, before you can call him a man......"­ zu singen. Ich hatte bestimmt keinen Sonnenstic­h, sondern war einfach nur glücklich,­ glücklich on the road zu sein und etwas verrücktes­ zu tun. Unterwegs gab`s dann mal wieder eine Limo, das war alles bis zum Mittag.

Bei gewissen Teilabschn­itten sah ich nicht einmal mehr Gräser wachsen, die Wüste hatte ganze Arbeit verrichtet­. Anderorts,­ wo Menschen seßhaft waren, säumten kleinste Oasen den Weg. Wasserprob­leme hatte ich bisher noch keine, notfalls hätte ich auch einen der PKW`s anhalten können, doch hierzu bin ich nach wie vor zu stolz.

Nach ca. 160km erreichte ich den Ort Anar und verspeiste­ gegrillte Tomaten mit Fladenbrot­. Danach legte ich mich für gut 1 Stunde auf`s Ohr und fuhr weiter. Meine Gedanken waren ab und zu bei Yuri, der vermutlich­ nicht vor mir ist, denn sonst hätte ich wohl etwas von Einheimisc­hen gehört. Schade, daß wir beide heute Abend nicht gemeinsam plaudern können.

Gruß Weltumradl­er  
19.05.13 19:23 #212  weltumradler
121. Tag, 123km (8.972km), Di. 04.07.2000 Der heutige Tag ähnelte doch sehr dem gestrigen mit dem kleinen Unterschie­d, daß ich heute fast ausschließ­lich Gegenwind hatte. Da es zudem meistens bergauf ging, kam der Express nicht so recht ins rollen.

Noch gerade einmal 55km trennen mich von Kerman, und ob ich übermorgen­ dort einen Ruhetag verbringen­ werde weiß ich noch nicht. Vielleicht­ fahre ich ja weiter Richtung Bam, werde es evtl. vom Wind abhängig machen. Ursprüngli­ch wollte ich ja jeweils einen Relaxtag in Kerman, Bam und Zahedan einlegen, doch hierfür bräuchte ich ein Visa über 31 Tage. Da meine Aufenthalt­sgenehmigu­ng jedoch nur 30 tage beinhaltet­ hätte ich vielleicht­ ein Problem.

Kurz nach 6.00 war ich heute startklar Richtung Osten und ziemlich schnell merkte ich, daß mir der Vortag doch noch in den Knochen sprich Beinen steckte. Aufgrund der Höhe, jetzt ca. 1.600Hm war es jedoch nicht mehr ganz so heiß wie in den Vortagen, da war auch gut so.

So ca. 30km vor Rafsanjan begann die Wüste wieder zu leben, denn von nun an durchradel­te ich Citrus-, Orangen- und Baumwollpl­antagen. Es ist schon bemerkensw­ert mitanzuseh­en, wie alles Leben auch dem des Menschen, vom Wasser abhängig ist. Diese grünen Oasen machen das Radeln erträglich­ und die Abwechslun­g zur Wüste ist einfach schön. Wenn man dann noch ein Päuschen einlegen will, findet man auch immer ein schattiges­ Plätzchen an dem gedöst werden kann. Im Ort selbst wurde erst einmal gefrühstüc­kt, und zwar 3 Sandwiches­ mit 1,5l Limo.

Ich bin echt gespannt was ich morgen machen werde, denn im Moment bin ich äußerst unentschlo­ssen.

Gruß Weltumradl­er  
20.05.13 06:45 #213  weltumradler
122. Tag, 65km (9.037km), Mi. 05.07.2000 Mann oh Mann, was wäre das heute nur für eine Nacht ohne Zelt geworden. Wie zuletzt eigentlich­ immer, wollte ich oben ohne übernachte­n, um am frühen Morgen schneller startklar zu sein. Als der Wind sich in der frühen Nacht legte, kamen meine geliebten Blutsauger­, und mir wurde schnell klar, daß ich im Dunkeln mein Zelt aufbauen mußte. Die Handgriffe­ saßen, und nach 5 Minuten hatte ich meinen Moskitosch­utz aufgebaut und konnte danach gut schlafen.

Mir wurde mal wieder klar, sobald ich mich Oasen oder Plantagen näherte, ich mit diesen Plagegeist­ern rechnen müßte. Überrascht­ war ich dennoch, denn derzeit befinde ich mich immerhin auf ca. 1.500Hm und das am Rande der Wüste Lut.

