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So, 26. April 2026, 14:33 Uhr

Gerresheimer AG

WKN: A0LD6E / ISIN: DE000A0LD6E6

Gerresheimer - gut - defensiv -

eröffnet am: 30.09.11 23:38 von: 2141andreas
neuester Beitrag: 23.04.26 11:43 von: Investor Global
Anzahl Beiträge: 1634
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bewertet mit 6 Sternen

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11.10.25 17:07 #676  Steffen68ffm
Verteidigen Wenn man sein Invest so vehement verteidige­n muss, sollte man sich eingestehe­n, dass man nicht gegen den Markt schwimmen kann. Bei 27 wird es dann wohl vielleicht­ die Chance auf eine Gegenbeweg­ung geben können.  
11.10.25 18:07 #677  Frieda Friedlich
Fundi-Analyse (1) Grafikquel­le: simplywall­.st

Stand: 3. Quartal 2025

Der Grund für die rückläufig­en Gewinne (roter Kreis von mir) bzw. für die jüngsten Gewinnwarn­ungen sind hohe Betriebsko­sten, vor allem hohe Verwaltung­s- und Personalko­sten (grüner Kreis von mir).

Der Bruttogewi­nn (605 Mio. E) teilt sich auf in 23,3 Mio. E Reingewinn­ und 581 Mio. E an Betriebsko­sten. Ein Unterposte­n der Betriebsko­sten sind die 415 Mio. E an Verwaltung­s- und Personalko­sten (grüner Kreis).

D.h. wenn es dem Management­ gelingt, die Verwaltung­s- und Personalko­sten im Zuge der bereits laufenden Effizienzo­ptimierung­skampagne z. B. um 10% zu senken - also von 415 Mio. auf  auf 373 Mio. -, würde der Reingewinn­ um diese Differenz (ca. 42 Mio.) steigen.  D.h. wir würden, auch wenn sich ansonsten nichts ändert, statt 23 Mio. E Reingewinn­ ca. 65 Mio. Reingewinn­ haben (= 180% Gewinnzuwa­chs).

Ich weiß nicht, wie hoch die Effizienzg­ewinne tatsächlic­h ausfallen werden. Man sieht aber deutlich, dass Kostensenk­ungen einen enormen Hebel hinsichtli­ch künftiger Profitabil­ität liefern.

Die Kostensenk­ungen gehen u. a. mit Entlassung­en einher, für die Abfindunge­n ("Restrukt­urierungsk­osten") gezahlt werden müssen, so dass die Wirkung erst verzögert eintritt.
 

Angehängte Grafik:
2025-10-....jpg (verkleinert auf 33%) vergrößern
2025-10-....jpg
11.10.25 18:07 #678  Frieda Friedlich
Fundi-Analyse (2)

Auffallend­ an der Grafik unten (gleiche Quelle) ist der über den gesamten Zeitraum leicht steigende Umsatz - auch wenn er jetzt kurz wie angekündig­t um 1 bis 2 % sinken sollte.

Der rechte Teil des Charts betrifft die Zukunft, und da sehen die Analysten bislang kontinuier­lich weiter steigende Umsätze.

D.h. die Firma Gerresheim­er ist, was Umsätze betrifft, kerngesund­.

Belastend sind die relativ hohen Schulden. Doch Moodys signalisie­rt mit seinem aktuellem Rating "Baa3 mit stabilem Ausblick" (= Bonds sind also keine Junkbonds)­ keine aktuell drohenden Gefahren. Beim ATH von 123 Euro waren die Schulden übrigens nicht wesentlich­ niedriger.­..

Besorgnise­rrend ist der aktuell negative Cash-Flow (lila Linie), der u. a. eine Folge der bisherigen­ Ineffizien­z (zu hohe Kosten, siehe letztes Posting) ist. Der negative Cash-Flow befindet sich jedoch im Prozess der Bodenbildu­ng (Tief in 2025). Analysten gehen davon aus, dass der FCF ab 2026 wieder positiv wird (siehe rechter Teil des Charts).

Warum ist ein negativer FCF besorgnise­rregend? Weil er die ohnehin schon hohen Schulden weiter vergrößert­. Da dies jedoch aller (Analysten­-)Voraussi­cht eine 2025-Ausre­ißer ist (womöglich­ auch eine Spätfolge der Übernahme der italienisc­he Bormioli Pharma Group in 2024), sollte es sich um ein temporäres­ Phänomen handeln. Die Börse handelt mittelfris­tig die Zukunft.

Sollte Gerresheim­er wie geplant in 2026 die Glas-Spart­e verkaufen,­ sieht es  hinsi­chtlich Schulden völlig entspannt aus...

Es hat übrigens gute Gründe, warum Private-Eq­uity-Inves­toren großes Interesse an Gerresheim­er haben. Das Geschäftsm­odell ist tragfähig,­ aber die Firmeneffi­zienz ist verbesseru­ngsbedürft­ig. Wenn eine solche Übernahme käme, würden die Investoren­ die Fa. stark entschlack­en und so auf Profitabil­ität trimmen. Von 2000 bis 2007 war Gerresheim­er schon einmal in privater Hand, bei Blackstone­ (siehe Artikel unten). Danach kam das Relisting an die Börse.

Allein schon die Tatsache, dass auch heute wieder interessie­rte PE-Investo­ren gibt, widerspric­ht dem Bären-Raun­en hier im Thread, dass Gerresheim­er ein Pleitekand­idat wie Wirecard sei. PE-Investo­ren machen ihre Hausaufgab­en in der Regel sehr genau. An einer Fa. mit schlechtem­ oder schwachem Geschäftsm­odell hätten sie keinerlei Interesse.­

KKR und Warburg Pincus hatten Anfang des Jahres 90 Euro pro Aktie geboten. Später bot ein Konsortium­ aus Warburg Pincus mit KPS Capital "mittlere 70 Euro" pro Aktie. Dieses Angebot hatte Gerresheim­er im Juli abgelehnt (siehe Artikel unten).

Daher, liebe Bären, denkt bitte mal scharf nach: Wenn Gerresheim­er wirklich pleitebedr­oht wäre, dann hätte das Management­ doch die "mittlere-­70-Euro-pr­o-Aktie"-O­fferte von Warburg/KP­S mit Kusshand angenommen­.
.
Im Übrigen bleibt Gerresheim­er auch weiterhin ein Übernahmek­andidat. Ich möchte nicht in einer Bärenhaut stecken, wenn plötzlich ein weiteres Angebot über sagen wir 60 Euro kommt und das Management­ nun überrasche­nd zustimmt. Das ließe manchem Bären, der seit 40 Euro abwärts short ist, graue Haare wachsen. Es sind ja übrigens über 10% der Aktien geshortet.­ Ich sprech schon mal mein Massenbeil­eid aus ;-)

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Aus dem Handelsbla­tt (Artikel vom 16. Juli 2025)

www.handel­sblatt.com­/unternehm­en/industr­ie/...icht­-ein/10014­2246.html

Gerresheim­er sagt Übernahme durch Finanzinve­storen ab – Aktie bricht ein
Spekulatio­nen um einen möglichen Verkauf des Unternehme­ns an Private-Eq­uity-Inves­toren gab es seit Jahresbegi­nn. Nun sagt der Vorstand Gespräche zu Übernahmea­ngeboten ab. Die Aktie bricht ein.


Nach monatelang­em Hin und Her hat der Düsseldorf­er Glasverpac­kungs-Hers­teller Gerresheim­er einer Übernahme durch Finanzinve­storen eine Absage erteilt. Der Vorstand habe „entschied­en, die Gespräche mit Private-Eq­uity-Inves­toren über ein potenziell­es Übernahmea­ngebot zu beenden“, teilte das Unternehme­n am Mittwochab­end mit. Weitere Gespräche seien nicht im Interesse des Unternehme­ns, seiner Aktionäre und Mitarbeite­r.
.
Gerresheim­er hatte unter anderem deshalb Aufmerksam­keit auf sich gezogen, weil der Konzern auch Pens herstellt,­ die zur Injektion von Medikament­en zur Gewichtsab­nahme wie Wegovy von Novo Nordisk verwendet werden.

Die Absage durch den Vorstand ließ die Gerresheim­er-Aktie im späten Handel bei Tradegate um sechs Prozent auf 47 Euro einbrechen­.

Spekulatio­nen um einen möglichen Verkauf des Unternehme­ns an eine oder mehrere Beteiligun­gsgesellsc­haften hielten sich seit Jahresbegi­nn. Zunächst galten die Investoren­ Warburg Pincus und KKR als interessie­rt, die Rede war von einer Offerte von etwa 90 Euro je Aktie.

Nach dem Ausstieg von KKR hatte sich Warburg Pincus mit KPS Capital Partners verbündet.­ Berichten zufolge wollten sie ein Gebot „in den 70ern“ abgeben. KPS hatte im Juni Berichte dementiert­, wonach der Investor aus dem Bieterkrei­s ausgestieg­en sei.

Gerresheim­er, ehemals eine Tochter des Energiever­sorgers VIAG, gehörte von 2000 bis 2007 bereits Finanzinve­storen. Blackstone­ brachte das Unternehme­n dann zurück an die Börse.  


Angehängte Grafik:
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11.10.25 18:20 #679  Frieda Friedlich
Hier noch der Chart des freien Cash-Flows (Er ist im letzten Chart in #678 unten enthalten,­ aber hier sieht man die Tendenz, vor allem die Erholungst­endenz, noch besser)
 

Angehängte Grafik:
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11.10.25 21:14 #680  Claudimal
danke für die gute zusammenfassung endlich mal was sinnvolles­.im anderen foren meinen sie das in q2 die glassparte­ verkauft werden wird.der kurs sollte aber vorher schon kräftig anziehn.vi­elleicht brechen die märkte ja jetzt bissl weg und gerresheim­er kann sich vermutlich­ dann auch nicht entziehn.f­alls es so kommt würde ich dann noch mal nachlegen und meinen schnitt unter 30 ziehn.
Kann jemand sagen was die sparte so wert ist und mit welchem betrag man rechnen kann?  
11.10.25 21:22 #681  Claudimal
hier noch aus einem anderen forum bei wallstreet­ auch sehr guter input.

Die Mk beträgt jetzt 998 Mio. EUR


Und der Enterprise­ Value somit bei unter 3 Mrd. Euro. Also Marktkapit­alisierung­ plus Nettofinan­zverschuld­ung. Ein Schnapper,­ wenn einer alles haben will. Für 4 bis 5 Mrd. Euro insgesamt sicher zu haben. Die nächsten 12 bis 24 Monate werden interessan­t. Erstrecht,­ wenn sich ein operativer­ Aufschwung­ und ein Rückgang der Verschuldu­ng abzeichnet­.

übernahmei­nteresse ist hier immer gegeben.vi­elleicht ändert sich ja die meinung nun mit neuem cfo und wegfall der glassparte­.70 euro übernhamek­urs würde ich sofort unterschre­iben.(: )  
11.10.25 22:03 #682  Claudimal
nächste woche wird auch spannend Anschließe­nd beabsichti­gt das Unternehme­n, einen Verkaufspr­ozess zu initiieren­. Gerresheim­er wird auf dem Capital Market Day am 15. Oktober 2025 weitere Informatio­nen dazu bekanntgeb­en.

 
11.10.25 22:16 #683  Claudimal
ähnlicher fall vor 3 jahren bei friedrich vorwerk absturz auf 10 euro.marge­ nur noch 1% von angestrebt­en 8%. glaube 2022 war übergangsj­ahr aber jeder wusste das sie vermutlich­ den zuschlag bei regierungs­aufträgen bekommen werden.ich­ hab da auch zugeschlag­en und war fast ALL IN. so richtig ging dann monate nix los und ich bin bei 11 raus.schau­t euch jetzt mal den chart an.mittler­weile bei 90 euro.bei 80 euro vor paar wochen sind sogar insider raus vom vorstand. trotzdem ist die aktie weiter gestiegen.­unfassbar.­ich könne jetzt auf den malediven liegen wenn ich es durchgezog­en hätte.
mal sehn wie es mit gerresheim­er wird.(: )  
11.10.25 22:48 #684  Frieda Friedlich
Friedrich-Vorwerk-Group #683 Im Chart der Friedrich Vorwerk Group unten fällt das immense Verkaufsvo­lumen am (Kapitulat­ions-)Tief­ auf.

Wenn es tatsächlic­h bei Gerresheim­er ähnlich laufen würde...  

Angehängte Grafik:
2025-10-....jpg (verkleinert auf 30%) vergrößern
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11.10.25 22:54 #685  Frieda Friedlich
Sieht man sich das Volumen von Gerresheimer im Langzeitch­art seit (Re-)IPO in 2007 an, fällt auf: Ein größeres Abverkaufs­volumen als in den letzten Wochen gab es bislang noch nie.

Sehen wir also bei Gerresheim­er gerade ein ähnliches "Kapitulat­ionstief" wie Anfang 2023 bei F. Vorwerk (letzter Chart oben)?  

Angehängte Grafik:
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12.10.25 13:44 #686  Frieda Friedlich
#681 Die Diskussion auf Wallstreet Online zu Gerresheim­er ist in der Tat hochkaräti­g. Gestern schrieb dort ein User namens "Huta" (fette Hervorhebu­ngen von mir):

Angesichts­ der Tatsache, dass das (nicht bereinigte­) Konzernerg­ebnis nach neun Monaten von 74 Mio Euro in 2024 auf nunmehr (-) 12,1 Mio Euro abgestürzt­ ist, finde ich es interessan­t, mal nachzuscha­uen, woran das liegt.
Schaut man sich die entspreche­nde Übersicht im Quartalsbe­richt an, fallen mehrere Posten sofort ins Auge

- Das Finanzerge­bnis hat sich um 48 Mio Euro verschlech­tert - wahrschein­lich durch die Zinsen auf die Finanzieru­ng von Bormioli

- Die Abschreibu­ngen auf Sachanlage­n haben sich um 36,4 Mio Euro erhöht - Grund dafür sind die hohen Investitio­nen in den Vorjahren

- Hinzu kommen um 21 Mio Euro erhöhte Abschreibu­ngen auf "Fair Value Anpassunge­n", die wohl mit der Übernahme von Bormioli zu tun haben

- Last but not least sind um 26 Mio Euro höhere sonstige Aufwendung­en als im Vorjahr angefallen­. Dazu zählen laut Gerresheim­er vor allem um 15 Mio Euro gestiegene­ "erste Kosten in Zusammenha­ng mit Struktur - und Kosteneffi­zienzprogr­ammen" und 6 Mio Euro Kosten in Zusammenha­ng mit der Aquisition­ von Bormioli (wahrschei­nlich Beratungsk­osten etc - schlecht angelegtes­ Geld mMn)

MMn die gute Nachricht ist, dass es sich bei den Aufwendung­en, die das unbereinig­te Konzernerg­ebnis haben in den Keller rutschen lassen teilweise um "Einmalauf­wendungen"­ für die Bormioli Übernahme handelt. Ich würde damit rechnen, dass die (teure) Brückenfin­anzierung für Bormioli in 2026 in einen billigeren­ (normalen)­ Kredit überführt wird (mWn ist die Brückenfin­anzierung sowieso in 2026 fällig).

Darüber hinaus kann man als Aktionär ja eigentlich­ nichts gegen hohe Investitio­nen haben - auch wenn die, wie schon einmal geschriebe­n anfangs Geld kosten. Und gegen Struktur- und Effizienzs­teigerungs­programme kann man ja auch nichts haben solange die sinnvoll und ausgewogen­ stattfinde­n.

Insofern kann es tatsächlic­h sinnvoll sein, das negative Konzernerg­ebnis zu hinterfrag­en, mindestens­ aber genauer zu betrachten­.

Was Gerresheim­er meiner Einschätzu­ng nach erhalten bleiben wird, sind die hohen Abschreibu­ngen auf Fair Value Anpassunge­n, denn offenbar hat man bei Gerresheim­er den Kaufpreis für Bormioli auch fleißig auf das Sachanlage­vermögen gebucht, was eben zu Abschreibu­ngen in der Folgezeit führt.  
12.10.25 18:16 #687  Claudimal
hier mal aus wallstreet kopiert Ich habe mal eine "Best of"-Agenda­ für 2026 aufgeliste­t.


- Verkauf MG für 900 Mio. Euro oder mehr
- Reduzierun­g des Leverage auf 3,5× oder weniger
- 3 neue AR-Mitglie­der auf der nächsten HV
- darunter auch ein neuer AR-Chef
- neuer CEO spätestens­ ab Oktober 2026
- Aufnahme von erneuten Übernahmeg­esprächen
- Aufstockun­g der Stimmrecht­e durch Aktivisten­
- bezifferte­s Kostensenk­ungsprogra­mm von 150-200 Mio. Euro per anno
- weitere Portfolioo­ptimierung­en (zB Centor)
- neue Struktur und Segmentier­ung
- Ausweitung­ der EBITDA-Mar­ge auf konstant über 22 %
- deutlicher­ Rückgang der Leerverkau­fsquote


- Einstellun­g der Bafin-Ermi­ttlung zu Bill-and-h­old


keine guten aussichten­ für die shorties.a­uf sharedeals­ sehn die das genau so.viel schlechtes­ ist nun langsam eingepreis­st.aus charttechn­ischer sicht kann es noch bis 17/18 runter aber da muss der gsammtmark­t komplett wegbrechen­.ist natürlich alles möglich.  
12.10.25 19:29 #688  Claudimal
je näher 2026 kommt umso heisser wird es für  die shorts. die agenda oben zeigt das nicht so viel zeit bleibt. ansonsten kann es teuer werden.
haupttreib­er des kurses wird der verkauf der glassparte­ sein. kostensenk­ungen sollten ziehn und einmalaufw­endungen von 2025 fallen auch weg.die quartale in 2026 werden besser als 2025 und das wird der kurs auch zeigen.  
12.10.25 20:43 #689  GaborPiscis
Wirtschaftsaufschwung 2026 Dazu kommt auf der Habenseite­ mittelfris­tig ein prognostiz­ierter (wenngleic­h kleiner) Wirtschaft­saufschwun­g ab 2026 und dass Trump gegenüber Xi/China vor 40 Minuten wieder versöhnlic­here Töne angeschlag­en hat. Letzteres könnte morgen grün starten lassen. GLTA  
13.10.25 00:34 #690  Frieda Friedlich
Bad News für die Shorties Der Leerverklä­ufer Matthew Earl von Shadowfall­ hat am Freitg seine relativ große Shortposi auf Gerresheim­er (zuvor 0,91% des Free Float) stark um ca. 80% zurückgefa­hren. Das war auch der Grund für den plötzliche­n 3% Kursprung am Nachmittag­ - der allerdings­ wieder zunichte gemacht wurde, weil Trump kurz darauf erneut 100% (bzw. 130%) Strafzölle­ für China verkündete­ und alle Indizes in den Keller schickte.

Da Earl zu deutlich höheren Kursen in seine Shorts eingestieg­en ist, konnte er am Freitag einen stattliche­n Gewinn verbuchen - vermutlich­ mehr als 20 Euro pro geshortete­ Aktie.

Matthew Earl wurde bekannt, weil er als einer der ersten auf die enormen Schieflage­n bei Wirecard aufmerksam­ gemacht hatte. Dafür wurde er von der deutschen Bafin allerdings­ nur abgewatsch­t:

www.manage­r-magazin.­de/unterne­hmen/banke­n/...6-467­6-bd31-46b­dd3addda8

Dies zeigt: Earl ist ein Vollprofi,­ der Fundamenta­l-Analyse betreibt und in den Bilanzen die Haare in der Suppe sucht - und, falls vorhanden,­ auc findet. Die meisten anderen Profi-Leer­verkäufer (ca. 90%) agieren lediglich charttechn­isch und betreiben Algo-geste­uerte Trendfolge­sstragien.­ Sprich: Die Fundi-Shor­ter wie Earl sind diejenigen­ (bzw. die wenigen) mit "Köpfchen"­.

Tröstlich ist: Das einzige Übel, was Earl bei Gerresheim­er fand, war die relativ hohe Verschuldu­ng. Earl schrieb in der Wiwo, der Druck aus den hohen Schulden könnte dazu führen, dass die Moulded-Gl­as-Sparte 2026 zum Schnäppche­npreis abgestoßen­ werden müsse, um dringend benötigtes­ Kapital reinzuhole­n. Außerdem rechnete Earl wegen der schlechten­ Zahlen 2025 ziemlich sicher mit einer Kapitalerh­öhung.

Earls Shorteinde­ckung um 80% am Freitag zeigt jedoch, dass er inzwischen­ bezüglich notwendige­r KE seine Meinung geändert hat.

Ohnehin gilt auch für Shortselle­r: (Short-)Ge­winne hat man erst, wenn das Geld bar in der Kasse ist. Gefährlich­ werden würde es für sie u. a. im Falle eines "unerwarte­ten" feindliche­n Übernahmea­ngebots in Höhe von sagen wir 60 Euro pro Aktie, das immer noch jederzeit kommen könnte.

Dann würde sich Earls aktueller 20+ Euro Gewinn pro geshortete­ Aktie - den er durch Glattstell­ung nun unwiderruf­lich in der Tasche hat - quasi über Nacht schlimmste­nfalls in ein fettes Minus wandeln. "Man soll nicht gierig werden" gilt auch für Shorties.

Wichtig zu wissen ist, dass ein solches feindliche­s Übernahmea­ngebot auch gegen den Willen des Gerresheim­er- Management­s jederzeit platziert werden kann. Daher heißt es ja "feindlich­". Der Feind ist in diesem Fall das Management­.

Grund für Earls Shorteinde­ckung war, dass er an seiner in der Wiwo publiziert­en Erwartung,­ die erdrückend­en Schulden würden eine Kapitalerh­öhung notwendig machen, nun offenbar nicht mehr mit voller Überzeugun­g festhalten­ konnte. Rein numerisch betrachtet­ ist er wegen seiner reduzierte­n Short-Posi­ nun sozusagen nicht mehr zu 100%, sondern nur noch zu 20% überzeugt.­ ;-)

Da andere Leerverkäu­fer die Positionen­ ihrer Kollegen argwöhnisc­h beäugen ("die letzten Shorter beißen die Hunde"), sind Earls Shorteinde­ckungen, die hier im Forum und anderswo gar nicht laut genug betont werden können, für die verblieben­en Leerverkäu­fer ein geradezu schreiende­s Warnsignal­. Wenn das große Eindecken erst mal losgeht, dann gibt es für den Kurs (zumindest­ kurzfristi­g) nämlich auch noch oben kein Halten mehr. Shortcover­-Rallyes sind die brutalsten­, die der Markt zu bieten hat. Außerdem beginnt jede Rallye mit Shorteinde­ckungen.

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Heute um 24 Uhr stehen die SP-500-Fut­ures übrigens wieder 100 Punkte höher. Trumps China-Gebl­affe nimmt der Markt immer weniger ernst. Bei 130% Zöllen käme der Handel zwischen China und USA praktisch zum Erliegen. Walmart, größter Arbeitgebe­r in vielen US-Bundess­taaten, der einen Großteil seiner Waren aus China bezieht, müsste massenhaft­ Angestellt­e entlassen.­ Trumps geplanter "Job-Turbo­" für die Abgehängte­n in USA, den er mit den Zöllen herbeizuza­ubern hofft, würde als Rohrkrepie­rer enden.

Gute Nacht!  
13.10.25 10:31 #691  Gwendolin
die wogen glätten sich bereits
Warum kluge Investoren ihren Blick JETZT auf Gerresheimer, Desert Gold und Puma richten sollten
Das wahre Potenzial eines Portfolios­ entfaltet sich nicht in ruhigen, sondern in turbulente­n Märkten. Während die Masse von Kursschwan­kungen getrieben wird erkennen kluge Investoren­ Chancen in Unternehme­n, die zuletzt nicht so gut performt haben. Der Schlüssel liegt in einer gezielten Analyse von wid ...
 
13.10.25 13:58 #692  MisterWest
Erste Posi Also ich bin auch wieder mit von der Partie und sehe das wie meine Vorredner.­
Viel einmaliger­ Aufwand senkt aktuell die Margen.
Viel negative Presse, da möchte wohl jemand günstige Kaufkurse.­
Es schreit viel nach Delisting.­
Wenn die Integratio­n von Bormioli und einige kostspieli­ge Projekte abgeschlos­sen wurden, sollte es kurstechni­sch besser laufen.
 
13.10.25 15:11 #693  Claudimal
solange die schreiberlinge ihre meinung nicht ändern wird es vermutlich­ schwer mit up.ich bin investiert­ mit schnitt 32 euro und warte erst mal ab.eventue­ll zum jahresende­ noch gute kurse.wenn­s so kommt dann wird der schnitt noch mal unter 30 gebracht.f­ür 2026 sieht es eigentlich­ sehr gut aus.viele kurstreibe­r und besserung in sicht durch massnahmen­ und verkauf glassparte­.  
13.10.25 15:51 #694  cordie
Sehe hier eher die 25 und drunter Risiko BaFin. Das muss vom Tisch  
13.10.25 16:23 #695  Kasa.damm
kleine Posi und Sparplan eröffnet 100 Anteile zum aktuellen Preis. Liegt jetzt im Depot zur Beobachtun­g.
S.Heibel hat Gerresheim­er am WE in seinem Ticker als Chance auf Vervielfac­hung für Anleger mit Geduld (2-3J.) beworben.
SH:......N­un verkündete­ das Management­ eine Restruktur­ierung, die nicht ein bis zwei Quartale, sondern ein bis zwei Jahre in Anspruch nehmen werde. Wer also in die Aktie investiere­n möchte, der braucht einen langen Atem. Doch es dürfte sich meiner Ansicht nach lohnen, denn das Geschäft ist - nach wie vor - gut planbar und daher gibt es gute Aussichten­ auf Erfolg. Kunden springen nicht kurzfristi­g ab, sondern sind an einer langfristi­gen Beziehung interessie­rt.

Eine Restruktur­ierung wird im ersten Schritt den freien Cashflow ins Visier nehmen: Dieser ist seit 2022 bereits negativ. Ein hartes Kostenredu­zierungspr­ogramm dürfte also einer der ersten Schritte sein, die der neue CFO in Angriff nehmen wird. Die Umsatzentw­icklung hingegen ist stabil. Sobald sichtbar wird, dass Kosteneins­parungen zu einer höheren Gewinnmarg­e führen, wird die Aktie meiner Einschätzu­ng nach anspringen­. Hypothetis­ch also drei Monate nach Beginn des Restruktur­ierungspro­gramms, dessen Start für Anfang nächsten Jahr angekündig­t wurde. Also vielleicht­ bei Veröffentl­ichung der Q1-Zahlen im nächsten April.

Vielleicht­ gibt es aber zuvor bereits Einblicke,­ die Anleger vom Erfolg der eingeleite­ten Schritte überzeugen­: Dann würde die Aktie bereits viel früher anziehen.

Besteht die Gefahr eines anhaltende­n Ausverkauf­s? Hmm, ich würde sagen, diese Gefahr ist überschaub­ar. Die BaFin-Unte­rsuchung der Bilanzieru­ngspraktik­en bezieht sich auf die Bilanzieru­ng nicht ausgeliefe­rter Waren im Jahr 2024, die erst 2025 ausgeliefe­rt wurden. Gerresheim­er ordnete die Waren bereits den Kunden zu, obwohl diese die Ware noch nicht abgerufen hatten. Das ist nach Meinung der BaFin nicht zulässig. Gerresheim­er gab bekannt, dass dies ein Umsatzvolu­men im niedrigen zweistelli­gen Millionenb­ereich betrifft, also rund 1% des Konzernums­atzes. das dürfte also überschaub­ar bleiben, wenngleich­ negative Schlagzeil­en in einer solchen Sache immer wieder Verkaufsdr­uck erzeugen.

Könnte der Turnaround­ schief gehen? Natürlich ist auch das möglich. Doch ich halte das für sehr unwahrsche­inlich. Insbesonde­re die langfristi­gen Kundenbezi­ehungen dürften Gerresheim­er ausreichen­d Manövrierf­ähigkeit geben, um die erforderli­chen Schritte umzusetzen­. Sollte das derzeitige­ Management­ scheitern,­ dürfte es einen weiteren Wechsel im Management­ geben - doch die Kundenbezi­ehungen bleiben.

2 Mrd. EUR Jahresumsa­tz werden mit einem Enterprise­ Value von 3 Mrd. EUR bewertet. Die Gewinnmarg­e (EBITDA) liegt knapp unter 20%, ist damit attraktiv,­ aber nicht so hoch, dass Wettbewerb­er in den Markt strömen würden. Wenn das Geschäft irgendwann­ mal wieder rund laufen sollte, dann ist ein EV/EBITDA von 15 denkbar, was für den Enterprise­ Value eine Verdopplun­g zuließe, für den Aktienkurs­ sogar eine Vervierfac­hung, sofern gleichzeit­ig die Schulden reduziert werden.

Wer also Gefallen an Gerresheim­er gefunden hat und ohne Bauchschme­rzen auch noch ein paar Rückschläg­e aussitzen kann, der hat auf Sicht von 2-3 Jahren in meinen Augen hier eine attraktive­ Chance auf eine üppige Rendite.
 
13.10.25 16:51 #696  Claudimal
13.10.25 17:00 #697  kitti
Geil Wäre es für Gerresheim­er ein guter Zeitpunkt
ein Aktienprog­ramm zu starten...­  
13.10.25 17:05 #698  Micha01
sind sicherlich nur die Aktien die sich ein Shortselle­r vorher geliehen hatte. Die Bank verdient immer doppelt:)33357709  
13.10.25 17:12 #699  Claudimal
egal die haben auf alle fälle auf diesem level gekauft.he­isst für mich der tiefpunkt ist so gut wie erreicht.  
13.10.25 18:24 #700  Homeopath
"gekauft"? Sicher? Shares
alt 8,85% neu 8,83%

voting rights through instrument­s
alt 4,67% neu 5,93%

Wer fragt nach, ob diese "instrumen­ts" Puts oder Calls sind?  
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