Friedrich Vorwerk Group SE
WKN: A255F1 / ISIN: DE000A255F11Vorwerk Group SE - vor ungebremsten Wachstum?
| eröffnet am: | 17.03.21 14:46 von: | Campari Orange |
| neuester Beitrag: | 22.04.26 18:09 von: | MrTrillion3 |
| Anzahl Beiträge: | 1187 | |
| Leser gesamt: | 669920 | |
| davon Heute: | 25 | |
bewertet mit 6 Sternen |
||
|
|
||
https://www.eqs-news.com/de/news/...fb-d1ba-4eca-a9f0-964a9b690505_en
Da interessiert kein Chart. ;-)
https://www.eqs-news.com/de/news/corporate/...33-9947-03eae80fb2f2_de
Leider interessieren da oft gute oder neutrale Daten nicht, wenn sie erwartbar waren. Der Chart sagt da manchmal mehr. Musste mich da auch eines besseren belehren lassen.
Aber warten wirs mal ab ...
"Die Auftragslage des Unternehmens stellt sich im Kontext der voranschreitenden Energiewende weiterhin ausgesprochen positiv dar."
Schätze, dass auch der 2026er Ausblick im Laufe des Jahres wieder angehoben wird. Friedrich Vorwerk ist ja seit dem Hintersichlassen des LNG-Desasters bekannt dafür, konservativ zu prognostizieren und dann (sogar mehrmals im Jahr) positiv zu überraschen.
@Kat
Ja, dem war so bei div. Aktien. Doch gibt es hier zu bedenken, dass der Kurs von FV seit dem Hoch schon ein Drittel abgegeben hat.
Und yepp, schau mer ma.
Aber ich hab es bei WO vorhin schon gesagt. Bei 63,8 € liegt eine gute Unterstützung. Man ist mit KGV von 15 fürs laufende und 13 fürs kommende Jahr bewertet. Zudem hat man noch um die 200 Mio Netcash.
Sollte es aus technischen und psychologischen Gründe nochmal bis 55-58 € abwärts gehen, wo eine sehr breite Unterstützung liegt, würde ich dann auf jeden Fall stark kaufen. Da hätte man nur noch 850-900 Mio € Enterprise Value fürs kommende Jahr 2027 und EV/Ebitda von 4,5. Von da ab wäre die Aktie ein no brainer.
Die beiden Herren hatten ja schon in der Vergangenheit ein ziemlich gutes Händchen, was ihre Käufe/Verkäufe angeht.
Friedrich Vorwerk ist nicht das Staubsauger-Vorwerk, sondern ein börsennotierter Spezialist für Energieinfrastruktur. Das Unternehmen wurde 1962 gegründet, sitzt in Tostedt und baut bzw. modernisiert vor allem Netze und Anlagen für Gas, Strom und Wasserstoff. Es ist seit dem 25. März 2021 börsennotiert; die Aktie heißt Friedrich Vorwerk Group SE, ISIN DE000A255F11, Ticker VH2. Größter Aktionär ist MBB SE. (friedrich-vorwerk-group.de)
Das Geschäftsmodell ist deutlich bodenständiger, als manche bei dem Thema Wasserstoff erwarten. Friedrich Vorwerk verkauft keine Vision, sondern baut die physische Infrastruktur: Pipelines, Druckregel- und Messanlagen, Verdichterstationen, Kabeltrassen, Konverteranbindungen, Netzanschlüsse und verwandte Systeme. Das Unternehmen beschreibt sich selbst als einen führenden Anbieter schlüsselfertiger Lösungen für die Transformation und den Transport von Energieinfrastruktur. Die vier Segmente sind Natural Gas, Electricity, Clean Hydrogen und Adjacent Opportunities. Zu Letzteren zählen etwa Fernwärme, Trink- und Abwasser, Biogasaufbereitung sowie Speziallösungen für Chemie und Petrochemie. (friedrich-vorwerk-group.de)
Warum der Markt die Aktie zuletzt so hoch bewertet hat, sieht man an den 2025er-Zahlen. Friedrich Vorwerk steigerte den Umsatz auf 704,3 Mio. € nach 498,4 Mio. € im Vorjahr. Das EBITDA sprang auf 163,3 Mio. € nach 80,5 Mio. €, die EBITDA-Marge damit auf 23,2 % nach 16,2 %. Das ist für einen Infrastruktur- und Projektbauer außergewöhnlich stark. Gleichzeitig stieg die Nettoliquidität auf 261,9 Mio. €. Das Unternehmen ist also nicht nur wachstumsstark, sondern bilanziell auch sehr robust. (friedrich-vorwerk-group.de)
Der eigentliche Treiber 2025 war aber nicht Wasserstoff, sondern ganz klar Strominfrastruktur. Im Segment Electricity hat sich der Umsatz auf 364,8 Mio. € nahezu verdoppelt; das EBITDA lag dort bei 59,9 Mio. €. Als Hauptgrund nennt das Unternehmen die A-Nord-Kabeltrasse, die auch 2026 noch wesentlich beitragen soll. Das zeigt sehr deutlich, wie die Story tatsächlich funktioniert: Friedrich Vorwerk profitiert derzeit vor allem vom Ausbau großer Stromverbindungen in Deutschland, also von der Realwirtschaft der Energiewende, nicht von spekulativen Zukunftsphantasien. (friedrich-vorwerk-group.de)
Auch das Gasgeschäft ist stärker, als viele erstmal vermuten würden. Das Segment Natural Gas setzte 2025 184,8 Mio. € um und erzielte 59,7 Mio. € EBITDA, also eine Marge von 32,3 %. Das klingt auf den ersten Blick kontraintuitiv, weil viele Gas pauschal als auslaufend einstufen. Das ist aber zu grob gedacht. Ein Teil der Infrastruktur wird weiter gebraucht, ein anderer Teil ist relevant für die spätere Umstellung auf klimaneutralere Gase einschließlich Wasserstoff. Genau dort liegt eine Stärke von Friedrich Vorwerk: Das Unternehmen kann bestehende Gas-Kompetenz in neue Anwendungen überführen. (friedrich-vorwerk-group.de)
Der Wasserstoffbereich ist real vorhanden, aber man sollte ihn nüchtern sehen. Das Segment Clean Hydrogen umfasst laut Bericht Lösungen von der Elektrolyse über Verarbeitung und Transport bis hin zu Speicher-, Verdichter-, Pipeline- sowie Druckregel- und Messsystemen. 2025 blieb der Umsatz dort allerdings nahezu unverändert; es ist also noch nicht der Hauptgewinnbringer. Die Fantasie ist da, aber der aktuelle Ertrag kommt überwiegend aus anderen Bereichen. Wer Friedrich Vorwerk als reinen Wasserstoff-Pure-Play sieht, liegt daneben. (friedrich-vorwerk-group.de)
Wichtig ist auch die Auftragslage. Der Auftragsbestand lag zum 31.12.2025 bei 1,021 Mrd. €. Das ist zwar weniger als ein Jahr zuvor mit 1,188 Mrd. €, bleibt aber immer noch sehr hoch. Der Rückgang ist deshalb nicht automatisch schlecht. Gleichzeitig lag das gesamte akquirierte Projektvolumen 2025 bei 990,8 Mio. €, und das Unternehmen verweist darauf, dass Projekte größer werden und häufiger über Arbeitsgemeinschaften laufen. Das spricht dafür, dass die Visibilität weiterhin hoch ist, auch wenn die Kennzahl optisch etwas zurückgekommen ist. (friedrich-vorwerk-group.de)
Für 2026 erwartet der Vorstand 730 bis 780 Mio. € Umsatz und 160 bis 180 Mio. € EBITDA. Das ist auf den ersten Blick nur moderates Wachstum beim Umsatz und eher eine Stabilisierung auf sehr hohem Ergebnisniveau. Ich lese das nicht als Schwäche, sondern als vorsichtige Planung nach einem Ausnahmejahr. Projektgeschäft schwankt naturgemäß über Meilensteine, Wetter, Nachträge und Abrechnungszeitpunkte. Man sollte deshalb weder ein einzelnes Topjahr linear fortschreiben noch jeden kleineren Rückgang überinterpretieren. (friedrich-vorwerk-group.de)
Für MBB ist Friedrich Vorwerk deshalb so wichtig, weil hier mehrere seltene Dinge zusammenkommen: starke Marktposition, reale Eintrittsbarrieren, gute Bilanz, hohe Ergebnisdynamik und ein politisch-strukturell gestützter Endmarkt. Die Kunden sind keine Modekunden, sondern typischerweise große Netzbetreiber und Energieunternehmen wie Amprion, 50Hertz, TenneT, Gasunie, Gascade, Open Grid Europe oder Ontras. Das sorgt nicht für Glanz, aber für Substanz. (friedrich-vorwerk-group.de)
Die Risiken sollte man trotzdem nicht weichzeichnen. Erstens ist das Geschäft projektlastig; einzelne Großprojekte können Margen stark heben oder drücken. Zweitens hängt viel an regulatorischen und politischen Rahmenbedingungen für Netzausbau und Genehmigungen. Drittens ist ein Teil der Profitabilität im Bau- und Infrastrukturbereich immer auch von guter Ausführung, Nachtragsmanagement und Kapazitätssteuerung abhängig. Viertens ist die Aktie nach dem starken Lauf nicht mehr billig aus dem Bauch heraus. Dass 2025 operativ exzellent war, ist belegt. Ob diese Marge dauerhaft haltbar ist, weiß man heute noch nicht verlässlich. Das ist der zentrale Prüfpunkt.
Mein Urteil: Friedrich Vorwerk ist ein sehr gutes Unternehmen, aber man sollte es richtig einordnen. Das ist kein Hype-Wasserstoffwert, sondern ein hochprofitabler Spezialbauer für kritische Energieinfrastruktur. Gerade deshalb ist die Firma interessant. Die Substanz ist real, die Bilanz stark, die Nachfrage in den Kernmärkten hoch. Für MBB ist Friedrich Vorwerk der wichtigste Werttreiber, weil dort der operative Hebel derzeit am größten ist. Wenn Du die Qualität von MBB verstehen willst, musst Du vor allem Friedrich Vorwerk verstehen. Genau dort sitzt aktuell der Motor.
Autor: ChatGPT