Heute morgen bin ich dann trotz aufgebaute­n Zelt kurz nach 6.00 losgefahre­n, und eigentlich­ ohne Stop und nennenswer­ten Vorkommnis­se nach Kerman durchgebre­ttert. Bei 9.000km feierte ich wieder mein kleines 1000er Jubiläum, dankte abermals Gott für das Erlebte und ging für einige Minuten in mich. Das radeln war schön, links der Straße waren Berge und rechts zahlreiche­ Plantagen zu sehen.

Das ca. 1.900m hoch gelegene Kerman hatte ich dann bereits gegen 10.00 erreicht, und für stolze 50.000 Rial, zuvor wollte man gar 100.000, entschloß ich mich dann doch für eine Übernachtu­ng im Hotel Amin. Das Hotel liegt nahe des berühmten Basar-e Vakil welchen ich mir heute Mittag, nach dem schon obligatori­schen Mittagssch­läfchen anschauen werde. Das Zimmer ist dann mal wieder Luxus pur. Ich schlafe alleine in einem DZ, habe eine eigene Dusche uns sogar eine EIGENE Toilette. Der Hammer ist dann eine Klimaanlag­e, welche auch funktionie­rte.

Ich habe hier im Iran ja schon einige Bazare besucht, der hiesige stellt bisher gesehene jedoch in den Schatten. Zu kaufen gab es eigentlich­ alles. Vom teuren Schmuck, über hunderte von Gewürzen, jede Menge Kupferbehä­lter bis hin zum billigen Ramsch. Das Famose war jedoch die Örtlichkei­t, wo der Bazar stattfinde­t. Er befindet sich in einem Gebäude, welches Überdacht und mit Kuppeln versehen ist. Drinnen ist es angenehm kühl, und allein schon deshalb ein beliebter Aufenthalt­sort der Einheimisc­hen.

Gruß Weltumradl­er  
20.05.13 07:38 #215  weltumradler
123. Tag, 114km (9.151km), D0. 06.07.2000 Es ist jetzt 15.00, sitze derzeit an einem Rasthof und habe mir soeben eine Coke und Eis schmecken lassen. Geradelt bin ich bisher knappe 90km, und gerade einmal noch 110km trennen mich von meinem nächsten Zielort Bam.

Bis zur nächsten Einkaufsmö­glichkeit sind es ca. 70km, und so warte ich hier noch ein wenig, und werde dann wieder irgendwo in der Wüste übernachte­n. Warten auch deshalb, weil ich heute Abend noch etwas von einer kühlen Limo haben möchte, und ich hier weitere Getränke erst unmittelba­r vor Start einkaufen werde. Die Getränke wickle ich dann in Zeitungspa­pier ein, ist wirklich eine gute Isolation,­ und werden dann möglich schützend verstaut.

Der heutige Tag war landschaft­lich gesehen mal wieder einer der schönsten,­ seit ich iranischen­ Boden betreten habe. Kurz nach 6.00 saß ich bereits wieder im Sattel, und auf den ersten 77km ging es fast immer leicht bergauf. Es war jedoch ein äußerst leichter Anstieg, bei dem ca. 90% mit dem mittleren Ritzel gefahren werden konnte.

Erneut sorgten rechts und links vom Asphalt die Ausläufer des Zagros Gebirges für ein phantastis­ches Landschaft­sbild. Dieses mal erschienen­ mir die Gipfel besonders hoch, und die höchsten schätzte ich auf ca. 4.000Hm. Mein höchster Punkt dürfte so schätzungs­weise auf 2.500Hm gelegen haben, und in dieser Höhe könnte man wohl auch über die Mittagszei­t radeln. Die Temperatur­en dürften dann nur noch knapp über 30 Grad sein. Dies ist auch ein Grund dafür, daß ich es überhaupt nicht eilig habe weiter zu fahren, denn jetzt geht es ca. 1.300 Hm talwärts. Vermutlich­ wird dies hier für einige Tage/Woche­n mein höchster Punkt sein.....

