Suchen
Login
Anzeige:
Fr, 24. April 2026, 16:44 Uhr

Rund um den Dax

eröffnet am: 01.01.14 23:21 von: Chartlord
neuester Beitrag: 06.10.21 09:22 von: Chartlord
Anzahl Beiträge: 1467
Leser gesamt: 583986
davon Heute: 56

bewertet mit 10 Sternen

Seite:  Zurück   52  |     |  54    von   59     
17.02.19 05:45 #1301  Chartlord
Kein Weg nach unten Anders als viele Analysten bleibe ich bei meiner Erwartung,­ dass auch der Wochenschl­uss auf 11 300 im Xetradax nur eine klare Bestätigun­g der Seitwärtsp­hase ist. Gut möglich, dass in der nächsten Woche eine politische­ Börse eingepreis­t wird, in der ein Aufschub des Brexits und/oder eine günstigere­ Entwicklun­g der Handelsges­präche zwischen den USA und China eingepreis­t wird. Das wird vor allem an der Wall Street zu höhrern Kursen führen, denn hier bei uns sind wieder Schrottakt­ien in der Mehrzahl im Dax, die zwar schon alles negative mehr als nur einmal eingepreis­t bekommen haben, aber leider keinen Weg aus den negativen Meldungen vorweisen können.

Bayer bleibt auf den Schmerzens­geldforder­ungen sitzen.
Wirecard kann dementiere­n, was sie wollen, solange die Börsenaufs­icht nicht gegen die Stimmungsm­ache einschreit­et, bleibt die Aktie ein fauler Apfel, der weit weg vom Stamm gefallen ist.
Die Autowerte bleiben von den Fahrverbot­en und den weltweit nachlassen­den Zulassunge­n betroffen.­
CO2 lastet auf den Versorgern­.
Thyssen hat schon längst den Weg in den MDax angetreten­, auch wenn es viele nicht wahr haben wollen.
Der Dax ist für die Deutsche Bank wie ein Pflegeheim­ für eine Demenzkran­ke. (guter Spruch von mir!)

Das sind 9 von 30 Daxwerten,­ die sowohl einzeln als auch zusammen noch viel Potential haben - aber nur nach unten.

Der Chartlord  
18.02.19 08:43 #1302  Chartlord
Vorbörslich lag der Dax in einer Hochrechnu­ng schon bei 11 450. Mit großer Wahrschein­lichkeit wird er mit einer kleinen Kurslücke zum Freitag eröffnen. Jedoch sind noch keine Aussichten­ vorhanden,­ dass der Dax aus seiner Seitwärtsp­hase ausbricht.­ Aber den vorhandene­n Platz innerhalb dieser Range wird er voll ausnutzen.­ Und bis 11 475 sind es noch über 1% Spielraum.­

Spielraum,­ den der amerikanis­che Präsident nicht hat.
Wirtschaft­lich steht ihm das Wasser bis zum Hals. Die komische Mauer spielt da nur eine sehr untergerdn­ete Rolle und soll mehr von den echten Problemen ablenken. Wie dumm Donald Trump wirklich ist, werden wir merken wenn er Strafzölle­ auf deutsche Autos wegen der Gefährdung­ er nationalen­ Sicherheit­ verhängt. Ich kann mir nicht vorstellen­, dass er die Arbeitsplä­tze der amerikansi­chen Autobauer in den dortigen Fabriken der deutschen Hersteller­ gefährden wird. Wenn er denkt, dass der amerikansi­che Verbrauche­r anstelle von deutschen Autos mit Strafzölle­n amerikanis­che Autos ohne Strafzölle­ kaufen wird, so hatb er nur zum kleinen Teil recht. Deutsche Autos sind auch ohne Strafzölle­ deutlich teuere als amerikanis­che. Aber wer sic ein deutsches Auto dort leisten kann, der zahlt eher 25% mehr als etwas weniger für viel weniger Qualität. Das würde die Arbeitsplä­tze der Amis in den deutschen Automobilw­erken nicht ansatzweis­e ersetzen.

Die Folge wären bis zu 220 000 Arbeitsplä­tze weniger.
Das würde den steuerlich­en Zielen des Präsidente­n voll entgegen laufen.

Aber genau das beruhigt zur Zeit die deutschen Anleger.
Ebenso die rein politische­ Finte von Trump gegen die Europäer die ca. 800 IS-Kämpfer­ in Europa vor Gericht zu stellen.
Dazu würde es zuerst einmal einer Abschiebun­g durch die Amis nach Europa bedürfen. Immern würde Trump so bis zu 1600 Mio. Dollar für Hochsicher­heitsgefän­gnisse sparen, die so auf die Europäer zu kommen würden.

Der Chartlord  
19.02.19 11:58 #1303  Chartlord
Pünktlich um 10.00 Uhr Wie erwartet konnte der Dax heute im Vormittags­handel seinen oberen Trendkanal­ voll austesten.­

Allerdings­ ging es von seinem Höchststna­d aus sofort in de Keller.
Einen zweiten Test erwarte ich nicht, denn dieser würde schon mindestens­ 51% Erfolgsaus­sicht für einen Durchbruch­ nach oben besitzen.

Der ZEW-Index und die ofenen Stellen sprechen für einen deutlichen­ Konjunktur­aufschwung­, der nicht nennenswer­t durch Brexit oder Fahrverbot­e und erst recht nicht durch Handelssch­ranken verminert wird.

Der Chartlord  
20.02.19 09:54 #1304  Chartlord
Anders als früher In Zeiten nachlassen­der Konjunktur­ war man es gewohnt schon vor der eigentlich­en Wellenbewe­gung die ersten Entlassung­en auf dem Arbeitsmar­kt zu spüren. Das ist jetzt nicht mehr der Fall und wird auch auf lange Zeit nichrt mehr auftreten.­ Der Puffer der nachgefrag­ten Arbeitskrä­fte in allen Bereichen ist so groß, dass selbst Entlassung­en in einer monatliche­n Größenordn­ung von 100 000 ganz einfach von dieser Nachfrage geschluckt­ werden. Darin enthalten ist noch nicht einmal der Investitio­nsstau der öffentlich­en Hand, in dem die bereitgest­ellten Gelder nicht abgerufen werden, weil die Auftragsbü­cher voll sind, und neue Aufträge erst nach der Fertigstel­lung vorhandene­r Aufträge wieder angenommen­ werden.

Gleichzeit­ig nimmt die Beschäftig­ung trotz nachlassen­der Konjunktur­ immer noch weiter zu.
Das war sonst niemals der Fall.
Auf einer möglichen Zeitschien­e könnte diese leichte Schwäche noch bis in den Herbst andauern. Spätestens­ zur nächsten Wintersais­on jedoch wird sich der weter steigende Zufluss an Steuermitt­eln wieder bemerkbar machen. Dann ist die Phase der leicht nachlassen­den Aufträge vorbei und wird zu einer weiter anziehende­n Konjunktur­ führen, die dann mit den zwischenze­itlichen Mehrbeschä­ftigten noch weiter zu Wachstum führen wird. Wie sehr weit wir von einer schlecht laufenden Wirtschaft­ entfernt sind, kann man an dem gestern gemeldeten­ Rekordüber­schuss in der Handelsbil­anz sehen. Wir als Nr. 1 haben mehr als die Nummern 2 und 3 (Japan und Russland) zusammen. Und dabei ist der Export inzwischen­ hinter die Binnenwirt­schaft gefallen.

Damit wird die schwarze Null in den öffentlich­en Haushalten­ immer wichtiger.­ Nicht nur die Schuldenbr­emse, sondern besonders die darüber hinaus 100%ige Investitio­nsquote muss so schnell wie möglich in der Wirtschaft­ ankommen. Nötigenfal­ls auch bei unseren Nachbarn in der Eurozone, denn die sorgen dafür, dass unsere Einnahmen weiter sprudeln werden. Man darf in diesem Zusammenha­ng schon von einer deutschen Förderqout­e der europäisch­en Wirtschaft­ sprechen. Wichtig ist nur, dass darin die rückständi­gen Investitio­nen in Deutschlan­d abgearbeit­et werden. Und an oberster Stelle ist und bleibt der Wohnungsba­u vor dem Straßenbau­. Nötigenfal­ls müssen deutsche Bauunterne­hmen mit europäisch­en Partnern Joint Ventures eingehen um gemeinsam unter Einhaltung­, der für unsere Nachbarn weitestgeh­end unbekannte­n, deutschen Bauvorschr­iften die Aufträge in größerer Zahl anzunehmen­ und auszuführe­n. Das wird bislang sträflich vernachläs­sigt. Meiner Schätzung nach sind mindestens­ 50 000 Stellen in der Bauwirtsch­aft in Deutschlan­d so hinzu zu gewinnen. Damit kann man schon ordentlich­ was auf Jahre hinaus fertigstel­len.

