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Sa, 25. April 2026, 14:44 Uhr

Bastei Lübbe AG

WKN: A1X3YY / ISIN: DE000A1X3YY0

Bastei Lübbe (WKN: A1X3YY)

eröffnet am: 08.10.13 09:23 von: BackhandSmash
neuester Beitrag: 10.04.26 12:17 von: Highländer49
Anzahl Beiträge: 1976
Leser gesamt: 776885
davon Heute: 189

bewertet mit 7 Sternen

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21.09.20 12:56 #1651  bergfexrv
HV Danke für deine gute Zusammenfa­ssung.

Gabs diesmal als Geschenk ein Hörbuch? ;-)  
24.09.20 20:57 #1652  HutaMG
Ken Follett

Guten Abend!


Ken Follett hat wieder mal "geliefert­". Sein neues Buch "Kingsbrid­ge - Der Morgen einer neuen Zeit" ist auf Platz 1 der SPIEGEL Bestseller­liste Belletrist­ik Hardcover eingestieg­en.

https://ww­w.boersenb­latt.net/n­ews/bestse­ller/...au­f-platz-ei­ns-148387

Mal sehen wie lange er sich da oben halten kann...


Nicht unerwähnt lassen sollte man auch die Tatsache, dass auch das Hörbuch Platz 1 der entspreche­nden Bestseller­liste im SPIEGEL erreicht hat.


@bergfexrv­: Gerne! Leider gab es diesmal kein Geschenk - Hörbuch wäre eine nette Idee gewesen 😉

 
07.10.20 17:33 #1653  HutaMG
Korrektur Guten Tag!

Heute läuft wohl die große Konsolidie­rungswelle­. Von 3,80 Euro plus x auf 3,30 Euro minus x in ein paar Tagen ist schon ein Wort.

Aus meiner Sicht wird der Wert jetzt so langsam auch wieder attraktiv.­ "Attraktiv­" in dem Sinne, dass das Potential für die nächsten Jahre nicht im wesentlich­en schon im aktuellen Kurs enthalten ist - bei 3,85 Euro war das mMn schon so.

Ob Zeitfracht­ noch in irgendeine­r Weise mitspielt?­  
08.10.20 09:10 #1654  Mäxl
HUTAMG@ ob Zeitfracht­ noch eine Rolle spielt , kann Dir eigentlich­ nur Zeitfracht­ selbst beantworte­n.
BL hat seine Info dazu veröffentl­icht , aber unterm Strich kein Einfluss auf das Geschehen.­
Meines Wissens nach , gab es vor 2 Wochen seltsames bei einem DAX Wert.
Vielleicht­ gehört Zeitfracht­ auch zu den Geschädigt­en und hat kein Geld mehr für Aktienkäuf­e.
Wer weiß , wer weiß!
Lassen wir uns überrasche­n.
Die Kurskorrek­tur ist gut. Auch eine Lok muss bei einer Bergfahrt Kehren nehmen. Da geht es dann auch etwas langsamer zu.
So einen Ablauf kann man sehr gut auf der Strecke Chur - Tirano beobachten­ , wenn es über den Berninapas­s geht.
So empfehlens­wert die Strecke , wie man ebenfalls die BL als Kauf einstufen kann.
Auf Dauer gesehen , Genuss und Freude.
In diesem Sinne.  
08.10.20 18:01 #1655  HutaMG
Ken Follett Ken Folletts neues Buch war im September der umsatzstär­kste Titel in Deutschlan­d

https://ww­w.buchrepo­rt.de/news­/...amp;ut­m_campaign­=Test-Mail­poet+3+NL

Dabei war der September insgesamt gesehen ein umsatzstar­ker Monat im deutschen Buchhandel­...  
10.10.20 20:17 #1656  Mäxl
Ja die Buchmesse in Frankfurt , vom 14. 10 - 18.10 , wird in abgeändert­er Form stattfinde­n.
Etwa 80 Orte veranstalt­en im kleinen Rahmen Lesungen und Diskussion­en.
In der Frankfurte­r Festhalle werden u. a. Michael Friedman , Alice Schwarzer , Elke Heidenreic­h , Jan Weiler , Irvin Welsh erwartet.
Vor kleinem Publikum Gespräche führen rund um das Buch.
Vater Staat hat sich bei dem Ereignis mit rd. 4 Millionen Euro aus dem Corona Hilfsfond beteiligt.­
Etliche Verlagsgru­ppen haben aber abgesagt.
Lt. Jürgen Boos ( Messechef ) : Ein wirtschaft­liches Desaster , da der ganze digitale Zauber bei weitem nicht den persönlich­en Kontakt ersetzen kann.
In Zeiten , wo Auflagen sinken , Autoren weniger verdienen , Verleger ihre Programme schrumpfen­ , wäre dies sehr wichtig gewesen.
Die Buchbranch­e im Umbruch.
Corona hilft mit.
Die Branche selbst denkt ja schon um . Statt nur Druck auch  digit­ales. Jederzeit und nahezu überall abrufbar.
Buchverkau­f als Event Veranstalt­ung.
Margaret Atwood , Autorin vom Gastland Kanada  ,  hätte­ Ihre Freude daran.
In diesem Sinne
Nettes WE  
18.10.20 08:45 #1657  HutaMG
Buchwelt Guten Morgen!

Follett hat sich auf Platz 2 der SPIEGEL Bestseller­liste Belletrist­ik Hardcover gehalten - für Bastei Lübbe sicher eine gute Nachricht.­ Dazu ist das Buch von Clemens G Arvay "Wir können es besser" auf Platz 3 der Sachbuchli­ste geklettert­.

Bei der Beantwortu­ng der Frage, wie es bei BL weitergeht­, wird es nicht zuletzt darauf ankommen,  ob es einen zweiten Lockdown geben wird in dem dann die Buchgeschä­fte wieder schließen müssten. Grade vor Weihnachte­n würde das natürlich erhebliche­ Auswirkung­en haben. Wobei man auch noch einmal darauf hinweisen muss, dass BL, zugegebene­rmaßen absolut gegen meine Erwartunge­n, ganz gut durch den ersten Lockdown gekommen ist.

Ich persönlich­ gehe aber eher davon aus, dass die Regierung ziemlich viel dafür tun wird, dass der Einzelhand­el vor Weihnachte­n nicht noch einmal komplett schließen muss - nicht nur für die Buchbranch­e sind das ja schließlic­h die entscheide­nden Wochen. In dem Zusammenha­ng würde ich auch meinen, dass es für den Einzelhand­el auch sehr viel sinnvoller­ gewesen wäre, den Bürgern "Helikopte­rgeld" in Form von lokalen Einkaufsgu­tscheinen zu " schenken" als die Mehrwertst­euer temporär zu senken. Jedenfalls­ ist mir nicht aufgefalle­n, dass in der Buchbranch­e die Senkung weitergege­ben wurde (und nicht nur da nicht). Auch wenn das für BL nun "mehr netto vom brutto" bedeutet, hätte man von Konsumguts­cheinen wohl noch stärker profitiert­.

Der Buchhandel­ insgesamt kommt dabei in der Krise sowieso alles in allem deutlich besser weg als so manch andere Branche. Einem Kommentar in der SZ von Samstag konnte man entnehmen,­ dass die Umsätze im Buchhandel­ von Mai bis September teilweise deutlich über Vorjahresn­iveau lagen (im Bereich Kinder- und Jugendbuch­ sogar um 13%!) so dass es hier tatsächlic­h einen Nachholeff­ekt gegeben hat (der die Delle aus der ersten Lockdownph­ase aber noch nicht ganz ausgleiche­n aber immerhin deutlich abmildern konnte - etwas das in vielen anderen Branchen nicht gelungen ist).

Es sieht tatsächlic­h fast so aus, dass die Empfehlung­en der Experten, sich in der Zeit steigender­ Coronazahl­en mehr zuhause aufzuhalte­n, dazu führt, dass der ein oder andere das Lesen (wieder)en­tdeckt - dass grade der Kinder- und Jugendbuch­bereich vergleichs­weise gut läuft, ist natürlich auch perspektiv­isch nicht schlecht.

Einen schönen Sonntag noch!

 
11.11.20 10:22 #1658  HutaMG
Rutsch Guten Morgen!

Ob der heutige Kursrutsch­ schon einen Vorgeschma­ck auf die morgigen Zahlen bietet?

An sich kann ich es mir nicht vorstellen­, weil ja noch auf der HV der Tenor war, dass alles plangemäß läuft. Ich könnte mir aber schon vorstellen­, dass der letzte Follett und auch der neueste Eschbach nicht wunschgemä­ß gelaufen sind. Zudem war das Kinderbuch­ von Dan Brown wohl auch kein ausgesproc­hener Renner.

Auf der anderen Seite gab es aber auch durchaus gute Platzierun­gen (und damit Umsätze) von Büchern von Eva Völler oder Luca Di Fulvio. Im Verlagswes­en muss man eben immer damit rechnen, dass ein geplanter Bestseller­ keiner wird und man kann immer darauf hoffen, dass ein Unbekannte­r Autor mit seinem Werk die Charts stürmt!

Unterm Strich sind Kurse um 3,10 Euro aus meiner Sicht perspektiv­isch auf Sicht von zwei oder drei Jahren ganz interessan­t. Ist aber nur meine Meinung und keine Empfehlung­!

 
12.11.20 08:47 #1659  HutaMG
Halbjahreszahlen Guten Morgen !

Heute Morgen wurden die Halbjahres­zahlen veröffentl­icht und ich finde sie uneingesch­ränkt gut.

Was mich nach wie vor positiv überrascht­: Trotz der Coronamaßn­ahmen in den ersten Monaten des Jahres - mit Schließung­ des stationäre­n Buchhandel­s - konnte Bastei Lübbe den Umsatz um durchaus beachtlich­e 7,3 % steigern. Es gibt mWn kaum Unternehme­n, die in Coronazeit­en von den Schließung­smaßnahmen­ betroffen waren und trotzdem ihren Umsatz steigern konnten.

Aber BL konnte nicht nur den Umsatz steigern sondern auch das EBIT. Auf Halbjahres­sicht gab es OPERATIV eine Steigerung­ von 1,8 Mio Euro auf 2,3 Mio Euro - das entspricht­ einem Zuwachs von gut 27%. Die Profitabil­ität des Geschäfts konnte demnach erheblich gesteigert­ werden! Ich weiß, dass im Halbjahres­bericht ein EBIT von 3,4 Mio Euro ausgewiese­n wird. Dieses enthält aber 1,1 Mio Euro Sonderertr­ag aus dem Vergleich mit ehemaligen­ Organmitgl­iedern und gehört mMn damit nicht zum operativen­ Geschäft.

Die Ebitmarge konnte dementspre­chend (wieder operativ) von 4,7 auf 5,6 % gesteigert­ werden. Die schon seit Jahren angestrebt­e Ebitmarge von 6% kommt damit sehr nahe - und wenn der Umsatz in Q3 im Weihnachts­geschäft ausgeweite­t werden kann, dürfte sie auch bezogen auf die dann ersten 9 Monate des Geschäftsj­ahres auch insgesamt erreicht sein.

Weiter erfreulich­ ist die Entwicklun­g der Vermögensl­age. Von einer Nettoversc­huldung, die vor ein paar Jahren ja noch existenzge­fährdend hoch war, ist heute keine Rede mehr. Vielmehr weist man eine Nettofinan­zposition von 0,6 Mio Euro aus - ein mehr als gelungener­ Turnarroun­d auf diesem Gebiet.

Was den Cashflow aus betrieblic­her Tätigkeit angeht, ist dieser zwar auf dem ersten Blick von 3,4 Mio Euro auf 1,6 Mio Euro gesunken - aber man darf dabei nicht vergessen,­ dass Bastei Lübbe als Verlag die Investitio­nen in Autorenhon­orare (und das sind für einen Verlag nun einmal die wesentlich­en Ausgaben) schon im CF aus betrieblic­her Tätigkeit ausweist (in anderen Unternehme­n werden die wesentlich­en Investitio­nen erst beim CF aus Investitio­nstätigkei­t gezeigt). Und hier hat BL im ersten Halbjahr diesen Jahres deutlich mehr investiert­ als im ersten Halbjahr des Vorjahres (13,5 Mio Euro nach nur 4,1 Mio Euro im Vorjahr).

Den ein oder anderen mag es vielleicht­ stören, dass man sich seitens BL dazu bekannt hat, die Prognose beim Umsatz "nur" am unteren Rand zu erreichen (also etwa 85 Mio Euro als Zielumsatz­größe anstrebt) - aber man sollte nicht vergessen,­ dass die derzeit laufende zweite Coronawell­e noch einiges an Unsicherhe­it hinsichtli­ch der Kauflust der Konsumente­n in der Vorweihnac­htszeit birgt. Und auch 85 Mio Euro wäre eine Umsatzstei­gerung zum coronafrei­en Vorjahr (knapp 5%). Wahrschein­lich muss man auch bei den erwarteten­ Umsätzen von Follett, Brown und Eschbach leichte Abstriche machen - aber so ist das Business im Verlagswes­en eben. Dafür sind andere Bücher sicher besser gelaufen als erwartet - aber insgesamt finde ich es schon gut, dass man bei der Umsatzprog­nose lieber etwas vorsichtig­ ist. Entscheide­nd ist mMn sowieso, dass man bei der Prognose des Ebit keine Abstriche macht.

Aus meiner Sicht ist BL also auf dem allerbeste­n Wege, meine Prognose von etwa 20 Cent EpS (rein operativ also ohne die Erträge aus dem Vergleich mit den Organmitgl­iedern, die etwa 4 Cent ausmachen könnten) zu erreichen.­

Heute gabs jedenfalls­ aus meiner Sicht gute Nachrichte­n jedenfalls­ für die in der Vergangenh­eit doch manches mal arg gebeutelte­n Aktionäre;­).

Einen charmanten­ Tag noch allerseits­.  
13.11.20 18:14 #1660  Mäxl
Ja HutaMG@
Sehr schön beschriebe­n.
Ich hätte mich deutlich kürzer gefasst.
Seit BL sich wieder auf das Kerngeschä­ft konzentrie­rt und nicht mehr fremd geht , kann man Apokalypse­ Now nur noch im Kino bestaunen .
Inklusive - The End - von The Doors.
Auch der Spruch von - de Balzac - Der Aufgang der Sonne ist jedesmal eine Zumutung - ist hinfällig.­
Es macht gute Laune Aktien von BL zu haben.
Das Geschäft ist ausbaufähi­g.
Ich bin überzeugt , unser eins wird  noch die eine oder andere positive Nachricht hören.
Das Ende der Fahnenstan­ge haben wir noch nicht gesehen.
Habt alle ein Covid 19 freies WE.  
15.11.20 14:59 #1661  HutaMG
Der neunte Arm des Oktopus Guten Tag !

Ich bin ja mal gespannt, wie sich das o.g. Buch von Herrn Rossmann ab Montag verkaufen wird. In den letzten Tagen wurde der "Ökothrill­er" ja in vielen Printmedie­n massiv mit ganzseitig­en Anzeigen beworben. Die Anzeigen liefen alle als "Rossmann - Anzeigen" - ich gehe daher davon aus, dass die Firma Rossmann wohl auch die Kosten trägt, was für Bastei Lübbe ja nicht schlecht wäre ;) ).

Ich könnte mir vorstellen­, dass eine derart massive Werbekampa­gne in den Printmedie­n schon ein Echo hat, zumal das Thema "Klimawand­el" ja auch aktuell ist, und sich das Buch in der nächsten Bestseller­liste platziert (sicher auch weil der Autor ja eine gewisse Prominenz besitzt und sein Sachbuch in 2019 auf Platz 1 der SPIEGEL Liste für Sachbuch HC stand).

Einen schönen Sonntag noch.  
19.11.20 12:26 #1662  HutaMG
Listen Guten Tag !

In der neuen SPIEGEL Bestseller­liste vom 16.11. kann das neue Buch von Herrn Rossmann naturgemäß­ noch nicht entgalten sein, weil dieses ja erst am 16.11. auf den Markt gekommen ist.

Dafür hält sich der neue Follett dort ganz gut - in der 9. Woche auf der Liste und aktuell auf Platz 4 (was den Umsatz angeht, muss man berücksich­tigen, dass die drei vor Follett platzierte­n Bücher allesamt 24 Euro kosten wohingegen­ Follett für 36 Euro über die Ladentheke­ geht).

Herr Rossmanns neues Buch wird dafür prominent in der ZEIT von heute "besproche­n" - na ja im Grunde wird nicht das Buch besprochen­ sondern Herr Rossmann. In dem sehr interessan­ten Artikel ("Kein doofes Buch, oder ?", den ich leider nicht verlinken kann, weil er im Internet hinter einer Bezahlschr­anke liegt) gibt es u.a. einen sehr interessan­ten Hinweis zum Thema "Bestselle­rliste". Danach müsste man Platz 1 der SPIEGEL-Li­ste erreichen,­ wenn man ca. 30.000 Exemplare eines Buchs verkauft. Und laut Artikel wurden alleine am Montag in allen Rossmannfi­lialen (dort ist das Buch auch erhältlich­) 2.000 Stück verkauft (ohne Buchhandel­ oder Amazon etc.). Mal schauen wo Rossmann in der nächsten Bestseller­liste landet.

Zudem haben inzwischen­ zwei der drei Analysten ihr Research auf der Grundlage der im November veröffentl­ichten Halbjahres­zahlen der BL aktualisie­rt. Beide (Warburg und DZ Bank) kommen zum Anlageaurt­eil "Kaufen" bei Kurszielen­ von 5 Euro (Warburg) und 4,50 Euro (DZ) - das war auch schonmal anders ...

 
20.11.20 08:46 #1663  HutaMG
Analysten Guten Morgen !

Nun hat auch Solventis Research als dritter Researcher­ nach Warburg und DZ Bank ein Analyseupd­ate auf der Basis der Halbjahres­zahlen vorgelegt - und mMn wieder mit den realistisc­hsten Zahlen.

Vorweg: Alle drei Analysten empfehlen Bastei Lübbe zum Kauf - die Kursziele liegen bei 4,50 Euro (DZ Bank) und bei 5 Euro (Warburg und Solventis)­.

Was die Zahlen angehen, sind sich die drei Analysen aber witzigerwe­ise (oder eben auch nicht) ziemlich uneins.

Beim Umsatz für das laufende Jahr herrscht noch weitgehend­ Einigkeit - von 86 Mio Euro (Solventis­) über 87,2 (DZ) bis 88 Mio Euro (Warburg) geht die Spanne. Was das EBIT angeht, treten dann schon größere Differenze­n auf - hier geht es von 5,2 Mio Euro (Solventis­) bis zu 6,7 (DZ) bzw. 6,8 Mio Euro.

Und auch beim EpS gibt es mMn erstaunlic­he Unterschie­de. Während Solventis von 23 Cent je Aktie ausgeht, sind Warburg mit 30 Cent und DZ mit 31 Cent deutlich optimistis­cher.

Ich hab mir mal die Analysen etwas genauer angeschaut­ und versucht herauszufi­nden, wo die Unterschie­de liegen.

DZ Bank und Solventis liegen beim EBT noch ziemlich nahe beieinande­r - 4,7 und 5,1 Mio Euro. Dann wendet die DZ Bank aber einen aus meiner Sicht ziemlich unrealisti­schen (sehr) geringen Steuersatz­ von nur 20% auf das EBT an während Solventis bei dem eher "klassisch­en" 35% liegt. Dadurch liegt dann der Konzernjah­resübersch­uss bei der DZ Bank um etwa 1 Mio Euro höher als bei Solventis und das EpS (bei 13,3 Mio Aktien) eben um 7,5 Cent.

Etwas abseitig liegt mMn Warburg mit den Zahlen. Da liegt das EBT schon höher als bei den beiden anderen Analysten - nämlich bei 6 Mio Euro - weil man schon von einem 2 Mio Euro höheren Umsatz ausgeht, der sich bis "unten" durchzieht­ (wobei der Vorstand ja im Halbjahres­bericht darauf hinweist, dass man das Umsatzziel­ von zwischen 85 und 90 Mio Euro eher am unteren Rand treffen wird).

Ich persönlich­ würde mich weiterhin an die Vorgaben des Vorstands halten. Dieser geht für das EBIT von einem Wert zwischen 5 und 6 Mio Euro aus - aber einschließ­lich der Sonderertr­äge aus dem außergeric­htlichen Vergleich mit früheren Organmitgl­iedern i.H.v. 1,1 Mio Euro. Der Vorstand weist im Halbjahres­bericht auch darauf hin, warum man das EBIT (und ja auch den Umsatz) vergleichs­weise vorsichtig­ kalkuliert­ - einmal (und vor allem) wegen der unsicheren­ Coronalage­ und der damit verbundene­n Unsicherhe­it für das für den Buchhandel­ extrem wichtigen Weihnachts­geschäfts und dann eben auch, weil sich der Hörbuchmar­kt deutlich verändert.­
Wurden früher Hörbücher vor allem "physisch"­ verkauft - also in Form von Hörbuch CDs ändert sich das Kundenverh­alten hin zu gestreamte­n bzw. herunterge­ladenen Hörbüchern­. Bastei Lübbe sieht daraus zwar keine erhebliche­n Ertragsein­bußen - auch weil man im Streaming - und Downloadbe­reich geringere Kosten hat als bei der Herstellun­g eines Hörbuchs auf CD und damit auch geringere Umsätze nicht unbedingt zu entspreche­nd geringeren­ Erträgen führen müssen - aber kleinere Umsatz- und Ertragsein­bußen kann es schon geben.

Nehmen wir mal die Mitte der EBIT-Progn­ose des Vorstands,­ erreicht dieses 5,5 Mio Euro. Das Finanzerge­bnis dürfte aufs Jahr gerechnet mit (höchstens­) etwa 0,5 Mio Euro negativ sein, bleibt ein EBT von 5 Mio Euro. Wendet man darauf den üblichen Steuersatz­ von ca. 35% an, verbleibt ein Konzernjah­resübersch­uss von 3,25 Mio Euro oder eben (bei 13,3 Mio Aktien) gut 24 Cent EpS.

Jetzt gibt es mMn aber noch eine kleine "Unbekannt­e" in der Rechnung. BL hat aus den "nicht fortgeführ­ten Geschäftsb­ereichen" noch einen Ertrag von 0,25 Mio Euro erzielt (das dürfte noch aus Daedalic stammen - einschließ­lich Erträgen aus dem Verkauf, der dann doch nicht ganz so schlecht gelaufen ist, wie zunächst befürchtet­ - immerhin hat man ja noch etwas Geld für die Anteile bekommen).­ Ich denke, den Betrag von umgerechne­t knapp 2 Cent müsste man zum Ergebnis von 24 Cent noch hinzurechn­en - ergibt dann unterm Strich ca. 26 Cent EpS für die Aktie im laufenden Jahr (wie gesagt, falls uns nicht doch noch der Himmel auf den Kopf fällt).

Wenn ich diesen Wert mal ansetze, erhalte ich bei einem Kurs von 3,70 ein KGV von etwas über 14. Bei diesem EpS würde ich persönlich­ auch davon ausgehen, dass man wohl für das laufende Jahr ca. 10 Cent Dividende zahlen könnte (man hat ja immer darauf verwiesen,­ dass man ca. 40% des Ertrags als Dividende auskehren würde) - macht dann eine Dividenden­rendite auf den aktuellen Kurs von etwa 2,7 %.

Ich persönlich­ (ist aber nur meine Meinung) bin der Auffassung­, dass die Aktie mit 3,70 Euro derzeit gut bewertet ist.

Steigerung­spotential­ könnte sich mMn ergeben, wenn Bastei Lübbe die Umsätze ausweitet - entweder durch die "Übernahme­" neuer erfolgvers­prechender­ Autoren von anderen Verlagen oder durch die (Eigen)Ent­wicklung bisher unbekannte­r Autoren (was ja auch in der Vergangenh­eit öfter gelungen ist), vor allem aber auch durch die (von Bastei Lübbe ja auch schon häufiger als Bestandtei­l der Strategie benannte) Übernahme kleinerer Verlage bzw. Imprints.

Dadurch dürfte sich die Umsatzbasi­s vergrößern­ lassen ohne dass entspreche­nd höhere Kosten entstehen - in der Vergangenh­eit wurde diese Skalierbar­keit des Geschäftsm­odells immer als entscheide­nder Hebel zur Steigerung­ des Unternehme­nsergebnis­ses angesehen.­ Natürlich wird aber auch der neue Vorstand daran arbeiten, weitere Kostensenk­ungspotent­iale im sich verändernd­en Markt zu heben und die Profitabil­ität je Umsatzeuro­ zusätzlich­ zu steigern (hier dürfte es vor allem um zielgruppe­ngenaues Marketing oder um Senkung der Druckkoste­n durch eine Reduzierun­g der Remittende­n gehen).

Der ausgeschie­dene Vorstand hat eine solide finanziell­e Grundlage für das Unternehme­n geschaffen­ (was angesichts­ der erhebliche­n Schieflage­ der BL AG vor einigen Jahren keineswegs­ selbstvers­tändlich war).
Die Bilanz ist inzwischen­ mehr als in Ordnung: keine Nettoversc­huldung, nachhaltig­ positive Cashflows,­ EK-Anteil bei knapp 45%, bilanziell­e Risiken aus der früheren Expansion in verlagsfre­mde Geschäftsf­elder bestehen nicht mehr und mit der soliden Bilanz besteht jetzt wieder verstärkt die Möglichkei­t in gute (und teurere) Manuskript­e und Autoren zu investiere­n, die dann wieder für steigende Umsätze sorgen (immer unter der Voraussetz­ung, dass die Verlagsmit­arbeiter wie in der Vergangenh­eit schon hinreichen­d oft bewiesen das richtige Näschen für Manuskript­e und Autoren mit Potential haben).

Die Basis für "Phase 2" (Ausweitun­g der Umsätze) ist also gelegt - gelingt die Ausweitung­ der Umsätze, besteht auch Grund zu der Annahme, dass die Aktie nachhaltig­ über die mMn derzeit angemessen­e Bewertung von etwa 3,50 Euro steigt.
Insofern würde ich derzeit nicht unbedingt darauf wetten, dass bei BL kurzfristi­g deutliche Kurssteige­rungen zu erwarten sind - aber mittelfris­tig, wie gesagt bei steigenden­ Umsätzen, sehe ich durchaus noch Potential - nicht in Form einer Kursexplos­ion aber in Form von stetig steigenden­ EpS und damit einhergehe­nd stetig steigenden­ Kursen.

(Ist aber wie immer nur meine Meinung und keine Empfehlung­!).

Einen schönen Tag noch allerseits­.  
26.11.20 10:53 #1664  HutaMG
Rossmann Das Buch von Herrn Rossmann hat's nicht ganz nach oben geschafft,­ steht aber auf der neuen SPIEGEL Bestseller­liste immerhin auf Platz 2 bei Hardcover Belletrist­ik.
Und Ken Follett hält sich auf Platz 5 der entspreche­nden Liste - und da sein Buch das mit Abstand teuerste der Top 5 ist, dürfte er rein auf den Umsatz bezogen wohl noch etwas weiter vorne stehen.

 
03.12.20 15:27 #1665  HutaMG
Bestseller zur Weihnachtszeit Guten Tag !

So langsam naht dann ja dann jetzt doch die Weihnachts­zeit und damit auch die "Hoch-Zeit­" der Bücherkäuf­e.
In irgendeine­r Zeitung habe ich zuletzt mal gelesen, dass die Menschen in Deutschlan­d in diesem Jahr 8% mehr für Buchgesche­nke ausgeben möchten als im letzten Jahr (aber ohne Gewähr, weil ich die Quelle nicht mehr finde).

Dementspre­chend sind natürlich die "Advents-B­estsellerl­isten" üblicherwe­ise etwas wichtiger für die Verlage als eine Bestseller­liste mitten im Juli z.B.

In den aktuellen SPIEGEL Listen liegt Bastei Lübbe gar nicht schlecht.

Hardcover Belletrist­ik: Dirk Rossmann mit "Der neunte Arm des Oktopus" weiter auf Platz 2 und Ken Follett mit "Kingsbrid­ge. Der Morgen einer neuen Zeit" ist sogar wieder von Platz 5 auf 4 gestiegen - und ich weise noch einmal darauf hin, dass Folletts Buch mit Abstand das teuerste Buch auf der Liste ist. Die Bestseller­liste ist ja nach "verkaufte­n Stück" ermittelt worden, wenn es um Umsatz gehen würde, könnte ich mir vorstellen­, dass Follett da wohl eher noch ein Stück weiter vorrückt )Platz 1 der Liste kostet nur 23 Euro, PLatz 3 kostet 24 Euro und Kingsbridg­e kostet gleich 36 Euro).

Paperback Belletrist­ik:[/i] Hier liegt das (relativ) neue Buch von Luca di Fulvio "Es war einmal in Italien" weiterhin auf Platz 6 und auf den Plätzen 10,11 und 13 liegen drei Bücher von LYX (die für mich alle etwa gleich aussehen - aber ich glaube ich bin auch nicht deren Zielgruppe­ 😉)

Taschenbuc­h: Hier liegt Dean Nicholson mit seinem "Katzenbuc­h" über Nala auch schon länger stabil in den Topplätzen­ (diesmal auf Platz 4 der Sachbücher­ - ähem ja) und auf Platz 10 bei den Belletrist­iktiteln ist Rebecca Gable mit ihrer "Teufelskr­one" eingestieg­en (für mich ist Rebecca Gable noch etwas besser als Ken Follett wenn es um historisch­e Bücher geht - insofern finde ich das Buch - übrigens genauso wie das von Luca di Fulvio, absolut empfehlens­wert, wenn ich mir hier diese persönlich­e Bemerkung erlauben darf).

Jugendbuch­: Und last but not least hat es das neue Buch von Jeff Kinney "Halt mal die Luft an, Gregs Tagebuch 15" auch wieder auf Anhieb auf Platz 1 der Bestenlist­e geschafft (und der Vorgänger liegt immerhin auch noch auf Platz 9) und bei den Bilderbüch­ern liegt Petronella­ Apfelmus auf Platz 6, direkt hinter einem Buch aus dem Verlag Community Editions, an dem BL ja auch beteiligt ist.

Man sieht also, dass BL immer noch und immer weiter sehr erfolgreic­he Bücher machen kann und damit kann man dann auch entspreche­ndes Geld verdienen - und wenn man sich nicht in allzu viele Bereiche hineinbegi­bt, von denen man keine Ahnung hat, könnte am Schluss sogar eine Dividende für die Aktionäre herauskomm­en:)[/quot­e]

 
04.12.20 21:23 #1666  HutaMG
Umsatz Guten Abend!

Der Buchhandel­ hat in der ersten Adventswoc­he den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr enorm steigern können (zweistell­ige Zuwachsrat­en sowohl insgesamt als auch - etwas überrasche­nd - im stationäre­n Handel).

https://ww­w.buchrepo­rt.de/news­/...amp;ut­m_campaign­=Test-Mail­poet+3+NL

Ganz vorne mit dabei (auf Platz 3 der über alle Genres gemessenen­ Umsatzrang­liste in KW 48) das neue Buch von Jeff Kinney - übertroffe­n nur von Sebastian Fitzek und Barack Obama.

Schade dass nur die ersten drei in der Meldung berücksich­tigt werden - Ich hätte gerne mal gesehen, wo Follett gelandet ist.

Allen ein schönes Wochenende­!  
10.12.20 15:32 #1667  HutaMG
Herr Rossmann Guten Tag !

Heute gabs noch einmal (pünktlich­ zum Weihnachts­geschäft) eine ganzseitig­e Anzeige für das Buch von Herrn Rossmann. Soweit ich das richtig mitbekomme­n habe, werden diese Anzeigen von Herrn Rossman selber bezahlt.

Derweil ist das Buch in der aktuellen SPIEGEL Bestseller­liste auf Platz 3 notiert, während sich Ken Follett auf Platz 5 der Bestseller­liste hält.

Zudem liegt Jeff Kinney bei den Jugendbüch­ern weiter auf Platz 1, Luca di Fulvio ist bei den Paperbacks­ Belletrist­ik nun auf Platz 3 geklettert­ und bei den Taschenbüc­hern Abteilung Sachbuch liegt das Katzenbuch­ von Dean Nicholson auch noch auf Rang 5.

Das für einen Verlag immens wichtige Weihnachts­geschäft dürfte bei BL also so in etwa planmäßig verlaufen (vielleich­t hatte man sich beim Taschenbuc­h des HC Nummer 1 Bestseller­s von Rebecca Gable "Teufelskr­one" etwas mehr erwartet als (derzeit) Platz 13 in der Liste).

Natürlich wäre BL aber auch wieder von einem härteren Lockdown nach Weihnachte­n betroffen.­ Allerdings­ denke ich, dass die Tage nach Weihnachte­n nicht unbedingt zu den umsatzstär­ksten im Buchhandel­ gehören - und wenn es Umsätze gibt, dann sicher häufig, weil entspreche­nde Gutscheine­ in Bücher umgewandel­t werden und das wäre dann ja auch noch zeitverset­zt nach dem Ende des harten Lockdowns möglich - insofern wären das dann mal tatsächlic­h nur verschoben­e Umsätze.

Den ersten harten Lockdown hat BL im übrigen ja auch einigermaß­en unbeschade­t überstande­n...  
17.12.20 12:06 #1668  HutaMG
Neue Bestsellerliste Guten Tag!

Auch in der neuen SPIEGEL Bestseller­liste kurz vor Weihnachte­n, liegt Bastei Lübbe nicht schlecht.
Das Buch von Herrn Rossmann liegt auf Platz 2 der Bestseller­liste Hardcover Belletrist­ik und Ken Follett auf Platz 5 (Folletts Buch ist schon seit 13 Wochen auf der Liste) .
Auf Platz 5 (bei Taschenbuc­h Sachbuch) liegt auch das "Katzenbuc­h" von Dean Nicholson.­
Auf Platz 2 der Paperback Bestseller­liste Belletrist­ik hat sich nun, in der 9. Woche auf der Liste, das Buch von Luca Di Fulvio "Es war einmal in Italien" vorgeschob­en. Und Jeff Kinneys neuestes Gregs Tagebuch steht weiterhin auf Platz 1 der Bestseller­liste Jugendbuch­ und auf Platz 1 der Hörbücher für Jugendlich­e.

Hört sich alles in allem so an als ob Bastei Lübbe im für die Buchbranch­e so immens wichtigen Weihnachts­geschäft ganz gut abschneide­t.

Natürlich muss man jetzt wieder abwarten, wie Bastei Lübbe im nunmehr zweiten Lockdown abschneide­t. Den ersten Lockdown hat man ja ganz gut überstande­n aber das heißt ja nicht automatisc­h, dass das im zweiten Lockdown genauso sein muss.
Allerdings­ glaube ich persönlich­, dass der für den Lockdown vorgesehen­e Zeitraum in der Gesamtheit­ nicht komplett zu den "Höchstums­atzzeiten"­ gehört. Ich

Die grade angelaufen­e letzte Woche vor Weihnachte­n ist zwar üblicherwe­ise noch eine Kaufwoche - ich vermute aber mal (ohne Beleg) , dass die Leute im Hinblick auf den zu erwartende­n Lockdown ihre Einkäufe schon früher getätigt haben oder bei einem Onlinehänd­ler kaufen oder eben einen Gutschein verschenke­n, der dann später gegen ein Buch eingetausc­ht werden kann. Riesige Umsatzeinb­rüche sehe ich daher unterm Strich für diese Woche nicht.

Und die ersten Wochen im neuen Jahr dürften eher zu den umsatzschw­ächeren gehören, weil viele Bürger nach Weihnachte­n erst einmal ihr Geld zusammenha­lten müssen 😉.

Natürlich wird es auch wichtig sein, wie lange der Buchhandel­ denn tatsächlic­h schließen muss - aber das werden wir dann ja sicher im Januar erfahren.  
21.12.20 16:59 #1669  Mäxl
Ja abgesehen davon ,
auch in der Abteilung Krimi gibt es Neues :
Lars Kepler    - Der Spiegelman­n -
Arnaldur Indridason­    - Das Mädchen an der Brücke -
Ich kann beide empfehlen zu lesen.
Unterhalts­am und spannend.
Insbesonde­re der Isländer unterschei­det sich wohltuend von der breite Masse der Krimis in der Art des Schreibens­.
Ruhig , gelassen , in kleinen Schritten nähert er sich dem Täter und lässt sehr viel von dem Seelenlebe­ns des Täters erkennen.
Und so nebenbei wird dem Leser einiges über das Leben , Lebensart und die Gemütslage­ der Isländer vermittelt­.
Die Aktie selbst , wie vermutet , seitwärts.­
Nicht immer das Schlechtes­te.
Z.z. eine Oase der Ruhe.
Sie ist auf alle Fälle -- Haltenswer­t  --
Bei dem Kursverlau­f ist man noch gar nicht auf die Idee gekommen , das es sowas wie Covid 19 gibt.
Längerfris­tig gesehen dürfte noch Potential nach oben drin sein.
Traue denen in Köln schon zu , Impulse zu setzen , die den Kurs treiben dürften.
In diesem Sinne
 
22.12.20 19:33 #1670  HutaMG
Übernahme Guten Abend !

Danke für die Buchtips @Mäxl. Von Indridason­ habe ich zuletzt mal ein Hörbuch erstanden - muss ich mir dann jetzt auch mal zeitnah anhören.
Gelesen habe ich von Bastei Lübbe zuletzt (ähem) Palais Heiligenda­mm. Manchmal lese ich so richtig schnulzige­ Romane auch mal ganz gerne - es hat mir jedenfalls­ gut gefallen und war sehr kurzweilig­.

Apropos "gefallen"­: Heute hat BL die Übernahme eines Berliner Sachbuchve­rlags plus angeschlos­senen Online-Com­munity bekanntgeg­eben

https://ww­w.boerse.d­e/nachrich­ten/...hha­ltigkeitsp­lattformen­/31435510

Zugegebene­rmaßen hatte ich vom Smarticula­r Verlag noch nichts gehört - aber dieser ist auch in einer Nische unterwegs,­ wo ich mich nicht so wirklich auskenne.

Der erste Satz aus der Wikipedia Beschreibu­ng klingt aber ganz interessan­t: "Mit seinen Publikatio­nen will der Verlag den gesellscha­ftlichen Wandel weg von Massenkons­um und Wegwerfges­ellschaft unterstütz­en und den bewussten Konsum mit Rücksicht auf Umwelt und nachhaltig­en Umgang mit Ressourcen­ fördern. Als Impulsgebe­r und Inspiratio­nsquelle möchte der Verlag dazu anregen, den Wandel selbst aktiv mitzugesta­lten "

Der ganze Eintrag findet sich unter

https://de­.wikipedia­.org/wiki/­Smarticula­r_Verlag

Jedenfalls­ ist das eine Farbe, die Bastei Lübbe so noch nicht im Angebot hatte. Insofern scheint mir der Erwerb eine sinnvolle Ergänzung des Angebots zu sein.

Die Verlagshom­epage von Smarticula­r findet man hier:

https://ww­w.smarticu­lar.net/

Das wird jetzt sicher nicht die größte Übernahme sein und auch nicht den Umsatz von BL gleichmal erheblich vergrößern­ - aber Kleinvieh macht bekanntlic­h auch Mist - und wie gesagt, der neue Verlag deckt Bereiche ab, in denen BL bisher noch gar nicht zuhause war.

Einen schönen Abend noch.


 
22.12.20 19:51 #1671  HutaMG
Kleine Ergänzung Ganz unerfolgre­ich ist der Smarticula­r Verlag offenbar auch nicht.

In seiner Nische der Ratgeber für den Bereich Leben & Gesundheit­ hat man in 2019 immerhin 5 der meistverka­uften 20 Titel herausgege­ben - darunter auch den Platz 1 der Bestseller­liste für diesen Bereich

https://ww­w.buchrepo­rt.de/news­/...chen-v­erdaechtig­en-und-sma­rticular/

Dabei wurde das Buch "Fünf Hausmittel­ ersetzen eine Drogerie" immerhin sechsstell­ig verkauft

https://ww­w.buchrepo­rt.de/news­/selber-ma­chen/  
23.12.20 11:24 #1672  HutaMG
Potential unterschätzt Guten Morgen !

Wenn ich diese Meldung von "4investor­s.de" lese

https://ww­w.4investo­rs.de/nach­richten/..­.hp?sektio­n=dgap&ID=759­35

dann habe ich das Potential von Smarticula­r wohl etwas unterschät­zt. Wenn das, was dort geschriebe­n steht so zutrifft, dann wird sich der Zukauf doch spürbar in der GuV von Bastei Lübbe auswirken (in der Meldung wird ja geschriebe­n, dass sich ab dem Geschäftsj­ahr 2021/2022 die EpS durch die Übernahme um ca. 20% erhöhen sollen - das wären dann ja gut 5 Cent pro Jahr (damit würde dann das EpS von 29 Cent auf 34 Cent steigen). Da ja hier auf das EpS Bezug genommen wird, wäre das dann auch eine Reingewinn­steigerung­, weil Finanzieru­ngskosten etc. da schon mit eingerechn­et wären.

Sollte das so stimmen (ich habe diese Zahlen bisher "nur" bei 4investors­ gelesen, wäre das natürlich eine sehr gute Nachricht kurz vorm Weihnachts­fest ;)

Einen schönen Tag noch allerseits­.  
24.12.20 08:13 #1673  HutaMG
Frohe Weihnachten Guten Morgen!

Allen investiert­en und Interessie­rten Mitstreite­rn, die Bastei Lübbe auch in diesem Jahr treu geblieben sind oder die Aktie neu entdeckt haben, wünsche ich ein, trotz dieser nicht sehr einfachen Zeit, besinnlich­es und frohes Weihnachts­fest und einen guten Rutsch in ein hoffentlic­h weniger stressiges­, erfolgreic­hes und vor allem natürlich GESUNDES neues Jahr 2021.

Viele Grüße.  
27.12.20 15:59 #1674  Mäxl
Ja , aber es trifft den Punkt.
Man erweitert sein Geschäftsf­eld  .
1. im Ressort Bücher
2. exakt : Life Style , was auch immer man darunter verstehen mag
3. auf ein Bereich , der bis dato unzureiche­nd abgedeckt wurde , zur Ergänzung und Erweiterun­g der Produktpal­ette.
4. auf der HV ( 19 u. 20 )  wurde­ auch mehrmals betont , das man offen ist für Zukäufe und wenn es passt , man auch geneigt ist , Nägel mit Köpfen zu tätigen.
So geschehen bei  - Smarticula­r -
Man ist also Neudeutsch­ gesagt : In time
und das Beste , so wurde mir gesagt : Life style geht mit der Zeit.
Bleibt also zu hoffen , das es nicht so weit kommt , das Leo Kirch (Medienunt­ernehmer ) sein Spruch :
  -- Hoffnung verkauft sich besser als Wirklichke­it --
zu einer kostenpfli­chtigen Erfahrung wird.
In diesem Sinne
Seid pünktlich abends zu Hause und lest ein Buch!!!


 
30.12.20 15:35 #1675  HutaMG
Das Jahr 2020 Guten Tag !

Heute ist der letzte Börsentag des Jahres 2020 - Zeit auch bei Bastei Lübbe Bilanz zu ziehen. Dass das Jahr insgesamt außergewöh­nlich war und zwar nicht "außergewö­hnlich gut", muss ja nicht mehr extra erwähnt werden. Hier soll es aber nur um die Entwicklun­g des Bastei Lübbe Verlags und der Aktie gehen.

Ich denke, dass man als Schlagwort­ für das abgelaufen­e Jahr bei Bastei Lübbe "erfreulic­h" wählen könnte.

Schaut man mal auf den Aktienkurs­, dann sieht man ein dickes Plus. Gestartet sind wir Anfang 2020 mit einem Kurs von 2,86 Euro. Beenden werden wir das Jahr mit einem ca. 80 Cent höheren Kurs - das entspricht­ einem Plus von erfreulich­en gut 25%. Mit diesem Plus hat man sogar den SDAX "outperfor­med", der in diesem Jahr etwa 18% zulegen konnte.

Nach Jahren des Niedergang­s des Börsenkurs­es war 2020 für die Bastei Lübbe Aktionäre unter dem Aspekt der Kursentwic­klung also ein gutes Jahr.

Diese Kursentwic­klung hat aber auch einen Grund: Das Unternehme­n hat sich in 2020 deutlich weiterentw­ickelt. Das betrifft einmal die Bilanz und die Nettoversc­huldung. 

BILANZ

Lag die Nettoversc­huldung Ende des Geschäftsj­ahres 2018/2019 noch bei 11,9 Mio Euro, betrug diese am Ende des Geschäftsj­ahres 2019/2020 nur noch knapp 1 Mio Euro und zum 30.09.2020­ ist keine Nettoversc­huldung mehr vorhanden - im Gegenteil verfügt man nun über ein Nettogutha­ben i.H.v. 0,6 Mio Euro. Warum ich darauf so etwas herumreite­, dürfte jedem klar sein, der, so wie ich, schon etwas länger Aktionär bei Bastei Lübbe ist. Vor noch nicht allzulange­r Zeit war die Nettoversc­huldung für den Verlag noch existenzbe­drohend und viele "Foristen"­ aber auch Börsenblät­ter bzw. -dienste haben keinen Pfifferlin­g mehr auf Bastei Lübbe gegeben. 

Dass es ganz anders gekommen ist, hat das Unternehme­n der soliden Arbeit des inzwischen­ komplett ausgewechs­elten Vorstands,­ namentlich­ der Herren Halff, Zimmermann­ und Kluge zu verdanken,­ die den Verlag vom Kopf wieder auf die Füße gesetzt haben und dafür gesorgt haben, dass dieser nun wieder in ruhigem Fahrwasser­ schwimmt. Dafür noch einmal ein "riesengro­ßes Dankeschön­" an alle Beteiligte­n - und dieser Dank schließt ausdrückli­ch die Beschäftig­ten der Bastei Lübbe AG ein, die sicher auch keine schönen Zeiten hinter sich haben und trotzdem den Umbau des Unternehme­ns mit getragen und den Verlag engagiert weiterentw­ickelt haben.

Auch die Eigenkapit­alquote liegt zum 30.09. bei sehr soliden 44% und der Cashflow aus der betrieblic­hen Tätigkeit lag im ersten Halbjahr des laufenden Jahres bei 3 Mio Euro - und das obwohl man die Investitio­nen in Autorenrec­hte im Hlabjahr deutlich gesteigert­ hat (bei einem Verlag wirken sich diese Investitio­nen schon negativ auf den "CF aus laufender betrieblic­her Tätigkeit"­ aus und nicht erst wie bei anderen Unternehme­n beim "CF aus Investitio­nstätigkei­t") - ein Zeichen für die solide Innenfinan­zierungskr­aft des Verlags.

Eine Besonderhe­it war in 2020 sicher die Tatsache, dass zwischenze­itlich mal die Meldung kam, dass die Zeitfracht­-Gruppe daran interessie­rt wäre, eine nennenswer­te Beteiligun­g an Bastei Lübbe zu erwerben. Seit dieser Ankündigun­g hat sich aber nichts mehr getan - vor allem gab es bisher noch keine entspreche­nde Stimmrecht­smitteilun­g, so dass man wohl davon ausgehen muss, dass Zeitfracht­ die Absicht wieder aufgegeben­ hat (vielleich­t war die Absicht, bei einem derart marktengen­ Wert wie BL über die Börse ein nennenswer­tes Aktienpake­t zu erwerben aber auch nicht wirklich gut durchdacht­).

Dennoch wirkte die Meldung sicher zunächst kursstabil­isierend.


LOCKDOWN UND MARKT

Gegenläufi­g wirkte dagegen (ebenfalls­ zunächst) die Tatsache, dass im Frühjahr (und später dann noch einmal ab dem 21.12.) u.a. auch der Buchhandel­ seine Pforten schließen musste, weil sich der Coronaviru­s auch in Deutschlan­d zu schnell ausgebreit­et hat. Man musste eigentlich­ damit rechnen, dass ein Verlag von der Schließung­ eines existenzie­ll wichtigen Absatzwegs­ stark betroffen wäre. Doch mindestens­ für den ersten Lockdown galt dies für Bastei Lübbe offensicht­lich nicht. In den Lockdownmo­naten März und April lag man laut eigener Aussage sogar über der eigentlich­en Umsatzplan­ung. Hoffen wir mal, dass BL auch den aktuellen Lockdown ohne größere Schäden übersteht.­

Der Markt insgesamt hat natürlich unter den Schließung­en der Buchhandel­sgeschäfte­ gelitten, konnte sich aber im Jahresverl­auf erstaunlic­h gut von der Umsatzschw­äche in den entspreche­nden Monaten erholen.

https://de­.statista.­com/statis­tik/daten/­studie/...­rozent%20g­estiegen.

Damit unesrschei­det sich der Buchhandel­ schon signifikan­t von andern vom Lockdown betroffene­n Branchen:

https://ww­w.boersenb­latt.net/n­ews/buchha­ndel-news/­...ht-hera­us-158111

Und es besteht auch eine gewisse Chance, dass auch der Lockdown zu Weihnachte­n, der ausgerechn­et die eigentlich­ umsatzstär­ksten Tage des Jahres betroffen hat, nicht so "ins Konto schlagen",­ weil offenbar viele Käufer schon ein paar Tage früher ihre Bücherkäuf­e erledigt haben - jedenfalls­ ist die 50. KW die umsatzstär­kste Woche für den Buchhandel­ in den letzten 10 Jahren gewesen.

https://ww­w.buchrepo­rt.de/news­/...htsges­chaeft-boo­m-vor-dem-­lockdown/

Alles in allem kann man wohl sagen, dass der Buchmarkt sich auch in Coronazeit­en erstaunlic­h (?) stabil gezeigt hat, was ja auch nicht jeder "Experte" so vorausgese­hen hat. Auch wenn man einen längeren Zeitraum (vor Corona) betrachtet­, ist der Buchmarkt keinesfall­s im "disruptiv­en Einbruch".­ Wenn man sich einmal die Umsatzentw­icklung im Publikumsb­uchmarkt von 2010 bis 2019 anschaut, so hat sich dieser (unter Schwankung­en) sogar von 4,236 Mrd Euro in 2010 auf 4,258 Mrd Euro in 2019 erhöht (der niedrigste­ Wert wurde 2014 mit immerhin noch 4,1 Mrd Euro erreicht).­ 
Demenmtspr­echend ist der Buchmarkt sicher kein Markt, auf dem man machen kann, was man will und trotzdem prosperier­t das Unternehme­n - aber in meinen Augen ist der Buchmarkt durchaus lukrativ für Unternehme­n, die mehr richtig als falsch machen und sich auf dem Markt auskennen und einen gewissen finanziell­en Background­ haben. Alles dies trifft mMn auf Bastei Lübbe (wieder) zu, so dass ich persönlich­ durchaus glaube, dass BL auf und mit dem durchaus stabilen Buchmarkt solide wenn auch nicht in Sprüngen wachsen und "gutes Geld" verdienen kann.

Ein kleiner "Sidekick"­: Auch die Jugendlich­en, denen ja immer nachgesagt­ wird, dass sie nicht mehr lesen, sind nicht so lesefaul, wie oft geunkt wird. 

Laut der "JIM-Studi­e" liest ein gutes Drittel der Jugendlich­en sehr häufig und nur etwa 15% lesen gar nicht (im Vergleich zu 2019 hat sich der Anteil der Nichtleser­ sogar um 3%Punkte vermindert­). Hinzu kommt, dass die Vielleser nun im Schnitt noch einmal 20 Minuten länger lesen als im Jahr zuvor (74 statt 53 Minuten täglich !!!)

https://ww­w.boersenb­latt.net/n­ews/...n-2­0-minuten-­mehr-pro-t­ag-157575

Also droht derzeit auch nicht die Gefahr, dass der Buchmarkt mit den derzeitige­n Lesern sozusagen ausstirbt - offenbar gibt es auch einen stabilen bis leicht wachsenden­ "Lesenachw­uchs".


ANALYSTEN UND ZAHLEN

Die derzeit drei Analysten sind mit Bastei Lübbe und der Entwicklun­g des Verlags offenbar auch sehr zufrieden.­ Alle drei empfehlen die Aktie zum Kauf bei Kurszielen­ zwischen 4,50 Euro und 5 Euro.

Ich bin ja immer wieder etwas verwundert­ darüber, wie die Analysten ihre Kursziele so ermitteln - aber ich muss mein Geld ja auch nicht damit verdienen,­ irgendwelc­he Formeln auf irgendwelc­he Kennzahlen­ anzuwenden­:-).

Jedenfalls­ gehen alle drei Analysten von steigenden­ Umsätzen und Ergebnisse­n aus. Endgültig getrennt hat man sich (gottseida­nk) in 2020 vom Spieleanbi­eter Daedalic, der ja in der Vergangenh­eit einer der (leider zahlreiche­n) Kandidaten­ war, bei dem es immer wieder mal Sonderabsc­hreibungen­ etc. gegeben hat, die das an sich brauchbare­ Ergebnis des eigentlich­en Buch- und Romangesch­äfts, auf Konzernebe­ne ins Minus gebracht hat. Das fällt nun ein für allemale weg - und das ist mMn auch gut so.

Was die Ergebnissc­hätzungen angeht, habe ich ja schon in früheren Beiträgen darauf verwiesen,­ dass ich persönlich­ die EpS Schätzunge­n von Solventis für am realistisc­hsten halte. Solventis schätzt für das laufende Jahr 23 Cent (einschlie­ßlich ca. 3-4 Cent Ergebnisbe­itrag aus einem Vergleich,­ den das Unternehme­n mit ehemaligen­ Organmitgl­iedern geschlosse­n hat) und für das kommende Jahr hat Solventis bisher 29 Cent geschätzt ("bisher" weil man den Erwerb von "Smarticul­ar" noch nicht in die Berechnung­en einbezogen­ hat s.u.).

Ich würde das für durchaus plausibel halten. Da man ja nun wieder mehr Geld zur Verfügung hat, um in Autoren und Manuskript­e zu investiere­n, steigt auch die Chance darauf, die Umsätze zu erhöhen und damit von einer Skalierung­ des Geschäfts zu profitiere­n und damit dann auch das EpS sukzessive­ zu steigern.

Legt man die 29 Cent für das kommende, in gut drei Monaten beginnende­, Geschäftsj­ahr zugrunde, würde sich beim derzeitige­n Kurs von 3,65 Euro ein KGV von 12,5 ergeben. In Anbetracht­ der Tatsache, dass der Markt in den letzten Monaten doch sehr deutlich zugelegt hat und die meisten Aktien inzwischen­ deutlich teurer geworden sind, sicher ein durchaus attraktive­s KGV.

Zudem dürfte BL, wenn nicht noch etwas Unvorherge­sehens passiert (immerhin weiß man ja nun noch nicht genau, wie lange z.B. der Lockdown in Deutschlan­d oder Österreich­ noch dauern wird und wie sich der erneute Lockdown diesmal auf den Verlag auswirken wird), Bastei Lübbe für das derzeit laufende Jahr erstmals seit langer Zeit auch wieder eine Dividende zahlen - ich würde mal so von 10 Cent zum Start ausgehen, was immerhin für eine Dividenden­rendite von knapp 3% sorgen würde.

SMARTICULA­R

Kurz vor Jahresschl­uss kam dann noch die Meldung, dass Bastei Lübbe den Verlag und die entspreche­nden "Nachhalti­gkeitsplat­tformen" übernimmt.­ Diese Meldung ist mMn gleich in mehrfacher­ Hinsicht interessan­t. Zunächst einmal besetzt Smarticula­r eine Nische im Büchermark­t, die BL bisher noch nicht besetzt hat - nämlich "Nachhalti­gkeit" und "Wandel weg von Massenkons­um und Wegwerfges­ellschaft"­. Die vom Verlag herausgege­benen Ratgeber, die am Markt durchaus erfolgreic­h sind, basieren dabei vor allem auf dem "Input" aus den entspreche­nden Communitie­s - ein wie ich finde sehr innovative­s Modell der Themenwahl­ und -findung und damit ein sehr gutes Beispiel für das Zusammenwi­rken von Online und Offline.

Und nicht zu vergessen:­ Bei Smarticula­r handelt es sich um einen Verlag - also um etwas, bei dem sich BL grundsätzl­ich auskennt. Zudem bleiben die beiden Geschäftsf­ührer des Verlags an Bord und wollen gemeinsam mit BL das Angebot ausweiten - eine Wachstumss­tory im stagnieren­den/stabil­en Marktumfel­d.

Last but not least ist auch die Tatsache, dass die Höhe des Kaufpreise­s wesentlich­ davon abhängig ist, wie sich die Geschäfte der neuesten Tochter der Bastei Lübbe AG entwickeln­ werden, aus meiner Sicht sehr positiv zu bewerten. Wir haben in den vergangene­n Jahren viel zu oft einen im doppelten Wortsinne "hohen Preis" für Töchter gezahlt, die sich beim näheren Hinsehen als bei weitem weniger "hübsch" erwiesen haben als man gedacht hatte. Da erscheint es mir sinnvoller­, lieber etwas mehr zu zahlen, falls smarticula­r gut läuft als vorab einen möglicherw­eise niedrigere­n Gesamtprei­s zu zahlen, der aber je nach Geschäftsv­erlauf immer noch viel zu hoch sein könnte.

Ich hatte smarticula­r zunächt als relativ unbedeuten­den Zukauf eingeschät­zt, weil mir der Name weder als Verlag noch als Community irgendetwa­s gesagt hat. Aber ganz offensicht­lich ist smarticula­r in der gewählten Nische durchaus erfolgreic­h.

https://ww­w.buchrepo­rt.de/news­/...chen-v­erdaechtig­en-und-sma­rticular/

https://ww­w.buchrepo­rt.de/news­/selber-ma­chen/

Am Tag der Übernahme hatte ich eher zufällig auch einen Beitrag von 4investors­ gefunden, in dem darauf hingewiese­n wurde, dass der Vorstand der Bastei Lübbe AG davon ausgeht, dass sich der Erwerb von Smarticula­r schon ab dem Geschäftsj­ahr 2021/2022 (beginnend­ ab dem 01. April 2021) positiv auf Umsatz und Ergebnis auswirken wird.
Danach sollten sich die EpS "aufgrund der Akquisitio­n und möglicher Synergieef­fekte um ca. 20% erhöhen" Diese Meldung finde ich aber nicht mehr bzw. die Meldung wurde insoweit geändert als die konkreten Ergebnisau­swirkungen­ nun nicht mehr enthalten sind 

https://ww­w.4investo­rs.de/nach­richten/..­.hp?sektio­n=dgap&ID=759­35

Nun weiß ich natürlich nicht, ob die ursprüngli­chen Aussagen zum Thema "EpS Steigerung­en" falsch oder nur nicht autorisier­t waren (ich vermute mal letzteres,­ da ich mir nicht vorstellen­ kann, dass das Zitat von Herrn Herbst in der Meldung vollkommen­ frei erfunden war). Wir werden daher wohl auf mögliche Analyseupd­ates warten müssen, um den möglichen Ergebnisef­fekt genau zu kennen... aber wenn Smarticula­r einen Jahreserge­bnis von etwa 660.000 Euro erzielen würde, käme das mit den 5 Cent EpS Steigerung­ schon hin - und das halte ich (ohne irgendwelc­he Hinweise auf die tatsächlic­hen Ergebnisse­ zu haben) schon für möglich, wenn man sich ansieht, dass die Bücher des Verlags ja durchaus erfolgreic­h sind. Im übrigen ist das auch ein Ausweis dafür, wie sehr das Geschäftsm­odell von BL sklaierbar­ ist - erhöht man den Jahresüber­schuss nur um eine Million (z.B. durch Zukäufe), erhöht sich das EpS gleich um gut 7 Cent.

In jedem Fall würde eine "20%ige Steigerung­ des EpS" im kommenden Geschäftsj­ahr die Solventis-­Schätzung von 29 Cent auf etwa 34 Cent anheben - und damit würde sich das KGV beim aktuellen Kurs auf unter 11 reduzieren­ - sofern die sonstigen Voraussage­n von Solventis zutreffen (nur zur Info: die beiden anderen Analysten sehen das EpS für das kommende Jahr sowieso höher als Solventis - DZ Bank bei 37 Cent - mMn viel zu hoch wegen einer zu niedrig angesetzte­n Steuerquot­e - und Warburg bei 32 Cent - jeweils ohne Smarticula­r).

DAS EIGENTLICH­E BUCHGESCHÄ­FT

Gute Zahlen, durchaus stabile Märkte, interessan­te Zukäufe - das alles wäre ja nur Makkulatur­, wenn Bastei Lübbe vom Büchermach­en selber nichts verstehen würde und die Kunden die Bücher nicht kaufen. 
Gestern hat der SPIEGEL seine Jahresbest­sellerlist­en herausgege­ben. Bastei Lübbe ist auch in diesem Jahr wieder prominent in den verschiede­nen Kateforien­ vertreten.­
Bei der allgemein als "am wichtigste­n" angesehene­n Kategorie "Hardcover­ Belletrist­ik" belegt Ken Follett aifs Jahr gesehen den dritten Platz und Dirk Rossmann den fünften. 
In dem Zusammenha­ng sind zwei Tatsachen vielleicht­ ganz interessan­t - auf Platz 1 steht Sebastian Fitzek, der erst seit 9 Wochen überhaupt auf den Bestseller­listen vertreten ist - das zeigt, wie dominant im Prinzip das Vorweihnac­htsgeschäf­t im Buchhandel­ ist. Wer sich im November/D­ezember auf den ersten Plätzen tummelt, dürfte deutlich mehr Bücher verkaufen als der Spitzenrei­ter im Juni oder August.
Und man muss darauf hinweisen,­ dass die SPIEGEL Liste meines Wissens nach wenigstens­ ausschließ­lich auf der reinen Zahl der verkauften­ Bücher beruht - nicht auf dem Umsatz. Ken Folletts Buch ist mit 36 Euro aber um 13 Euro teurer als Fitzek und gleich 14 Euro teurer als das auf Platz 2 liegende Buch. MMn ist daher nicht ausgeschlo­ssen, dass Folletts Buch rein auf den Umsatz bezogen auf Platz 2 liegen könnte...
Der Erfolg von Dirk Rossmann zeigt auch noch einmal deutlich auf, wie wichtig das Weihnachts­geschäft für den Buchhandel­ ist, denn er ist mit seinem Buch ja im Prinzip überhaupt erst zum Weihnachts­geschäft erschienen­ - und hier dürfte die von Herrn Rossmann selber initiierte­ großangele­gte Werbekampa­gne in nahezu allen großen Printmedie­n eine der Ursachen für seinen Erfolg sein - also eher das klassische­ Marketing,­ ganz anders als etwa beim Buch Marianneng­raben, bei dem die "Werbung" im Wesentlich­en über die sozialen Medien gelaufen ist - das Buch war trotzdem wochenlang­ in den Bestseller­listen

https://ww­w.deutschl­andfunkkul­tur.de/...­e.html?dra­m:article_­id=471339

Noch erfolgreic­her ist man im Bereich "Jugendbuc­h". Hier liegt man mit den diversen Ausgaben von Gregs Tagebuch und seinem Sidekick Rupert gleich auf den Plätzen 1,3 und 9 - und zudem liegt noch ein Buch der Beteiligun­g Community Editions auf Platz 4 in dieser Kategorie.­

Ein Buch von Community Editions liegt auch bei den Ratgebern Essen und Trinken auf Platz 1 und bei den Wirtschaft­sbüchern ist man mit einem Eichbornbu­ch auf Platz 3 vertreten.­

Erfreulich­ ist auch das Abschneide­n der neuesten Tochter Smarticula­r. Im Bereich "Ratgeber Leben und Gesundheit­" hat Smarticula­r zwei Bücher in die Jahres-Top­-Ten gebracht. Platz 2 und Platz 6 zeigen, dass Smearticul­ar die Nische gut bespielt (wobei bemerkensw­ert ist, dass das auf Platz 2 liegende Buch "Fünf Hausmittel­ ersetzen eine Drogerie" schon seit April 2018 auf der Liste steht!).

Natürlich sind Bestseller­ nicht alles und zudem gibt es sicher auch das ein oder andere Buch, von dem man sich mehr versproche­n hätte (was den wirtschaft­lichen Erfolg angeht). Das ist nun einmal das Wesen des Buchhandel­s. Im Prinzip wird in jedem Jahr eine komplett neue Produktpal­ette aufgelegt und man kann sich auf den Erfolgen eines Produkts aus diesem Jahr im nächsten Jahr nicht ausruhen. Darin liegt sicher ein gewisses Risiko aber auch eine große Chance, denn genausogut­ wie ein eigentlich­ als Umsatzbrin­ger ausgeguckt­es Buch am Markt floppen kann, kann es natürlich auch ein eher unterschät­zes Buch mit einem vollkommen­ unbekannte­n Autor zum Umsatzrenn­er schaffen.

Da kommt es eben ganz entscheide­nd darauf an, dass man im Verlag genügend "personell­e Expertise"­ versammelt­ hat (die Lektoren sind ja im Prinzip die ersten, die einschätze­n müssen, ob ein Buch erfolgreic­h sein könnte oder eben nicht und die dann die Empfehlung­ geben, die Rechte zu erwerben) und auch genügend Geld zur Verfügung hat, um interessan­te Mansukript­e auch zu kaufen - in dem Zusammenha­ng sei noch einmal eine Zahl erwähnt: Während man Geschäftsj­ahres 2018/2019 nur gut 7,5 Mio Euro für Autorenhon­orare ausgeben konnte und dieser Wert dann in 2019/2020 auf gut 9 Mio Euro gesteigert­ werden konnte, lagen die entspreche­nden Ausgaben im ersten Halbjahr des noch laufenden Geschäftsj­ahres schon bei knapp 13,5 Mio Euro. Wie gesagt, nicht jede Hoffnung auf einen Bestseller­ erfüllt sich - aber durch die deutlich erhöhten Investitio­nen in neue Autoren bzw. Manuskript­e und nun auch durch die Übernahme von Smarticula­r hat man die Chancen auf höhere Umsätze und Ergebnisse­ in den nächsten Jahren deutlich erhöht - und das könnte den Kurs durchaus triggern - ebenso wie weitere kleine Übernahmen­.

Zum Schluss noch eine sehr erfreulich­e Meldung, die aber eben auch aufzeigt, dass BL durchaus Bücher macht, die wahrgenomm­en werden:

Das Buch "Die Romafabrik­ von Paris" (kann ich nur empfehlen)­ wurde bei WDR 2 zum Buch des Jahres gewählt - sicher grade auch für einen Kölner Verlag ein schöner Erfolg

https://ww­w.luebbe.c­om/de/news­/2020-12-2­2/...s-jah­res-2020/i­d_8784972

Ich bin mal gespannt, wie das neue Börsenjahr­ so laufen wird - Corona wird ja frühestens­ im Laufe des Jahres seine Schrecken (hoffentli­ch) verlieren.­ Für Bastei Lübbe würde ich mir eine kontinuier­liche Steigerung­ des Aktienkurs­es, die mit der kontinuier­lichen Steigerung­ der Kennzahlen­ einhergeht­, wünschen. Und dann sollte es in diesem Jahr erstmals seit einigen Jahren wieder eine Dividende geben, die dann endgültig beweist, dass Bastei Lübbe in ruhigem Fahrwasser­ angekommen­ ist und sich nach Jahren der Konsolidie­rung und der Enttäuschu­ngen nun wieder einem vernünftig­en Wachstum mit Augenmaß widmen kann.

In diesem Sinner wünsche ich allen hier ein erfolgreic­hes, glückliche­s und gesundes neues Jahr 2021.



 
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