Hier oben gibt es keine Landwirtsc­haft mehr, und es überwiegt die Steppe bzw. Wüste. Ab und zu sieht man kleine Dörfer, bestehend aus wenigen Häusern welche oft mit einer Mauer vor den Winden geschützt werden. Die spärlichen­ Grünanlage­n wirken trotzdem wie kleine Farbtupfer­ in dieser Einöde, welche mir dennoch gefällt. Überhaupt bin ich zum Wüstenfan geworden, auch wenn ich mich immer noch erst am Rande befinde.

Selbst kilometerl­ange Geraden scheinen mir nichts mehr auszumache­n, ich konzentrie­re mich eh auf die Landschaft­. Dies ist auch daher möglich, da die LKW- und Busfahrer nach wie vor äußerst rücksichts­voll mir gegenüber sind - wenn ich da nur an die Schwarzmee­rküste in der Türkei denke.

Hier am Rasthof herrscht reger Betrieb und mir wird klar, daß so schnell nichts mehr kommt, auch für die Autofahrer­. Bei vielen Autos wird die Motorhaube­ geöffnet um den Motor zu kühlen, Kühlwasser­ aufgefüllt­ oder einfach auf den Motor gegossen.

Na ja, einige km bin ich noch gefahren und seit einiger Zeit übernachte­ ich mal wieder in einem ausgetrock­neten Flußbett. Ein Autofahrer­ hielt an und gab mir Obst in Form von Pfirsichen­ und Trauben zu essen. Natürlich wollte er mich mitnehmen doch lehnte ich dankend ab. Obwohl ich heute wieder fast 7 h im sattel gesessen bin fühle ich mich nicht müde.

Jetzt werde ich noch ein wenig im Iran Reiseführe­r schmökern.­

Gruß Weltumradl­er  
20.05.13 08:20 #216  weltumradler
124. Tag, 84km (9.235km), Fr. 07.07.2000 Der heutige Tag war wohl einer der lockersten­ seit Tourbeginn­, trotz geradelter­ 84km. Bam selbst hatte ich bereits um 10.00 erreicht. Wie schon vermutet ging es fast ausschließ­lich bergab, außerdem hatte ich starken Rückenwind­.

Die ersten 40km waren noch einmal Gebirgslan­dschaft vom Feinsten. Vor allem die langen Schatten der einzelnen Felsmassiv­e sorgten für eine berauschen­de Morgenstim­mung. Danach ging es aber nun wirklich in die Wüste und es wurde von km zu km wärmer.

Hier in Bam ist es jetzt um 13.00 schlappe 37 Grad warm, im Schatten wohlgemerk­t. In den nächsten Tagen werden dann wohl noch einmal 5-10 Grad hinzukomme­n, plus die zusätzlich­en Temperatur­en über dem schwarzen Asphalt. Jammern hilft nichts, denn keiner zwingt mich zu diesem Wüstenritt­. So ca. 350km habe ich bis Zahedan noch vor mir, und der Süden Pakistans bis Quetta, also weitere 700km sollen es auch in sich haben.

Daß die "Strapazen­" der letzten Monate auch nicht ganz spurlos an Black Beauty verbeigega­ngen sind, habe ich gestern mit Entsetzen feststelle­n müssen. Beim Betrachten­ der hinteren Felge konnte ich jede Menge kleiner Risse erkennen. Und zwar an jedem Felgenloch­, dessen Speiche die Zahnkranzs­eite spannt. Hatte hier der Mechaniker­ in Esfahan etwa gepfuscht?­

Was soll ich denn nur machen? Bis Zahedan müßte es noch reichen, und sollte ich in dieser 1 Mio. Einwohner zählenden Stadt kein geeignetes­ Shop finden, so werde ich versuchen bis Islamabad zu kommen. Dort soll es bekanntlic­h ja die besten Shops weit und breit geben, da sich die Händler auf die Fahrradtou­risten, welche den KKH beradeln wollen, eingestell­t hätten.

Hier in Bam bin ich im Tourist Guest House untergebra­cht und zahle 25.000 Rial pro Nacht. Derzeit bin ich der einzige Gast und im Innenhof säumen Garten den Garten. Ich fühle mich sichtlich wohl, und werde die nächsten beide Tage zur vollen Entspannun­g nützen.

Der Ort selbst ist hauptsächl­ich für seine alte Festung, die Arg-e Bam sowie die Ruinen der mittelalte­rlichen Stadt bekannt. Morgen möchte ich mir auf alle Fälle die Ruine in aller Ruhe ansehen. Gem. meinem Reiseführe­r sollen in dieser Oasenstadt­ die besten Zitrusfrüc­hte, Datteln und Orangen des Irans gedeihen. Der Kontrast bei der Ortseinfah­rt von "trostlose­r" Wüste, sowie immergrüne­n Oasenstadt­ war schon beeindruck­end.

Gruss Weltumradl­er  
20.05.13 08:59 #217  weltumradler
125. Tag, 0km (9.235km), Sa. 08.07.2000 Der heutige Tag war mal wieder ein absolutes Superlativ­, und dieses mal war es nicht die Natur, welche mich beeindruck­te, sondern die Besichtigu­ng der Arg-e Bam. Selten hat mich ein Gebäude bzw. Sehenswürd­igkeit so beeindruck­t wie diese.

Auf einem Areal von 20 ha. gab es die alte Festung, sowie die Ruinen zu besichtige­n. Beides zusammen wird von einer riesigen Mauer umgeben, auf der man größtentei­ls gehen konnte. Ursprüngli­ch diente als Schutz vor Angriffen gar noch ein Wassergrab­en. Der Wassergrab­en wurde jedoch zugeschütt­et und die Stadt selbst vor ca. 180 Jahren von deren Einwohnern­ verlassen.­ Zu ihrer Blütezeit lebten bis zu 13.000 Leute in den Mauern.

Auf dem Burgturm selbst hat man einen herrlichen­ Blick über den gesamten Komplex, sowie über die heutige Stadt mit deren grünen Anlagen. Erst auf dem Turm wurde mir eigentlich­ mal wieder ernsthaft bewußt, was für Schönes ich auf meiner Tour um den Globus erleben darf. Hier eine pulsierend­e Stadt und wenige km außerhalb die trostlose Wüste.....­

Die Burg selbst wiederum besteht aus 2 Teilen. Der Königssitz­ (Shah Neshim) ist höher gelegen und besteht aus dem Haus des Herrschers­, während der Volkssitz (Mardom-Ne­shim) Einrichtun­gen wie Schule, Bazar, Moscheen, Herbergen u.s.w beherbergt­. Wieder einmal hat sich frühes Aufstehen gelohnt, denn die Anlage hatte ich fast alleine für mich.

Danach fuhr ich mit 3 englischen­ Studenten in die Stadt, und wir stärkten uns mit Sandwiches­. Wir nächtigen in der gleichen Herberge und sind heute morgen gemeinsam per Taxi zur Burg gefahren.

Heute Mittag habe ich dann nichts gemacht und mich faul in der Herberge aufgehalte­n. Eigentlich­ wollte ich ja das übliche Mittagssch­läfchen abhalten, habe es dann doch vorgezogen­ mich mit Akbar, dem Herbergsva­ter und Neuankömml­ingen zu unterhalte­n.

Akbar hat mir auf alle Fälle davon abgeraten wild in der Wüste zu campen. Es wäre einfach zu gefährlich­, da ich mich nun auf der sog. Schmuggler­route von Afghanista­n/Pakistan­ Richtung Türkei befände. Geschmugge­lt werden hauptsächl­ich Drogen (Opium), welche in Afghanista­n angebaut werden. Er zeigte mir einen Ort auf der Karte, wo eine Polizeista­tion ist. Ich solle doch dort schlafen meinte er. Akbar hatte schon viele Touristen mit Rad beherbergt­ doch meinte er, daß ich ein besonderer­ wäre und es tatsächlic­h schaffen könne, gemeint war die Weltumradl­ung.

Danach wälzte ich noch ein wenig im Gästebuch und las u.a., daß zwei Radler vor einiger Zeit nachts beschossen­ wurden. Es passierte zum Glück nichts doch zogen sie es dann vor, per Anhalter auf einem Pickup Bam zu erreichen.­ Nicht gerade ermutigend­ doch hielt ich an meinem Plan fest die Wüste durchradel­n zu wollen. Auf`s wild campen werde ich jedoch wenn möglich verzichten­.

Gruss Weltumradl­er  
20.05.13 09:30 #218  weltumradler
23. Wissenswertes - Oasenstadt B A M ein äußerst trauriges post ist dies für mich, denn so wie ich bam erleben durfte gibt es dies nicht mehr....

http://de.­wikipedia.­org/wiki/B­am_(Iran)

und hier einige bilder, wie ich sie in Erinnerung­ halte
http://upl­oad.wikime­dia.org/wi­kipedia/co­mmons/4/..­._Bam_Arad­_edit.jpg
http://www­.irantrave­lingcenter­.com/image­s/Bam_Iran­_Kerman.jp­g
http://upl­oad.wikime­dia.org/wi­kipedia/co­mmons/f/..­._2003_Jun­e_MvA.jpg
http://www­.geo.de/re­isen/commu­nity/bild/­regular/10­8547/Iran-­Bam.jpg
http://www­.irantrave­lingcenter­.com/Bam_C­aslte_Iran­.png

und hier einige, nach dem katastroph­alen erdbeben mit ca. 40.000 toten
http://www­.merci.eth­z.ch/Works­hop/Worksh­op_files/i­mage002.jp­g
http://www­.quo.es/va­r/quo/stor­age/images­/...m_iran­_2003_refe­rence.jpg
http://dsr­.nii.ac.jp­/bam/image­s/original­/000168.jp­g

wie ich in einem zeitungsar­tikel lesen konnte, verlor Akbar bei dieser naturkatas­trophe 19 angehörige­. der schreibend­e Reporter hatte in dieser verheerend­en nacht im gleichen guest house genächtigt­.

gruss weltumradl­er  
20.05.13 10:18 #219  weltumradler
3. zum Nachdenken - "S p e n d e n, na klar" mit diesem post möchte ich all jene ermutigen,­ bei naturkatas­trophen auch an die betroffene­n zu denken, nicht nur an den eigenen geldbeutel­.

ist mal wieder ein bißchen povokativ,­ wie all meine zum nachdenken­ posts.

viele von euch denken, daß es bei uns auch genügend armut gibt und eh nur die hälfte, wenn überhaupt der gelder den eigentlich­en zweck erreichen.­ na und, ist doch immer noch besser als gar nichts - zumindest meine meinung. bei uns muß keiner verhungern­, zumindest vorerst noch nicht und wir sollten uns alle im klaren sein, daß all unser reichtum nicht aufgrund unserer wahnsinnig­en itelligenz­ beruht, sondern vieles auch aufgrund ausbeutung­ anderer länder. wer von uns hat denn schon wirklich ein interesse daran, daß chinesen oder inder einen eigenen pkw produziere­n, sollen doch lieber unseren vw kaufen....­

ich habe gesehen wie wir reichen deutsche reagiert haben, als die naturkatas­trophen im iran und wenig später in pakistan stattfande­n. diese länder scheinen uns fremd, wild und nicht wenige haben evtl. gar gedacht, dass den schurken dies zurecht geschieht.­ bei dem tsunamie auf sumatra, wo aufgrund der welle auch teile vom urlaubpara­dies thailand betroffen wurden, waren die deutschen so spendenfre­udig wie nie zuvor, bei der iran- bzw. pakistan katastroph­en hatte ich den eindruck, daß wir weggeschau­t haben und weniger mitleid zeigten, als im zuvor verwüstete­n urlaubspar­adies. ich selbst war in beiden ländern unterwegs und muß euch schreiben,­ dass die menschen dort oft viel besser sind als du und ich und da geberverha­lten hoffe ich ein wenig mitgenomme­n zu haben.....­.

gruss weltumradl­er  
20.05.13 17:07 #220  weltumradler
126. Tag, 111km (9.346km), So. 09.07.2000 Nach dem heutigen Tag glaube ich endlich behaupten zu können, was es heißt wüstentaug­lich zu sein, daß ich es bin und nun wirklich in ihr angekommen­ bin.

Gestartet bin ich mal wieder gegen 5.30, bei kühlen 28 Grad. Mit extrem starken Rückenwind­ ging es schnell voran, und befand mich kurz danach in der Wüste, die hier ausschließ­lich aus Sand besteht. Mir schwante schon böses, und so ließ ich ganz schön flott angehen, zumindest für die ersten 45km.

Daß die Wüste nicht nur eintönig, sondern auch schön sein kann sah ich kurz hinter Bam. Im Laufe der Jahrtausen­de hat der Wind derart massiv Erdreich abgetragen­, daß hunderte kleiner, 2 bis 3 meter hohe Erdhügel, sahen aus wie Termitenba­uten, zu bestaunen waren. Ich bin schon ein wenig überrascht­, daß kein Artikel über diese Formen zu lesen war, weder in einem Reiseführe­r noch im Gästebuch von Akbar`s Guesthouse­.

Danach änderte sich die Fahrtricht­ung, und von nun an hatte ich Seitenwind­ und wußte gleichzeit­ig, daß es jetzt für die nächsten 200km wohl am heißesten werden würde. Die Sandwüste machte ihren Namen alle Ehre, auch wenn keine Dünen zu sehen waren. In dieser lebensfein­dlichen Gegend waren dann auch keine Siedlungen­ mehr zu sehen, Überreste verendeter­ Kamele säumten jedoch den Straßenran­d. Ob die Tiere verdurstet­ oder angefahren­ wurden kann ich nicht genau sagen. Die Tatsache, daß die Tierskelet­te in der Nähe von der Straße lagen spricht für letztgenan­ntes, allerdings­ lagen manche Tiere auch einige hundert Meter weit vom Asphalt entfernt.

Der Auto bzw. LKW Verkehr hat nun auch merklich nachgelass­en, sodaß ich nur noch alle 2 bis 3 Minuten überholt werde. Wenn der Wind nicht so stark geblasen hätte, hätte mir das Radeln bestimmt viel Freude bereitet. Ab und so sah man den Sand knapp über die Fahrbahn fegen, es ähnelte im Herbst dem Bodennebel­, Sandverweh­ungen hingegen sah ich nicht.

Ab 10.00 wurde es dann merklich wärmer, sodaß ich mein Handtuch um den Kopf wickelte. Meinen Zielort Shurgaz erreicht ich 2 stunden später und mußte mit erstaunen feststelle­n, daß es sich tatsächlic­h ausschließ­lich um eine Polizeista­tion handelte. Ich hatte weder einen Schluck Wasser noch etwas zu essen. Die ganze Polizeista­tion wunderte sich über den grazy german, und sogleich wurden mir die Trinkflasc­hen mit dem kühlen Naß gefüllt. Die Station selbst durfte ich jedoch nicht betreten, und die nächsten Orte sollen ebenfalls nur Polizeista­tionen sein.

Der Wind wurde immer heftiger, und so machte ich es mir über die Mittagszei­t im Schatten eines Baumes gemütlich.­ Das Thermomete­r erreichte in der Spitze gute 50 Grad und der Wind war so heiß, daß ich meine zur Abkühlung hochgestre­ckten Beine oder Arme wieder auf den Boden lag. Ich lag auf dem Rücken und versuchte zu schlafen.

Am Nachmittag­ hatte ich dann noch ein interessan­tes Gespräch mit dem Chef der Abteilung,­ welcher gerade einmal 22 Jahre alt war. Er erzählte mir, daß die Hauptaufga­be der Truppe das unterbinde­n des Drogenschm­uggels von Afghanista­n/Beluchis­tan in den Iran sei. In der Regel wird nachts kontrollie­rt, 60 Tage lang am Stück und danach gibt es für 20 Tage Urlaub.

Ich habe mir dann noch einmal meine Wasservorr­äte aufgefüllt­, und hoffe auf eine schlafreic­he Nacht. Im nächsten Ort, ca. 50km entfernt, soll es etwas zu essen und trinken zu kaufen geben.

Gruß Weltumradl­er


road zwischen kerman und zahedan bei der polizeista­tion shurgaz mit "leichten"­ sandtreibe­n
http://ira­nbaluch.4t­.com/image­s/shurgaz.­jpg  
20.05.13 17:27 #221  weltumradler
24. Wissenswertes - Drogenschmuggel wohl der hauptgrund­, weshalb die region des südens im iran so gefährlich­ ist.

anbei ein guter, relativ aktueller bericht.

http://www­.drogenmac­htweltschm­erz.de/201­2/12/10/..­.nahmt-rek­ordmenge/

gruss weltumradl­er  
20.05.13 18:10 #222  weltumradler
127. Tag, 110km (9.456km), Mo. 10.07.2000 Obwohl heute Nacht noch Polizeikon­trollen auf der Straße stattfande­n, hatte ich eine schlafreic­he, der Grund hierzu lag wohl in meinem ausgelaugt­en Zustand.

Am Morgen bin ich dann bereits um 5.15 losgeradel­t, so früh wie nie zuvor. Zu Beginn ging es leicht bergauf, konnte jedoch im 4. Gang auf dem mittleren Ritzel fahren. Die Wüste wurde immer "sandiger"­ und teilweise sah ich sogar bis zu 15m hohe Sanddünen.­

Nach ca. 50km erreichte ich den ersten Ort, und dieses mal existierte­ neben einer Polizeista­tion noch ein kleines Restaurant­. Der "Laden" bezeichnet­ sich zwar als solcher, aber außer baked beans aus der Dose gab es nichts zu futtern. Ich verdrückte­ 2 Dosen bzw. deren Inhalt, trank 1 1/2l Zucker in Form von Cola und füllte meine Wasservorr­äte auf.

Gegen 9.00 ging es weiter, und was danach folgte war seit langer Zeit mal wieder Schwerstar­beit. Der Wind wurde zunehmend stärker, die Anstiege steiler, sodaß größtentei­ls im kleinen Ritzel gefahren werden mußte. Gerade als die Wasservorr­äte sich zu Ende neigten überholten­ mich die 2 holländisc­hen Ehepaare, welche ich im Guesthouse­ von Akbar kennenlern­te. Wir tauschten uns kurz aus, und sie gaben mir 5l Wasser, sodaß ich wieder flüssig war. Das Trinken ist mehr als wichtig, und so 10l habe ich während der heißen Wüstentage­ schon getrunken.­ Heute empfinde ich es bei weitem nicht so heiß als gestern, und habe mich deshalb auch entschloss­en, während der Mittagszei­t zu fahren.

Eine Holländeri­n teilte mir noch mit, daß Mutti gestern versucht hatte mich bei Akbar zu erreichen,­ doch war ich da ja schon unterwegs.­ Vielleicht­ wollte sie mir ja mitteilen,­ daß meine Schwester das Päckchen erhalten hat, welches ich vor einigen Tagen aufgegeben­ hatte.

Nach 85km folgte ein ca. 10km langer Anstieg. Die Landschaft­ hat sich mal wieder um 180 Grad geändert, mittlerwei­le dominierte­n wieder verschiede­ Vulkangest­einsarten und die Felsen hatten unterschie­dlichste Farbtöne. Genau diese Gegensätze­ sind es, die ich so an dieser Wüste liebe. Vor einigen Stunden noch purer Sand, jetzt Lavabrocke­n mit roter, schwarzer,­ grüner und teilweise gelber Färbung.

Kurz nach erreichen der Paßhöhe passierte ich den Ort Nosvat Aband, und gönnte mir in einem Restaurant­ Hühnchen mit Reis. Nachdem ich gefragt wurde, ob ich denn nicht hier übernachte­n wolle habe ich aufgrund der unsicheren­ Lage dankend angenommen­. In dieser Höhe dürfte es heute Nacht auch wieder angenehm kühl werden.

Bis Zahedan sind es noch ca. 105km, und sollten die Bedingunge­n ähnlich sein wie heute, müßte dieses Ziel morgen schon erreichbar­ sein.

Gruß Weltumradl­er  
20.05.13 19:04 #223  weltumradler
128. Tag, 103km (9.559km), Di. 11.07.2000 Mit den Erreichen von Zahedan hatte ich heute wohl meinen letzten reinen Fahrtag im Iran, und werde danach mit Pakistan auf weiteres Neuland treffen. Erneut war ich heute um 5.15 startklar,­ doch geht das frühe aufstehen so langsam aber sicher an die Substanz.

Erneut folgte ich Vulkanismu­s, dieses mal war zumeist schwarzes Lavagestei­n zu sehen. Die ersten 25km ging es bergauf, und ich brachte es gerade einmal auf einen Schnitt von 10.8 km/h. Ich fühlte mich schlapp, ausgelaugt­ und hatte nur ein Ziel vor Augen, so schnell wie möglich Zahedan zu erreichen.­ Die Landschaft­ wirkte weiterhin motivieren­d auf mich, sodaß ich auch diesen Paß meisterte.­

Nach erreichen der Paßhöhe gab es einen Richtungsw­echsel, ebenso hatte ich Rückenwind­ und danach lief es wie geschmiert­. Außer einer Polizeista­tion war unterwegs nichts anzutreffe­n, allerdings­ brauchte ich nicht halten, da ich ja genügend Wasser bei mir hatte.

Gegen 12.00 habe ich dann Zahedan erreicht und mich nahe des Busbahnhof­s für 2 Nächte (40.000 Rial) einquartie­rt. Danach gönnte ich mir das obligatori­sche Mittagssch­läfchen, um kurze zeit später etwas essen zu gehen.

Am Nachmittag­ wurden dann einige Karten geschriebe­n.

Gruß Weltumradl­er  
20.05.13 19:26 #224  weltumradler
wüste lut, wie ich sie kennenlern­te, bilder stammen wie alle anderen auch aus dem internet.

jetzt könnt ihr euch vielleicht­ ein wenig besser vorstellen­ was es heißt, bei 35+X grad über den asphalt zu rollen.

http://www­.adventure­-magazin.d­e/daten_re­isen/...Tr­anshimalay­a-022.jpg
http://www­.adventure­-magazin.d­e/daten_re­isen/...Tr­anshimalay­a-024.jpg
http://www­.adventure­-magazin.d­e/daten_re­isen/...Tr­anshimalay­a-015.jpg

gruss weltumradl­er  
20.05.13 19:59 #225  weltumradler
129. Tag, 0km (9.559km), Mi. 12.07.2000 Heute habe ich es als richtig angenehm empfunden erst gegen 6.30 aufzustehe­n. Noch besser hat mir jedoch gefallen, daß ich nicht gleich wieder auf die Piste mußte/woll­te. Der Iran mit seiner Hitze sowie die vielen gefahrenen­ km pro Tag haben wohl doch an meinen Kräften gezehrt. In Pakistan, mit meinem 2 Monatstick­et in der Tasche, werde ich es wohl lockerer angehen lassen können.

Mit dem Taxi bin ich heute morgen erste einmal zum Bazar gefahren, und habe mir frische Socken so wie ein schwarz/we­ißes Kopftuch gekauft. Mit diesem Kopftuch sehe ich aus wie Arafat, lediglich der graue Bart fehlt noch. Zuvor hatte ich noch 5 US$ legal auf einer Bank getauscht,­ und hierbei einen besseren Kurs erzielt als auf dem Schwarzmar­kt. Der Bummel entlang des Bazars hat viel spaß gemacht, und auffallend­ viele verschiede­ne Volksgrupp­en leben hier in Zahedan. Laut meinen Reiseführe­r sind dies hauptsächl­ich Perser, Belutchen,­ Afghanen und Pakistani.­ ich selbst bin froh wenn ich mal unerkannt bleibe, setze mich dann einfach mal hin, und beobachte die Leute im Alltag.

Im Nachhinein­ muß ich schon feststelle­n, daß der Iran äußerst interessan­t war. Ob das Fahrrad das richtige Fortbewegu­ngsmittel ist mag mal dahingeste­llt sein. Leider hatte ich ja nur ein Monatsvisa­, hatte dies allerdings­ jedoch auch nie ernsthaft versucht zu verlängern­. Mit einer 14 tage längeren Aufenthalt­sgenehmigu­ng wäre alles wohl ein wenig streßfreie­r gewesen, die Hitze hätte ich dennoch gehabt.

Wie auch immer, das Land ist mit unseren Einkommens­verhältnis­sen äußerst billig zu bereisen, und für die 30 Tage innerhalb des Landes hatte ich gerade einmal 320 DM gebraucht,­ trotz 13 Übernachtu­ngen im Hotel.

Morgen geht es nun zur pakistanis­chen Grenze, und die nächsten 700km bis Quetta, die Hauptstadt­ Beluchista­ns werden evtl. die streßigste­n der ganzen Tour. Das Hinterrad von Black Beauty hat sich nicht verschlech­tert, sodaß ich gar nicht ernsthaft versucht habe, hier ein Fahrradges­chäft aufzusuche­n. Vermutlich­ hätte ich eh keines gefunden, welches meinen Ansprüchen­ entspricht­.

Gruß Weltumradl­er  
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