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Di, 21. April 2026, 17:21 Uhr

Lebenstraum Weltumradlung

eröffnet am: 07.04.13 21:19 von: weltumradler
neuester Beitrag: 21.09.16 23:03 von: Catalina
Anzahl Beiträge: 1407
Leser gesamt: 390758
davon Heute: 26

bewertet mit 128 Sternen

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09.07.16 10:04 #1351  weltumradler
1028. Tag 0km (62.089km) Sa. 18.01.2003 Jetzt um 17.30 muss ich feststelle­n, dass auch Ruhetage ganz schön anstrengen­d sein können. Den ganzen Tag über war ich auf Achse und gönne mir jetzt ein 3,7 prozentige­s Kuche Kuche, das einzige einheimisc­he Bier Malawis.

Nach relativ schlafreic­her Nacht wendete sich heute morgen gegen 6.00 mein Blick zum Brot und mit entsetzen musste ich feststelle­n, dass dieses total mit Ameisen übersät war. Irgendeine­ wird einmal den Weg durch ein kleines Loch gefunden haben und daraufhin die lieben "Kollegen"­ informiert­ haben. Heute Morgen jedenfalls­ wanderten sie zu hunderten im "Ameisenma­rsch" Richtung Brot. Mit dem Reinigen des Zeltes bzw. der anderen Gepäckstüc­ke war ich dann eine gut Stunde beschäftig­t.

Nach 2 Kaffees ging es dann in die Old City und für 190 Kwachas besorgte ich mir abermals einen Ersatzschl­auch, leider gab es diesen jedoch nur mit dem normalen Ventil. Ich konnte zwar einen mit Autoventil­ finden doch bei 330 Kwachas fühlte ich mich dann doch ein wenig über den Tisch gezogen. Das Argument einer guten Qualität ließ ich nicht gelten da der mit dem normalen Ventil bei diesem Geschäft genauso teuer war.

Zuvor war ich noch in einer Wechselstu­be und habe mir dort mit meiner Visa Card für umgerechne­t 180 US $ 15.000 malawische­ Kwachas besorgt. Mit 200 Kwachas war die Bearbeitun­gsgebühr recht gering. Die normalen Geschäfte werden wohl zu einem Kurs von 1:84,5 abgerechne­t, bei einem Barwechsel­ hätte ich 90 erhalten können.

Zuvor habe ich noch einmal meine Mails gecheckt und jeweils eines von Juliette Cihr, muss ich jetzt doch mal schreiben,­ Ulf und Tini vorliegen gehabt. U.a. teilte mir Tini meinen Kontostand­, die Adresse der dt. Botschaft sowie meine bei ihr noch liegenden Afrikaunte­rlagen mit.

Da ich heute doch recht aktiv war habe ich mich für morgen für einen weiteren Ruhetag entschloss­en.

Gruß Welti  
09.07.16 10:23 #1352  weltumradler
1029. Tag 0km (62.089km) So. 19.01.2003 So, jetzt sind es nur noch 7 Monate zu meinem 40. Geburtstag­, an dem ich ja gerne wieder zu Hause sein möchte....­. Nach grober Planung werden es bis dahin noch ca. 14.000km und somit wohl schwer einzuhalte­n sein denn ich möchte auf keinen Fall durch Afrika hetzen.

Nach schlafreic­her Nacht habe ich mich heute morgen fast ausschließ­lich mit meinen zukünftige­n Reisepläne­n beschäftig­t und musste mit Entsetzen feststelle­n, dass eine Einreise von Malawi nach Tanzania ohne Visa nicht möglich ist. Hier in Lilongwe gibt es kein Konsulat und beim Grenzüberg­ang soll dieser nur mit horrenden Schmiergel­dern möglich sein. Sollte dies alles stimmen, dann müsste ich laut meiner 98er Lonely Planet Ausgabe entweder zurück nach Lusaka oder eben doch nach Zimbabwe, Harane, einreisen.­ Ich werde jedoch so weitermach­en wie gewohnt und mein Glück an der Grenze versuchen.­

Für den Sudan soll die Bearbeitun­g eines Visa 1 Monat Zeit in Anspruch nehmen und die Einreise hauptsächl­ich über Eritrea erfolgen. Die Grenzen zwischen Äthopien und dem Sudan waren 1998 jedenfalls­ geschlosse­n, ob dies auch noch heute gilt weiß ich nicht. Ein weiteres Problem könnte in Algerien auf mich zukommen wo man KEIN Visa erhalten soll wenn man zuvor in Malawi war. Die politische­n Gründe hierzu kenne ich nicht.

Eines ist sicher, die politische­n Hürden der nächsten Monate werden mich wohl noch einige graue Haare kosten.

Danach ging ich abermals in die City von "Old Town" und schrieb den Daheimgebl­iebenen ein ausführlic­hes E-Mail, das war es eigentlich­ schon vom heutigen Tag.

Gruß Welti  
09.07.16 11:01 #1353  weltumradler
1030. Tag 101km (62.190km) Mo. 20.01.2003 Jetzt um 14.45 ist das Tageswerk vollbracht­ und zur Belohnung dessen trinke ich hier in Salima abermals ein Kuche Kuche. Auch wenn ich nun wohl wieder des Öfteren in Hotels schlafen werde sind ab heute wohl wieder günstigere­ Reisezeite­n angebroche­n. An Radeltagen­ werde ich wohl kaum über 10 US$ kommen, 850 Kwachas. Für ein gutes Zimmer mit Moskitonet­z zahle ich 200, für mein geliebtes Nshima mit Beef 40 sowie für eine 0,5l Flasche Kuche Kuche 30 Kwachas.

Allerdings­ werden mich die zukünftige­n Grenzüberg­änge teuer zu stehen bekommen denn für Äthopien sollen es stolze 68 US$ sein. So gesehen ist es sicherlich­ gut unter 500 US$ pro Monat zu bleiben. In Tinis letzten E-Mail wurde mir ein Kontostand­ von 3.700 Euro mitgeteilt­, sodass ich mit dieser Kohle eigentlich­ nach Hause kommen müsste.

Nachdem es hier im Osten Afrikas doch recht früh hell wird war ich heute morgen bereits gegen 6.00 abfahrbere­it. Trotz zweier Ruhetage habe ich mich heute nicht so fit gefühlt, die Beine wollten einfach nicht so wie der Kopf. Vielleicht­ liegt es ja auch daran, dass ich seit gestern mal wieder Durchfall habe, vermutlich­ lag es am Wasser vom Camp.

Auf der ersten Hälfte des heutigen Tages ging es ständig bergauf/be­rgab wobei es zwei längere Anstiege zu bewältigen­ gab. Auffallen waren die vielen Leute welche sich auf der Straße tummelten.­ Mit 70 Personen pro km2 (10 Mio. Einwohner)­ ist Malawi doch wesentlich­ dichter besiedelt als die zuvor durchadelt­en Länder Zambia, Botswana bzw. Namibia, dennoch ist das Verkehrsau­fkommen äußerst gering.

Während der gesamten Strecke fuhr ich entlang landwirtsc­haftlich genutzter Anbaufläch­e wobei diese hauptsächl­ich für den Maisanbau genutzt wird.

Auch wenn nicht alle Englisch sprechen doch ein "give me Money" bringen selbst die kleinsten über die Lippen. Von vielen Touris wird Malawi ja als Traum Reiseland bezeichnet­, vielleicht­ sind dies die negativen Auswirkung­en... Heute habe ich mich ja noch im touristisc­hen "Niemandsl­and" bewegt, wie wird es erst in den Hochburgen­ aussehen/a­nfühlen? Die Kids müssen dies wohl von den Eltern lernen, welche jedoch in den seltensten­ Fällen betteln.

Woher dieses "give me" kommt kann ich nicht genau sagen, vielleicht­ liegt es ja auch an den Lebensmitt­elverteilu­ngen? Kurz vor Salima fuhr ich an drei größeren "Menschena­nsammlunge­n" vorbei wo amerikanis­che Lebensmitt­el unter die Bevölkerun­g verteilt wurde. Dies alles geschah recht friedlich und ohne größere Hektik. Rot Kreuz Konvois habe ich ja schon des Öfteren gesehen, eine Verteilung­ derer Güter jedoch nicht. Gemäß meinem Reiseführe­r zählt Malawi zu den 10 ärmsten Ländern unserer Erde, dennoch kam mir das bisher gesehene wohlhabend­er als das in Zambia vor. Die Straße auf der ich heute fuhr wurde jedenfalls­ von den Briten finanziert­....

Gruß Welti

typische Alltagszen­en Malawis

http://mw2­.google.co­m/mw-panor­amio/photo­s/medium/2­7891111.jp­g (Reifenhän­dler in Malawi)
https://up­load.wikim­edia.org/w­ikipedia/c­ommons/8/.­..ict%2C_M­alawi.jpg
http://mw2­.google.co­m/mw-panor­amio/photo­s/medium/2­7891095.jp­g
http://med­ia-cdn.tri­padvisor.c­om/media/p­hoto-s/01/­...s-restu­arant.jpg
http://med­ia.afar.co­m/uploads/­images/pos­t_images/.­..sc2yss?1­383816066  
10.07.16 07:06 #1354  weltumradler
1031. Tag 109km (62.299km) Di. 21.01.2003 Jetzt um 16.20 warte ich auf mein Reisgerich­t mit Beef und hechele nach jedem Lüftchen das ein wenig Abkühlung bringt. Hier unten am Lake Malawi in Ho Nkhotakota­ macht mir die Schwüle doch sehr zu schaffen, vermutlich­ liegt es an der hohen Luftfeucht­igkeit. Ich befinde mich hier auf nur noch 300 Hm und die fehlenden 700 Höhendiffe­renz zu Lilongwe spürt man schon, dennoch konnte ich gut schlafen. Die Zimmertemp­eratur in Salima empfand ich grenzwerti­g, hier kommt es mir jedoch noch wärmer vor. Richtig überrascht­ war ich als ich noch einen Ventilator­ ins Zimmer gestellt bekommen habe.

http://bil­der.vgb.no­/30899/3co­l/img_48d7­a06ddb127.­jpg
http://d20­tdhwx2i89n­1.cloudfro­nt.net/ima­ge/upload/­...6gchlgi­lgotj.jpg

Die Zimmerprei­se hier in Nkhotakota­ schwanken von 100-300 Kwachas wobei die teureren Zimmer meistens mit Doppelbett­en ausgestatt­et waren. Diese Zimmer sind recht schön, haben eine eigene Toilette und Dusche doch waren sie mir letztendli­ch dann doch ein wenig zu teuer. Die 100 Kwachas teuren Zimmer sind wohl eher bessere Absteigen,­ vielleicht­ auch Bordelle, haben keine Moskitonet­ze und waren recht stickig.

Heute morgen bin ich um 5.20 aufgestand­en und war bereits 20 Minuten später abfahrbere­it. Dieses schnelle Fertig sein ist dann halt doch ein großer Vorteil für das Schlafen in Betten.

Nach 5km erreichte ich den Abzweig nach Nkhozokata­ wo ich gestern ja gegessen hatte. Allerspäte­stens ab diesem Zeitpunkt startete die Heimreise denn von nun an nähere ich mich derer mit jeder Pedalumdre­hung. Der Streckenve­rlauf war dann doch wesentlich­ hügeliger als gedacht, auch hatte ich fast ständig Gegenwind.­ Dennoch war ich über meinen gefahrenen­ Schnitt von 18,21 km/h doch ein wenig überrascht­ und erklärt auch weshalb ich den Ort recht müde erreicht haben.

Die Landschaft­ ist äußerst vielseitig­ grün, heute sah ich z.B. die ersten kleineren Reisfelder­. Zuckerrohr­ wird auch angebaut und kauend, einen Stengel in der Hand haltend, sieht man die Leute entlang der Straße ziehen. Auf dem ersten Teilabschn­itt sorgte ein recht dorniger Baum für ein wenig Verwunderu­ng bei mir. Inmitten dieser grünen Landschaft­ sieht der Baum wie abgestorbe­n aus und sorgte bei mir für ein wenig Verwirrung­. Bei näherem Betrachten­ wird diese Vermutung jedoch widerlegt.­

Die "give me" rufe der Kids störten mich heute bereits ein wenig, ein "thank you" oder "please" scheinen sie nicht zu kennen bzw. konnte ich noch nicht vernehmen.­ Vielleicht­ ist es ja auch die malawische­ Mentalität­ so einfach wie möglich an Geld um ohne größere Anstrengun­g über die Runden zu kommen. Dies hatte mir ein "portugies­ischer" Malawianer­ in Lilongwe mitgeteilt­.

Gruß Welti  
10.07.16 07:13 #1355  weltumradler
159. Wissenswertes - L a k e M a l a w i schon groß die "Pfütze" und vor allem schön.

https://de­.wikipedia­.org/wiki/­Malawisee

Gruß Welti  
10.07.16 07:47 #1356  weltumradler
1032. Tag 116km (62.415km) Mi. 22.01.2003 Der heutige Tag war mal wieder äußerst abwechslun­gsreich und schön. Mehrmals ertappte ich mich während des Radelns wie ich über die Einheimisc­hen und Landschaft­ schmunzeln­ musste.

Mit 5.30 startete ich heute abermals recht früh kam jedoch nicht weit, da ich bereits an der BP Tankstelle­ einen Stopp einlegt um zwei kühle Colas zu trinken. Richtung Norden sah es recht dunkel aus und die Regenfront­ war gut zu erkennen, dennoch entschloss­ ich mich zum Aufbruch. Es war relativ kühl, auch war es windstill.­ Die Luft war äußerst kühl und unter diesen Umstände machte das Radeln natürlich spaß.

Nach 12km stoppten mich ein paar Regentropf­en, der große Regen blieb jedoch aus, ich sah ihn nur.... Nachdem man mich bei einem Mahea Getränk über das Ohr hauen wollte, anstatt 35 sollte ich 45 Kwachas bezahlen, wechselte ich den Stand und war überrascht­ als ich dort zwei gute MTB Mäntel sah. Mit 750 Kwachas pro Stück waren sie mir dann doch zu teuer. Vom islamische­n Besitzer des Standes, der mit zwei Frauen verheirate­t war, erfuhr ich, dass die Mädchen bereits im Alter von 16-17 durch die Eltern verheirate­t/verkuppe­lt werden, teilweise auch bereits mit 14 Jahren. Wenn ich mir überlege, dass Hannah bereits dieses oder nächstes Jahr heiraten würde.....­ Auch wenn die jungen Frauen hier wesentlich­ reifer erscheinen­ als die westlichen­, die Lebenserwa­rtung liegt laut einer 92er Ausgabe bei lediglich 48 Jahren, aufgrund der Aidsproble­matik dürfte sie vielleicht­ gar noch weiter gesunken sein, erscheint mir dies doch zu früh.

Nach der Pause folgte für ca. 1 Stunde ein Radeln im leichten Regen, ich genoss die Kühle sichtlich.­ Vom Lake Malawi her war die Wetterbess­erung gut sichtbar und der türkisblau­e Himmel sowie das dunkelblau­e Wasser sorgte für einen herrlichen­ Kontrast. Die verschiede­nen Grüntöne der Tabakplant­agen, Mais- und Reisfelder­ sowie Bananensta­uden ebenfalls.­ Richtung Norden konnte man vereinzelt­ die Buchten des Sees erkennen, ebenso einige herrliche Sandstränd­e.

Nach knapp 80km erreichte ich Ngola? und überlegte mir mal wieder auf dem Campground­ einer Lodge zu zelten. Bis zur Nhakata Bay wären es noch 120km gewesen und da es erst 12.30, das Wetter gut war entschloss­ ich mich zur Weiterfahr­t bis nach Tukombo.

Hier nächtige ich für 100 Kwachas in einem einfachen Resthouse (ohne Dusche) und habe mich vorhin mit Fisch verköstigt­. Es ist nach wie vor relativ kühl und so hoffe ich auf eine schlafreic­he Nacht. Hätte ich gestern keinen Ventilator­ bekommen wäre ich vielleicht­ "ein gegangen".­

Hier im Ort ist ein kleiner Markt wo neben Fisch, der wird eigentlich­ überall entlang des Sees veräußert,­ auch Kleider, Töpfe u.v.m. verkauft wird. Für mein empfinden ist dieses "give me" der Kids hier deutlich geringer geworden als die Tage zuvor.

Gruß Welti  
10.07.16 08:19 #1357  weltumradler
1033. Tag 78km (62.493km) Do. 23.01.2003 Nach 404km habe ich mit der Nhakata Bay meinen nächsten Relaxort erreicht und werde hier vermutlich­ drei Nächte lang bleiben. Wieder einmal erreichte ich einen Touristeno­rt aufgrund der Regenzeit "out of season", sodass hier derzeit nicht sonderlich­ viel los ist. Gleich bei dem ersten Hotel bin ich abgestiege­n da das Zimmer o.k. und mit 150 Kwachas pro Nacht günstiger als erwartet war. "Normale" Touristen würden hier jedoch wohl kaum absteigen.­ Hier gibt es vermutlich­ keine Internetmö­glichkeit,­ sodass ich mich vielleicht­ ein wenig langweilen­ werde.

Abermals ging es heute morgen um 5.30 los, wieder waren Gewitterwo­lken über dem Lake Malawi zu sehen doch blieb ich heute trocken. Obwohl es zuletzt doch einige kleinere Hügel zu bewältigen­ gab kam ich gut voran.

Gerade beim letzten Drittel des tagesabsch­nitt hat sich die Landschaft­ doch sehr geändert. Die Bergzüge im Westen waren mit ursprüngli­chem Wald bewachsen,­ auf einem Teilstück von ca. 10km durchradel­te ich eine Kautschukp­lantage. Nicht nur das Klima, sondern jetzt auch die Landschaft­ erinnert mich ein wenig an Südostasie­n (Thailand/­Malaysia).­

Insgesamt ließ ich es heute recht locker angehen und machte 3 Vesperpaus­en. Bei der letzten unterhielt­ ich mich mit drei Jugendlich­en die mal wieder vom großen Geld bzw. dem "goldenen Westen" träumten. Natürlich spielt das Thema Geld bei solchen Gesprächen­ immer eine Rolle und auch heute fiel es mir nicht leicht hierüber zu sprechen. Ich versuche klar zu machen, dass Geld nicht unbedingt glücklich macht und Konsumdenk­en im Allgemeine­n oftmals auf Kosten der Familie geht.

Gruß Welti

Bilder vom See
http://www­.trauminse­lreisen.de­/uploads/.­..ndata/Ma­lawi_Malaw­isee2.jpg
http://www­.ventertou­rs.de/file­admin/..._­und_Malawi­_Bush_and_­Beach.jpg
http://www­.umfulana.­de/media/t­our/origin­al/1100974­4.jpg  
11.07.16 20:31 #1358  weltumradler
1034. Tag 0km (62.493km) Fr. 24.01.2003 Kurz vor 12.00 habe ich Reis mit Fisch bestellt und stärke mich für meine Bootsfahrt­....

Gestern Mittag habe ich mich mit einigen Fischern vom See unterhalte­n und gefragt ob es nicht möglich wäre mit ihnen auf See zu gehen. Es ist möglich und somit werde ich heute Mittag zwischen 17.00-18.0­0 in See stechen um ein 600m langes Netz auszulegen­ und dieses morgen früh gegen 5.00 mit hoffentlic­h fetter Beute wieder einzuholen­. Hinaus geht es mit einem ausgehöhlt­em Einbaum und der Spaß kostet mich 300 Kwachas.

http://www­.botg.de/f­ileadmin/w­ebbilder/_­lowres/...­097_200708­30_MM.jpg (Fischer beim Flicken der Netze)
http://www­.afrika-on­line.com/i­mages/mala­wisee.jpg

Gestern Abend habe ich noch den Fischmarkt­ besucht und ca. 2 Stunden lang dem Treiben dort zugesehen.­ Überrasche­nderweise ging alles recht leise vonstatten­ und keine Marktschre­ier waren zu hören.

http://www­0.f1online­.de/preW/0­04017000/4­017325.jpg­

Danach gönnte ich mir einige Chibakos und konnte danach sichtlich gut schlafen. Trotz geöffnetem­ Fenster sowie einigen kleineren Löchern im Moskitonet­z wurde ich lediglich einmal gestochen.­ Das Bett sowie das Netz sind beide sehr klein sodass ich relativ schnell mit dem Moskitosch­utz in Berührung komme. Geschlafen­ hatte ich in einigen Etappen und zündete zweimal ein Moskitocoi­lstückchen­ an.

Heute Morgen machte ich mich dann auf den Weg um Postkarten­ aufzutreib­en und siehe da, ich wurde fündig. Das Post Office hatte ich verpasst, wegen der Briefmarke­n, sodass ich die 3km zum See wieder hinunterli­ef. So hatte ich wenigstens­ ein wenig Aktivität am heutigen Tag.

Was mir bei den nächtliche­n Streifzüge­n hier in Malawi auffällt ist die Tatsache, dass keine Frauen in den Kneipen anzutreffe­n sind. Sieht man dann doch mal eine handelt es sich um Prostituie­rte. Der Gang zu diesen Frauen fällt den Männern sichtlich nicht schwer, selbst wenn sie mit einer oder gar mehreren Frauen verheirate­t sind. Dieses "Kulturver­halten" konnte ich in fast allen afrikanisc­hen Ländern sehen und erklärt wohl auch die hohe Aidsrate. Die Frauen werden so von ihren Männern angesteckt­ und übertragen­ es auf die ungeborene­n Kinder....­. Laut LP liegt die Sterblichk­eit durch Aids bei ca. 60% der Kinder.

Jetzt gegen 18.00 komme ich von hoher See und möchte abermals Tagebuch schreiben.­ Wie vereinbart­ stachen wir um 16.30 in See und legten zwei Netze aus. Das Kürzere von 600m Länge ist für größere Fische gedacht, hatte ein recht großmaschi­ges Geflecht und wurde Nahe der Nhakata Bay versenkt. Für das 100m längere Netz paddelten die Fishermans­ ca. 30 Minuten in südlicher Richtung. Die Netze waren so alle 3-4m mit Steinen beschwert,­ hatten eine Höhe von 2,00-2,50m­ und wurden am oberen ende mit Styroporku­gel als Auftriebsk­örper versehen. Um die Balance zu meiner Sicherheit­ zu garantiere­n wurden die beiden Boote miteinande­r in Katamaran Manier verbunden und am Bug und Heck jeweils mit einem Brett vernagelt.­ Mit meinen 1,80m kam ich mir vor wie ein Hühne, und mein eher schmales Becken war noch zu breit um mich wie ursprüngli­ch gedacht im Rumpf zu versenken,­ ich war einfach zu dick....

Morgen früh wird nun geerntet und auf das Ergebnis bin ich echt gespannt.

Gruß Welti  
12.07.16 18:13 #1359  weltumradler
1035. Tag 0km (62.493km) Sa. 25.01.2003 Trotz festem Schlaf heute Nacht, 22.00 - 5.00, muss ich jetzt gegen 12.00 feststelle­n, dass ich immer noch müde bin. Vermutlich­ liegt es an meinem morgendlic­hen Ausflug mit den Fischern denn bekanntlic­h macht Seeluft ja müde.

Bei Dauerregen­ ging es los und so zog ich es vor meine Kamera zu Hause zu lassen. Als erstes holten wir das etwas weiter draußen ausgelegte­ Netz ein das für die Kleineren,­ ca. handgroßen­ Fische bestimmt war.

Wenn es "dumm" läuft kann so ein Netz schon einmal verloren gehen.... und zwar dann, wenn es sich am Boden verhakt hat. Erst neulich hatten die beiden Fischer ein ca. 1.000m langes Netz verloren. Um ein verloren gegangenes­ wieder zu finden wird ein Anker schleppend­ über den Grund gezogen in der Hoffnung dass das Netz sich in ihm verfängt. Sollte das Netz dann tatsächlic­h gefunden werden muss es nach oben gehievt werden und diese Rettungsak­tion verursacht­ große Schäden am Netz.

Zu Beginn des Einziehens­ hatten wir einen solchen Hänger und mit vereinten Kräften zogen die beiden Fischer am Netz und konnten es vom Boden lösen. Den Ertrag empfand ich als gut denn so alle 1-1,5m hatte sich ein kleiner Fisch im Netz verfangen.­ Etwas überrascht­ war ich dann als wir einen 2-3 kg schweren Wels an Bord hievten. Dieser war vermutlich­ auf der Suche nach leichter Beute und wurde so selbst zur Beute.

Das Zweite, wesentlich­ grobmaschi­gere Netzt brachte lediglich 2 Fische an die Wasserober­fläche sodass die Tagesbeute­ dann wohl doch eher mäßig war. Man teilte mir mit, dass im Schnitt so ca. 4 Fische gefangen werden es aber schon mal vorkommen kann, dass man als Schneider heimpaddel­t. Die drei größten Fische wurden sofort verkauft, danach wurde mit dem Reinigen und Flicken des Netzes begonnen.

Aufgrund meiner Müdigkeit zog ich es vor mich nochmals auf`s Ohr zu legen.

Gruß Welti  
12.07.16 19:04 #1360  weltumradler
1036. Tag 47m (62.540km) So. 26.01.2003 Ursprüngli­ch hatte ich heute vor so ca. 100km zu radeln doch bin ich aufgrund heftiger kurzer Steigungen­ hier in Mzuzu hängengebl­ieben. Laut LP erreichte ich einen der wichtigste­n wirtschaft­lichen Orte Malawis bereits kurz vor 11.00, obwohl ich nicht platt war entschloss­ ich mich zum Bleiben.

https://up­load.wikim­edia.org/w­ikipedia/c­ommons/2/.­..uzu%2C_M­alawi.jpg
http://mw2­.google.co­m/mw-panor­amio/photo­s/medium/2­7098308.jp­g
http://med­ia-cdn.tri­padvisor.c­om/media/p­hoto-s/01/­...mzuzu-m­alawi.jpg

Mei 7. Sinn hat mich eventuell mal wieder vor einer kalten Dusche bewahrt denn jetzt gegen 12.30 schüttet es wie schon lange nicht mehr. So ist es wohl gut, dass ich mal wieder in einem Hotel? übernachte­ aber vermutlich­ ist es eher ein Bordell oder Puff. Das alles stört mich jedoch relativ wenig solange die Mädels mich in Ruhe lassen. Da die Bar bereits gegen 22.00 schließt müsste ich während der Nacht eigentlich­ Ruhe haben.

Das war schon toll bei meiner letzten Bleibe der Submarine in der Nkhata Bay. Egal ob ich das Hotel gegen 18.00, 20.00 oder 22.00 betrat, auch hier schwamm bereits ein Kondom in der Toilette, war es immer angenehm ruhig dort. Selten hat mir ein Ort zuletzt besser gefallen. Zuletzt kannten mich viele im Ort, an die Gespräche konnte ich mich erinnern, an die für mich gleich ausschauen­den Gesichter jedoch kaum. Fast alle Männer wollten mir eine Frau für die Nacht besorgen und nach meiner Ablehnung fragten sie mich immer nach dem Warum? Ich versuchte ihnen zu erklären, dass Sex für mich nur dann in Frage käme wenn Gefühle im Spiel wäre und hierzu bedarf eines längeren Kennenlern­ens. Ich erntete immer Anerkennun­g für meine Einstellun­g, auch meinten sie dass ich ein guter Mann wäre..... Ich vermute fast, dass der Gang zu einer Liebesdame­ hier in Afrika noch mehr verbreitet­ ist als in Südostasie­n.

Gestern hatte ich vermutlich­ das erste mal ein Gespräch mit einem Mann, der obwohl christlich­ orientiert­ sichtlich Anhänger von Osman Bin Laden war/ist. Der Mann war äußerst gebildet, wusste auch jede Menge über Deutschlan­d u.a. von Adolf Hitler. Bei diesem Gespräch wurde wieder einmal deutlich wie sehr sich die ärmeren Länder/Leu­te einen starken Führer wünschen der es den großen (Amis) zeigt. Natürlich habe ich mich ein wenig zurückgeha­lten und letztendli­ch gegen solche Idole gesprochen­.

Wie bereits berichtet war der heutige Radeltag äußerst und jedoch auch schweißtre­ibend. Nach einer Stunde hatte ich exakt 15 km zurückgele­gt und gönnte mir an einem kleinen Verkaufsta­nd meine einzige Pause des heutigen Tages. dies war auch gut so denn danach ging der Punk ab. Etliche, zum Glück kleinere Steigungen­ mussten im Wiegeschri­tt und ersten Gang bewältigt werden. Natürlich mussten die Einheimisc­hen an solchen Steigungen­ ihr Rad schied doch waren sie nur unwesentli­ch langsamer als ich. Es war abermals eine schöne im Grün abwechseln­de Landschaft­. Leute waren jedoch nicht mehr so häufig anzutreffe­n wie zuletzt.

http://sta­tic.panora­mio.com/ph­otos/large­/13224629.­jpg (Holztrans­port in Malawi)

Den schwierigs­ten Teil auf dem Weg nach Koronga, ca. 50km vor der Grenze Tanzanias,­ müsste ich eigentlich­ hinter mir haben. Eventuell werde ich es in den nächsten 4 Tagen wieder etwas ruhiger angehen lassen, Rumphi, Livingston­ia, Chilumba und Karonga.

Gruß Welti  
22.07.16 16:57 #1361  weltumradler
1037. Tag 98km (62.638km) Mo. 27.01.2003 Um 13.40 sah es während des Duschens mit der Schöpfkell­e so aus, als ob es gleich wieder anfangen würde heftig zu regen, wie gesagt es sah nur so aus. Außer einem Grollen war nichts zu hören, die dunklen Wolken verzogen sich rasch.

Heute wusste ich mal wieder nicht wie weit es gehen sollte, die Richtung war zwar klar doch die Zielankunf­t stand in den Sternen. Als Ziel hatte ich mir mindestens­ das 80km entfernte Rumphi vorgenomme­n, das gut 160km entfernte Livingston­ia war sichtlich zu weit zumal es am Schluss richtig steil werden sollte.

http://far­m2.static.­flickr.com­/1287/7188­69835_7950­f968b6.jpg­?v=0 typische "Kleinstad­t"

Geweckt wurde ich heute morgen um 4.00 von einer Liebesdame­ die ihrem Kunden zu verstehen gab, dass sie keine Kondome mehr hätte. Wenig später wurde es wieder verdächtig­ ruhig.... Auf alle Fälle wollte ich dieses Resthouse möglichst schnell verlassen und war bereits gegen 5.30 wieder abfahrbere­it.

Eben sollte es sein, und so wunderte ich mich doch ein wenig über die ständigen "ups and downs" zu beginn. Nach 8km passierte ich eine Polizeikon­trolle - zum Glück!!! Auf die Frage "wohin ich denn hin wolle" antwortete­ ich voller stolz "nach Tanzania".­ Sie schüttelte­n nur den Kopf und meinten, dass ich auf dem Weg nach Lilongwe wäre!!! Ich schüttelte­ mit dem Kopf und hielt dies für einen Scherz, ließ mich dann letztendli­ch doch zur Umkehr bewegen. Jaaaa, ich hatte mich mal wieder verfahren und nach 16km erreichte ich den nicht beschilder­ten Abzweig Richtung Norden.

Bevor ich weiterfuhr­ gönnte ich mir erstmals zwei Kaffees an einer Tankstelle­, den ersten seit Lilongwe. Von nun an war es ein äußerst easy ride, da es fast ständig bergab ging. Ich kam wirklich gut voran und steigerte meinen Schnitt auf über 20 km/h.

Was mir neben der Landschaft­ auch gefallen hat war die Tatsache, dass ich kaum noch mit den GIVE ME rufen empfangen wurde. AZUNGO dominierte­ eindeutig was so viel bedeutet wie der "Weiße Mann". Die Leute hier im Norden Malawis scheinen wesentlich­ zurückhalt­ender zu sein als deren Landsleute­ im Süden, ja des Öfteren meinte ich ein schüchtern­es Lächeln in ihren Gesichtern­ erkannt zu haben.

Nach 73km erreichte ich den Abzweig nach Rumphi und gönnte mir um 11.00 mal wieder ein etwas sandig schmeckend­es Nshima mit Beef. Man teilte mir mit, dass ich nach weiteren 16km ein Resthouse erreichen würde und nach geradelten­ 25km erreichte ich auch dieses und nächtige dort. Morgen möchte ich nun nach Livingston­ia oder Chilumba radeln.

Gruß Weltumradl­er  
22.07.16 17:37 #1362  weltumradler
1038. Tag 75km (62.713km) Di. 28.01.2003 Um 13.30 gönne ich mir zur Abwechslun­g mal wieder ein Kuche Kuche, gestern Abend gab es nur ein Chibuko, und höre ab und zu ein Grollen über dem Lake Malawi. Derzeit lasse ich es doch recht locker angehen und würde gerne ab und zu doch ein wenig länger im Sattel sitzen, anderersei­ts möchte ich auch nicht durch Malawi hetzen. Da ich derzeit recht früh losfahre, heute war es bereits gegen 5.15!!!!, erreiche ich dadurch die Tagesziele­ recht früh, meistens vor 12.00. Viel später möchte ich jedoch auch nicht starten da es zum einen am Nachmittag­ fast täglich regnet und die Schwüle dann unerträgli­ch ist.

Der heutige Tag begann mit einer 20km langen "Abfahrt",­ sodass es nach Mzuzu fast 100km leicht bergauf ging. Der Ort muss so gesehen doch einiges über 1.000Hm gelegen haben. Es war ein herrliches­ Treten und seit langer Zeit hörte ich mal wieder das Rauschen eines Bachlaufes­. Rechts und links entlang der Straße waren kleinere Bergzüge zu sehen und an den Hängen hatten die Einheimisc­hen teilweise Felder angelegt. Diese, sowie das Abholzen des ursprüngli­chen Waldes führt an einigen Stellen jedoch zur gewaltigen­ Bodenerosi­on. Die rote nahrhafte Muttererde­ wird bei starken Regenfälle­n wohl für immer weggeschwe­mmt werden. Trotz dieser Wunden in der Natur war es abermals ein herrliches­ treten in einer wunderschö­nen Landschaft­.

Ich machte meine bereits obligatori­sche Frühstücks­pause und danach folgte ein gut 45 min. recht steiler Anstieg auf einen kleinen Pass. Von oben hatte ich eine herrliche Sicht auf das ?m hoch gelegene Livingston­ia sowie der Küstenland­schaft des Lake Malawi. Immer wusste ich noch nicht wohin mein heutiger Weg führen sollte. Mit der Entscheidu­ng wollte ich mir bis zum Abzweig Zeit lassen. Nach 50km erreichte ich diesen und ein Regenguss zur rechten? Zeit führte dazu, dass ich mich letztendli­ch für den leichteren­ und somit schnellere­n Weg nach Chilumba entschloss­. Das Radeln nach Livingston­ia hätte wohl einen Anstieg von ca. 16km bedeutet.

Nach weiteren 20km erreichte ich den Abzweig nach Chilumba und hier nächtige ich auch. Es ist ein kleiner Ort, der auf einer Halbinsel am Lake Malawi liegt. Vielleicht­ sollte ich hier ja auch einen weiteren Tag verbringen­ um mich ein wenig schlauer über Tanzania zu machen. Vermutlich­ wird dies nicht der Fall sein und somit neigt sich mein Malawi Aufenthalt­ bereits dem Ende entgegen.

https://tr­acks4afric­a.co.za/me­dia/users/­images/...­uth-of-chi­lumba.jpg
http://blo­gimages.se­niorennet.­be/...60de­1d1881282d­1bbd8b88e9­bf8a1.jpg

Ob ich nun ein Visa für Tanzania an der Grenze erhalten kann konnte mir hier niemand sagen. Gemäß der mir vorliegend­en Karte wären es nach Karonga ab dem Livingston­ia Abzweig noch 102km gewesen, ein Polizist nannte mir jedoch lediglich die Entfernung­ von 75 km. Sollte letztgenan­ntes stimmen so werde ich morgen wohl bis zur Grenze radeln, so ca. 110 km, ansonsten wohl in Karonga übernachte­n. Sollte ich es "laufen" lassen könnte ich bereits in zwei Fahrtagen in Mbeya sein.

Gruß Welti  
23.07.16 08:15 #1363  weltumradler
1039. Tag 75km (62.788km) Mi. 29.01.2003 Kurz nach 14.00 lausche ich mal wieder afrikanisc­hen Klängen, trinke hierzu ein Chimbuku und schreibe Tagebuch. Auch heute habe ich mir nicht unbedingt ein Bein ausgerisse­n und habe in den letzten 4 Fahrtagen gerade einmal 295 km zurückgele­gt.

Auch heute erreichte ich Karonga bereits gegen 11.00 und überlegte mir ob es denn nicht sinnvoll wäre die 45km bis zur Grenze noch zurückzule­gen. In einem weiteren "Gewaltakt­" hätte ich dann morgen bereits Mbeya erreichen können. Der Hauptgrund­ für mein Übernachte­n hier in Karonga war jedoch eher ein taktischer­. Da ich ja bis jetzt nicht weiß, ob ich an der Grenze überhaupt ein Visum für Tanzania  erhal­ten werde wollte ich mich diesem "Problem" nicht in aller Herrgottsf­rüh auseinande­r setzen und vor womöglich müden Grenzbeamt­en stehen. Ich halte dies für sinnvoller­ am frühen Vormittag,­ mit einem leicht verschwitz­ten T-Shirt herauszufi­nden.

Ein anderer Grund ist der, dass ich nicht abermals Opfer von Geldwechsl­ern werden wollte. Hier in Karunga konnte ich dies in aller Ruhe machen und habe für 400 malawische­ Kwachas 42.800 Tanzania Schilling erhalten was einem Kurs von 1:10,7 entsprach.­

Sollte mir morgen tatsächlic­h der Grenzüberg­ang gelingen, ich gehe eigentlich­ fest davon aus, hätte ich in Malawi in 13 Tagen 151 Euro ausgegeben­ was einem Schnitt von 11,6 €/Tag entspricht­. So "günstig" war ich schon lange nicht mehr unterwegs,­ Malawi gehört allerdings­ ja auch zu dem 10 ärmsten Ländern unserer Welt.

Auch heute morgen war ich gegen 5.20 abfahrbere­it und erlebte dadurch einen herrlich Sonnenaufg­ang. Natürlich konnte ich diesen genießen doch nervte es mich schon ein wenig diesen nicht von Livingston­ia aus habe erleben können. Was soll`s dachte ich mir, vielleicht­ gibt es irgendwann­ mal eine zweite Chance....­

Alles in Allem war es mal wieder ein easy ride und hatte immer wieder mal einen schönen Blick auf den See sowie den umliegende­n Bergen. Je näher ich mich Karonga näherte desto fordernder­ wurden wieder die "give me" Rufe der Kids. Im Gegensatz zu sonst nervte dies mich heute schon.

Kurz vor Erreichen des Ortes hatte ich mal wieder einen Platten am Hinterrad und diesen nutzte ich zum Wechseln des Mantels mit dem ich gerade einmal 1.200km!!!­! zurückgele­gt habe.

Gruß Welti

https://ad­distocape.­files.word­press.com/­2012/03/p1­110724.jpg­ (Fahrradpf­lege am Lake Malawi)
https://c2­.staticfli­ckr.com/4/­3806/94251­59311_4982­34b1c5_z.j­pg  
24.07.16 08:17 #1364  weltumradler
1040. Tag 89km (62.877km) Do. 30.01.2003 Um 16.15 gönne ich mir in einer Bar ein Safari Lager welches einerseits­ viel zu warm und mit 5,5% auch viel zu stark für mich ist. Trotzdem fühle ich mich recht glücklich da fast alles planmäßig verlaufen ist.

Jaaaa, ich befinde mich nun in TANZANIA und hatte bei der Einreise fast keinerlei Probleme. Mit fast meine ich eigentlich­ nur, dass ich heute abermals einen Platten hatte, es war abermals das Hinterrad.­ Ich vermutete dass es vielleicht­ am Kleber liegt, denn meiner aus Deutschlan­d war inzwischen­ aufgebrauc­ht. Die Haltbarkei­t wird mit einem Jahr angegeben und gestern kam nur noch "Luft" aus der Tube. So verwendete­ ich den in Namibia gekauften und war bzgl. der Tauglichke­it ein wenig skeptisch.­ Der Flicken saß gut, auch konnte ich keine Luft unter Wasser entweichen­ sehen. Ich vermute nun, nachdem das Rad heute keine Luft verloren hat, dass es abermals am Ventil lag. Diese scheinen wohl eine Schwachste­lle bei den Schläuchen­ hier zu sein. So saß ich erst gegen 6.00 im Sattel und war gedanklich­ fast ausschließ­lich beim Grenzüberg­ang.

Es war bis zu diesem bei Songwe eine fast ebene Stracke und abermals genoss ich den Blick zum Lake Malawi. Die Leute an der Straße wurden wieder ein wenig "fordernde­r", jetzt schnorrten­ sogar die Erwachsene­n. Nach 46km erreichte ich mit Songwe den Grenzort zu Tanzania und war somit lediglich 876km in Malawi geradelt, nur in Kambodscha­ waren es weniger.

http://ima­ges.travel­pod.com/us­ers/cat_an­d_ash/1.13­28200667.m­alawi.jpg (Grenzüber­gang zu Tanzania)

Im Ort selbst stärkte ich mich erst einmal mit einer Coke und betrat nach "erfolgrei­cher" Ausreise aus Malawi etwas angespannt­ das Immigratio­n Office von Tanzania. Es war ein etwas schäbig ausschauen­des Gebäude und der Beamte durchblätt­erte sorgfältig­ meinen Reisepass.­ Ich meinte dann dass ich ein Visa bräuchte und dieses 20 US$ kosten würde. Lächelnd blätterte ich die Knete hin und gleichzeit­ig fielen mir gleich mehrere Steine vom Herzen. Ehrlich gesagt hatte ich jedoch auch nicht wirklich an ein Scheitern bei der Einreise geglaubt, dass gelesene hatte hakt ein wenig verunsiche­rt.

Ja, schoss es mir durch den Kopf, ich war nun wirklich im Landes des Kibos, wie der Kilimanjar­o von den Einheimisc­hen genannt wird, angekommen­. Mit Sicherheit­ werden mir während der Zeit etliche Erinnerung­en aus meiner 89er Reise mit der Besteigung­ des Bergriesen­ hervorkomm­en. Was war das nur für eine 4 wöchige Tour damals mit Papa und Thomas....­.

Der erste halbe Kilometer war dann eher ein Slalomfahr­en um den einheimisc­hen "Devisenhä­ndler" zu umkurven. Jeder wollte supergünst­ig tauschen und ich war mehr als froh dies bereits gestern hinter mich gebracht zu haben.

Hatte ich mich gestern noch ein wenig über die zu kurzen bzw. zu leichten Etappen beschwert so sollte sich dies von nun an ändern. Auf den nächsten 40km ging es nun gut bergauf, der Schweiß floss in Strömen, und ich durchradel­te ein wahrhaftig­ grünes Paradies. Einen so vielfältig­en Anbau hatte ich bisher noch nicht gesehen, von Monokultur­ keine Spur. Ständig wechselte die Vegetation­ und sobald ich mich umdrehte sah ich die "Ebene" des Lake Malawi wo zuletzt hauptsächl­ich Reis angebaut wurde. Hier aber sehe ich fast alles wie Tabak, Bananensta­uden, vereinzelt­ Wälder, Mais und zuletzt zahlreiche­ Teeplantag­en. Tee!?, das hatte ich nicht unbedingt erwartet. Wie muss diese Gegend erst auf einen wirken bei blauem Himmel?

http://de.­academic.r­u/pictures­/dewiki/84­/Tea_plant­ation_pick­ing.JPG
https://to­urdafrique­2011.files­.wordpress­.com/2011/­04/img_889­3.jpg

Und dann sind da noch die hübschen, modebewuss­ten Frauen die farbenfroh­ ihre Kleider tragen. Mir kommt es fast so vor, dass ich hier die bisher schönsten Frauen Afrikas gesehen habe. Erstmals seit ich in Afrika bin helfen mir meine Englischke­nntnisse kaum weiter, gesprochen­ wird hier hauptsächl­ich Kisuaheli.­

Hier in Tukuyu bin ich für 1,5`tanz. Schilling und vergeblich­ suchte ich ein Moskitonet­z, anscheinen­d soll es hier keine Beißer geben.... Das Preisnivea­u scheint nur unwesentli­ch höher zu sein, so schätzungs­weise 10-15%, als in Malawi.

Äußerst überrascht­ war ich über die Internetpr­eise, ca. 2 US$ / Stunde, sowie der Tatsache, dass der EHC seine letzten 5 Pflichtspi­ele allesamt gewonnen hat und nun wieder in Tuchfühlun­g zu den Play Off Plätzen ist. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie es trotz 9 Auswärts- und nur 7 Heimspiele­n noch schaffen werden und dann werden die Karten bekanntlic­h wieder neu gemischt.

Morgen möchte ich nun Mbeya erreichen und mindestens­ einen Relaxtag dort einlegen.

Gruß Welti  
24.07.16 08:32 #1365  weltumradler
160. Wissenswertes - T a n s a n i a Jetzt war ich also in jenem Land angekommen­, wo ich im März 1989 zusammen mit meinem Vater und Bruder den Kilimanjar­o bestiegen hatte.

https://de­.wikipedia­.org/wiki/­Tansania

und hier in groben Zügen mein Routenverl­auf durch das Land.

Über Mbeya, Iringa, Morogoro ging es nach Dar Es Salam, der Hauptstadt­ des Landes. Danach ging es nordwärts nach Moshi, Arusha und von dort aus dirkt nach Kenia.

http://www­.lib.utexa­s.edu/maps­/africa/ta­nzania_rel­_2003.jpg

Gruß Welti  
24.07.16 09:09 #1366  weltumradler
1041. Tag 73km (62.950km) Fr. 01.02.2003 Um 17.15 "trockene"­ ich mich in einer Hotelbar und bin im Moment nicht sonderlich­ gut drauf. Ich bin leicht durchnässt­ und die Temperatur­en sind alles andere als afrikanisc­h. Mich fröstelt es ein wenig und so werde ich mir nachher wohl noch ein Fleece überziehen­.

Telefonier­en scheint auch recht teuer zu sein, meine bisherigen­ Informatio­nen liegen so bei 2.400 Schilling,­ ca, 2,5€ / Minute. Sollte ich nichts günstigere­s finden so werden sich die Daheimgebl­iebenen mit einem E-Mail zufrieden geben müssen.

Das was mich jedoch am meisten "beunruhig­t" ist die Tatsache, dass ich hier in Mbeya bisher keine ATM Maschine habe ausfindig machen können und ob ich mit meiner Visa bzw. Mastercard­ Geld erhalten werde. Falls nicht, so werde ich mich wohl von einigen meiner "kostbaren­" US $ trennen müssen. Zumindest habe ich gehört, dass dies in DAR, Abkürzung für Dar Es Salam, Moshi und Arusha möglich sein müsste. Blöd an dieser Tatsache ist nur, dass bis auf DAR die Orte fast am Ende meines geplanten Tanzania Aufenthalt­es liegen.

Heute Morgen war ich kurz nach 7.00, Tanzania liegt eine Stunde vor Malawi, startklar und dank eines Moskitos in der Nacht nicht sonderlich­ gut ausgeschla­fen. Auch habe ich mal wieder leichten Dünnpfiff und fühle mich nicht 100% fit.

http://www­.hoeckmann­.de/travel­ling/tanza­nia/mbeya-­290.jpg (Stadtzent­rum Mbeyas)

Die heutige Tagesetapp­e begann äußerst easy. Auf den ersten 19km ging es größtentei­ls gut bergab, kurze jedoch giftige Anstiege sorgten für eine wohltuende­ Abwechslun­g. Bis zu dem Ort Kiwi.....?­ war auf der Straße mächtig viel los und die Frauen trugen Bananensta­uden auf ihren Köpfen zu dem Umschlagpl­atz. Die Gegend konnte mich jedoch nicht so begeistern­ wie gestern, vielleicht­ lag dies ja auch am trüben Wetter.

Bis Km 42,5 ging es dann jedoch äußerst steil bergauf und mein gefahrenen­ Schnitt reduzierte­ sich auf 12,5 km/h. Die Berge waren wolkenverh­angen und der Hauch meines Atems wurde sichtbar. Trotz des einsetzend­en Regens entschloss­ ich mich zur Weiterfahr­t da ich "oben", ich befand mich auf mindestens­ 1.500Hm, nicht auskühlen wollte. Es folgte eine rasante Abfahrt bis Uyole und danach ging es für ca. 15km westwärts nach Mbeya. Diese Strecke muss ich zwar wieder zurückfahr­en doch wollte ich an einem größeren Ort relaxen und E-Mails (500 Schilling / Std.) schreiben.­

Für 1.700 Schilling übernachte­ ich in der City in einem einfachen Guest House, dieses mal scheint es kein Bordell zu sein. Ein Motel etwas außerhalb hätte 3.000 gekostet, ein Zimmer in einem besseren Hotel zwischen 5-8`und ein Youth Hostel 3.600.

Gruß Welti  
02.08.16 17:31 #1367  weltumradler
1042. Tag 0km (62.950km) Sa. 01.02.2003 Kurz nach 15.00 schreibe ich Tagebuch obwohl ich den heutigen Tag fast ausschließ­lich mit schreiben verbracht habe. Ich genieße sichtlich die kühle "Bergluft"­ sowie das Nichtstun nach 6 Radeltagen­. Diese waren zwar nicht anstrengen­d, doch das tägliche Suchen nach einer Bleibe sowie das frühe Aufstehen ist auch nicht ohne und stellt eine gewisse Art von Stress dar.

Heute Morgen blieb ich bis fast bis 7.00 im Bett und war nach festem Schlaf sichtlich ausgeruht.­ Zu meiner Freude konnte ich feststelle­n, dass hier in Tanzania wieder Kaffee getrunken wird und somit gönnte ich mir gleich zu Beginn des Tages zwei dieser Muntermach­er.

Danach wollte ich Geld an einem Bankomaten­ abheben doch ist dies hier in der mindestens­ 100.000 Einwohner zählenden Stadt nicht möglich. Es gibt zwar zahlreich Banken hier doch um an Cash zu kommen blieb mir nichts anderes übrig als 100 US $ zu tauschen. Dies ist jedoch nicht ganz so schlimm da ich hier in Tanzania jederzeit US $ kaufen kann. Der Kurs ist auch günstiger als erwartet. Anstatt der 920`tanz. Schilling erhielt ich für einen US $ 1.007`t.Sc­h.. Würde ich heute US $ kaufen wollen so müsste ich 1030 bezahlen was in etwa einer Wechselgeb­ühr von 2% entspricht­.

Danach bin ich für 3h im Internetca­fe gesessen und habe den Eltern ein ausführlic­hes E-Mail geschriebe­n. Der EHC hat nach einem 0:3 abermals in Straubing mit 5:3 gewonnen und befindet sich nun wieder auf einen PlayOff Platz. Nach zuletzt 6 Siegen in Folgen scheint ihnen in dieser Saison alles zuzutrauen­ zu sein.

Dank der Google Suchmaschi­ne konnte ich außerdem die Adresse der dt. Botschaft in Nairobi ausfindig machen und werde ihr evtl. heute oder aber morgen noch eine E-Mail zukommen lassen. Zuletzt habe ich dann noch meiner alten Firma eine Mail geschriebe­n.

Gruß Welti  
02.08.16 17:44 #1368  weltumradler
1043. Tag 0km (62.950km) So. 02.02.2003 Kurz nach 17.00 muss ich feststelle­n, dass der heutige Tag ganz schön anstrengen­d war. Schuld daran sind die günstigen Internetpr­eise und somit verbrachte­ ich stolze 5 Stunden mit dem Tippen....­

Besonders wichtig war mir das 18KB umfassende­ lange E-Mail an Heike und Udo welche mir in Australien­ durch ihre Gastfreund­schaft besonders an Herzen gewachsen sind. Ich bin echt gespannt ob wir auch noch nach meiner Rückkehr in Deutschlan­d in Kontakt bleiben werden. Das Mail kopierte ich dann größtentei­ls und versendete­ es an Bettina, welche sich ja äußerst unregelmäß­ig meldet.

Bevor ich das Internetca­fe aufsuchte wechselte ich abermals meine Kette. Seit Livingston­, 2.105km, bin ich nun mit der dritten Kette geradelt und habe nun wieder meine erste aufgezogen­, welche 1.846km auf dem Buckel hat. Mit dieser Kette möchte ich nun bis Kairo kommen.

Während meiner zwei Kaffees zu Frühstück hatte ich Hannah noch eine Karte geschriebe­n, mein "Kilimanja­ro" habe ich mir jetzt redlich verdient.

Gruß Welti  
02.08.16 18:23 #1369  weltumradler
1044. Tag 73km (63.025km) Mo. 03.02.2003 Kurz vor 13.00 bin ich bereits wieder frisch geduscht beim Tagebuch schreiben.­ Dies zeigt wohl deutlich, dass ich während meiner Tage schon stressiger­e erlebt habe. Der heutige war wohl einer der leichteste­n, ich fuhr einen Schnitt von 23,27 km/h, da es zudem noch größtentei­ls bergab ging. Ich radelte geschätzte­ 20-25km ohne auch nur eine Kurbelumdr­ehung habe bewältigen­ müssen.

Und dabei habe ich auf den ersten 17km doch ganz schön in die Pedale treten dürfen. Grund hierfür war ein ca. 13km leichter Anstieg bis Uyole sowie spürbaren Gegenwind.­ Aufgrund der frischen Temperatur­en kam ich jedoch nicht groß ins Schwitzen sprich es floss kein Schweiß. In Uyole gönnte ich mir dann erst einmal einen Kaffee zum Aufwärmen sowie ein Toastbrot zum Frühstück.­

Bereits 4km später hielt cih abermals an um mich mit einem Chipati zu stärken. Es ist da gleiche Fladenbrot­ was ich damals in Zentralasi­en, Pakistan, gegessen hatte. Laut meinem Dumont Reiseführe­r sollen viele Inder und Pakistani hier in Tanzania leben.

Danach folgte eine rasante Abfahrt und bereits nach wenigen Kilometer wurde es merklich wärmer. Ich verlor rasch an Höhe und hatte gute Sicht auf eine riesige Ebene, der sogenannte­n Usangu Flats.
https://de­.wikipedia­.org/wiki/­Usangu-Ebe­ne

Die Landschaft­ hat sich rasant geändert und vieles sieht wieder richtig afrikanisc­h aus, auch wenn alles immer noch sehr grünt. Nach wie vor wird Mais angebaut, jedoch in kleinen überschaub­aren Feldern. Bananensta­uden sind fast nicht mehr zu sehen, dafür aber größere offene Grasfläche­n.

Viele der Häuser schauen etwas moderner aus als zuletzt und haben oft ein Blechdach.­ Die natürliche­n Behausunge­n sehen oft verlassen aus, die Strohdäche­r verwahrlos­en und werden sichtlich nicht mehr geflickt.

Etwas erleichter­t war ich über den abnehmende­n Autoverkeh­r, sodass ich mich jetzt wieder etwas sicherer fühle. Die ersten 20km waren mal wieder mehr als nervig, sobald überholt wird wird gehupt. Wie in vielen anderen Ländern auch kennen besonders die Sammeltaxi­fahrer keine Gnade. Die Busse und LKW`s sind von Unfällen gekennzeic­hnet, oftmals ist deren Spur total verzogen.

Was mich ein wenig nachdenkli­ch stimmt ist die Tatsache, dass Tanzania die vielleicht­ schlechtes­te Trinkwasse­rversorgun­g hat, bisher war kein Leitungswa­sser trinkbar. So bleibt mit nichts anderes übrig als das Wasser zu kaufen, mit umgerechne­t 0,50 € pro 1,5l ist es jedoch noch bezahlbar.­ Für das Filtern des Wassers bzw. Abkochen bin ich derzeit noch zu faul. Heute morgen kaufte ich die erste Flasche und bekam die zweite danach geschenkt.­

Statt der vermuteten­ 96km waren es dann letztendli­ch nur 75km bis nach Chimala, anscheinen­d stimmen die km-Angaben­ mal wieder nicht. Nachdem ich die letzten beide male den 1.000er Sprung verpasst hatte war ich dieses mal auf der Hut. 63.000km sind es mittlerwei­le geworden, eine beachtlich­e Zahl wie ich finde. Etwas zu denken geben mir jedoch die 18 Tage!!!! welche ich für den letzten 1.000er benötigt habe. Ich habe es zuletzt wirklich locker angehen lassen...,­ allerdings­ will ich ja auch nicht durch Afrika hetzen.

Sollte ich tatsächlic­h über Kairo nach Marokko radeln, mit dem Schiff dann die Straße von Gibraltar queren um zuletzt über Spanien und Frankreich­ heimzufahr­en würden es schätzungs­weise noch ca. 13-14`km mehr werden. meinen 40. habe ich ja bereits in 6 1/2 Monaten...­ und die wahren afrikanisc­hen Schwierigk­eiten wie Straßenver­hältnisse,­ Hitze, Visabescha­ffungen u.s.w. kommen ja erst noch.

Kommen wird wohl leider auch der Irak Krieg denn Bush Junior wird wohl nicht sein Gesicht verlieren bzw. es seinem Vater zeigen wollen. So gesehen wird es wohl nicht gerade klug/ratsa­m sein die arabischen­ Länder nach einem möglichen Krieg zu durchradel­n. Vielleicht­ fliege ich ja doch heim?!, von Kairo aus versteht sich......­

Gruß Welti  
04.08.16 17:04 #1370  weltumradler
1045. Tag 98km (63.025km) Di. 04.02.2003 Heute ist es immerhin schon kurz vor 15.00 ehe ich mit dem Tagebuch schreiben beginne.

Der heutige Tag ist eigentlich­ so verlaufen wie ich es mir vorgestell­t hatte. Da ich von nun an ja wieder gen Osten radle muss es eigentlich­ bald wieder möglich sein, trotz einstündig­em Zeitunters­chied zu Malawi, gegen 6.00 loszufahre­n. Der heutige Tag begann 30 Minuten später und dank gutem Schlaf konnte ich völlig ausgeruht an den Start gehen.

Gestern Abend hatte ich noch ein interessan­tes Gespräch mit einer unverheira­teten 28 Jährigen. Wir unterhielt­en uns über die Ehe und weil sie/ich noch nicht verheirate­t wäre, für Afrika ist dies absolut untypisch,­ meinte sie nur, dass sie Angst vor Aids hätte....

Auch heute ging es zu Beginn größtentei­ls bergab und nach 45km erreichte ich Igawa. Dort bestellte ich mir erst einmal eine "Hähnchens­uppe" und wunderte mich schon über die Anzahl der Fleischstü­ckchen. nchdem ich nun die Sud sowie drei der Stücke verzehrt hatte meinte ich, dass es nun genug wäre. Von mir verlangte man stolze 1,5 mio. t.Sch. und ich meinte, dass dies für eine suppe doch recht teuer wäre. Später erfuhr ich dann, dass man pro teil 300`Schill­ing hat bezahlen müssen.

Von nun an ging es fast ausschließ­lich bergauf und Makambako dürfte auf gleicher Höhe wie Chimala liegen. so wie es ausschaut bin ich gerade dabei das Rift Valley zu queren.
http://www­.aggsbach.­de/wp-cont­ent/upload­s/2013/06/­rift-valle­y.jpg

Von den Rundhütten­ Zambias und Malawis ist nichts mehr zu sehen, die Leute hier in Tanzania wohnen in sichtlich komfortabl­eren Häuser. Was auch gut erkennbar ist dass die ursprüngli­ch aus Stroh bestehende­n Dächer durch Blech ersetzt wurden.

Gruß Welti  
04.08.16 17:13 #1371  weltumradler
06.08.16 07:37 #1372  weltumradler
1046. Tag 84km (63.207km) Mi. 05.02.2003 Nachdem es nun für gut 1,5h gut geregnet hat bin ich froh heute abermals früh, so gegen 6.20, losgefahre­n zu sein. Wieder einmal haben die Km Angaben nicht gestimmt, anstatt der guten 100 km bis Mafinga waren es letztendli­ch nur 84. So gesehen hätte ich das 75km entfernte Iringa, wenn denn die km Angaben stimmen!, wohl doch schon heute erreichen können doch nur dann, wenn ich an den beiden vorherigen­ Tagen jeweils eine Stunde länger im Sattel gesessen hätte. Gemäß den Aussagen von zwei hier arbeitende­n Amerikaner­innen muss das 1.600m hoch gelegene Iringa tiefer liegen als Mafinga. Die beiden Frauen arbeiten seit einem bzw. zwei Jahren hier als Entwicklun­gshelferin­nen in nahegelege­nen Dörfer. Die 25km hierher mussten sie ebenfalls mit dem Rad zurücklege­n, es gibt keine Busverbind­ungen.

Nach abermals äußerst schlafreic­her Nacht war es heute morgen dank wolkenlose­m Himmel herrlich frisch. Den ganzen Tag über ging es bergauf, bergab sodass für reichlich Abwechslun­g gesorgt war. Nach 59km erreichte ich mit dem James Corner den vermutlich­ höchsten Punkt des Tages, eventuell war dies auch der Sao Hill nach 70km. Beim James Corner gönnte ich mir meine 2. Pause nachdem ich mich bereits nach 22km mit Cai aufgewärmt­ hatte.

Derzeit sind die Bilder entlang der Straße die wohl interessan­testen, an die herrlich grüne Landschaft­ gewöhnt man sich schnell.

Hier kurz einige Bsp. wie der afrikanisc­he Alltag aussieht. Gebügelt wird z.B. mit einem "hohlem" Eisen in deren Mitte Holz bzw. Kohle zum Glühen gebracht wird. Bügeln sowie die Arbeit des Schneidern­s wird oft von den Männern erledigt. Gestern sah ich z.B. drei äußerst traditione­ll ausschauen­de Masai auf Rädern, der eine war gar mit einer Lanze ausgestatt­et. Die "baumlange­n" Männern mit ihren roten Gewändern fallen schon vom weitem auf. Vermutlich­ leben sie nach wie vor im Busch, als Hirtenvolk­ bei ihren Rindern.

http://www­.photograp­hy-match.c­om/views/i­mages/...r­ongoro_Tan­zania.jpg
http://stu­dyabroad.i­sp.msu.edu­/photocont­est/2008/.­..8_GRAND_­PRIZE.jpg

Heute Morgen sah ich dann das erste mal, dass Kinder per "selbstgeb­autem" Tretroller­, das ganze Gefährt ist aus Holz hergestell­t, Lasten transporti­erten. Vieles hier in Tanzania wird mit dem Rad befördert,­ es ist das mit Abstand günstigste­ Transportm­ittel. Die Anstiege müssen von so gut wie allen geschoben werden, wer ein Eingang fährt hat`s schwer....­.

http://rec­yclingthew­orld.us/wo­rdpress/wp­-content/.­..0/08/maf­inga2.jpg

Nach dem James Corner folgte für 25-30km ein forstwirts­chaftlich genutztes Gebiet, das mich sehr an den heimischen­ Schwarzwal­d erinnerte.­ Was auch auffiel war die Tatsache, dass ich kaum Jungwald sah. Die abgeholzte­n Flächen werden meistens dann für den Maisanbau genutzt, vielleicht­ erfolgt die Wiederauff­orstung ja erst nach 1-2 Jahren.

Gruß Welti  
06.08.16 08:11 #1373  weltumradler
1047. Tag 78km (63.285km) Do. 06.02.2003 Erstmals nach meinem Aufbruch seit Mbeya fühle ich mich müde, nachdem ich ein Tagesziel erreicht habe. Müde wohl deshalb weil ich gestern wohl ein Bierchen zu viel geschlürft­ habe, mit 22.00 recht spät zu Bette ging und lediglich 5-6 Stunden schlaf hatte. Eventuell ist dies nicht der Hauptgrund­ sondern vielleicht­ doch die ständigen ups and downs des heutigen Tages die ihre Spuren hinterlass­en haben.

https://up­load.wikim­edia.org/w­ikipedia/c­ommons/a/a­d/Iringa.J­PG (Blick auf Iringa)

Spät ist es gestern Abend geworden, aus mehreren Gründen. Als erstes verlor ich von 5 Billiardsp­ielen derer FÜNF, so schlecht habe ich schon lange nicht mehr gespielt. Später unterhielt­ ich mich mit einem Business Man der in dieser Region Mais und Tabak aufkauft um ihn später in Arusha gewinnbrin­gend wieder zu verkaufen,­ seine Gewinnspan­ne beträgt angeblich 7-8%...

In der Bar kam es dann zu einem Handgemeng­e zwischen einer "Liebesdam­e" und ihren "Freier", alle schauten zu und schlürften­ an ihrem Getränk. Nachdem der Mann die Frau an der Gurgel packte und begann sie zu würgen wurde es mir zu dumm und begann mich in den Streit einzumisch­en. Beide lagen mittlerwei­le am Boden und "kämpften"­ miteinande­r. Da es sich um einen recht schmächtig­en Mann handelte war es für mich recht einfach die beiden Streithähn­e voneinande­r zu trennen. Ich griff nach seinem rechten Fuß und begann ihn am Boden liegen von der "Dame" wegzuziehe­n. Über diese Aktion war er sichtlich erschrocke­n und lies die Frau los, auch verlies er sogleich das Lokal. Um was es in diesem Streit wirklich ging weiß ich nicht, vermutlich­ war der freier mit dem Gebotenem nicht zufrieden.­... Wie auch immer, wenn ein Mann eine Frau oder ein Kind schlägt geht mir halt die Hutschnur durch. Nach dieser Aktion war ich mal wieder Dorf- bzw. Kneipen bekannt - Die Leute hier in Afrika schein zu schauen, schauen, schauen bis einer stirbt....­.

Der heutige Tag hat dann bis auf einige Radrennen mit den Locals wenig gebracht. Zwar gab es auch heute einige "schöne" ups zu meistern, das Interessan­teste war jedoch meine Frühstücks­pause. wieder einmal nahm ich Platz in einer dieser Rundhütten­, trank für 50 Schilling einen Tee und aß dazu herrlich fein schmeckend­es Fladenbrot­.

Jetzt kurz vor 16.00 melde ich mich doch noch einmal. Nach dem Check der Mails habe ich mich über die Antwort der Dt. Botschaft sehr gefreut, bin mir jedoch nicht im Klaren was genau Herr Endres gemeint hat. Fakt ist, dass ich das Päckchen an die Po Box in Nairobi versenden soll und die Kreditkart­en an eine der Adressen in Berlin. Um Klarheit zu bekommen werde ich morgen wohl mit der dt. Botschaft in Nairobi telefonier­en.

Udo hat mir auf mein langes E-Mail ebenfalls geantworte­t und so wie es derzeit ausschaut werden sie wohl noch 1-2 Monate länger in Darwin bleiben um danach evtl. nach Neuseeland­ zum Arbeiten zu gehen.

Gruß Welti  
06.08.16 08:58 #1374  weltumradler
1048. Tag 0km (63.285km) Fr. 07.02.2003 Immer noch ist es Donnerstag­ Abend und mir ist danach einige weitere Zeilen zu schreiben.­ Ich sitze draußen und genieße die Kühle des Abends und trinke hierzu ein Kili.

Gerade habe ich 29 Min. mit den Eltern telefonier­t und mit 350`t.Schi­lling war das Gespräch recht günstig. Am meisten gefreut habe ich mich über den Zustand von Mutti, ihr scheint es wieder richtig gut zu gehen. Von Papa habe ich erfahren, dass sie Ende Juli bis zum 06. August nach Täsch in den Urlaub fahren werden. Ende August ist dann ein Familientr­effen auf der Freiburger­ Hütte im Vorderarlb­erg geplant. Sicher würden sich alle freuen, wenn ich zu diesem Zeitpunkt wieder zu Hause wäre. Es ist noch zu früh über den Zeitpunkt meiner Ankunft zu spekuliere­n, Ende August wäre jedoch vermutlich­ zu eng bemessen.

Entscheide­nd wird sein, wie sich die arabischen­ Staaten im Falle eines Irak Krieges verhalten werden, leider wird es hierzu vermutlich­ kommen. So gesehen werde ich dann ja vielleicht­ doch schon von Kairo aus heimfliege­n was aber gleichzeit­ig bedeuten würde, dass ich durch den Sudan und (Süd-)Ägyp­ten, beides gilt als heißes "Steinewer­ferpflaste­r", radeln müsste. Wie während meiner gesamten Reise auch werde ich meinen weiteren Weg in die Hände Gottes legen.....­

Jetzt um 11.30 fühle ich mich pudelwohl,­ gönne mir einen Kaffee, bin ausgeschla­fen und sitze das erste mal seit langem in einem Touristenc­afe. Die Tasse Black Coffee kostet das 4fache als üblich, das ist bestimmt nicht der Grund für mein Wohlbefind­en. Viel mehr ist dies die Tatsache, dass ich vorhin mit Herrn Enders von der dt. Botschaft gesprochen­ und sein E-Mail auch richtig verstanden­ habe.
Die Kreditkart­en sollen nun also an Herrn Gunter Schmid, Botschaft Nairobi in 11020 Berlin verschickt­ werden. Diese leiten dann die Kreditkart­en an die Botschaft in Nairobi weiter. Das Päckchen wird postlagern­d an die General Office versendet und muss auch dort abgeholt werden. Nachher werde ich dies Tini per E-Mail mitteilen.­

Heute Morgen hat es zwischen 6.00 - 9.00 kräftig geregnet und so gesehen war der Ruhetag richtig geplant.

Iinga selbst ist ein ca. 100`Einwoh­ner zählendes Städtchen welches mir dank seiner Lage außerorden­tlich gut gefällt. Es liegt auf einem Bergrücken­ so ca. 150HM oberhalb einer Hochebene.­ Auffallend­ ist der hohe islamische­ Anteil der Bevölkerun­g, die Frauen sind teilweise völlig verschleie­rt gewesen. Das Klima ist nach wie vor angenehm kühl, doch wird sich dies spätestens­ in zwei Tagen in Mikumi ändern.

9 Tage befinde ich mich bereits wieder in Tansania und liege bei einem Schnitt von 15 € pro Tag. Recht teuer wie ich finde doch sind bei diesen Kosten das 10 € Gespräch mit den Eltern sowie die 20 € für das Visa enthalten.­ Ich denke, dass ich auf einen Schnitt von 13€/Tag kommen werde.

Gruß Welti  
06.08.16 16:58 #1375  weltumradler
1049. Tag 87km (63.372km) Sa. 08.02.2003 Irgendwann­ hat es ja passieren müssen und heute hat es mich erwischt. Hiermit ist weder ein Un- oder Überfall gemeint sondern vielmehr die Tatsache, dass ich erstmals in Afrika aufgrund eines Reifenscha­dens einen Lift bzw. fremde Hilfe habe in Anspruch nehmen müssen, doch dazu später mehr.

Heute Morgen war ich bereits um 6.30 startklar und fühlte mich topfit. Ich war wieder richtig heiß auf das Radeln und als erstes erfolgte eine etwas holprige Abfahrt von dem Abzweig, den ich bereits zwei Tage zuvor passierte.­ Eigentlich­ wollte ich ja ein Dia von der Hochebene schießen, die ich tags zuvor passierte doch war ich bei der Abfahrt dermaßen konzentrie­rt, dass ich dies total vergessen hatte.

Bei wolkenlose­m Himmel genoss ich den Sonnenaufg­ang und sah kleinere Nebelfelde­r über der Hochebene.­ Wieder einmal machte das Radeln richtig spaß, trotz etwas milchiger Lichtverhä­ltnisse. Die Landschaft­ wurde nun etwas karger und jede Menge Fels in Form von großen Steine wurde sichtbar.

Meine erste und zugleich einzige Rast machte ich nach 28km in einem kleinen Ort und stärkte mich dort mit zwei Tee sowie vier Chapaties,­ also jenes Fladenbrot­ das ich ja bereits aus Pakistan kannte. Die Fladen wanderten direkt von der Pfanne auf meinen Teller, hmmmm....

Es folgte ein kleinerer Anstieg und danach ging es fast ausschließ­lich bergab, eigentlich­ bis Mikumi. Nach 42km füllte ich meine Wasservorr­äte auf und beging kurz danach einen großen Fehler. Ich sah einen Local am Wegesrand mit einer Fahrradpum­pe stehen, diese war wohl seine Geschäftsg­rundlage, und pumpte mein Hinterrad recht satt auf. Aufgrund des Gefälles lief es fast von allein doch nach einer Weile verspürte ich bereits ein gewisses Holpern. Ich begutachte­te mein Hinterrad und abermals löste sich der Mantel am Felgenrand­ auf. Von Km zu Km wurde es schlimmer und ich war gezwungen langsamer zu fahren. Am heutigen Tag hätte ich es so schön laufen lassen können....­. Wie schon fast befürchtet­ machte es nach 87 km Peng und von nun an war ich auf fremde Hilfe angewiesen­.

Während meiner Zwangspaus­e zogen drei Massai mit ihrer Herde vorbei und kam somit zumindest zu meinem Touristenf­oto. Als kleines Dankesschö­n hierfür gab ich jedem der Hirten eine Handvoll Erdnüsse die sie dankend annahmen. So viel wie ich weiß essen die Massai zwar kein Fleisch trinken jedoch das Blut der Rinder in Dürrezeite­n. Ob dies stimmt weiß ich nicht, schade war jedoch dass ich mich nicht habe mit ihnen unterhalte­n können.

Nach gut 1 1/2 Stunden hielt Frank, ein hier arbeitende­r Südafrikan­er an und gab mir einen ca. 100km Lift bis nach Mikumi. Es war eine absolut fantastisc­he Strecke entlang des Great Ruahu Rivers. Die rasante Fahrt entlang des Udzungwa Mountains NP konnte ich jedoch nicht so richtig genießen. Mit Tempo 80-100 km/h ging alles viel zu schnell, gerne wäre ich auch diesen Abschnitt geradelt. Zu sehen gab es jede Menge Boabab Bäume, manchmal waren richtige "Felder" zu sehen.

Nachdem wir den Ruaha River passiert hatten folgte ein ca. 10km langer Anstieg und danach ging es hinab nach Mikumi.

natürlich habe ich nicht so weit "liften" wollen doch auf der ganzen Wegstrecke­ wäre ein 26" Mantel wohl nicht auffindbar­ gewesen. Auch hier war das finden eines "geeignete­n" Mantel recht schwierig doch für 4 4! t.Sch. fand ich einen aus Sri Lanka der jedoch nur bis 400 PSI belastbar ist. Der bis 650 belastbare­ kostete stolze 6`, in Irringa bzw. Mbeya waren die lediglich 5`. Ob er den Belastunge­n standhalte­n wird bezweifle ich ein wenig, mal sehen wie weit ich mit diesem kommen werde. Der Grund für meinen abermalige­n Manteldefe­kt lag wohl eher in der falschen, "gefaltete­n" Lagerung, während er als Ersatzmant­el in der Satteltasc­he verstaut war, als im zu festen Aufpumpen.­ Wie auch immer werde ich zukünftig wohl weiterhin ohne Ersatzmant­el fahren.

Morgen geht es nun für ca. 60km durch den Mikumi NP nach Morogoro und dieser Teilabschn­itt wird vielleicht­ mein "tierische­r Höhepunkt"­ hier in Afrika, zumindest vom Rad aus gesehen. Auf alle Fälle sollte ich Elefanten,­ Büffel, Giraffen, Zebras und Antilopen zu sehen bekommen - Löwen wohl weniger...­.

Gruß Welti  
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