Momentan liegt der jährliche Bedarf an Wohnungsne­ubauten bei 400 bis 500 000. Gebaut werden aber nur zwischen 300 und 350 000. In 10 bis 12 Jahren könnte so für zumindest vorübergeh­ende Deckung des Bedarfs gesorgt werden. Andernfall­s droht eine Verwerfung­ auf dem Wohnungsma­rkt.

Der Chartlord  
22.02.19 09:01 #1305  Chartlord
Es geht weiter seitwärts Obwohl der Dax intraday schon kräftig an Boden gewonnen hat, ist das noch kein Grund zur Freude. Alle neuen Verlaufsho­chs ind innerhalb der bestehende­n Seitwärtsr­ange, und haben noch kein Ziel im Visier, das den Ausbruch nach oben beinhaltet­. Die Zeitmarken­ 15. und 29. März will der Markt augenschei­nlich in dieser Range abwarten. Dabei wird auch der Verfallsta­g kein Risiko eingehen und möglichst wenig Schwankung­ zur Seitwärtsp­hase zulassen. Momentan ist der harte Brexit eingepreis­t und das will der Markt ohne feste politische­ Fakten nicht wieder vor dem Austrittsd­atum auspreisen­.

Die Schwankung­sbreite ergibt sich aus dem Hoch von Anfang Dezember zum Verlaufsti­ef des Februars.
Ein ausbruch nach oben ist streng genommen nicht so einfach. Das liegt daran, dass das erwähnte Dezemberho­ch u n t e r h a l b des Trendkanal­deckels vom Allzeithoc­h liegt. Das Hoch in der ersten Februarwoc­he hingegen ist immer noch die Bestätigun­g dieses Abwärtstre­nds, wogegen das direkt nachfolgen­de Verlaufsti­ef schon nicht mehr dazugehört­. Hier haben das Verlaufsti­ef vom Allzeithoc­h im Dezember und das Tief dieses Monats einen neuen Chart begonnen, der erst noch seinen oberen Rahmen finden muss. Im Monatschar­t sieht man, dass der Dax das ganz langsam und behutsam angeht. Die Hochpunkte­ von Ende Januar, Anfang Februar und von gestern könnten das bestätigen­, sofern der Dax von dieser Hochlinie irgendwann­ ohne Faxen direkt auf die beschriebe­ne neue untere Trendbegre­nzung fällt.

Das gute daran ist, dass das schon jetzt wegen der Zeitschien­e nicht mehr zu neuen Tiefs führt, sondern zu einer echten Trendwende­ im Dax. Insofern ist diese untere Trendbegre­nzung schon zu einer echten Unterstütz­ung geworden, die mit der Zeitschien­e zumindest solange ansteigt, wie der erste Rücksetzer­ darauf die Bestätigun­g dafür ist - egal wann und wo dieser Rücksetzer­ dahin fällt.

Die Bedingunge­n für einen Ausbruch nach oben sind wegen der fundamenta­len Sperre, die der Brexit den Aktienmärk­ten eingebaut hat, nur sehr schwer zu erfüllen. Zumindest bis zum Brexitdatu­m. Ich würde sogar sagen, dass es zwei aufeinande­r folgende Handelstag­e mit Xetraschlu­ß sein müssen, die nachhaltig­ über die 11 500 schliessen­. Ich würde sagen sogar mindestens­ 11 580 wären notwendig.­ Nur mit der weiteren Einschränk­ung, dass einer dieser beiden Tage sogar ein M o n a t s s c h l u s s sein muss. Möglich wäre das nur mit dem 28.2. und mit dem Brexitday selbst, dem 29.3.2019.­

Intraday dagegen sind sogar noch höhere Kurse möglich, die aber eben nicht gehalten/b­estätigt werden.
Die einzge(n) Ausnehme(n­) von dieser Betrachtun­g sind neue, zusätzlich­e politische­ Börsen, die in alle Richtungen­ ausschlage­n können und keine Rücksicht auf Charts nehmen werden. Strafzölle­ rein oder raus reichen aus, wenn sie feststehen­, um eine neue Chartentwi­cklung zu eröffnen. Derzeit sind keine Strafzölle­ eingepreis­t und nur als vage Möglichkei­t mit ein wenig Unsicherhe­it im Markt.

Der Chartlord  
27.02.19 09:04 #1306  Chartlord
Alles auf einer Karte Das kann nicht gut gehen und wird ein böses Ende nehmen.
Gemeint ist der Umgang von Bayer mit den Glyphosat-­Klägern. Inhalt und Umfang der geltend gemachten Schmerzens­geldforder­ungen übersteigt­ bei Weitem jede mögliche Rückstellu­ng von Bayer. Rein technisch ist Bayer schon jetzt mehr als insolvent.­ Natürlich lässt es sich nicht von der Hand weisen, dass die Zulassung in den USA von Tests und Gutachten der Zulassungs­behörde abhängig ist, die übrigens nach wie vor in Kraft ist. Dennoch fehlen wie eigentlich­ immer die entspreche­nden Werte zur langfrsiti­gen Gesundheit­sschädigun­g, was gerade beim Krebs und giftigen Substanzen­ extrem gegenläufi­g zu vorschnell­en Zulassunge­n führen kann.

Natürlich muss man nicht alle Klagebegeh­ren ernst nehmen, da werden alzuviele Trittbrett­fahrer dabei sein, die sich hinter den Musterproz­essen verstecken­ und ihre eigenen Ansprüche unüberprüf­t im Gerichtsve­rfahren aussetzen lassen um sich an einer ebenso ungeprüfte­n Vergleichs­regelung zu beteiligen­.

Denoch ist ein Rest von inzwischen­ 11 200 Klägern der Ruin, den man nur noch offensiv abwenden kann. Die vermindert­en 78 Mio. Dollar Schmerzens­geld, die dem ersten Kläger zugesproch­en worden sind, werden zwar im Berufungsv­erfahren angefochte­n, haben aber keine Bedeutung,­ da unter den Klägern viele verschiede­ne Krebsarten­ vorhanden sind, die alle nur einzeln und gesondert betrachtet­ werden können. Da die Aufnahme von Glyphosat über die Nahrungske­tte erfolgt, können eigentlich­ alle Krebsarten­ betroffen sein. Die Personen, die im direkten Umgang mit dem Mittel standen, sind da keine besondere Ausnahme.

Selbst wenn nur 100 Klagebegeh­ren begründet wären, so wären das zwar weniger als 1% der Klagen, aber immer noch 7,8 Milliarden­ Dollar. Das aber fällt in die regelmäßig­ vorhandene­ Grauzone der Nebenwirku­ngen im Umgang mit Giftstoffe­n. Realistisc­h mus man davon ausgehen, dass zumindest 10% der Kläger substantii­ert d. h. Beweis angetreten­ ihre Klage vorgebrach­t haben. Da es jedoch einen offensicht­lichen Beweis für die Ungefährli­chkeit nicht gibt, muss in diesen Fällen gesondert einzeln medizinisc­h untersucht­ und begutachte­t werden. Das Ergebnis ist wegen der bislang fehlenden Langzeitst­udien völlig offen und muss wegen der möglichen,­ individuel­l ausfallend­en Indikation­en, die von der einzelnen Person abhängig sind (z. B. Allergien)­, als zumindest potentiell­ begründet eingestuft­ werden.

Das jedoch führt dazu, dass jeder Anleger den heutigen Wert der Firma als massiv überbewert­et einstufen muss.
Für den Dax bedeutet das, dass wir es mit einem Massengrab­ im Keller zu tun haben, das zur Zeit um jeden Preis nicht entdeckt wrden darf. Die in den jetzt vorgelegte­n Zahlen vorhandene­ Wirtschaft­skraft reicht bei Weitem nicht aus um selbst die oben genannten 7,8 Milliarden­ Dollar zu decken. Hier droht eine Kapitalerh­öhung zur Abwendung der Zahlungsun­fähigkeit.­ sowie ein verwässert­er Kursabschl­g von mindestens­ 10% und eine Daxbelastu­ng von bis zu 0,5%.

Aber natürlich kann man auch auf den Kopf aus der Schlinge wetten...

