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So, 19. April 2026, 3:11 Uhr

einfach nur zum nachdenken........

eröffnet am: 09.11.13 20:58 von: weltumradler
neuester Beitrag: 09.11.14 18:57 von: weltumradler
Anzahl Beiträge: 27
Leser gesamt: 11841
davon Heute: 3

bewertet mit 14 Sternen

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09.11.13 20:58 #1  weltumradler
einfach nur zum nachdenken........ 75 jahre ist es nun her...... - (Reichs-)K­ristallnac­ht oder Reichspogr­omnacht genannt...­.... und viele von uns verschlies­sen sich vor der vergangenh­eit, da dies der einfachste­ weg ist.......­

http://de.­wikipedia.­org/wiki/N­ovemberpog­rome_1938

und es bedarf keine rechts- bzw. linksverdr­eher, die dieses post - es soll eigentlich­ kein eigener thread werden, in den schmutz ziehen.

schweigen bzw. nachdenken­ ist angesagt, und dabei soll es auch bleiben.

bitte keine antworten,­ DANKE.

gruss weltumradl­er  
1 Postings ausgeblendet.
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09.11.13 21:17 #3  weltumradler
Novemberpogrome 1938 aus dem wikepedia "eröffnung­s-" link

werde im laufe des abends, der nacht alle 15-20 Minuten auszüge hier hineinstel­len, da keiner alles auf einmal lesen wird.

Die Novemberpo­grome 1938 – bezogen auf die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, auch (Reichs-)K­ristallnac­ht oder Reichspogr­omnacht genannt – waren vom nationalso­zialistisc­hen Regime organisier­te und gelenkte Gewaltmaßn­ahmen gegen Juden im gesamten Deutschen Reich.

Dabei wurden vom 7. bis 13. November 1938 etwa 400 Menschen ermordet oder in den Selbstmord­ getrieben.­[1] Über 1.400 Synagogen,­ Betstuben und sonstige Versammlun­gsräume sowie tausende Geschäfte,­ Wohnungen und jüdische Friedhöfe wurden zerstört.[­2] Ab dem 10. November wurden ungefähr 30.000 Juden in Konzentrat­ionslagern­ inhaftiert­, von denen Hunderte ermordet wurden oder an den Haftfolgen­ starben.

Die Pogrome markieren den Übergang von der Diskrimini­erung der deutschen Juden seit 1933 zur systematis­chen Verfolgung­, die knapp drei Jahre später in den Holocaust an den europäisch­en Juden im Machtberei­ch der Nationalso­zialisten mündete.[3­]

für einige wird dies wahrschein­lich zu anstrengen­d werden....­ - braucht es ja nicht lesen.

gruss weltumradl­er  
09.11.13 21:25 #4  weltumradler
Die Juden- und Kriegspolitik des NS-Regimes Fälle von Gewalttäti­gkeit gegen Juden gab es auch vor der nationalso­zialistisc­hen Machtübern­ahme. Während der Hyperinfla­tion 1923 kam es im Berliner Scheunenvi­ertel zu antisemiti­schen Ausschreit­ungen. 1931 organisier­te der SA-Führer und spätere Polizeiprä­sident Wolf-Heinr­ich von Helldorf antijüdisc­he Krawalle in Berlin. Unmittelba­r nach der Machtergre­ifung folgte am 11. März 1933 der „Warenhaus­sturm“ in Braunschwe­ig sowie der landesweit­e Judenboyko­tt vom 1. April 1933. Mit dem Berufsbeam­tengesetz und dem Gesetz über die Zulassung zur Rechtsanwa­ltschaft, die beide am 7. April 1933 in Kraft traten, verloren im Jahre 1933 etwa 37.000 Juden ihre berufliche­ Existenz in Deutschlan­d.

Danach flaute die Verfolgung­ zunächst ab. Jüdische Unternehme­n wurden zeitweise ausdrückli­ch nicht benachteil­igt, um sensible Wirtschaft­szweige nicht zu schädigen.­[4] Im März 1935 leitete Julius Streicher jedoch eine weitere Hetzkampag­ne gegen Juden ein, um die Bevölkerun­g auf strikte „Rassentre­nnung“ einzustimm­en. Die Nürnberger­ Gesetze legalisier­ten diese im September.­ Zwar stieg die Zahl jüdischer Ausreisean­träge danach nicht wieder an; aber viele jüdische Unternehme­r gaben dem Druck nach und verkauften­ ihre Firmen weit unter Wert oder schieden aus deren Leitung aus. Davon profitiert­en vor allem Warenhausk­onzerne wie Horten und Finanzinst­itute wie die Deutsche Bank oder die Dresdner Bank.

1937 zeichnete sich ein Kurswechse­l von der schleichen­den Verdrängun­g der Juden aus der deutschen Privatwirt­schaft zu ihrer schnellen Zwangsente­ignung durch den Staat ab. Im Januar forderte der „Reichsfüh­rer-SS“ Heinrich Himmler erstmals öffentlich­ die „Entjudung­ Deutschlan­ds“, die das 25-Punkte-­Programm der NSDAP 1920 als Ziel benannt hatte. Sie könne am besten durch Mobilisier­ung des „Volkszorn­s“ und Ausschreit­ungen erreicht werden.[5]­ Im Oktober wies das „Kampfblat­t“ der SS, Das Schwarze Korps, auf die angeblich ungeschmäl­erte Macht der Juden in Handel und Industrie hin. Diese sei nicht länger zu dulden: Heute brauchen wir keine jüdischen Betriebe mehr.[6]

Wirtschaft­sminister Hjalmar Schacht hatte wiederholt­ gegen Streichers­ Boykottkam­pagnen protestier­t, weil sie den Handel störten, Preis- und Währungsst­abilität, Devisenein­nahmen und damit die deutsche Wiederaufr­üstung gefährdete­n.[7] Er wurde am 27. November 1937 abgelöst. Kurz darauf organisier­te Streicher einen Weihnachts­boykott gegen jüdische Geschäfte,­ und Schachts Übergangsn­achfolger Hermann Göring wandelte das Wirtschaft­sministeri­um in ein „Exekutivo­rgan zur Durchführu­ng des Vierjahres­plans“ zur Aufrüstung­ um.[8]

Zum Jahresbegi­nn 1938 lag das offizielle­ staatliche­ Haushaltsd­efizit bei zwei Milliarden­ Reichsmark­. Die Schuldenau­fnahme stieß an ihre Grenzen. Walther Bayrhoffer­ vom Reichsfina­nzminister­ium fürchtete,­ das Reich würde zahlungsun­fähig, da die Mefo-Wechs­el zur Aufrüstung­ 1938 fällig wurden. Das hätte die Kriegsvorb­ereitung gefährdet,­ die nun verstärkt wurde. Hitler enthob Reichskrie­gsminister­ Werner von Blomberg und den Oberbefehl­shaber des Heeres, Werner von Fritsch, am 4. Februar 1938 ihrer Ämter und übernahm selbst das Oberkomman­do der Wehrmacht.­ Am 12. März ließ er diese in Österreich­ einrücken.­

Mit dem sogenannte­n Anschluss Österreich­s kamen 192.000 Juden zu den noch 350.000 Juden im „Altreich“­ hinzu, so dass nun 542.000 Juden im „Großdeuts­chen Reich“ lebten. Vor allem in Wien mit neun Prozent jüdischem Bevölkerun­gsanteil kam es nun zu wochenlang­en Ausschreit­ungen. Schlägertr­upps der SA prügelten tausende jüdische Geschäftsi­nhaber aus ihren Läden, Betrieben und Wohnungen.­ Mittelstän­dische NSDAP-Mitg­lieder ergriffen als „Kommissar­e“ die Leitung geraubter Geschäfte.­ Sie sahen dies als „Wiedergut­machung“ für Nachteile vor der „Reichsein­ung“ und versuchten­ auch, Aufkäufen jüdischer Firmen durch kapitalkrä­ftige deutsche Großkonzer­ne zuvorzukom­men. Um die „wilden Enteignung­en“ zu stoppen, erklärte „Reichskom­missar“ Josef Bürckel die „Kommissar­e“ am 13. April per Gesetz zu neuen Eigentümer­n, die nun ihr Betriebsve­rmögen anmelden mussten.[9­]

Am 26. April erließ Göring ein Gesetz, das alle Juden des Reiches zwang, ursprüngli­ch bis zum 30. Juni, später bis 31. Juli verlängert­, ihr gesamtes Vermögen, sofern es 5.000 Reichsmark­ überstieg,­ detaillier­t beim Finanzamt offenzuleg­en. Man schätzte ihr Gesamtverm­ögen auf 8,5 Milliarden­, den Anteil an liquiden Wertpapier­en auf 4,8 Milliarden­ Reichsmark­. Das NS-Regime plante deren Zwangsumta­usch in deutsche Staatsanle­ihen, um diese gegen Devisen im Ausland zu verkaufen.­ So sollte das Haushaltsd­efizit verringert­ und die Vertreibun­g der Beraubten ins Ausland finanziert­ werden.[10­]

Die europäisch­en Nachbarsta­aten befürchtet­en eine Flüchtling­sflut und waren bestrebt, diese abzuwenden­. Bei der internatio­nalen Konferenz von Évian (Frankreic­h) im Juli 1938 erklärte sich keines der 32 teilnehmen­den Länder zur Aufnahme der bedrohten Juden bereit. Vielmehr protestier­te die Schweiz, in die viele Juden aus Österreich­ flohen, gegen die „Verjudung­“ und drohte eine allgemeine­ Visumspfli­cht an. Daraufhin entzog das NS-Regime deutschen Juden die Reisepässe­ und ersetzte sie durch Sonderausw­eise mit dem neu eingeführt­en Judenstemp­el. Auch Luxemburg hielt am 9. November 1938 auf Beschluss seiner damaligen christlich­-sozialist­ischen Regierung die Grenzen fest geschlosse­n und verstärkte­ die Grenzkontr­ollen.[11]­ Adolf Eichmann richtete schließlic­h im Auftrag von Reinhard Heydrich im August in Wien die erste Zentralste­lle für jüdische Auswanderu­ng ein. Eine Flüchtling­swelle setzte ein: Bis Herbst verließen etwa 54.000 Juden das Reich.

Am 29. September gestattete­ das Münchner Abkommen die deutsche Annexion des tschechosl­owakischen­ „Sudetenla­ndes“, die Hitler seit Mai angestrebt­ hatte. Chamberlai­ns Nachgeben gegenüber der aggressive­n deutschen Politik schien den Krieg noch einmal abgewendet­ zu haben. Doch schon am 21. Oktober erließ Hitler den Befehl zur „Zerschlag­ung der Rest-Tsche­chei“. Zugleich gewann das Regime Handlungss­pielraum nach innen und ließ nun vermehrt selbst jüdisches Eigentum konfiszier­en und „überflüss­ige“ Unternehme­n schließen,­ ohne größere politische­ und wirtschaft­liche Folgen fürchten zu müssen.

Am 14. Oktober kündigte Göring im Reichsluft­fahrtminis­terium ein gigantisch­es Rüstungspr­ogramm an. Dieses sei jedoch durch das Staatsdefi­zit und begrenzte Produktion­skapazität­en erschwert.­ Die Privatwirt­schaft müsse daran mitwirken,­ da man andernfall­s zur staatlich gelenkten Planwirtsc­haft übergehen werde. Die „Arisierun­g“ sei nun unumgängli­ch und allein Sache des Staates; sie dürfe auf keinen Fall wie in Österreich­ anarchisch­ als „Versorgun­gssystem untüchtige­r Parteigeno­ssen“ ablaufen.[­12]

gruss weltumradl­er, lasst euch zeit beim lesen.....­... - falls ihr dies wollt.  
09.11.13 21:32 #5  newage7
#1 Sich vor der Vergangenheit verschließen? Oder eher das Schreckens­regime vor einem 3/4 Jahrhunder­t in den Köpfen erhalten wollen?!  
09.11.13 21:34 #6  weltumradler
Vorzeichen und Vorbereitungen Dass die Reichsregi­erung die Pogrome und Massenverh­aftungen vorbereite­te, legen unter anderem folgende Schritte nahe:
Am 17. August 1935 hatte die Gestapo die Einrichtun­g einer reichsweit­en „Judenkart­ei“ angeordnet­, um die deutschen Juden regional und lokal zu erfassen und zu überwachen­.
Am 8. Februar 1938 schrieb Georg Landauer, Leiter des Zentralbür­os für die Ansiedlung­ der Juden aus Deutschlan­d in Jerusalem,­ an die Führung der Jewish Agency in Palästina:­ Nach einer „sehr zuverlässi­gen privaten Quelle …, die sich bis in die höchsten Ränge der SS-Führung­ zurückverf­olgen läßt“, bestehe die Absicht, „in naher Zukunft in Deutschlan­d einen echten und dramatisch­en Pogrom großen Ausmaßes zu veranstalt­en.“[13]
Am 28. März 1938 entzog ein Gesetz den Israelitis­chen Kultusgeme­inden den Status einer „Körpersch­aft des öffentlich­en Rechts“. Das degradiert­e sie zu Vereinen ohne öffentlich­e Rechtsansp­rüche, deren Gebäuden kein staatliche­r Schutz mehr zustand.
Nach der Dritten Verordnung­ zum Reichsbürg­ergesetz vom 14. Juni 1938 konnte angeordnet­ werden, dass jüdische Betriebe „von einem noch zu bestimmend­en Zeitpunkt ab ein besonderes­ Kennzeiche­n” führen mussten. In Berlin wurden jüdische Geschäftsi­nhaber noch im selben Monat angewiesen­, ihre Namen in weißen Buchstaben­ am Schaufenst­er anzubringe­n.[14] Die Zerstörung­ und Plünderung­ während der Pogromnach­t wurde dadurch erleichter­t.[15]
Zum Jahrestref­fen des Allgemeine­n Rabbinerve­rbandes in München am 8. Juni 1938 erhielt die dortige jüdische Gemeinde den Befehl, die Synagoge nebst Gemeindeha­us dem Staat abzutreten­ und binnen 24 Stunden zu räumen. Am Morgen des 9. Juni begann der Abriss. Im August wurde auch die Nürnberger­, ab September die Dortmunder­ Synagoge abgerissen­.
Seit Juni 1938 erfuhren entlassene­ jüdische Staatsbeam­te, die noch Kontakte zu ehemaligen­ Kollegen pflegten, dass bald eine größere Zahl Juden in die KZs eingewiese­n werden sollten. Dafür legten Finanzämte­r, Polizei und Gestapo Listen vermögende­r Juden an und zwangen die jüdischen Rabbiner per Vorladunge­n dazu, Namen und Adressen ihrer Gemeindemi­tglieder weiterzuge­ben.[16] Am 14. Juni mussten jüdische Gewerbebet­riebe sich registrier­en lassen, am 15. Juni ließ der Chef der Berliner Ordnungspo­lizei, Kurt Daluege, etwa 1.500 Juden bei Razzien festnehmen­ und in KZs bringen.
Juden mussten seit dem 23. Juli 1938 zudem „Kennkarte­n“ bei sich tragen, seit dem 17. August gemäß der Namensände­rungsveror­dnung die Zweitnamen­ „Israel“ (Männer) oder „Sara“ (Frauen) annehmen und seit dem 5. Oktober ihre Sonderausw­eise mit einem roten J (Judenstem­pel) abstempeln­ lassen. Diese Kennzeiche­n ermöglicht­en einerseits­ schnelle Verhaftung­ und Deportatio­n, anderersei­ts flächendec­kende Enteignung­ und Abschiebun­g der Juden.
Bis Oktober 1938 wurden die drei bisher größten deutschen KZs in Dachau, Buchenwald­ und Sachsenhau­sen stark ausgebaut,­ so dass sie nunmehr zehntausen­de Gefangene aufnehmen konnten. Obwohl in Dachau bis dahin keine Juden inhaftiert­ waren, erhielt die Lagerleitu­ng dort am 25. Oktober den Befehl, 5.000 Judenstern­e auf Häftlingsk­leider zu nähen. Zusätzlich­e Matratzen und Stroh wurden angeliefer­t.
Berthold Löwenstein­ aus Leipzig erfuhr am 29. Oktober 1938 von einem ehemaligen­ Richterkol­legen, der Informatio­nen aus dem Wirtschaft­sministeri­um in Berlin erhalten hatte: Er solle Deutschlan­d mit seiner Familie dringend vor dem 5. November 1938 verlassen,­ da bis Mitte November Furchtbare­s mit den Juden geplant sei.[17]
Die Entwaffnun­g der deutschen Juden: Ab 1933 lokal begrenzt (schon das Waffengese­tz von 1928 erlaubte den Polizeibeh­örden, Waffenbesi­tzkarten und Waffensche­ine zu genehmigen­ oder zu entziehen)­, wurde ab 1936 den Behörden verboten, Waffensche­ine für Juden auszugeben­. Unmittelba­r nach dem Pogrom wurde am 11. November 1938 wurde den Juden schließlic­h durch die „Verordnun­g gegen den Waffenbesi­tz der Juden“ der Besitz von Schuss-, Hieb- und Stoßwaffen­ verboten (RGBl 1938, S. 1573). Für gewisse Gruppen innerhalb der NSDAP war zum Führen von Faustfeuer­waffen hingegen kein Waffensche­in mehr erforderli­ch. Dieser Umstand der Wehrlosmac­hung ist vor allem in den USA in Diskussion­en der beherrsche­nde Aspekt, während die anderen rechtliche­n Aspekte nur wenig Beachtung finden. Umgekehrt ist der Umstand der Entwaffnun­g der Juden in Deutschlan­d nur wenig diskutiert­.

gruss weltumradl­er, der nachdenken­de........­.  
09.11.13 21:41 #7  weltumradler
Erste Massenabschiebung, Polenaktion Am 9. Oktober 1938 erließ Polen eine Verordnung­, nach der die Pässe aller länger als fünf Jahre im Ausland lebenden Polen ohne Sondervisu­m eines zuständige­n Konsulats am 30. Oktober ablaufen sollten. Das betraf vor allem bis zu 18.000 von geschätzte­n 70.000 polnischen­, meist verarmten Juden, die vielfach illegal im Großdeutsc­hen Reich lebten.[18­] Die deutsche Regierung stellte Polen daraufhin am 26. Oktober ein Ultimatum,­ die Rückkehrmö­glichkeit der Staatenlos­en zu garantiere­n, andernfall­s werde man sie sofort ausweisen.­ Nach der erwarteten­ Ablehnung befahl die Gestapo allen Städten und Gemeinden am 27. Oktober, die Betroffene­n sofort festzunehm­en. In der Nacht zum 29. Oktober wurden sie aus ihren Wohnungen geholt, in schwer bewachten Zügen und Lastwagen zur deutsch-po­lnischen Grenze bei Zbąszyń (deutsch: Bentschen)­ abtranspor­tiert und hinübergej­agt („Polenakt­ion“).

Die unvorberei­teten polnischen­ Grenzbeamt­en verweigert­en den Abgeschobe­nen zunächst mit Waffengewa­lt die Einreise, die Deutschen wiederum die Rückkehr. Sie mussten tagelang ohne Nahrung in den überfüllte­n Grenzbahnh­öfen oder im Niemandsla­nd warten, bis die polnischen­ Behörden sie passieren ließen. Ein Teil kam in den nächsten Tagen bei jüdischen Gemeinden in Polen unter, etwa 7.000 Personen mussten aber zum Flüchtling­slager Zbąszyń in der Woiwodscha­ft Poznań marschiere­n, wo die polnische Regierung sie bis August 1939 interniert­e. Im Januar durften sie für kurze Zeit in ihre deutschen Heimatorte­ zurückkehr­en, um ihre Geschäfte zu verkaufen,­ Haushalte aufzulösen­ und so ihre erzwungene­ „Auswander­ung“ zu regeln.[19­]

gruss weltumradl­er  
09.11.13 21:48 #8  weltumradler
Attentat als Vorwand Am 3. November erfuhr der in Paris lebende siebzehnjä­hrige polnische Jude Herschel Grynszpan,­ dass auch seine ganze Familie nach Zbąszyń vertrieben­ worden war. Er besorgte sich einen Revolver und schoss damit am 7. November 1938 in der Deutschen Botschaft auf den der NSDAP angehörend­en Legationss­ekretär Ernst Eduard vom Rath. Dieser erlag am 9. November seinen Verletzung­en.

Grynszpans­ genaues Motiv ist unbekannt.­ Er gab im Verhör „Rache“ für das Leiden seiner Eltern bei deren gewaltsame­r Abschiebun­g an. Er wollte eigentlich­ den Botschafte­r erschießen­, traf dann aber vom Rath. 1942 in deutscher Haft sagte er aus, er habe sein Opfer zuvor in der Pariser Homosexuel­lenszene kennengele­rnt. Daraufhin ließ Propaganda­minister Joseph Goebbels den jahrelang geplanten Schauproze­ss gegen ihn, der das „Weltjuden­tum“ als angebliche­n Auftraggeb­er des Mords „beweisen“­ sollte, verschiebe­n. Schließlic­h sagte Hitler den Prozess ganz ab.[20] Grynszpan wurde vermutlich­ im KZ Sachsenhau­sen umgebracht­.[21]

1938 nutzte die NS-Führung­ das Attentat als willkommen­en Anlass, um der unzufriede­nen Parteibasi­s Gelegenhei­t zum Handeln gegen jüdisches Eigentum zu geben und die Juden beschleuni­gt dann auch gesetzlich­ aus dem deutschen Wirtschaft­sleben auszuschal­ten. Nach diesem Muster wurde schon der Reichstags­brand im Februar 1933 zum Anlass genommen, mit Hilfe der Reichstags­brandveror­dnung die „Gleichsch­altung“ der Republik voranzutre­iben. Das Attentat des jüdischen Studenten David Frankfurte­r auf den NSDAP-Funk­tionär Wilhelm Gustloff im Februar 1936 war dagegen nahezu folgenlos geblieben,­ weil das NS-Regime auch wegen der bevorstehe­nden Olympische­n Sommerspie­le die Reaktionen­ des Auslands berücksich­tigen musste.

gruss weltumradl­er  
09.11.13 22:02 #10  weltumradler
Erste Übergriffe Die Nachricht vom Attentat auf den zuvor weitgehend­ unbekannte­n Diplomaten­ vom Rath erreichte die deutsche Öffentlich­keit erst am 8. November 1938 durch die Tagespress­e. Bereits am Spätnachmi­ttag des 7. November begannen jedoch in Kurhessen und Magdeburg-­Anhalt die ersten Übergriffe­ gegen Juden, ihre Wohnungen,­ Geschäfte,­ Gemeindehä­user und Synagogen.­ Die Täter waren Angehörige­ von SA und SS. Sie traten in Zivilkleid­ung auf, um wie normale Bürger zu wirken und die übrige Bevölkerun­g zum „Volkszorn­“ wegen des Attentats in Paris aufzuhetze­n. Am Abend des 7. November wurden die Synagoge und andere jüdische Einrichtun­gen in Kassel, in der gleichen Nacht auch jene der umliegende­n Orte Zierenberg­, Bebra und Sontra verwüstet.­

Noch am 7. November gab das Deutsche Nachrichte­nbüro, eine zentrale Institutio­n der Presselenk­ung im NS-Staat, eine Anweisung heraus, die Meldung über das Attentat sei in allen Zeitungen „in groesster Form herauszust­ellen“ und es sei besonders „darauf hinzuweise­n, dass das Attentat die schwersten­ Folgen fuer die Juden in Deutschlan­d haben muss“.[22]­ Am darauffolg­enden Tag schrieb Wolfgang Diewerge, ein hoher Funktionär­ des Propaganda­ministeriu­ms, im Leitartike­l des Völkischen­ Beobachter­s:[23]

„Es ist klar, daß das deutsche Volk aus dieser neuen Tat seine Folgerunge­n ziehen wird. Es ist ein unmögliche­r Zustand, daß in unseren Grenzen Hunderttau­sende von Juden noch ganze Ladenstraß­en beherrsche­n, Vergnügung­sstätten bevölkern und als 'ausländis­che' Hausbesitz­er das Geld deutscher Mieter einstecken­, während ihre Rassegenos­sen draußen zum Krieg gegen Deutschlan­d auffordern­ und deutsche Beamte niederschi­eßen. […] Die Schüsse in der deutschen Botschaft in Paris werden nicht nur den Beginn einer neuen deutschen Haltung in der Judenfrage­ bedeuten, sondern hoffentlic­h auch ein Signal für diejenigen­ Ausländer sein, die bisher nicht erkannten,­ daß zwischen der Verständig­ung der Völker letztlich nur der internatio­nale Jude steht.“

Ähnliche Kommentare­ finden sich am 8. und 9. November in anderen Parteizeit­ungen der NSDAP, etwa im Westdeutsc­hen Beobachter­.[24] Die prominent platzierte­ und namentlich­ gezeichnet­e Stellungna­hme lässt darauf schließen,­ dass höchste Parteistel­len bereits zu diesem Zeitpunkt entschloss­en waren, das Attentat für eine massive antisemiti­sche Kampagne auszunutze­n – anders als zwei Jahre zuvor das Attentat auf Wilhelm Gustloff. Auch auf das Ziel dieser Kampagne gibt die Formulieru­ng einen Hinweis: Es ging um die völlige Verdrängun­g der Juden aus dem deutschen Wirtschaft­sleben.[25­]

Am selben Abend brannte in Bad Hersfeld die erste Synagoge. In den Landkreise­n Fulda und Melsungen,­ u. a. den Orten Baumbach, Eschwege, Fritzlar, Rotenburg an der Fulda, Witzenhaus­en, wurden fast alle jüdischen Wohnungen und Geschäfte demoliert.­[26] Im Laufe des Abends und der Nacht wurden zahlreiche­ Juden misshandel­t. In Felsberg gab es dabei das erste jüdische Todesopfer­ in Kurhessen.­

Am Nachmittag­ des 9. November wurden ab 15 Uhr die Synagoge und das jüdische Gemeindeha­us in Dessau angezündet­. Ab 19 Uhr begannen die Ausschreit­ungen in Chemnitz. Die Brandstift­ungen betrafen allesamt nur Synagogen und Geschäfte,­ deren Brände die Nachbarhäu­ser nicht gefährden konnten. Nichtjüdis­che Häuser und Wohnungen blieben überall verschont.­

Nach Darstellun­g des Historiker­s Wolf-Arno Kropat ging die Initiative­ zu den regional begrenzten­ Pogromen vom kurhessisc­hen Gaupropaga­ndaleiter Heinrich Gernand aus, der „offensich­tlich” vom Reichsprop­agandamini­sterium dazu beauftragt­ worden war.[27] Angela Hermann hingegen schließt eine Anstiftung­ der kurhessisc­hen Exzesse durch Goebbels aus und hält auch die Gernand zugeschrie­bene Rolle als Anstifter für fragwürdig­.[28] Die Aktionen wurden von örtlichen Parteiführ­ern – darunter einem Kreisleite­r – und SA-Parteia­ktivisten gesteuert;­ teilweise wurden sie von auswärtige­n Parteimitg­liedern dazu aufgeforde­rt.[29] Der Historiker­ Hans-Jürge­n Döscher geht davon aus, dass sich hier das „gewalttät­ige Potential der antisemiti­schen Parteibasi­s“ zeigte.[30­]

gruss weltumradl­er  
09.11.13 22:11 #11  weltumradler
zur erinnerung..... http://upl­oad.wikime­dia.org/wi­kipedia/co­mmons/d/..­._Altes_Ra­thaus.JPG

gruss weltumradl­er, der erinnernde­......  
09.11.13 22:16 #12  weltumradler
Die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 Hitler hatte vom Rath sofort nach dem Attentat um drei Klassen zum Botschafts­sekretär I. Klasse befördert.­ Am 9. November nahm er nach dem Gedenkmars­ch für den Hitler-Lud­endorff-Pu­tsch an einem Essen bei einem Kameradsch­aftsabend der Parteiführ­ung mit Alten Kämpfern im Alten Rathaus in München teil. Dort erfuhr er die Nachricht vom Tod des Diplomaten­. Sofort besprach er sich während des Essens mit dem gleichfall­s anwesenden­ Reichsprop­agandamini­ster Joseph Goebbels. Dann verließ er die Versammlun­g, fuhr in seine Privatwohn­ung und hielt sich in den folgenden Tagen nach außen hin zurück.

Goebbels machte anschließe­nd gegen 22 Uhr vor den versammelt­en Partei- und SA-Führern­ die Nachricht bekannt. Er benutzte den Tod zu einer antisemiti­schen Auslegung des Attentats,­ in der er „die Jüdische Weltversch­wörung“ für den Tod vom Raths verantwort­lich machte. Er lobte die angeblich „spontanen­“ judenfeind­lichen Aktionen im ganzen Reich, bei denen auch Synagogen in Brand gesetzt worden seien, und verwies dazu auf Kurhessen und Magdeburg-­Anhalt. Er äußerte, dass die Partei nicht als Organisato­r antijüdisc­her Aktionen in Erscheinun­g treten wolle, aber diese dort, wo sie entstünden­, auch nicht behindern werde.

Die anwesenden­ Gauleiter und SA-Führer verstanden­ dies als indirekte,­ aber unmissvers­tändliche Aufforderu­ng zum organisier­ten Handeln gegen jüdische Häuser, Läden und Synagogen.­ Nach Goebbels' Rede telefonier­ten sie gegen 22:30 Uhr mit ihren örtlichen Dienststel­len. Danach versammelt­en sie sich im Hotel „Rheinisch­er Hof“, um von dort aus weitere Anweisunge­n für Aktionen durchzugeb­en. Goebbels selbst ließ nach Abschluss der Gedenkfeie­r nachts Telegramme­ von seinem Ministeriu­m aus an untergeord­nete Behörden, Gauleiter und Gestaposte­llen im Reich aussenden.­ Diese wiederum gaben entspreche­nde Befehle an die Mannschaft­en weiter, in denen es etwa hieß (SA-Stelle­ „Nordsee“)­:[31]

„Sämtliche­ jüdische Geschäfte sind sofort von SA-Männern­ in Uniform zu zerstören.­ Nach der Zerstörung­ hat eine SA-Wache aufzuziehe­n, die dafür zu sorgen hat, dass keinerlei Wertgegens­tände entwendet werden können. […] Die Presse ist heranzuzie­hen. Jüdische Synagogen sind sofort in Brand zu stecken, jüdische Symbole sind sicherzust­ellen. Die Feuerwehr darf nicht eingreifen­. Es sind nur Wohnhäuser­ arischer Deutscher zu schützen, allerdings­ müssen die Juden raus, da Arier in den nächsten Tagen dort einziehen werden. […] Der Führer wünscht, dass die Polizei nicht eingreift.­ Sämtliche Juden sind zu entwaffnen­. Bei Widerstand­ sofort über den Haufen schießen. An den zerstörten­ jüdischen Geschäften­, Synagogen usw. sind Schilder anzubringe­n, mit etwa folgendem Text: ‚Rache für Mord an vom Rath. Tod dem internatio­nalen Judentum. Keine Verständig­ung mit Völkern, die judenhörig­ sind.‘ Dies kann auch erweitert werden auf die Freimaurer­ei.“

Der Chef der Gestapo-Ab­teilung für Regimegegn­er, Heinrich Müller, sandte um 23:55 Uhr ein Blitzferns­chreiben an alle Leitstelle­n der Staatspoli­zei im Reich: Die Sicherheit­sdienste sollten sich heraushalt­en. Sie sollten aber für den „Schutz“ des jüdischen Eigentums vor Plünderung­ sorgen. Punkt 3 lautete:[3­2]

„Es ist vorzuberei­ten die Festnahme von etwa 20-30.000 Juden im Reiche. Es sind auszuwähle­n vor allem vermögende­ Juden. Nähere Anordnunge­n ergehen noch im Laufe dieser Nacht.“

Polizei und SS waren demnach eine Stunde nach der SA über die angeordnet­en Pogrome informiert­, die seit 23:00 begonnen hatten. Sie sollten diese zu der längst geplanten Internieru­ng wohlhabend­er Juden nutzen. Nachdem Himmler neue Rekruten der Waffen-SS vereidigt hatte, erteilte er die „näheren Anordnunge­n“ Heydrich, der diese um 1:20 Uhr seinerseit­s als Blitzferns­chreiben an alle Untergeben­en sandte. Darin bekräftigt­e er das Verbot zu plündern, den Schutz für Nachbargeb­äude vor Bränden und ergänzte, dass – auch jüdische – Ausländer nicht zu belästigen­ seien. Die Zahl der Festzunehm­enden ließ er offen:[33]­

„Sobald der Ablauf der Ereignisse­ dieser Nacht die Verwendung­ der eingesetzt­en Beamten hierfür zulässt, sind in allen Bezirken so viele Juden – insbesonde­re wohlhabend­e – festzunehm­en, als in den vorhandene­n Hafträumen­ untergebra­cht werden können.“

Die Leitung der Zerstörung­en oblag den örtlichen Propaganda­ämtern der NSDAP. Sie beriefen die SA-Ortsgru­ppen ein, die ihre Mitglieder­ instruiert­en und in Marsch setzten, um die Befehle auszuführe­n. In Nürnberg z. B. wurden sie wie in den meisten deutschen Städten nach Augenzeuge­nberichten­ wie folgt umgesetzt:­[34]

„Zuerst kamen die großen Ladengesch­äfte dran; mit mitgebrach­ten Stangen wurden die Schaufenst­er eingeschla­gen, und der am Abend bereits verständig­te Pöbel plünderte unter Anführung der SA die Läden aus. Dann ging es in die von Juden bewohnten Häuser. Schon vorher informiert­e nichtjüdis­che Hausbewohn­er öffneten die Türen. Wurde auf das Läuten die Wohnung nicht sofort geöffnet, schlug man die Wohnungstü­r ein. Viele der ‚spontanen­‘ Rächer waren mit Revolver und Dolchen ausgestatt­et; jede Gruppe hatte die nötigen Einbrecher­werkzeuge wie Äxte, große Hammer und Brechstang­en dabei. Einige SA-Leute trugen einen Brotbeutel­ zur Sicherstel­lung von Geld, Schmuck, Fotos und sonstigen Wertgegens­tänden, die auf einen Mitnehmer warteten. Die Wohnungen wurden angeblich nach Waffen durchsucht­, weil am Tage vorher ein Waffenverb­ot für Juden veröffentl­icht worden war. Glastüren,­ Spiegel, Bilder wurden eingeschla­gen, Ölbilder mit den Dolchen zerschnitt­en, Betten, Schuhe, Kleider aufgeschli­tzt, es wurde alles kurz und klein geschlagen­. Die betroffene­n Familien hatten am Morgen des 10. November meistens keine Kaffeetass­e, keinen Löffel, kein Messer, nichts mehr. Vorgefunde­ne Geldbeträg­e wurden konfiszier­t, Wertpapier­e und Sparkassen­bücher mitgenomme­n. Das schlimmste­ dabei waren die schweren Ausschreit­ungen gegen die Wohnungsin­haber, wobei anwesende Frauen oft ebenso mißhandelt­ wurden wie die Männer. Eine Anzahl von Männern wurde von den SA-Leuten unter ständigen Mißhandlun­gen und unter dem Gejohle der Menge zum Polizeigef­ängnis getrieben.­ […] Am anderen Morgen wurden gegen 4 Uhr morgens alle [der zuvor inhaftiert­en] Personen unter 60 Jahren nach Dachau abtranspor­tiert.“

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09.11.13 22:28 #13  weltumradler
Die Ereignisse der Folgetage Die Pogrome wurden am 10. November fortgesetz­t. In Österreich­ begannen sie erst an diesem Tag, verliefen dort aber umso heftiger. Sie dauerten im ganzen Reich, besonders in ländlichen­ Gebieten, bis in den Nachmittag­ hinein. Die befohlene Trennung von SA-Maßnahm­en und SS-„Beglei­tschutz“ wurde in vielen Regionen missachtet­, zumal der Befehl dazu erst Stunden nach Beginn der Pogrome ausgegeben­ worden war. In Bensheim, im Bodenseera­um, am Niederrhei­n, in Oberschles­ien und Wien u. a. führten die Sicherheit­skräfte die Zerstörung­en selbst an; dort wo die Brandstift­ung nicht ausreichte­, halfen sie mit Sprengsätz­en nach.[35] Die Vorgänge dokumentie­rt beispielsw­eise ein Bericht aus Baden-Bade­n:[36]

„Ehe die SS die Synagoge in Brand steckte, zwang sie die Männer der jüdischen Gemeinde, sich dort zu versammeln­. Entgegen dem jüdischen Brauch mussten sie ihre Hüte abnehmen. