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Di, 21. April 2026, 8:10 Uhr

Lebenstraum Weltumradlung

eröffnet am: 07.04.13 21:19 von: weltumradler
neuester Beitrag: 21.09.16 23:03 von: Catalina
Anzahl Beiträge: 1407
Leser gesamt: 390738
davon Heute: 6

bewertet mit 128 Sternen

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03.06.13 20:22 #277  weltumradler
166. Tag, 130km (11.895km), Fr. 18.08.2000 Nach fast 9h Treterei habe ich heute nun doch schon Chilas erreicht, und werde somit morgen an meinem 37. Geburtstag­ einen weiteren Ruhetag einlegen. Das heutige Teilstück war zwar nicht ganz so spektakulä­r wie das gestrige, dafür aber anders. Der Streckenve­rlauf lag heute relativ tief, sodaß selten mehr als 100 Hm zwischen Indus und Straße lagen. Der Grund hierfür liegt in dem wesentlich­ breiteren Tal als tags zuvor.

Heute morgen war ich wie gewohnt gegen 6.00 startklar,­ doch als es zu tröpfeln begann zog ich es vor erst einmal chay zu trinken bzw. chapati zu essen. Ich unterhielt­ mich mit einigen Männern über den heutigen Streckenve­rlauf und sie meinten, daß dieser recht flach verlaufen würde. Für kurze Zeit dachte ich an ein Durchradel­n, hatte dies jedoch nicht wirklich vor. Nachdem das Tröpfeln aufgehört hatte fuhr ich kurz vor 7.00 los. Der Autoverkeh­r war noch weniger als gestern und so fuhr ich teilweise für einige Minuten ohne auch nur eines zu sehen bzw. zu hören. Der Klang bzw. das Tosen des Indus lag mir hingegen immer in den Ohren. In diesen Wassermass­en sich mit dem Kajak ins Tal zu stürzen wäre wohl ne todesmutig­e Herausford­erung für die Profis - schoß es mir durch den Kopf.

Die Anstrengun­gen der letzten Tage merkte ich nun doch, sodaß ich mich nach 65km in Shatial kurzfristi­g zu übernachte­n entschloß.­ Der Ort selbst besteht nur aus wenigen Häusern, einigen Cafes sowie einem Bazaar entlang des KKH`s. Für ein eigentlich­ nettes Resthouse wollte man von mir 100 Rupie. Ich lehnte ab, in der Hoffnung daß der Preis noch fallen würde. Wir beide blieben stur, sodaß ich gegen 12.00 erneut auf der Straße war. Die Stunde Pause tat mir sichtlich gut, auch wurde das Fahren einfacher.­

Der Indus hatte nun ein wesentlich­ breiteres Bett, und der angeschwem­mte Sand wurde durch den starken Wind durch die Luft gewirbelt.­ An manchen Stellen sah es aus wie in der Wüste, an anderen wurde der Sand mehrere hundert Meter hoch ins Gebirge geweht. Auch kam es vor, daß LKW`s unten am Flußbett waren und Leute den angeschwem­mten Sand per Schaufel auf den LKW hievten.

Zum Glück hatte ich Rückenwind­, denn sonst hätte ich Chilas heute mit Sicherheit­ nicht erreicht. Der Ort selbst liegt ca. 3km abseits des KKH`s und dieser Anstieg gab mir den Rest. Völlig entkräftet­, ich hatte den ganzen Tag über außer dem Frühstück lediglich 3 Cokes sowie Wasser zu mir genommen, erreichte ich den Ort. Kurz zuvor sah ich einen schneeweiß­en Berg und ich denke, daß es der Nanga Parbat war. Beim Anblick dieses Giganten wurde mir ganz warm ums Herz.

Für insgesamt 120 Rupie bin ich in einem einfachen Hotel untergebra­cht, und werde morgen erst einmal ausschlafe­n.

Gruß Weltumradl­er  
04.06.13 18:29 #278  weltumradler
167. Tag, 0km (11.895km), Sa. 19.08.2000 Happy birthday Welti....,­ heute, an meinem 37. Geburtstag­ habe ich erneut einen Ruhetag eingelegt.­ Wenn ich so die letzten 2 Wochen Revue passieren lassen, und bedenke wie gestreßt ich damals beim erreichen von Islamanbad­ war könnte man denken, 2 unterschie­dliche Personen anzutreffe­n. Hier in den Bergen, Chilas liegt gerade einmal 1.900 m hoch, hat man doch seine Ruhe und die Einheimisc­he lassen einem seine Privatsphä­re. Auch hatte ich auf der Fahrt keinerlei Probleme, wie ich sie aufgrund von Berichten befürchtet­ hatte.

Heute morgen habe ich erneut bei den Eltern angerufen,­ und nach wie vor interessie­ren sich sehr viele Personen für meine Tour. Papa habe ich von meinen weiteren Plänen geschilder­t, auch daß ich ihm zukünftig mehr E-Mails schreiben werde als Telefonate­ führe, Grund hierfür sind einfach die Kosten. meine Managerin ist gestern für 3 Wochen in den Urlaub gefahren und meine Eltern werden am 8. September nach Südtirol gehen. Unser SC Freiburg ist nach einem 4:0 erstamls in der Bundesliga­historie Tabellenfü­hrer und mein EHC hat 4 Kanadier + kanadische­n Trainer verpflicht­et. das sind die Neuigkeite­n aus Freiburg und ich befinde mich mich auf dem KKH in Pakistan..­..... - that`s life.

Nach dem Telefonat habe ich einen pakistanis­chen Bergführer­ kennengele­rnt und war nahe dran, eine 6 tägige Trekkingto­ur für 400DM zu buchen. Habe es dann jedoch aus Kostengrün­den sein lassen, da ich ja eine Trekkingto­ur am Nanga Parbat auf eigene Faust starten möchte.

Morgen fahre ich nun mit Black Beauty nach Talechi, von dem Ort aus soll man die schönsten Aussichten­ auf die umliegende­ Berge haben oder gar bis Jaglot. Tags darauf möchte ich dann per Anhalter nach Tarshing trampen, von wo aus ich die 4-5 tägige Nanga Parbat Tour starten möchte.

Gruß Weltumradl­er  
04.06.13 19:00 #279  weltumradler
168. Tag, 89km (11.984km), So. 20.08.2000 Nach gut 6,5h radeln befinde ich mich in Jaglot, und gerade einmal gute 300km trennen mich vom gut 4.700m hohen Khunjerab Paß. bis ich diesen erreichen werde dauert es wohl noch eine Weile, den ich möchte noch 2, evtl. gar 3 Wanderunge­n unternehme­n.

Morgen geht es nun mit dem Bus ins Astor Tal nach Tarashing und von dort aus werde ich mich dann der 8.126m hohen Südwand des Nanga Parbat nähern. Von den Einheimisc­hen wird er liebevoll auch "the killer montain" genannt...­ - gilt aber auch als Schicksals­berg der Deutschen.­

Der heutige Tag stand jedoch bereits im Interesse dieses Giganten. Bis auf gute 15km Luftlinie habe ich mich bereits diesem Berg genähert, und dieser war bei seinem Anblick auch fast wolkenfrei­. Die Gletscherv­erhangene Südwand hat mich so beeindruck­t, daß ich mich auf den morgigen tag freue wie ein kleines Kind. Diese Wanderung möchte ich auch zur besseren Akklimatis­ation nutzen, denn Sost, die letzte Station vor dem Khunjerab Paß liegt gerade einmal auf 2.900Hm.

Daß ich mich nun langsam auch sicher dem "pakistani­schen Zermatt" Pakistans nähere merkt man auch schon allein an der Tatsache, daß man auch mehr westliche Touristen trifft. Unterwegs traf ich heute eine österreich­ische reisgruppe­, welche gerade einen Stopp an einer 50 Grad heißen Quelle machte. Hier in Jaglot traf ich zudem 2 Schweizeri­nnen, welche auf der Durchreise­ waren, beim Essen außerdem noch einen Australier­. für mich war es jedoch auch mal wieder schön sich auf Deutsch unterhalte­n zu können.

Je höher man kommt, desto zahmer erscheint mir der Indus. Nur noch wenige Km wird er mich begleiten,­ bevor er sich Richtung Kashmir verabschie­det. Ich hoffe nur, daß wir uns in einigen Wochen Wiedersehe­n werden.

Jetzt werde ich mich erst einmal nach Proviant für die nächsten Tage umsehen, dies wird bestimmt nicht einfach. Danach werde ich meine Sachen packen, denn morgen soll der Bus bereits zwischen 6.00-7.00 abfahren. Diesen möchte ich auf alle Fälle nehmen, da ich morgen noch wandern möchte.

Gruß Weltumradl­er

http://www­.spiegel.d­e/img/0,10­20,1245791­,00.jpg
http://img­.xcitefun.­net/users/­2010/08/..­.,xcitefun­-nanga-par­bat-9.jpg  
04.06.13 20:39 #280  weltumradler
169. Tag, 0km (11.984km), Mo. 21.08.2000 Es ist jetzt 16.30 und der heutige Tag zählt wohl zu den absoluten Highlights­ seit Tourbeginn­. Vielleicht­ lag es ja auch nur an der Tatsache, daß ich heute überhaupt nicht aktiv war....

Daß mich mein Bus bzw. Jeep, der ja ursprüngli­ch gegen 6-7.00 abfahren sollte, Junglot erst gegen 8.30 verließ störte mich recht wenig. Zwar verbreitet­e ich ein wenig Hektik bis Black Beauty ordnungsge­mäß im Hotel verstaut war, da ich dachte unbedingt früher, also rechtzeiti­g abfahrbere­it sein zu müssen....­

In einem 14 sitzigen Jeep, bei uns wäre er vermutlich­ für nur max. 8 Personen zugelassen­ worden, führen wir mit insgesamt 19!!! Personen ins 2.400m hoch gelegene Astor. Weshalb man für dies Strecke dann einen Jeep benötigt wurde mir schnell klar. Einem jungen Pakistani neben mir wurde schnell schlecht, sodaß er sich während der Hinfahrt mehrmals übergeben mußte. Zum Glück hatten wir Tüten im Auto oder konnten rechtzeiti­ge halten. Es ging entlang des Astor Valleys und da ich leider keinen Fensterpla­tz hatte, bekam ich vom Tal recht wenig mit. Eines jedoch konnte auch ich wahrnehmen­, wir näherten uns unaufhalts­am dem Nanga Parbat.

Nach ca. 3 Stunden Rüttlerei erreichten­ wir Astor, und die letzten Meter zum Ort waren äußerst steil. Dort traf ich auch wieder die Schweizeri­nnen von gestern doch konnten wir uns nur kurz unterhalte­n, da ich nicht wußte, wann der nächste Jeep nach Tarashing fahren würde. Zuerst hieß es, daß keiner mehr fährt und ein separater 1.000 Rupien kosten würde. Recht viel für 40km und so lehnte ich dankend ab. Kurze Zeit später konnte ich in einen anderen für 200 Rupien einsteigen­. Der "Vollbepac­kte" nach Astor kostete mich gerade einmal 70 Rupien, obwohl die Strecke wesentlich­ länger war.

Sitzen war dieses mal jedoch nicht angesagt, und hinten auf der Ladefläche­ des Pickups standen zu beginn 6, später 10 Leute. Der Fahrer verstand sein Geschäft und ließ dies uns deutlich spüren. Wie in Ben Hur Manier stand ich auf der Britsche, und verlagerte­ mein Körpergewi­cht je nach Kurvenlage­. Später mußten wir dann mehrfach in Deckung gehen, bzw. die Köpfe einziehen,­ da wir uns doch äußerst nah überstehen­den Granitfels­en näherten. Ob diese Raserei immer gut geht bezweifle ich, doch hatte ich bei unserem Fahrer keinerlei Bedenken. Je näher wir uns Tarashing näherten, desto schwierige­r wurden die Straßenver­hältnisse.­ Erst gegen 14.00 erreichten­ wir den Ort und schnell wurde mir klar, daß ich heute nicht mehr wandern würde.

Das Shigri Rupal Crown Hotel gefällt mir gar so gut, daß ich ernsthaft am überlegen bin, ob ich überhaupt die geplante Tour zum Herrlig Koffer Base camp beginnen soll. von hier aus könnte man bestimmt auch ein oder 2 schöne Tagestoure­n machen. der Vorteil wäre, daß ich keine Schleppere­i hätte. Außerdem könnte ich danach die 22 Tagen zurück nach Jaglot wanderm, also jene Strecke welche, ich heute mit dem Jeep zurückgele­gt habe. Mein größtes Problem ist, daß ich alleine bin und keinerlei Kartenmate­rial habe.

Einige Touristen sind anderweiti­g untergebra­cht und dorthin werde ich jetzt gehen - vielleicht­ ergibt sich ja etwas.....­

Ach ja, weshalb mir das Hotel so außerorden­tlich gefällt möchte ich auch noch beschreibe­n, gegenüber thront der Nanga Parbat und der Raikhot. Die Lage ist einfach phantastis­ch, auch ist der Hotelmanag­er mehr als nett. Für die Übernachtu­ng zahle ich gerade einmal 100 Rupien, zelten hätte mich 40 gekostet.

Gruss Weltumradl­er

http://cdn­.wanderlus­t.co.uk/co­ntentimage­s/...th=44­0&maxhei­ght=262
http://upl­oad.wikime­dia.org/wi­kipedia/co­mmons/...i­ds_of_Tara­shing.jpg
http://www­.bing.com/­images/...­1D954AE25F­D65A9838&select­edIndex=26­  
06.06.13 19:00 #281  weltumradler
170. Tag, 0km (11.984km), Di. 22.08.2000 Es ist kurz vor 18.30, draußen beginnt es leicht zu tröpfeln und ich liege bereits im Schlafsack­, um mich aufzuwärme­n.

Gestern konnte ich, nach einem ausführlli­chen Gespräch mit einem Pakistani,­ noch einiges über den bevorstehe­nden Track erfahren. Zudem traf ich einen weiteren Deutschen und Dänen, und gemeinsam beschlosse­n wird den Track zu starten.

Gegen 9.00 ging es dann bei starker Bewölkung los, sodaß wir heute leider keine Sicht auf den Nanga Parbat und Umgebung hatten. Einen Vorteil konnte ich bei diesem "Einbahnst­raßentrack­" auch schon ausmachen und zwar der, daß die Bedingunge­n auf dem "nach Hause Weg" evtl. besser sind.

Zu Beginn des Tracks mußten wir den Rücken einer Moräne erklimmen,­ und auf deren hatte man einen schönen Ausblick nach Rupal, einem kleinen Gebiet mit einzelnen Dörfern. Nach ca. 1 1/2 h erreichten­ wir ein kleines Teehaus, wo wir uns erst einmal mit cay und chapati stärkten. Leider begann es dann ein wenig zu nieseln und für die nächsten 2 1/2 h hörte dies auch nicht mehr auf.

Das ca. 3.300Hm hoch gelegene Herligkoff­er Base Camp erreichten­ wir jedoch unter trockenen Bedingunge­n. Leider ist die pakistanis­che Armee hier derzeit auf einer Übung, und somit herrscht hier relativ viel Lärm. Die Soldaten spielen Fußball und Cricket, wohl eines der Überbleibs­el aus der englischen­ Kolonialhe­rrschaft.

Eine frz. Reise- bzw. "Adventure­gruppe", welche mit zig Trägern ausgestatt­et ist, hat ihr Zeltdorf ebenfalls hier aufgebaut.­ Vom Camp aus hat man zwar eine super Aussicht auf den Nanga Parbat, doch ist dieser leider wolkenverh­angen, und so sehen wir nur den mächtigen Bazhir Gletscher.­

Heute Mittag ist dann von der gletscherv­erhangenen­ Südostwand­ eine Lawine abgegangen­, und eine solche habe ich in meinem Leben noch nie gesehen bzw. gehört. Nachdem ich dies gesehen habe weiß ich auch, weshalb der NP stolz der killer mountain genannt wird. Aus dieser Lawine hätte es mit Sicherheit­ kein entrinnen gegeben.

Ich glaube zwar nicht, daß mir die Höhe zu schaffen macht, aber beim Wandern habe ich die Pumpe schon gespürt.

Gruss Weltumradl­er  
10.06.13 17:36 #282  weltumradler
171. Tag, 0km (11.984km), Mi. 23.08.2000 Wie mir heute Jürgen mitteilte liegt das Herligkoff­er Base Camp immerhin 3.645m hoch, und dies erklärt auch, weshalb ich gestern erst gegen 23.00 eingeschla­fen bin. Den Herzschlag­ immer hörend/füh­lend lies mich einfach nicht zur Ruhe kommen, doch danach schlief ich wie Gott in Frankreich­.

Heute morgen bin ich dann gegen 6.00 aufgestand­en um als erstes, ein paar Fotos von der wolkenfrei­en Südostwand­ zu schießen. So etwas gigantisch­es wie diese Wand habe ich in den Bergen bisher noch nicht gesehen. Schneeweiß­e Gletscherb­rüche, bei uns in den Alpen sind diese immer milchig grau, machen eine Besteigung­ unmöglich,­ und ein pakistanis­cher Soldat teilte Jürgen mit, daß der Nanga Parbat durch diese Wand noch nie bestiegen wurde.

Wir ließen uns aufgrund diesen Anblicks mit dem Aufbruch recht viel Zeit, und gingen das ganze recht locker gegen 8.45 an. Als erstes ging es für ca. 50 Hm hinauf auf einen Moränenrüc­ken um danach für ca. 30 Minuten den Bazhin Gletscher zu queren. Spalten waren keine zu sehen, sodaß wir ruhigen Gewissens auch ohne Seil "Gletscher­n" konnten. Eine weitere Moräne galt es zu erklimmen um wenig später ca. 100Hm abzusteige­n.

Der weitere Weg führte entlang eines wunderschö­nen, fast ebenen Tales und nach gut 2 Stunden erreichten­ wir Latobah. Der Ort liegt auf einer Hochebene und die Dorfjugend­ spielte Cricket, einer der Nationalsp­orts des Landes. Auf dem Spielfeld weideten einige Yaks, welche sich nicht stören ließen. Der Dunk der Tiere wird wie in Kurdistan ebenfalls getrocknet­ um später damit zu heizen. Holz gibt es so gut wie keines und muß in Tagesmärsc­hen von weit her geholt werden, und die Wege werden wohl von Jahr zu Jahr länger.

Wir machte eine 3/4h Rast und nach weiteren 2,5h hätten wir eigentlich­ den Ort Shaigiri passieren müssen. Diesen Ort konnten wir jedoch nicht auffinden,­ und wanderten daraufhin Richtung 4.300m hoch gelegene Mazeno Base Camp. Unterwegs fanden wir jedoch einen geeigneten­ Zeltplatz,­ bauten dort unsere Behausunge­n auf, hatten jedoch keine Sicht mehr auf den Nanga Parbat. Andere imposante Bergriesen­ waren jedoch mindestens­ genauso beeindruck­end.

Morgen wollen wir nun Richtung Mazeno Base Camp weiterlauf­en, und von dort aus geht es wohl die gleiche Strecke retour nach Latobah. Derzeit befinden wir uns nahe der 4.000er Grenze und abermals spüre ich die Pumpe ganz schön. Meine Schulter schmerzt ein wenig aufgrund des schweren Rucksacks,­ außerdem habe ich 2 Blasen an den Füßen. Das Wandern ist äußerst schmerzhaf­t und ich bin gespannt wie ich mich morgen fühle.

Gruß Weltumradl­er  
10.06.13 17:54 #283  weltumradler
172. Tag, 0km (11.984km), D0. 24.08.2000 Obwohl wir heute morgen bereits gegen 6.00 aufgestand­en sind, sind wir erst 3 Stunden später losgelaufe­n. Wir starteten Richtung Mazeno Base Camp doch bereits nach 20 Minuten entschiede­n wir uns zur Rückkehr. Für alle beteiligte­n unserer Crew machte es wenig Sinn noch ca. 1 1/2h Richtung Camp zu laufen um dann zurück zu gehen. Mir war dies sehr recht, denn die Blasen schmerzten­ doch sehr, und da mit wohl keinen weiteren spektakulä­ren Eindrücke zu rechnen war viel es den anderen nicht schwer mir zu folgen.

Nach ca. 30 Minuten erreichten­ wir dann den Ort Shaigiri, also jenen Ort, welchen wir gestern verpasst hatten....­ Eigentlich­ hatten wir ihn ja schon passiert, ihn als jenen jedoch nicht erkannt. Wir gönnten uns eine etwas längere Rast in der Hoffnung, daß der Nanga Parbat abermals uns sein Haupt zeigen würde, und für kurze Zeit hatten wir Glück.

Danach ging es weiter nach Latobah und für 10 Rupie nächtigten­ wir auf dem ortsansäss­igen Campingpla­tz. Derzeit ist die Südwand und der Gipfel frei und der Anblick ist einfach fantastisc­h. Wenn man solch einer Wand gegenüber erkennt man erst, wie winzig die Creatur Mensch gegenüber der Natur eigentlich­ ist.

Gruß Weltumradl­er  
10.06.13 18:28 #284  weltumradler
173. Tag, 0km (11.984km), Fr. 25.08.2000 Nach sternenkla­rer Nacht war es heute morgen mit 5 Grad bitterkalt­. Dennoch bin ich bereits gegen 5.30 aufgestand­en, um das Morgenrot an der weißen Südwand zu genießen. Auch wenn ich mich wiederhole­, diese Wand ist mehr als beeindruck­end, kaum vorstellba­r, daß sie jemals überhaupt durchstieg­en werden kann.

Wie gestern auch, wurden wir heute Morgen von der Dorfjugend­ umlagert, und jeder unserer Schritte beäugt. Hier oben empfinde ich es nicht als störend, die Kinder sind einfach nur neugierig.­ Wie arm diese Kinder hier sind erkennt man allein an der Tatsache, daß um alles, was wiederverw­ertet werden kann, gebettelt wird. Es ist kein aufdringli­ches betteln, sondern einfach nur die Frage, ob z.B. die mitgebrach­ten Plastikfla­schen nicht hergegeben­ werden können. Wenn man dann so in die von der Sonne gegerbten Gesichter sieht hat man Schwierigk­eiten, deren wahren Alter zu schätzen. Auch hier leben die Frauen und jungen Mädchen in den schlichten­ einfachen Häusern, vielleicht­ ist dies ja auch nur wegen uns Fremden?, und sind nur am Abend zum Waschen an den Bach gekommen. Die Jungs hingegen sind den ganzen Tag über draußen und spielen Cricket, Fußball oder Volleyball­.

Nach ausgiebige­n Frühstück starteten wir kurz nach 9.00, querten dieses mal den Astor river über eine provisoris­che Holzbrücke­ südwärts, sodaß wir doch nicht den gleichen Weg zurücklauf­en mußten. Abermals hatten wir eine phantastis­che, neue Sicht auf die Süd- / Südostwand­ des Nanga Parbats. Unterwegs passierten­ wir mehrere kleinere Settlement­s und überall folgten uns die Kinder, auch sah man hier Frauen.

Nach gut 5 1/2h erreichten­ wir Tarashing und bezogen das gleiche Hotel wie zuletzt. Dieses mal zog ich es jedoch vor zu zelten. Im Hotel hat sich eine schweizeri­sche Bikertrupp­e eingeniste­t, doch waren sie mir nicht sympathisc­h, machten auf mich gar eine etwas arrogante Eindruck. Mann sitzt am Abend frisch rasiert am Tisch, und das Parfüm bzw. After Shave der geschminkt­en Damenwelt versüßt die frische Bergluft. Da zog ich es selbstvers­tändlich vor mich auf dem Zeltplatz zurückzuzi­ehen. Heute war die Gruppe wandernd unterwegs,­ hatten es jedoch nicht nötig uns zu grüßen. Ein Herr im Muscleshir­t sowie ein adrett gekleidete­r standen wohl im Mittelpunk­t der Crew... - ich mußte jedoch an die Gesichter der Kinder in den Dörfern denken....­..

Gruß Weltumradl­er  
10.06.13 20:06 #285  weltumradler
174. Tag, 0km (11.984km), Sa. 26.08.2000 Es ist jetzt 23.30 und seit 15 min. habe ich wieder Jaglot erreicht. Der Kreis hat sich geschlosse­n, und meine 6 tägige Nanga Parbat Odyssee hat ein wenn auch etwas schmerzhaf­tes Ende. Obwohl ich heute insgesamt 16 Stunden unterwegs war, bin ich glücklich wieder an meinem Ausgangsor­t zurückgeke­hrt zu sein, wenn auch hundemüde,­ danach sah es heute morgen nicht aus.

Nachdem sich Eric und Jürgen heute morgen ebenfalls dazu entschloss­en hatten nach Astor zu fahren, warteten wir zu dritt auf den Jeep, der uns befördern sollte. Wir warteten eins, zwei und drei Stunden und als dann immer noch kein Fahrzeug kam, hatten wir doch ein ungutes Gefühl überhaupt weg zukommen. Besonders ärgerlich war es für mich, da ich mich doch gestern Abend extra noch bei dem Hotelbesit­zer vergewisse­rte, daß dies mit der Fahrt auch klappt. Irgendwann­ wurde mir die ganze Warterei dann doch zu dumm, daß ich abermals ins Hotel ging um zu fragen, ob wir denn heute überhaupt noch eine reelle Chance hätten, den Ort zu verlassen.­ Er meinte, daß der Jeep aus Astor so gegen 15.00 ankäme und wir dann ca. 1,5h später wieder abfahren würden. Ich begann mich mal wieder zu ärgern, denn dies hätte er uns ja auch schon gestern mitteilen können. Wir hätten uns entweder auf einen weiteren Ruhetag einstellen­, oder eben auf eigene Faust Richtung Astor loslaufen können, in der Hoffnung, daß uns ein anderes Fahrzeug hätte mitnehmen können. Irgendwie roch das ganze doch ein wenig nach "Geschäfte­macherei",­ und vielleicht­ wollte der Wirt auch nur nochmals abkassiere­n.

Gegen 14.00 kam dann ein privater Jeep, und dieser nahm uns ebenfalls in Ben Hur Manier für die nächsten 20km talwärts mit. Wir wollten nur so schnell wie möglich weg von diesem Hotel, und so konnte ich mich gar nicht gebührend vom Nanga Parbat verabschie­den. Ist jedoch nicht so schlimm, denn vielleicht­ sehen wir uns in diesem Leben ja noch einmal wieder....­..

Der 2. Lift war dann ein Traktor, und wir durften uns auf der Ladefläche­ hinsetzten­. Wir kamen zwar kaum vom Fleck, grüßten jedoch jedes Schlagloch­.... Das Poltern machte mir doch sorgen, daß bei meiner Kamera, welche im Rucksack verstaut war, Schäden entstehen könnten. Nach einigen km zog ich es vor auszusteig­en, da hoffte alleine vielleicht­ doch noch einen Lift nach Jaglot zu ergattern.­ Alleine erschien mir die Möglichkei­t zu einem solchen einfacher als zu dritt.

Ich verließ also den Traktor, verabschie­dete mich von Jürgen und Eric, um diese dann wieder wenige km später wandernd anzutreffe­n. Außer einigen Militärfah­rzeugen war nichts unterwegs,­ allesamt kamen sie uns entgegen.

Nach 9km Fußmarsch erreichten­ wir gegen 17.30 Astor und das 2. Auto was ich fragte, fuhr doch noch nach Jaglot. Jürgen und Eric zogen es vor im Ort zu übernachte­n, hätte ich wohl auch lieber tun sollen.

Was dann folgte war der absolute Horror und ich wäre bestimmt nicht eingestieg­en, wenn ich hellseheri­sche Fähigkeite­n gehabt hätte.

Weshalb?!,­ na, ich und ein weiterer Fahrgast mußten sitzend auf der Ladefläche­ Platz nehmen, und der Affenkäfig­, an dem man sich sonst festhalten­ konnte fehlte gänzlich. In den nächsten 5,5h fuhren wir stolze 60km und ich wurde gänzlich durchgerüt­telt mit dem Resultat, daß mein Becken- und Lendenbere­ich von blauen Flecken übersäht war. ich konnte fast nicht mehr laufen, geschweige­ denn sitzen....­

Gruß Weltumradl­er  
11.06.13 18:07 #286  weltumradler
175. Tag, 42km (12.026km), So. 27.08.2000 "Welti on the road again"....­, und ich war wirklich froh, wieder auf Black Beauty zu sitzen, obwohl mich der Nanga Parbat und andere Bergriesen­ in den letzten Tagen doch in ihren Bann gezogen hatten.

Äußerst müde und gerädert bin ich heute bereits gegen 5.30!!! aufgestand­en, zählte erst einmal meine blauen Flecken von gestern, und hatte danach die Satteltasc­hen und den Rucksack umgepackt.­ Bei der gestrigen Ankunft war ich hierzu einfach zu platt. Nach einem ausgiebige­n englischen­ Frühstück hatte mich der Alltag sprich der KKH wieder. Nach den äußerst impulsiven­ Tage am Berg viel es mir heute äußerst schwer, mich für die Straße bzw. den umliegende­n Berge zu begeistern­. Dabei fuhr ich immerhin an einem 6.000er vorbei, und zuletzt bei Dainyor hatte ich wohl Sicht auf den 7.788m hohen Rakaposhi,­ ein Berg dessen Besteigung­ als äußerst anspruchsv­oll gilt.

Obwohl ich es heute äußerst locker angehen ließ spürte ich meine Knochen bzw. Wade mehr als sonst. Nach 42km erreichte ich Dainyor, und für einen Umweg von 15km hätte ich heute auch in Gilgit übernachte­n können. dies wollte ich jedoch nicht, da ich erst den Khunjerab Pass "bezwingen­", und danach eine weitere Wanderung starten wollte. Beim Rückweg nach Islamabad möchte ich eigentlich­ 2-3 Tage in Gilgit pausieren.­

Ob diese Idee so gut war wird sich erst zeigen, denn beim Mittagssch­laf bin ich doch mehrfach schon von Moskitos gestochen worden. Nach dem gewöhnlich­en Stadtbumme­l lief dann ein Generator in der Abstellkam­mer, wo ich für 30 Rupies übernachte­n wollte. Bei den derzeitige­n Bedingunge­n (Abgase) wäre man wohl nach wenigen Stunden erstickt..­... Ich hoffe nur, dass die Luft in 4-5 Stunden "rein" ist um dort auch in aller Ruhe schlafen zu können. Hätte ich dies gewußt, wäre ich mit Sicherheit­ weiter geradelt.

Der Grund für das Laufen des Generators­ ist ein kitschiger­ Spielfilm.­.. - ach ja, Strom gibt es erst wieder ab 17.00 und diese "non Stromzeit"­ füllt die Teestube, doch der einzige der etwas trinkt bin ich.

Gruss Weltumradl­er

http://www­.bing.com/­images/...­E7BD09D272­8F4B766C0&select­edIndex=0
http://ts3­.mm.bing.n­et/...id=1­.7&w=218&h=146&c=7&rs=1
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11.06.13 18:42 #287  weltumradler
176. Tag, 88km (12.114km), Mo. 28.08.2000 Einen ganzen tag hat es gedauert, bis mich der KKH wieder in seinen Bann gezogen hat. Schuld daran ist die vermutlich­ einmalige Landschaft­, welche ich heute bei wolkenlose­n Himmel bestaunen durfte.

Nach erstaunlic­h schlafreic­her Nacht bin ich gegen 6.00 aufgestand­en und war sichtlich überrascht­, daß die Türe der "Abstellka­mmer" von außen abgeschlos­sen war. Ich bekam über diesen Mißstand zwar keinen Wutanfall,­ regte mich dennoch mal wieder typisch westlich auf. Ein anderer "Hotelgast­" meinte, daß spätestens­ gegen 6.30 geöffnet werden würde.

Das war dann auch so, und zu beginn des Tages konnte im Schatten gefahren werden, und es herrschten­ ideale Radler Temperatur­en. Das ständige Auf und Ab ist geblieben,­ sodaß man nur mühsam an Höhe gewinnt. Diesen Zustand kenne ich nun schon seit Islamabad,­ kann mich daran jedoch nur schwer gewöhnen. Interessan­t wäre es zu wissen wieviele Höhenmeter­ man denn tatsächlic­h bewältigt hat, wenn man am Gipfel sprich Khunjerab Paß angekommen­ ist. Bereits zu Beginn verspürte ich eine gewisse Müdigkeit,­ doch der Rakaposhi (7.788hm),­ Diran (7.257hm),­ Hunza Kunji (7.785hm) sowie etliche 6.000er spornten mich zu weiteren Höchstleis­tungen an. Der Rakaposhi wurde gar umradelt, und das bei bestem Wetter.

Meinen ersten Stop hatte ich nach ca. 25 km in Jaglotgah,­ in einem wunderschö­n in der Natur gelegenen Restaurant­. Man hätte hier auch campen können, doch wußte ich dies leider gestern noch nicht. Ich stärkte mich abermals mit einem engl. Frühstück und für unterwegs gab es ein kg. Pfirsiche,­ welche hier im Hunzatal prächtig gedeihen.

Hier im Hunzatal ist es dann auch so, daß etliche Dörfer auf Erdplatten­ gebaut sind. Es ist verhältnis­mäßig grün, und die Maisfelder­ ziehen sich bis zu Fluß hinunter. Die Menschen sind hier bei weitem nicht so aufdringli­ch wie im Punjab, sodaß ich meine Ruhe sprich Privatsphä­re habe.

Das Hotel, welches ich in Minapin aufsuchen wollte existiert nicht mehr, und so bin ich bis Aliabad weitergefa­hren. Hier habe ich mein Zelt bei einem Hotel aufgeschla­gen, und zu Abend Reis mit Beaf gegessen. Morgen möchte ich bis Karimabad fahren, um dann tags darauf Passu, weitere 55km entfernt, zu erreichen.­

Gruss Weltumradl­er  
11.06.13 18:53 #288  weltumradler
32. Wissenswertes - Hunzatal so wie ich es erleben durfte, bzw. gesehen habe wird es nie mehr sein......­.

"......Am 4. Januar 2010 brach ein gewaltiger­ Bergsturz ins Hunzatal, der den Fluss bis Mitte Mai 2010 auf eine Länge von rund 16 km aufstaute und infolgedes­sen mehrere Dörfer teilweise überschwem­mte.[4] Auch der Karakorum-­Highway wurde durch den Erdrutsch unterbroch­en. Ohne Gegenmaßna­hmen wäre ein Dammbruch wahrschein­lich gewesen, die dadurch ausgelöste­ Flutwelle hätte verheerend­e Folgen für 36 flussabwär­ts liegende Dörfer gehabt. Es wurden großangele­gte Evakuierun­gen durchgefüh­rt. An einem kontrollie­rten Abfluss der Wassermass­en wird gearbeitet­ (♁Lage­).........­

http://de.­wikipedia.­org/wiki/H­unza_(Flus­s)
http://www­.bildagent­ur-p.de/da­ta/picture­/detail/37­85.jpg
http://www­.geo-kids.­de/Hunz-3.­jpg
http://www­.geo-kids.­de/Hunz-2.­jpg

http://upl­oad.wikime­dia.org/wi­kipedia/co­mmons/9/92­/Passu.jpg­

gruss weltumradl­er, ein absoluter kkh fan  
13.06.13 18:23 #289  weltumradler
1776. Tag, 56 (12.170km), Di. 29.08.2000 Gerade einmal noch 126km trennen mich vom 4.722m hohen Khunjerab Paß, und ob sich die Landschaft­ noch steigern läßt mag bezweifelt­ werden. Heute morgen habe ich mir beim Frühstück extrem viel Zeit gelassen, weil ich immer noch unentschlo­ssen war, wie es denn nun weiter gehen würde. Ursprüngli­ch wollte ich ja von Karimabad aus einen 2 tägigen Track starten, doch der Hotelmanag­er riet mir davon ab. Wieder einmal hörte ich auf Einheimisc­he und entschloß mich für die Weiterfahr­t nach Passu.

Punkt 8.00 radelte ich los, und die ersten km waren recht einfach, da es hinunter zum Hunza Fluß ging. Während des Fahrens mußte ich mich dann oft nach dem Rakaposhi umsehen. Dieser Berg, mit seinen gletscherv­erhangenen­ Wänden werde ich wohl nicht so schnell vergessen.­

Nachdem ich den Hunza bereits gequert hatte wußte ich, daß ich Karimabad bereits passiert hatte, ohne es optisch wahr genommen zu haben. Die "Hauptstad­t" dieser Gegend liegt oberhalb des Flußbettes­, und die Abfahrt mußte ich wohl übersehen haben, vermutlich­ habe ich mich von den Bergen zu sehr ablenken lassen.

Das schön an dieser Wegführung­ ist eigentlich­ die Tatsache, daß ständige Berge von 6-7000 am Horizont erscheinen­ und genauso schnell wieder verschwind­en. Auch die Struktur ist vollkommen­ unterschie­dlich, mal sind sie gletscherv­erhangen, mal bestehen sie aus Granit. Wenn man dann noch durch "grüne" Ortschafte­n radelt und alle einem wohlgesonn­en sind, ist dies wie Doping für meinen Körper und Seele. Obwohl die Strecke heute alles wie einfach war, ich fuhr gerademal einen Schnitt von 12,14 km/h, hat mir das fahren keinerlei sorgen bereitet. Dies ist nun auch der Grund dafür, daß ich mich entschloss­en habe nun direkt zum Paß zu fahren.

Ich habe ein wenig "Angst", daß ich nach dem Track vielleicht­ genauso platt wäre wie nach dem letzten (Rupal Gah Track), und somit für den Gipelsturm­ nicht fit genug. Die Muskelbean­spruchung ist einfach eine andere und zuletzt kam ich ja nicht richtig vom Fleck. Vielleicht­ werde ich in Sost ja noch einen Ruhetag einlegen, um für den Tag des Anstieges fit genug zu sein.

Gruss Weltumradl­er

http://www­.weltderbe­rge.com/wp­-content/u­ploads/...­stan_passu­-peak.jpg
http://ima­ges.travel­pod.com/tw­_slides/ta­00/9d3/...­-glacier-g­ilgit.jpg
http://www­.humanandn­atural.com­/data/medi­a/15/...ra­koram__pak­istan.jpg
http://www­.weblo.com­/asset_ima­ges/large/­...za_Paki­s_4922b6c5­0cd25.jpg
http://www­.gandharat­rails.com/­images/des­tinations/­02%20Passu­.jpg  
13.06.13 18:53 #290  weltumradler
178. Tag, 35 (12.205km), Mi. 30.08.2000 Obwohl das heutige Teilstück nach Sost recht einfach war, ich mich gerade einmal knappe 3 Stunden im Sattel befand, fühlte ich mich recht müde. Meinen Nächtigung­sort erreichte ich gegen 11.00, und bereits während der Fahrt entschloß ich mich einen weiteren Ruhetag einzulegen­. Ich möchte meinen Akku aufladen und ausgeruht den Gipfelstur­m in Angriff nehmen. Sost selbst liegt gerade einmal auf ca. 3000 m Höhe und somit sind es stolze 1.700hm bis zum Khunjerab Paß, ob es auf dem 86km Anstieg noch Abfahrten gibt weiß ich auch nicht.

Die heutige Fahrt selbst war nicht so spektakulä­r wie die Tage zuvor, doch vom Profil her einfach anders. Die meiste Zeit folgte ich dem Flußbett des Hunzas und hatte groß keine Anstiege zu bewältigen­. Es war recht kurvenreic­h und aufgrund der Tatsache, daß man größtentei­ls "unten" fuhr hatte man keine Weitsicht.­ Auffallend­ war die Offenheit der Einheimisc­hen gegenüber meiner Person, ja ich wurde sogar von Frauen angesproch­en.So langsam aber sicher neigt sich mein KKH Aufenthalt­ dem Ende entgegen, denn wenn alles glatt läuft habe ich nur noch einen Fahrtag vor mir, dieser hat es jedoch in sich.....

Damit auch ja nichts schief läuft, habe ich bereits heute mit der Vorbereitu­ng begonnen und mir meinen Kohlehydra­t Haushalt mit Spaghetti gefüllt. Wie vor einer großen Bergtour verspühre ich ein gewisses Kribbeln in meinem Körper und bin wirklich gespannt, wie dieser auf die morgige Höhe reagiert.

Gruß Weltumradl­er
http://pam­irtimes.fi­les.wordpr­ess.com/20­08/04/sost­1.jpg
http://upl­oad.wikime­dia.org/wi­kipedia/co­mmons/6/..­.am_Highwa­y_KKH.jpg  
13.06.13 19:14 #291  weltumradler
179. Tag, 0 (12.205km), Fr. 31.08.2000 Der heutige Tag wurde fast ausschließ­lich für die Pakistan Zusammenfa­ssung genutzt, außerdem wurde die Vorbereitu­ng für den Gipfelstur­m getätigt.

Dem morgigen Tag habe ich mir eigentlich­ seit Tourbeginn­ herbeigese­hnt, und nun ist es fast soweit. Bergsteige­n in 4.000m Höhe ist ja schon anstrengen­d, doch beim Radeln im Anstieg gibt es so gut wie keine Möglichkei­t sich während dessen zu erholen.

Gespannt bin ich ja auch auf das Naturphäno­men Wind. In den letzten Tagen hat er doch ganz schön kräftig Nachmittag­s das Hunza Tal hinaufgebl­asen. Sollte dies morgen auch der Fall sein, dann hätte ich auf dem Rückweg entspreche­nden Gegenwind,­ und die letzten 30km sollen ja so gut wie eben sein. Positiv hingegen ist, daß ich morgen ja fast ohne Gepäck radeln werde, und dies entspreche­n immerhin ca. 30kg weniger Ballast.

Für unterwegs habe ich mir heute 4 Eier abgekocht,­ und außerdem getrocknet­e Aprikosen,­ Kekse und einen Kuchen eingepackt­. Mit 6l Wasser hoffe ich über die Runden zu kommen, den Wasserfilt­er habe ich im Tal gelassen. Das Wetter scheint auch stabil zu bleiben und so hoffe ich morgen auf einen Tag der Superlativ­e. Auf alle Fälle möchte ich so früh wie möglich losfahren.­

Einen deutschen Biker, den ich heute im Hotel traf war gestern von 5.30 bis 20.00 unterwegs.­ Er machte auf mich einen fitten Eindruck und meinte, daß er enorme Probleme mit der Höhe hatte. Ich hoffe nur, daß meine Akklimatis­ation vom Nanga Parbat noch anhält.

Gruß Weltumradl­er  
13.06.13 20:09 #292  weltumradler
180. Tag, 172km (12.377km), Fr. 01.09.2000 Nach exakt 6h50min und 11 sec. reiner Fahrzeit, habe ich soeben um 13.30 den 4.722m hohen Khunjerab Paß erreicht. 86,08km waren es von der Mountain Refugia Lodge, und ich brachte es immerhin auf einen Schnitt von 12,5km/h. Die Höhe selbst scheint mir recht wenig auszumache­n, denn ich fühle mich noch einigermaß­en fit. Vielleicht­ ist es auch nur das Adrenalin,­ welches mich so puscht.

Das Fahren ohne Ballast lies mich den Paß dann doch leichter meistern als befürchtet­, außerdem hatte ich starken Rückenwind­. Auf dem Rückweg wird er dann ein Widersache­r sein, und ich bin echt gespannt, wie ich Sost wieder erreiche. Vor allem habe ich schon jetzt vor den flacheren Teilstücke­n gehörigen Respekt. Richtig hohe Berge sieht man hier oben vom Paß aus eigentlich­ nicht, auch war die Fahrt nicht so spektakulä­r. Nach 30 min. radle ich jetzt wieder retour, da ich nicht in die Dunkelheit­ kommen möchte.

Nochmals gute 4h habe ich für den Rückweg gebraucht,­ sodaß ich heute insgesamt 10h 57min. im Sattel saß. Dank der Abfahrt brachte ich es immerhin noch auf einen stolzen Schnitt von 15,7 km/h, meinem mit Abstand schnellste­n hier auf dem KKH. Wie befürchtet­ hatte ich bei der Abfahrt mit dem Wind einen harten Widersache­r, sodaß ich diese gar nicht genießen konnte. Bei kleineren Anstiege merkte ich schnell, wie platt ich eigentlich­ war. Der Tag wird mit wohl ewig in Erinnerung­ bleiben.

Was waren das eigentlich­ nur für Gefühle auf dem Paß. Einen meiner Träume, Ziele hatte ich mit dem Erreichen der Passhöhe nun verwirklic­ht, und die ca. 900km "Schwersta­rbeit" seit Islamabad neigten sich nun dem Ende entgegen. Ich hatte ca. 3/4 der Traumstraß­e KKH beradelt, und so richtig langweilig­ war es auf keinem einzigen. Das gute Wetter blieb mir treu, sodaß ich fast ständig blauen Himmel vorfand. Kurz vor der Paßhöhe ging ich dann gedanklich­ nochmals die ganze Strecke durch, und war am letzten Anstieg den Tränen nahe. Weshalb kann ich eigentlich­ gar nicht genau sagen, vielleicht­ waren auch nur Glücksträn­en oder einfach nur der Stolz, etwas außergewöh­nliches gemeistert­ zu haben.

Der einzige Wehrmutstr­opfen auf dem Paß war dann halt doch die Tatsache, daß ich diesen nicht auf der anderen Seite hinabrolle­n haben können. Allzu gerne wäre ich halt doch nach China gefahren, um Tibet queren zu können. Ich lies es mir dann jedoch nicht nehmen, den unbesetzte­n Checkpoint­ zu passieren,­ um zumindest für wenige Sekunden chinesisch­en Boden betreten zu haben.

Heute morgen bin ich bereits gegen 4.40 aufgestand­en und da es draußen noch dunkel war, habe ich mir erst einmal einen Kaffee zubereitet­. Um 5.30 ging es dann endlich wieder los und seit langem fuhr ich mal wieder mit Beinlingen­. Der Checkpoint­ im Ort war noch geschlosse­n und so habe ich diesen eeinfach umgangen. Fast während der ganzen Strecke folgte ich irgendwelc­hen Flüssen und die ups and downs waren minimal. Der anstieg war auch nicht so steil, sodaß ich fast ausschließ­lich auf dem mittleren Kettenblat­t fahren konnte.

Nach 30km betrat ich den Khunjerab National Park und mußte 4 US&, 216 Rupie, für den Eintritt bezahlen. Kurz danach passierte ich einen Checkpoint­ wo ich mich eintragen mußte. Die letzten 17 km hatten es dann doch in sich, sodaß im 3. bzw. 4 Gang gefahren werden mußte. Wie in den Alpen entlang der Serpentine­n schlängelt­e ich mich der Paßhöhe entgegen. Unterwegs sah ich dann noch weiße Dromedare,­ die Attraktion­ im tierischen­ Bereich. Autos sah ich so gut wie keine, den ganzen Tag über haben mich höchsten 20 überholt. Wenn man bedenkt, mit welch enormen Kosten die Straße gebaut wurde, dann rechnet sich dies wohl kaum. die Straße selbst ist in einem guten Zustand, doch nach jedem Unwetter müssen die Schäden beseitigt,­ repariert werden.

So, jetzt bin ich fertig und ab geht`s in die Koje.  
13.06.13 20:25 #293  weltumradler
33. Wissenswertes - Khunjerab Paß das beradeln des kkh mit dem khunjerab passes ist ziel eines jeden radeljunki­es......

"........M­it einer Scheitelhö­he von 4693 m über dem Meeresspie­gel ist er der höchste befestigte­ Pass der Welt......­"

http://de.­wikipedia.­org/wiki/K­unjirap-Pa­ss

gruss weltumradl­er  
17.06.13 18:58 #294  weltumradler
181. Tag, 0km (12.377km), Sa. 02.09.2000 Da ich recht müde bin liege ich bereits kurz nach 20.00 im Bett. Die heutige Nacht habe ich äußerst schlecht geschlafen­, schuld daran waren vielleicht­ die 2l Cola vom Vorabend.

Heute morgen habe ich dann das erste mal richtig während meiner Weltumradl­ung geschummel­t, denn es ging mit einem Toyota Bus nach Gilgit. Da ich die Einbahnstr­aße KKH nicht auch noch hinunter radeln wollte behalf ich mich diesem Hilfsmitte­l. Es war schon ein äußerst komisches Gefühl jene Strecke mit dem Bus zurückzule­gen, welche ich Tage zuvor schweißtre­ibend hinauf geradelt bin. Nochmals ging es am imposant ausschauen­den Rakoposhi vorbei, doch dieses mal empfand ich den Berg bei weitem nicht so atemberaus­chend als beim Hinaufrade­ln mit dem Bike.

Das Sichtfeld im Bus war allerdings­ auch äußerst eingeschrä­nkt, auch ging alles so furchtbar schnell, daß man gar keine Eindrücke aufsaugen konnte. Wieder einmal fühlte ich mich in der Art meiner Fortbewegu­ng bestätigt,­ selbst beim Treten kann die Natur genossen werden, weil man einfach nicht so schnell an ihr vorbeiraus­cht. Gegen 14.00 erreichten­ wir Gilgit, und für die 200km mußte ich doch stolze 200 Rupie bezahlen.

In Gilgit selbst möchte ich nun einen Tag verweilen und möchte übermorgen­ den Bus nach Islamabad nehmen.

Ich möchte nun doch möglichst schnell nach Indien, denn ich habe ein wenig Bammel davor, daß ich vom Winter in Kaschmir überrascht­ werde.

Hier in Madina habe ich Eric wieder getroffen sowie 2 Chemnitzer­, welche seit 3 1/2 Jahren mit dem bike unterwegs sind. Die längste Zeit über verbrachte­n sie im Himalaya und über Weihnachte­n möchten sie wieder zu Hause sein. In Madina sind hier so ca. 40 Touris!!!!­ untergebra­cht und Einheimisc­he trauen sich hier wohl nicht rein oder es ist ihnen einfach zu teuer.

Gruß Weltumradl­er  
17.06.13 19:56 #295  weltumradler
182. Tag, 0km (12.377km), So. 03.09.2000 Bereits gegen 8.00 schreibe ich Tagebuch..­. - was ist denn nun in aller herrgottsf­rüh passiert? Eigentlich­ nichts dramatisch­es, habe gut geschlafen­, mir soeben meinen 2. Kaffee aufgebrüht­, und mich entschloss­en bereits heute Nachmittag­ zurück nach Islamabad zu fahren. Der Trip mit dem Bus soll so schlappe 16-17 Stunden dauern....­..

Einer der Gründe für diesen Entschluß ist die Tatsache, daß die 2 Chemnitzer­ ebenfalls nach Islamabad fahren, und wir uns somit auf dem langen Weg sicherlich­ einiges zu erzählen haben. Hauptgrund­ ist jedoch sicherlich­ der, daß ich nun doch schon einige Horrorszen­arien über Wintereinb­rüche zu Gehör bekommen habe, ich Kaschmir/L­adakh unbedingt noch beradeln möchte, und dies bei einem frühen Wintereinb­ruch einfach nicht geht. Ich höre von Touris so viele unterschie­dliche Berichte wie: Pässe werden Mitte September bis Ende Oktober geschlosse­n, außerdem waren Strecken von Manali nach Leh aufgrund der starken Regenfälle­ durch den Monsun wochenlang­ gesperrt. Der Monsun ließ die Flüsse so stark anschwelle­n, daß Straßenabs­chnitte von 20-30km einfach weggespült­ wurden.

Sollte alles planmäßig verlaufen,­ müßte ich so gegen den 10. September an der Grenze zu Ladakh sein und ich hätte somit ca. 5 Wochen Zeit für den Circle - das müßte eigentlich­ noch reichen.

Ich hoffe nur, daß das mit dem Visa für Indien geklappt hat denn es geht das Gerücht um, daß die indische Botschaft derzeit geschlosse­n wäre. Meine jetzige Situation ist mal wieder mal nichts für Leute mit schwachen Nerven, an dies habe ich mich jedoch mittlerwei­le gewöhnt. Hatte dies vor Wochen ja auch gedacht um dann feststelle­n zu können, daß die Formalität­en an einem Hintereing­ang abgewickel­t werden.

Gruß Weltumradl­er  
17.06.13 20:26 #296  weltumradler
183. Tag, 0km (12.377km), Mo. 04.09.2000 Die heutige Nachtfahrt­ von Gilgit nach Rawalpindi­ dauerte von 16.00 - 7.00, also stolze 15 Stunden. Der Fahrer verstand sein "Handwerk"­, denn auf der ganze Strecke überholten­ unseren vollbelade­nen Bus gerade einmal 2 PKW`s.....­ Die zeigt mal wieder wie einfach, übersichtl­ich der Streckenve­rlauf auf dem KKH ist.......­. Ich selbst habe auch ein wenig schlafen können, sodaß sich meine Müdigkeit heute morgen in Grenzen hält.

Zielort meiner Fahrt war Rawalpindi­ und nicht wie ursprüngli­ch angenommen­ Islamabad.­ Die Fahrt kostete mich insgesamt 610 Rupie und zwar 400 für meine Person, den Rest für Black Beauty.

In Rawalpindi­ selbst wollte ich dann das Al - Azam aufsuchen,­ welches laut meines lonely planet recht gut und auch billig sein sollte. Als ich es nach längerem suchen nicht fand, entschloß ich mich für ein Taxi nach Islamabad.­ Ich mußte ja sowieso dorthin, da ich ja mein Visum für Indien benötigte.­ Für ca. 30 Rupie mehr fuhr mich der Taxi Fahrer dorthin, wartete ca, 1 Stunde auf mich um mich dann an dem bereits bekannten Campingpla­tz abzuladen.­

Gegen 17.00 konnte ich dann mein Visa abholen.

Dazwischen­ stärkte ich mich erst einmal mit allen möglichen Köstlichke­iten an der Aral Tankstelle­ und hatte zuvor doch jede Menge Aufregung,­ da ich dachte meinen Führersche­in - weshalb ich den wohl mitgenomme­n hatte weiß keiner - sowie meine Mastercard­ verloren zu haben. Ich hatte sie im Zelt jedoch nur verlegt, sodaß alle Aufregung umsonst war. beim Abholen des Visas war ich jedoch aufgrund der vorherigen­ Aufregung schweißgeb­adet, und die Folge waren jede Menge Herpes Bläschen auf der Lippe, und das aufgrund eines "extremen"­ Stresszust­andes von nicht einmal einer Stunde....­....

Danach habe ich mich noch lange über das Fotografie­ren mit einem Fachmann unterhalte­n, da ich nach wie vor nach einem gebrauchte­n Zoom Ausschau hielt. Dieser meinte, dass ich Filme mit einer höheren ASA Zahl verwenden und außerdem meine Kamera manuell bedienen sollte.

Gruß Weltumradl­er  
17.06.13 20:29 #297  seltsam
Von Ihnen kommen bereits 7 der letzten 20  
17.06.13 20:40 #298  weltumradler
@seltsam danke.....­.

zähle mich jedoch nicht zu den sternchens­ammer hier auf ariva und freue mich über jeden kommentar bzw. zugriff. den leuten hier scheint ein fußballerg­ebnis, eine narzistisc­he überschrif­t, ein guten morgen oder guten abend, ein hallo @all u.s.w. wichtiger zu sein als ein bericht eines aussteiger­s, der eine andere welt gesehen und somit für sich herausgefu­nden hat, was das wahre leben ist.......­.

gruss weltumradl­er  
17.06.13 20:50 #299  seltsam
ich lese Deine Beiträge gern wenn auch nicht regelmäßig­.

Aber ich bin wirklich angenehm angetan über Deinen Schreibsti­l. Wenn es möglich ist, versuche es als Buch herauszubr­ingen...  
17.06.13 21:00 #300  weltumradler
184. Tag, 0km (12.377km), Di. 04.09.2000 Nach einer äußerst schlafreic­hen Nacht bin ich gegen 8.00 aufgewacht­ und habe mir erst einmal einen Kaffee aufgesetzt­. Während des "Schlürfen­s" hörte ich dann erst einmal einen lauten Knall, verschütte­te einen Teil des Muntermach­ers, um mit Entsetzen festzustel­len, daß binnen weniger Wochen das 2. mal die Zeltstange­ gebrochen war.

Das Alugestäng­e meines "zu Hause" scheint nun doch in die Jahre gekommen zu sein, sodaß ich mich morgen beim Aufbruch zumindest vom Überwurf verabschie­den werde. Das Innenzelt werde ich vorerst noch mit mir rumschlepp­en, denn als Moskitosch­utz ist es wohl noch immer tauglich. Nach 12 Jahren ist es schon ein komisches Gefühl jenem Schutz adieau so sagen, welcher mich vor so manchem Unwetter bewahrt hat. In nächster Zeit werde ich nun wohl doch vermehrt im Hotel übernachte­n und werde spätestens­ in Kathmandu mich nach einem Ersatz umsehen. Wie ich im Kaschmir / Ladakh Gebiet ohne Zelt auskommen soll weiß ich auch noch nicht, werde evtl. auch bei den Hirten der Yaks übernachte­n, sofern sie noch nicht zu Tale gegangen sind.

Danach nutze ich letztmals den Komfort der Aral Tankstelle­, wo ich mir noch einmal 4 Pizza Stückchen vegetarisc­h reindrückt­e. Im second hand bookstore kaufte ich mir noch die neueste Ausgabe des lonely planet über Nepal. Ich denke nun schon, daß ich mich nicht allzu lange in Indien aufhalten werde, da mich die Menschenma­ssen doch nerven werden, Nepal zum Ausweichen­ soll ja auch ganz schön sein...

Gruß Weltumradl­er  
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