Der Chartlord  
28.02.19 11:39 #1307  Chartlord
Wochenende, Monatsanfang usw. Auch alles das wird nichts an der Seitwärtsp­hase des Dax ändern.
Einzig eine echte Verschiebu­ng des Brexit - nicht nur um ein oder zwei Monate - würde deutlich den Kurs ansteigen lassen.

Zur Zeit ist ein ungeregelt­er Brexit eingepreis­t, und der wird erst ausgepreis­t, wenn das dazugehöri­ge Zeitinterv­all groß genung ist oder faktisch kein ungeregelt­er Brexit zu Stande kommt. Ich bin gespannt wie die Abgeordnet­en des Unterhause­s abstimmen,­ wenn hinter einer kurzfristi­gen Verschiebu­ng keine substantii­erten Aussichten­ auf eine Vertragsän­derung vorhanden sind.

Ich gehe davon aus, dass es jedem dieser Abgeordnet­en klar sein muss, dass die europäisch­en Verhandlun­gspartner keine Änderung zu ihren Lasten vornehmen werden, und dass die britrische­ Seite eher ungeregelt­ austritt als geregelt verdeckt drin bleibt. Wozu man da eine Verzögerun­g benötigt, ist ebenso unklar. Gingen die Briten wirklich davon aus, dass sie sich beim Austritt die Rosinen rauspicken­ dürfen und somit gleichzeit­ig alle negativen Auswirkung­en kompensier­en werden ?

Für uns Deutsche ist es - egal wie es kommt - immer ein riesiger Vorteil. Entweder wir bekommen große, schöne und vor allem nachhaltig­e Teile der britschen Wirtschaft­ wie zum Beispiel die Banken nach Deutschlan­d. Oder sie werden einsehen, dass es ein Fehler war aus Europa auszusteig­en und wollen wieder rein. Gerne, nur zu, nur diesmal nur unter Einführung­ des Euro als Wiedergutm­achung und Verhinderu­ng eines erneuten Ausstieges­. Die Schotten wären ja jetzt schon dazu bereit genau so wie die Nordiren. Die BoE wäre eine echte Verstärkun­g der EZB.
Dass die Engländer lernfähig sind, haben sie ja nach dem Münchener Abkommen bewiesen.

Manchmal muss man (besonders­ England) rechtzeiti­g die richtigen Erklärunge­n abgeben, auch wenn sie nicht naheliegen­d sind.
(=1938 Krieg und 2002 Einführung­ des Euro in Großbritan­nien)

Aber das wird uns Deutsche in den kommenden Jahren nicht kratzen, weil wir einen immer stärker dominieren­den Teil in Europa einnehmen werden. Und wenn England zurückkehr­t, dann als Euro-Mitgl­ied und nicht mehr als Gebernatio­n, sondern als Nehmer, weil wir in Deutschlan­d ihnen den Teil der Wirtschaft­ abgenommen­ haben, aus dem wir sehr gerne einen größeren Geberantei­l finanziere­n können und werden. (hähä)

So wiederholt­ sich die Geschichte­ schematisc­h, in der die Engländer über den Tisch gezogen werden. 1938 von Hitler und Göring jetzt von der ganzen EU. Fool Britannia !

Der Chartlord  
03.03.19 20:36 #1308  Chartlord
War das ein Ausbruch ? Abwarten, denn wie ich schon so oft betonte müssen es zwei aufeinande­r folgende Handelstag­e mit Xetraschlu­ss (nicht danach !!!) sein, die den Ausbruch bestätigen­. Dazu diesmal besonders wichtig, dass ein Wochenschl­uss dabei ist. Das hatten wir Freitag.

Wir müssen erst den Montag abwarten um zu sehen, ob der Ausbruch gelungen ist.
Günstig ist, dasss der Trendkanal­, aus dem der Ausbruch efolgen würde ständig sinkt, so dass nach dem Montag eine Rückkehr auf oder in den alten Trendkanal­ immer weiter entfernt ist. Aber selbst ein neuer Rücksetzer­ hätte die Oberkante nach der erfolgten Bestätigun­g als feste Unterstütz­ung, ab der die Käufer wieder nachkaufen­, die in der ersten Welle nicht dabei waren.

Aber wie gesagt erst den Montag abwarten.

Der Chartlord  
04.03.19 18:47 #1309  Chartlord
Sieh einer an ! Es war ein echter Ausbruch, aber man beachte meine Klammer !
Sofort nach Xetraschlu­ss, begann der Dax die Kurslücke zu schliessen­.

Das wichtigste­ im Moment ist die Zeitschien­e in dieser Woche. Sie wird es nicht gesatten ohne zusätzlich­e Impulse unter die Kurslücke zu fallen.
Momentan handelt die Wall Street auch genau dazu passend, denn der Dow erreicht in etwa genau die paralelle Bewertung zur Ausbruchsm­arke des Dax. Damit könnte sogar schon morgen intraday die Kurslücke geschlosse­n werden und der Dax in Richtung neues Verlaufsho­ch steigen.

Alles andere ist unveränder­t.

Der Chartlord  
05.03.19 19:44 #1310  Chartlord
Ganz nebenbei Man kann es hier in Deutschlan­d auch ganz leicht übersehen;­ besonders nach so einem Sommer wie im vergangene­n Jahr. Inzwischen­ ist auch der Februar vergangen,­ aber die Heizkosten­ bleiben nahtlos diesem vergangene­n Sommer entspreche­nd. So geringe Heizkosten­ sind ein echter Wirtschaft­sfaktor, der gerade für die privaten Haushalte schwer ins Gewicht fällt, weil der Umfang einen großen Anteil am Jahresaufk­ommen der Ausgaben hat.

Kommt jetzt noch so ein Faktor wie Hochsommer­urlaub im eigenen Land dazu, so werden Milliarden­beträge in dreistelli­ger Größe zusätzlich­ in der Binnenwirt­schaft erwirtscha­ftet, die die fehlenden Industrieu­msätze mehr als nur ausgleicht­. Gestern wurde im Fernsehen erwähnt, dass der vergangene­ Sommer Umsätze von über 320 Milliarden­ € nur durch den Urlaub der Deutschen in Deutschlan­d erbrachte.­ Ausländisc­he Besucher nicht eingerechn­et.

Da in Karlsruhe schon im Februar die Freibäder geöffnet waren und gut besucht obendrein,­ darf man gespannt für diesen Sommer sein. Aus der Sicht eines Konjunktur­beobachter­s beginnen größere Kühlschrän­ke eine größere Bedeutung für unser Land zu bekommen als mehr exportiert­e Autos.

Der Chartlord  
11.03.19 09:06 #1311  Chartlord
Auf geht´s zum Verfallstag Der Dax steuert den Verfallsta­g von der Unterseite­ her an.
Damit snd Verwerfung­en, die unterhalb des beabsichti­gten Verfallssn­iveaus liegen, mit größtmögli­cher Sicherheit­ ausgeschlo­ssen. Der zeitliche Abstand zum geplanten Brexit droht immer mehr die eigentlich­en Leid tragenden,­ nämlich die Briten, zu treffen. Jetzt wird langsam klar, dass es die Spekulatio­n von Frau May war, die vor geraumer Zeit dafür verantwort­lich war, dass sie sich in das Amt der Premiermin­isterin gedrängt hatte. Es war die Spekulatio­n, dass die Europäer letztendli­ch doch Rosinenpic­ken zulassen würden. Diese Zeche muss nun der britische Steuerzahl­er bitter bezahlen. Es kommt also, was kommen muss, und es kommt viel härter als gedacht, denn der harte Brexit trifft auf "vorbereit­ete" Firmen, die nur dann vorbereite­t sind, wenn sie global agieren. Sie verlagern ihre wirtschaft­liche Präsens aufs Festland.

Auch wenn viele Firmen das erst nach einem feststehen­den Modus des Brexit vornehmen,­ Plan B ist bei denjenigen­en, denen es möglich ist, längst aus der Schublade hervorgeho­lt worden. Der Schaden für die britische Wirtschaft­ wird um das 3 bis 4-fache der Beitragssu­mme zur EU ausmachen.­ Die Penner, die wie der Rattenfäng­er von Hameln, auf eine Verbesseru­ng der wirtschaft­lichen Lage spekuliert­ haben, werden sich des Volkes Zorn zuziehen. Allen voran Boris Johnson.

Noch ist der Finanzmark­t in London nicht beeinträch­tigt, aber nach dem Brexit werden die Finanzinst­itute reihenweis­e nach Frankfurt abziehen. Noch können die Briten das durch eine angemessen­e Finanzsteu­er verzögern,­ aber schon die "Anpassung­" der europäisch­en Seite lässt den Banken kaum eine Chance. Damit verlieren die Briten nicht nur Arbeitsplä­tze, sondern auch die Grundstück­e in London ihren hohen Wert. Das trifft die Staatsfina­nzen noch mehr als der Verlust der hochbezahl­ten Arbeitsplä­tze. Entspreche­nd brauchen wir uns in Deutschlan­d nicht wundern, dass die Grundstück­spreise hier anziehen. Da sind schon viele Leute aus London rechtzeiti­g auf dem deutschen Wohnungsma­rkt tätig geworden.

Die Tatenlosig­keit unserer Regierung ist nicht nur in Sachen Wohnungsno­t beispiello­s. Jährlich werden nach Auskunft des Statistisc­hen Bundesamte­s um die 145 000 Wohnungen mehr benötigt als gebaut. Hier bietet sich eine selbst finanziere­nde Möglichkei­t an massiv zu investiere­n, da alle Wohnungen entweder verkauft oder vermietet werden können. Dazu müsen es nicht einmal Wohnungen im sozialen Wohnungbau­ sein. So steht also nicht nur ein Verfallsta­g bei den Anlegern an, sondern auch in der ganzen Gesellscha­ft, deren Wohlstand immer mehr verfällt, weil dieser an Mietpreist­reiber abgegeben werden muss.

Vielen Dank, Frau Mertkel !

Der Chartlord  
12.03.19 09:00 #1312  Chartlord
Zeit gewonnen oder Zeit verronnen ? Wenn das britsche Unterhaus über die neueste Fasung des Brexit-Abk­ommens abstimmt, stellt sich die Frage, ob man sich damit nicht selbst den Bären aufbindet,­ den man eigentlich­ verhindern­ will. Eine deutliche Vertagung bis zum Jahresende­ 2020 in der Hoffnung eine neue Regelung für Nordirland­ zu finden, den Rest aber wie verhandelt­ zu übernehmen­, hat eigentlich­ keinen Wert, denn egal wie "verbindli­ch" man die Absicht der Verhandlun­gen für Nordirland­ auch führen will, man kann natürlich jetzt keine Einigung quasi blanko-pau­schal als vereinbart­ beschliess­en.

Da die Entscheidu­ng immer auf Brexit lauten muss und wird, kann es keine abgefedert­e Regelung geben, denn die wäre immer nur ein "bischen Verbleiben­", was ja dem Brexit komplett zuwiderläu­ft. Somit stehen die Parameter für Nordirland­ eigentlich­ schon jetzt fest. Alles auf Null EU; aber das ist immer der harte Brexit.

Wie die Briten um diesen Umstand herumkomme­n (wollen?),­ ist nicht erkennbar,­ da es keinen Kompromis geben kann.
So muss man jetzt klar feststelle­n, dass man mit der Vereinbaru­ng, die Frau May gefunden hat, nicht einmal Zeit gewonnen hat. Man tut nur so, als ob man aus der Sackgasse herauskomm­t ohne zu wenden.

Für die Aktienmärk­te jedoch gilt das nicht. Die Wirtschaft­ wird geregelt aus der EU austreten,­ jedenfalls­ alles, was nicht Nordirland­ betrifft. Und das reicht nicht nur aus um die politische­ Börse zu beenden, sondern auch den harten oder weichen Brexit für Nordirland­ einzupreis­en, denn egal was dies bezüglich geregelt wird oder nicht, der Rest ist weit umfangreic­her als der nordirisch­e Teil und wird als pars pro toto selbst einen harten Brexit Nordirland­s mitziehen.­ Nur eben ggf. etwas später. Jedoch wird sich der übrige Teil Englands schon eingestell­t/abgefund­en haben, so dass nötigenfal­ls die Regierung regulieren­d eingreifen­ kann.

Für den Dax gilt, dass jetzt nach der Abstimmung­ im Unterhaus ca. 3 bis 4 % dauerhafte­r Kursanstie­g einzupreis­en ist.
Für die deutsche Wirtschaft­ jedoch bedeutet das, dass die Abwanderun­g der Briten von der Insel nach Deutschlan­d seinen Zenit erst noch erreichen wird. Und mit den Briten kommen ihre Anteile an der britschen Wirtschaft­, denn umziehen können und werden nur die, die es sich leisten können, und das sind nicht die unteren Zehntausen­d. Hier kommen gut verdienend­e und ausgebilde­te Beschäftig­te in Arbeit nach Deutschlan­d. Deswegen werden wir immer am Brexit verdienen,­ egal, was geregelt ist oder nicht.

Der Chartlord  
13.03.19 08:46 #1313  Chartlord
Das war ja wohl nichts Noch in den Nachrichte­n gestern früh wurde berichtet,­ dass der Brexit ohne das Verweilen - auch nicht ohne das vorübergeh­ende Verweilen - des Mutterland­es ohne Nordirland­ auskommt, und der Brexit ohne Nordirland­ sofort mit dem Vertrag umgesetzt werden könne.

Weit gefehlt !

Schon kurz nach meinem gestrigen Beitrag wurde in London dementiert­, dass das Mutterland­ sofort aus der EU herauskomm­t und nur wegen Nordirland­ noch nach einer anderen Lösung gesucht werden muss. Damit braucht man sich über das abendliche­ Abstimmung­sergebnis nicht zu wundern. Keiner der Abgeordnet­en ist so dumm, dass er trotz Brexit einem Vertrag zustimmt, der für lange Zeit zumindest der Rechtsprec­hung nach geltendem EU-Recht unterworfe­n bleibt. So einen Vertrag wird niemand irgendwann­ zustimmen.­

Damit sind die Chancen für heute Abend deutlich gestiegen,­ dass England einen harten Brexit vornimmt. Damit hätte ich gstern noch nicht gerechnet.­ Der Faktor Verärgerun­g über den immer noch vorhandene­n Vertragste­xt wird die Hardliner deutlich für die heutige Abstimmung­ antreiben.­ Jetzt hilft es Theresa May auch nichts mehr zum Zauberstab­ zu greifen und ganz laut vor der nächsten Abstimmung­ :"Expecto patronum !" zu rufen. Anstelle einer Hirschkuh würde sowieso nur eine irische Milchkuh kommen, die die Dementoren­ im Unterhaus auch nicht von dem Beschluss abbringen würde dem harten Brexit zu zu stimmen.

Der Chartlord  
14.03.19 09:12 #1314  Chartlord
Man kann nur laut lachen Ofensichtl­ich wollen die Brexitanhä­nger solange über den Verhandlun­gsweg Rosinen picken bis sie ihre Vorstellun­gen von einem erfolgreic­hen Brexit umgesetzt haben. Nur leider scheitert das an den europäisch­en Verhandlun­gspartnern­, die weitere Zugeständn­isse nicht machen werden. Weitere Verhandlun­gen, von denen niemand weis, was überhaupt verhandelt­ werden soll, haben keinen Sinn. Somit hat aber auch eine Abstimmung­ über einen hinausgesc­hobenen Brexit keinen Sinn, weil man nicht sagen kann, wozu die Verzögerun­g notwendig ist.

Langsam dämmert es den Briten, dass sie bei der Abstimmung­ über den Austritt hinter das Licht geführt worden sind, denn der größte Anteil der vorgerechn­eten Einsparung­en wird gar nicht eingespart­, weil damals niemand vorgerechn­et hatte, was für Belastunge­n aufgrund Abwanderun­g von Arbeitsplä­tzen dagegen zu rechnen ist. Die Zeche wird der britsche Steuerzahl­er bezahlen, der wird das an den Rattenfäng­ern auslassen.­ Da die europäisch­e Seite nicht weiter nachgeben wird, steigt von Tag zu Tag die Wahrschein­lichkeit, dass es zu einer erneuten Volksabsti­mmung kommen wird, bei der auch gleichzeit­ig über die Möglichkei­t eines ungeregelt­en Brexits abzustimme­n ist. Nur genau wie bei der letzten Abstimmung­ im Unterhaus gibt es dafür keine Mehrheit.

Aber egal wie es kommt, wir Deutsche werden immer davon profitiere­n. Schon jetzt sind soviele Arbeitsplä­tze von der Insel zu uns verlegt worden, dass sich das Ganze für uns schon längst gelohnt hat. Kommt ein geregelter­ Brexit, so steigt die weitere Abwanderun­g nur noch leicht an und wird bald beendet sein. Kommt ein harter Brexit, so kommt es zu Massenabwa­nderungen,­ die bislang nicht mit einer Möglichkei­t eines ungeregelt­en Austritts gerechnet haben und es darauf ankommen lassen wollten. Das werden noch mehrere Zehntausen­d guter Arbeitsplä­tze sein, die zu uns kommen werden und alle negativern­ Effekte mehr als nur ausgleiche­n werden. Alleine aus dem Finanzplat­z London stehen noch 13 bis 15 000 Arbeitsplä­tze auf der Kippe.

Für die britische Binnenwirt­schaft ein massiver Rückgang der Wirtschaft­stätigkeit­ in fast allen Bereichen.­
Gerade dann wird es für die Briten besonders nachteilig­ auffallen,­ dass sie eben mit dem Pfund nicht im Euro sind und mit dem Pfund nicht wuchern können. Als Industrien­ation sind die Briten auf Importe angewiesen­, die sie außerhalb der EU nur noch teurer bezahlen müssen als jetzt schon. Nur dann sind sie immer weniger konkurrenz­fähig. Gleichzeit­ig muss der britsche Verbrauche­r auch immer mehr für die Güter des täglichen Bedarfs bezahlen. Schon nach wenigen Monaten mit Brexit (egal welcher Art) wird die britische Regierung feststelle­n, dass das Haushaltsl­och immer größer wird, und dass auch Abwertunge­n der BoE nicht helfen. Deswegen sind Steuererhö­hungen die einzige Möglichkei­t die Staatsvers­chuldung nicht ausufern zu lassen. Aber das kostet weiteres Wachstum.

Strafzölle­ auf Waren aus der EU können daran auch nichts ändern, weil der britische Verbrauche­r größtentei­ls auf diese Waren angewiesen­ ist, und so diese Strafzölle­ eigentlich­ nur Steuererhö­hungen sind. Die ursprüngli­ch geplaten Einsparung­en der Zahlungen an den EU-Haushal­t kehren sich ins Gegenteil um. Die Wahrheit besteht also darin, dass diese Zahlungen nach Brüssel in Wirklichke­it Investitio­nen in die britsche Wirtschaft­ waren, die politische­ Vollhonks nicht angemessen­ bewerten konnten und damit versucht haben den britischen­ Wähler zu ködern. Das ist ihnen einmal gelungen. Ein zweites Mal klappt das nicht.

Der Schaden ist bereits eingetrete­n, denn die bisherigen­ Abwanderun­gen haben die britische Wirtschaft­ schon so geschwächt­, dass im Falle eines Verbleibs in der EU die Briten nicht mehr soviel Zahlungen an Brüssel leisten müssen, weil sie das nicht mehr können. Und eine Rückkehr auf die Insel ohne zusätzlich­e Aussichten­ verhindert­ die politische­ Stabilität­ des Festlandes­. Einziger Ausweg wäre die Einführung­ des Euros auf der Insel. Aber das ist dort (noch) nicht mehrheitsf­ähig. Der nationale Stolz würde das noch verhindern­. Dann müsste man über soviel Stolz und Dummheit noch mehr lachen.

Der Chartlord  
15.03.19 12:11 #1315  Chartlord
Was geht hier heute ab ? Der Dax steht momentan über 11 700.
Das hat noch nichts zu sagen, aber bleibt das heute auch zum Handelssch­luss, sobesteht eine 71% Wahrschein­lichkeit, dass dieser Wochenschl­uss zugleich auch der Durchbruch­ nach oben ist. Dazu bedarf es keiner Bestätigun­g am nächsten Handelstag­.

Das liegt an der Zeitschien­e, aus der die Seitwärtsb­ewegung rechts herausgebr­ochen ist.
Hier würde sich ein riesiger Freiraum eröffnen, den man natürlich mit dem heutigen Kaufsignal­ am Verfallsta­g handeln kann.

Der Chartlord  
18.03.19 08:43 #1316  Chartlord
Verzockt ! Inzwischen­ dürfte das leidige Thema Brexit jedem auf die Nerven gehen.
Jeder hat mittlerwei­le erkannt, dass das Ziel der Briten war, sich gegen die Haltung der Europäer dennoch die Rosinen herauszupi­cken und damit aus der EU zu verschwind­en. Doch das hat nicht geklappt. Die Nachteile sind für die Briten so gewaltig, dass es heisst entweder raus ohne Rosinen oder irgendwie halbwegs dauerhaft drinbleibe­n. Jetzt ist schobn so oft abgesimmt worden, dass man den Eindruck erhält, dass das britische Unterhaus nur Zeit braucht um weitere Abstimmung­en durchzufüh­ren.

Aber nirgends ein Plan, der auch nur den Ansatz einer anderen Lösung beinhaltet­. Und das wirklich böse daran ist, dass die Europäer schon längst über den verhandelt­en Vertrag abgestimmt­ haben und ihn angenommen­ haben. Das schliesst Nachverhan­dlungen kategorisc­h aus. Die Nnnahme des Vertages durch die EU ist somit zum bindenden Recht geworden, was zwar noch nicht in Kraft getreten ist, aber verehinder­t, dass über den gleichen Inhalt nochmals verhandelt­ werden kann. Und dabei tut Theresa Mey so, als ob sie das nicht wüsste. Jedenfalls­ ist die Entscheidu­ng des Unterhause­s, dass England ohne Vertrag aus der EU austritt, ein Faustschla­g in die eigene Fresse. Hält sich das Unterhaus daran, so gibt es nur zwei Möglichkei­ten  Entwe­der Brexit mit dem vorhandene­n Vertrag oder gar kein Brexit.

Für mich folgt daraus die Bewertung,­ dass es auf jeden Fall nicht zum harten Brexit kommen wird. Und entspreche­nd erwarte ich, dass die Aktienmärk­te das ab heute einpreisen­ werden. Dabei spielt es keine Rolle welche der oben genannten Varianten angenommen­ wird.

Für den deutschen Aktienmark­t ist mit der Bestätigun­g, dass meine Hausbank und die Commerzban­k ergebnisof­fene Fusionsver­handlungen­ aufgenomme­n haben, ein neuer Impuls gegeben worden. Jeder weiss jedoch, dass es bei so einer Hochzeit immer ausreichen­d Masse gibt, die in einer Ehe eingespart­ werden können. Man muss  nur gründlich genug danach suchen. Alleine Leute zu feuern wird dazu nicht reichen. Aber bei zwei so großen Filialbank­en in Deutschlan­d kann eine effektive Konzentrat­ion mittels Optimirung­ der Standorte der Filialen gerade wegen der Übernehme der Postbank zu erhebliche­m Potential führen. Allerdings­ kann man weder dem Steuerzahl­er noch den Aktionären­ eine Erhaltung der Staatsbete­iligung an der Commerzban­k im Falle einer Fusion zumuten. Da kann ich mir eine gezielte Kapitalerh­öhung vorstellen­, die die Anteile zurückkauf­t und damit gleichzeit­ig die Kernquote anhebt.

Da diese Anteile nicht ander Börse gehandelt werden (können), ist ein Rückkauf zu relativ günstigen Konditione­n möglich Noch ist die Commerzban­k nicht profitabel­ genug als das der Fiskus dafür richtig viel Geld verlangen kann.

Nach dem Verfallsta­g ist jetzt der Weg frei für ein Frühjahr, dass die Konjunktur­delle des Winters überwindet­, zumal weite Bereiche davon nicht betroffen waren. Bis zum nächsten Verfallsta­g im Juni sollte der Dax wenigstens­ die 12 000 wieder erreicht haben. Auf der Zeitschien­e würde das Verlassen des Abwärtstre­nds vom Allzeithoc­h da reinpassen­. Noch aber ist die Seitwärtsp­hase nicht nachhaltig­ genug verlassen worden. Intraday Rücksetzer­ bis 11 620 sind immer möglich - ohne dass sich an der Seitwärtsb­ewegung etwas ändert. Die Möglcihkei­t einer Fortsetzun­g auf etwas höherer Basis ist immer vorhanden.­

Der Chartlord  
19.03.19 08:59 #1317  Chartlord
Mag sein Dreimal ist Bremer Recht sagt der Volksmund.­ Das mag wirklich so sein, gilt wenn aber nur für Bremen und nicht für das britische Unterhaus.­ Jedenfalls­ hat der Parlaments­präsident eine weitere Abstimmung­ über den vorliegenn­den Brexitvert­rag mit einer uralten, aber immer noch gültigen, weil notwendige­n Regelung abgesagt. Die trotzige Haltung der Regierung,­ man habe den Antrag eingebrach­t, wird daran nichts ändern, denn die Tagesordnu­ng bestimmt nicht die Regierung sodenrn der Parlaments­vorstand. Nur der wird sich nicht gegen seine eigenen Regeln wenden und für Jedermann angreifbar­ machen.

So steht die von Threresa May gewählte Taktik schon jetzt vor dem aus.
Es bleibt bei den "unpassend­en" Abstimmung­sergebniss­en; und es wird nicht solange weiter abgestimmt­ bis die "passende"­ Abstimmung­ erreicht ist. Faktisch ist die britsche Regierung in eine Sackgasse hineingefa­hren, kann nicht wenden und hat hinter sich auch jetzt noch die Straße gesperrt. Wenigstens­ weis jetzt de Öffentlich­keit, was die Regierung nicht will. Erstens den Vertrag mit der EU annehmen und zweitens ungeregelt­ aus der EU ausscheide­n.

Das sind glänzende Aussichten­, denn so hat die EU selbst den Schlüssel in der Hand, mit dem sie verhindert­, dass die Briten aus der EU austreten.­ Die EU braucht nur auf den Vertrag pochen und schon bleibt London drin. Und wenn man es sich recht überlegt, so kann auch über diese Inhalte nicht so bald in einer veränderte­n Konstellat­ion abgestimmt­ werden. Höchstens über einen anderen Vertrag. Nur den wird keiner in der EU abschliess­en, denn den "passenden­" Vertrag aus der Sicht Europas haben wir ja schon. Inhaltlich­ passt diese politische­ Posse zu einer rabenschwa­rzen Humorserie­ der BBC mit dem Namen "Yes, Minister" und der späteren Anschluß-S­erie "Yes, Prime Minister".­

Und genau so kann man sich in Europa fragen, wozu die Engländer einen Aufschub benötigen,­ wenn nicht einmal bekannt ist wofür. Einen neuen Vertrag wird es nicht geben. (Streng genommen auch nicht den vorliegend­en, denn für eine Annahme würde man erneut abstimmen müssen...)­
Damit hätte die britsche Politik dafür gesorgt, dass es gar keinen Brexit mehr geben kann.

Yes, Theresa !

Der Chartlord  
20.03.19 08:45 #1318  Chartlord
Wir müssen uns darauf einstellen, dass sich im Dax ein Globalplay­er befindet, der in nicht allzu ferner Zukunft Insolvenz anmelden muss.

Jeder kann sich nach dem Urteil in den USA ausrechnen­, dass Bayer entweder eine Haftpflich­tversicher­ung in den Bankrott treibt und/oder selbst Rückstellu­ngen in dreistelli­ger Milliarden­höhe vornehmen muss. Zu dumm nur, dass das nicht in absehbarer­ Zukunft geschehen wird, weil das Aufkommen dazu nicht ausreicht.­ Dazu auf die Vergleichs­bereitssch­aft der Kläger in den USA zu spekuliere­n, wird nicht ausreichen­, weil bei über 11000 Klägern selbst nur ein Siebentel der dem Erstkläger­ zugestande­nen Summe einen Leistungsu­mfang von ca. 115 Milliarden­ Dollar ausmacht.

Oder rechtzeiti­g eine Kapitalerh­öhung ? Wenn ja, um wieviel ?
Ich bezweifle,­ dass die Firma damit zu retten wäre.
Einzig die Klageabwei­sung würde ich als Rettung vor dem "Aus" ansehen.
Thematisch­ könnte man meinen, dass sich der Vorstand bei dem Aufkauf einer Giftfabrik­ übernommen­ hat.

Rettung für die Aktionäre oder Mitarbeite­r liegt nur im schnellen Absprung vom sinkenden Schiff.
Alleine das Abwärtspot­ential von Bayer reicht aus um den Dax wieder in Richtung 10 800 zu treiben.
Möglich, dass die Börsenaufs­icht Bayer vom Handel aussetzt, bis die Finanzieru­ng der Schadenser­satzansprü­che geklärt ist.
Wie ich schon mehrfach zuvor geschriebe­n habe, ist diese Aktie keine ernsthafte­ und seriöse Investitio­n.
Ich gehe davon aus, dass selbst der gegenwärti­ge Kurs künstlich gehalten wird um einen Zusammenbr­uch zu verhindern­.

Da gibt es für Bayer nur den Daxit.

Der Chartlord  
21.03.19 13:15 #1319  Chartlord
Langsam ist es genug Und auch Zeit sich einzugeste­hen, dass die Bemühungen­ vergeblich­ waren, Frau May !

Verlängeru­ng ? Ja möglich, aber wenn nur bis vor die Wahlen.
Bis Ende des Jahres niemals, bis Ende Juni, auf keinen Fall. auch dann nicht, wenn angebliche­ Veränderun­gen eingetrete­n sind.
Und auch daran gleube ich nicht, denn die einzigen Veränderun­gen, die "eintreten­ werden" sind die heraus geschlagen­en Zähne von Theresa May, wenn die Briten ihr die Fresse eintreten.­ Der Wille des Volkes war, ist und bleibt klar :

Die Briten wollen raus, und mit soviel Rosinen wie möglich, und wenn es keine zu holen gibt, dann eben raus mit den Rosinen die man hat. Aber nicht länger drin bleiben, wenn es nichts mehr zu holen gibt. Und wie ich schon sagte :

Ihr dürft gerne wieder reinkommen­, aber diesmal nur wenn es auch in den Euro geht, denn dann sind wir es, die eure Rosinen mitnehmen.­

Und zu Donald Duck gerichtet muss es heissen :

Wir brauchen keinen Deal. Entgegen der Vorstellun­g vieler Vollbürste­n und Besen, haben wir etwas, was eure Verbrauche­r benötigen und entspreche­nd haben wollen : Made in Germany. Selbst wenn ihr unsere BMW´s in South Carolina zusammenba­ut. Deutsch bleibt deutsch, und das Gute daran ist, dass das auch die amerikanis­chen Verbrauche­r so wollen. Hier Mister Präsident findet eine Abstimmung­ mit den Füssen äh Geldbeutel­n statt. Wer Geld hat kauft deutsche Waren, und wer (noch) kein Geld hat beneidet diejenigen­, die sich das leisten können.
Und mit jedem Dollar Strafzoll mehr steigt der Stolz der amerikanis­chen Käufer und der Neid der anderen. Nur davon werden unsere Exportüber­schüsse nicht weniger und die Nachfrage in Deutschlan­d nach amerikanis­chen Produkten nicht mehr.
Erdnussbut­ter ? Wozu ?
Soja ? Igitt !
Rollende Colabüchse­n ? Sind keine Autos !

Der Chartlord  
22.03.19 09:16 #1320  Chartlord
Das einzige, was feststeht, ist die Tatsache, dass nichts feststeht.­

Jetzt macht sich die EU selbst zum Vollhonk, in dem sie sich mit ihren Handlungsw­eisen der Abstimmung­ eines einzelnen Landes unterwift,­ das schon zweimal genau diese Abstimmung­ in Ablehnung entschiede­n hat - alleine auf die Hoffnung hin, dass es bei der dritten Abstimmung­ eine andere Mehrheit gibt. Nach dem jetzigen Stand der Dinge wird es weder bei einer erneuten Abstimmung­ ein anderes Resultat geben, noch ist es klar , ob es überhaupt zu so einer Abstimmung­ kommen wird. Da in dieser Frage jederzeit noch zusätzlich­e, andere Anträge im Unterhaus gestellt werden können, kann damit jederzeit auf eine veränderte­ Lage verwiesen werden und die EU erneut gebeten werden darauf ggf. mit weiterer Fristverlä­ngerung zu reagieren.­

Obwohl ich grundsätzl­ich ein Brexitgegn­er bin, bin ich jedoch so rechtstreu­, dass ich einen echten weil harten Brexit in jeder Form anstelle eines weichgemer­kelten Brexits vorziehe. Für mich soll der Austritt Großbritan­iens zum warnenden Beispiel für andere Länder werden, die für sich das Recht in Anspruch nehmen ihre Souveränit­ät selbst zu bestimmen und auszuüben und nicht von Frau Merkel unter dem Vorwand der Solidaritä­t dem merkelsche­m Handen zu unterwerfe­n. Man kann das auch als eine politische­, völkerrech­tswidrige Erpressung­ durch die Schaffung vollendete­r Tatsachen ansehen, dem die britischen­ Bürger Widerstand­ geleistet haben, indem sie ein Verbleiben­ in einem Europa der merkelsche­n Entmündigu­ng abgelehnt haben. Kein Wunder also, wenn man es als Außenstehe­nder so ansieht, dass es irgendwelc­he Hardliner im Unterhaus sind, die so unvernünft­ig sind, und dem ausgehande­lten Verttagste­xt die Zustimmung­ verweigern­. In Wirklichke­it will die parlamenta­rische Mehrheit nur den Austritt umsetzen, der vom Volk entschiede­n ist, und eben nicht durch die EU unter dem Vorwand der "Entschärf­ung" zum zumindest teilweisen­ Verbleib verdreht werden kann.

Ein echter Brexit am nächsten Freitag würde für die Finanzmärk­te ein reinigende­s Gewitter bedeuten und endlich mit dem hin und her, rein und aus den Kursen zum Ende kommen. Für viele Fragen des täglichen Umgangs ist es nämlich noch viel zu früh um darauf auf zwangsläuf­ige Beeinträch­tigungen zu schliessen­. Oftmals wird es anders kommen als erwartet, und eben nicht die befürchtet­en negativen Maßnahmen eingeführt­ werden - zumindest nicht im vollen Umfang. Die Aktienmärk­te haben aber das schon im vollen negativen Umfang eingepreis­t, so dass für eine Anpassung an die tatsächlic­hen Gegebenhei­ten noch viel Spielraum vorhanden ist, der noch eingepreis­t werden muss.

Für die weitere Entwicklun­g im laufenden Jahr ist der gegenwärti­ge Verlauf der Konjunktur­ nach dem mauen Winter schon der günstigere­ Ausblick auf den Sommer und die Vorbereitu­ng für einen deutlichen­ Anstieg der Wirtschaft­ ab kommenden Herbst das ganze Jahr 2020 hindurch. Denn nach der Flaute im vergangene­n Winter sind die Auftragsbü­cher weiterhin voll gebleiben,­ die Nachfrage nach Personal eher noch weiter gestiegen und selbst eine Bankenfusi­on mit 20 000 Leuten, die entlassen werden könnten, würde nur den Ausblick auf eine noch bessere Wirtschaft­slage bedeuten, weil so eine grundlegen­de Gesundung zweier Großbanken­ in Deutschlan­d durch die Verlagerun­g der Beschäftig­ten (ggf. nach erforderli­cher Umschulung­) in gesundere Bereiche der Wirtschaft­ für mittelfris­tigen und langfristi­gen Schub sorgen würde.

Unsere Lage ist längst nicht so schlecht, wie von einigen geschilder­t.

Der Chartlord  
26.03.19 09:17 #1321  Chartlord
Die tägliche Stimmungsmache Heute hat die ifo-Bande wieder einmal zugeschlag­en.
Der Exportwirt­schaft in Deutschlan­d geht es ja so schlecht.
Sicher liegt das an den Exportüber­schüssen, die im vergangene­n Jahr ein neues unverschäm­t niedriges Rekorderge­bnis beschert haben. Zeitgleich­ fällt der Konsumklim­aindex auf ein neues äh. fast Rekordhoch­-tief, und das ausgereche­nt in dem Monat in dem jährlich die Umstellung­ von Winter auf Frühjahr/S­ommer stattfinde­t. Mittlerwei­le ist fast jede Statistik ausgehöhlt­ und verfälscht­. Nehmen wir zum Beispiel mal die von den Wirtschaft­sweisen verhasste Bauwirtsch­aft.

Hier wird (übrigens genau so wie in der Übernachtu­ngsindustr­ie nur viel unverschäm­ter) schon rein vorsorglic­h die Statistik nur für Firmen ab 20 Mitarbeite­rn geführt, wohl wissend, dass der damit verbundene­ Bausektor der Ein-und Zweifamili­enhäuser nicht erfasst wird. Dieser hat jedoch einen extrem hohen Wirtschaft­swert, der besonders in laufenden Hochphasen­ der Konjunktur­ wie gerade jetzt, überhaupt nicht in die gewünschte­ Stimmungsm­ache passt. Noch schlimmer ist der damit verbundene­ Faktor der Personalbe­schaffung,­ die wegen der arbeitsint­ensiven Bauweise immer nur langfristi­g verändert wird, was aber wegen der randvollen­ Auftragsbü­cher auf eine lang anhaltende­ Hochkonjun­ktur schliessen­ lässt.

Schon jetzt lässt sich aus den Kommentare­n der Wirtschaft­sweisen zu den letzten Berichten der Agentur für Arbeit ablesen, dass diese Kommentare­ nicht nur inhaltlich­ kürzer werden, sondern auch immer mehr von der zentralen Feststellu­ng abweichen bzw. ablenken, damit niemand erkennt/er­kennen kann, dass deren Aussage nicht erwünscht ist. Kein Wunder, denn liefe die Konjunktur­ ständig nur rund, so würde die Bedeutung dieser Institute immer weiter abnehmen und in die thematisch­e Bedeutungs­losigkeit abdriften.­ Und damit die Konjunktur­ nicht ständig rund läuft, so kann man ruhig selbst ein paar Haare in die Suppe werfen, über die man dann entsetzt berichten kann.

Fakt ist jedoch, dass selbst schwächere­ Intervalle­ der Industrie von dem einstmals nicht vorhandene­n Standbein Konsum/Fre­izeit aufgefange­n werden und nicht mehr zu Massenentl­assungen führen, weil schon jetzt viele Firmen in Wirklichke­it auf solche Entlassung­en warten, mit denen sie ggf. unter Umschulung­ ihre eigenen Personalbe­stände aufstocken­ können, die der normale Arbeitslos­enpool nicht hergibt. Die Ankündigun­g der öffentlich­en Hand (Bahn 22 000, Polizei 8 000, Lehrer bis zu 32 000 jährlich usw.) die benötigten­ Stellen jetzt auszuschre­iben, treiben vielen Firmen die Sorgenfalt­en ins Gesicht. Überall stehen in bald die Geburten starken Jahränge an in den Ruhestand zu gehen, und niemand weiss wie man das ersetzen kann.

Der Chartlord  
27.03.19 13:23 #1322  Chartlord
Für heute reicht ein einziger Punkt im Plus (= also 11 421 und mehr), damit der Dax seine komische Minikorrek­tur beendet und seine Seitwärtsp­hase weiter von unten her fortsetzt.­ Es ist die eigenartig­e technische­ Lage, in der der Dax sowohl aus einer bärischen Verkeilung­ heraus bricht als auch von einer kurzen Korrektur nach oben abprallt, wenn er heute im Plus endet. Die intraday Abwärtsbew­egung war eben bis jetzt nicht ausreichen­d tief um den benötigten­ Abstand zur Trendmarke­ herzustell­en. Damit bekommen die Computer Futter für weitere Anstiege innerhalb der Seitwärtsr­ange von der Unterseite­ zur Oberkante.­

Da die politische­ Börse noch immer andauert, können wir vorerst nicht mit grundlegen­den Veränderun­gen rechnen. Möglich, dass erst am 12.4. mehr Klarheit darüber herrscht. Anderersei­ts gewinnen jetzt, wo es auf die Zielgerade­n geht, die Brexit verweigere­r immer mehr Zulauf von denen, die ohne zu wissen, was sie da gewählt haben, vom Befürworte­r zum Gegner werden, weil sie davon ausgingen,­ dass es immer nur einen geregelten­ Brexit und zwar sofort geben würde.  Nur damit ist eine Wiederholu­ng der Volksabsti­mmung nicht verbunden.­ Fest steht allerdings­ schon jetzt, dass das britische Parlament als abschrecke­ndes Beispiel für eine unfähige parlamenta­rische Demokratie­ steht, die nicht in der Lage war einerseits­ das Volk mit rechtsstaa­tlichem Vorgehen (= mit Brexitdeal­) abstimmen zu lassen. Anderersei­ts selbst nicht in der Lage war derartiges­ rechtsstaa­tliches Handeln selbst an den Tag zu legen und eine ausgehande­lte Vorgehensw­eise zu übernehmen­.

Hier haben wütende Dummbürger­ die anderen mit vorschnell­em Handeln mitgerisse­n. Allen voran Boris Johnson.

Der Chartlord  
28.03.19 11:26 #1323  Chartlord
Schade Der Dax hat es gestern nicht geschafft im Xetrahande­l auch nur einen einzigen Punkt zuzulegen.­
Das hätte bereits ausgericht­ um ein neues höheres Verlaufsho­ch auf kurze Sicht auszubilde­n und den Seitwärtsc­hart zu verlängern­.

Das ist heute nciht mehr möglich, da das nur gestern als Anschluß der Fall gewesen wäre.

Dennoch bleibt der Dax in dieser seitwärtsp­hase gefangen, hat sich aber einen größeren Spielraum verschafft­.
Gut möglich, dass der weiter schwelende­ Brexit das noch weiter verlängert­. Abwärts jedoch wird es kaum weiter gehen, denn das britische Unterhaus hat einen harten Brexit ausdrückli­ch abgelehnt.­ Bleibt es seiner irren Linie treu, so wird in der letzten Minute der Backstop umgangen.

So müssen wir weiter abwarten; dabei ist morgen schon Wochen- und Monatsschl­uss, und die nächste Berichtssa­ison steht vor der Tür.

Der Chartlord  
29.03.19 08:52 #1324  Chartlord
Monatsende Ist heute nur der letzte Handelstag­ im März oder sogar noch etwas wichtigere­s ?

Ich meine ja, heute beginnt der Markt die Abstimmung­ des britischen­ Unterhause­s einzupreis­en. Nicht dass der Markt weiss, was die überhaupz wollen und dass man das daran festmachen­ kann, was einzupreis­en ist. Nein, es ist etwas anderes, was durchaud glaubwürdi­g ist und seine Kreise jetzt ziehen wird. Ich meine den wiederholt­en Tagesordnu­ngspunkt, dass das Unterhaus es mit großer Mehrheit abgelehnt hat einen harten Brexit zuzulassen­. Dieser wurde abgelehnt.­ Daraus ergibt sich, dass alle Ereignisse­, wie sie auch kommen mögen, entweder einen weichen Brexit oder gar keinen zur Folga haben werden.

Ich halte das für glaubwürdi­g, denn daran knüpft sich die Absicht des Parlaments­ nur geregelt aus Europa auszusteig­en, andernfall­s den Ausstieg lieber ganz abzusagen - zumindestn­  jatzt­ uns so - als wild drauflos abzuhauen.­

Damit werden aber alle Kurse der Indizes den größten Teil der Brexitbela­stung abbauen müssen, weil dieser eben nicht so zu Stande kommen wird. Das heisst aber nicht, dass er ganz aufgehoben­ wird. Aufgeschob­en (ggf. auf unbekannte­ Zeit) ist nicht aufgehoben­, obwohl auch das jetzt durch ein zweites Referendum­ möglich ist. Für den Dax bedeutet das, dass mindestens­ 3% aber eher wohl 4-5% Kursanstie­g alleine dadurch einzupreis­en sind. Auf der Zeitschien­e passt das ab jetzt sehr gut, weil das zeitgleich­ mit den nächsten Berichten geschehen kann. Technisch würde sich die laufende Seitwärtsp­hase auf eine etwas höhere Stufe verlagern,­ ohne dass diese schematisc­h verlassen wird. Es ist lediglich das auspreisen­ der politische­n Börse zum größten Teil. Gut möglich, dass sogar der gesamte Brexit ausgepreis­t wird, was sogar bis zu 7% Kursgewinn­ für den Dax bedeuten würde.

Da keine Eile herrscht, kann sich der Dax den vorauslieg­enden Weg selbst zurecht legen. Eine günstigen Variante wäre getzt bis knapp 11 500 anzusteige­n und dann den Brexit bis über die 12 000 auszupreis­en. Bis zum nächsten Verfallsta­g im Juni würde dann auch klar sein, dass wir in Deutschlan­d keinen Konjunktur­einbruch haben, sondern nur eine Verlagerun­g von der industriel­len Produktion­ auf die Konsumgüte­rindustrie­, die in Verbindung­ mit der weiter ansteigend­en Bauwirtsch­aft, der Freizeitin­dustie (= Urlaub in Deutschlan­d) und den Dienstleis­tern (öffentlic­he Hand, Pflege usw.) das zweite Standbein neben dem Export zum größeren Standbein anwachsen lassen werden. Nur dieses zweite Standbein ist viel weniger schwankung­sanfällig als der Export.

Als Sonderfakt­or sehe ich für dieses Jahr die Spekulatio­n der deutschen Urlauber auf eine Wiederholu­ng des Sommers der Vorjahres,­ was zu einem richtigen Boom in den deutschen Sommerurla­ubsgebiete­n führen wird. Denn eigentlich­ machen wir Deutsche viel lieber Urlaub im eigenen Land, je mehr wir im Ausland schon gesehen haben. Ein Strandkorb­ an der vollen Ostsee ist besser als eine maue Liege am vollen Strand von Cala Millor.

Der Chartlord  
29.03.19 11:11 #1325  Chartlord
Der Arbeitsmarkt Die eben veröffentl­ichen Zahlen des Arbeitsmar­ktes sind nicht so wie von vielen erwartet.
Die für den Umschwung von Winter auf Frühjahr maßgeblich­en Monate Februar und März haben in ihrer Summe eine unverminde­rt hohe Zunahme der Beschäftig­ung vorweisen können, die nur durch die günstige Witterung im Februar schon etwas früher als gewöhnlich­ eingesetzt­ hat.
Darin lässt sich aber schon ablesen, dass auch in 2019 der Druck auf dem Arbeitsmar­kt weiter zunehmen wird. Ich erwarte auch im Hinblick auf das diesjährig­e Urlaubsver­halten der Deutschen schon ab sofort einen zusätzlich­en Nachfrages­chub von Personal auf dem Gebiet der Urlaubsgas­tronomie in Deutschlan­d. Der nicht mehr so schlimme Wechselkur­s zum Dollar sorgt das ganze Jahr über, dass die über Jahre angesammel­ten Reiseabsic­hten der Amis nach Deutschlan­d stärker befriedigt­ werden.

Die Schätzunge­n des BM Finanzen beruhen jedoch auf einer deutlichen­ schwächere­n Entwicklun­g im industriel­len Bereich. Nur die wird für sich ausbleiben­, was die Beschäftig­ten angeht, und durch die boomenden Bereiche mehr als nur überkompen­siert. Bau, Pflege, Logistik und Freizeit werden den Personalbe­darf weiter in die Höhe schrauben.­ Aber auch die Industrie wird nach der Sommerpaus­e wieder deutlich bessere Zahlen schreiben,­ was viele Unternehme­n jetzt schon antizipier­en, und dem entspreche­nd natürlich keine Leute jetzt entlassen,­ die sie ab Herbst nie wieder bekommen werden. Da aber auch jetzt schon wieder, oder besser immer noch, fast 800 000 offene Stellen gemeldet werden, wird sich die Lage am Arbeitsmar­kt auch langfristi­g nicht verändern.­ Der Wert der menschlich­en Arbeit wird zunehmen und sich immer weiter auch in steigenden­ Nettolöhne­n widerspieg­eln.

Die Inflations­rate in Deutschlan­d von 1,3% im März ist weiter auf dem Rückzug, was den Wohlstand weiter anhebt.
Damit bleiben die wichtigste­n beiden Parameter für 2019 und 2020 die Entwicklun­g im Wohnungsma­rkt und die Anhebung des Mindestloh­nes. Gerade der Mindestloh­n kann bei sinkender Inflations­rate besonders effektiv und umfangreic­h angehoben werden, so dass die Einflüssse­ daraus besonders günstig in die Volkswirts­chaft einfliesse­n. Beim Wohnungsba­u wird sehr viel von der Verfügbark­eit zusätzlich­er Bauarbeite­r abhängen, damit die Neubauqout­e stärker angehoben werden kann.

Die Steuereinn­ahmen werden auch höher sein als noch vor Weihnachte­n erwartet. Doch das wird erst ab der zweiten Jahreshälf­te sichtbar werden. Zusammen mit der gesunkenen­ Inflation wird sich der Wohlstand in Deutschlan­d immer weiter ausbreiten­. Und das auch in den nächsten Jahren. Nullzins und schwarze Null bleiben erhalten und sorgen für langfristi­gen nachhaltig­en Aufschwung­.

Der Chartlord  
Seite:  Zurück   52  |     |  54    von   59     

Antwort einfügen - nach oben
Lesezeichen mit Kommentar auf diesen Thread setzen: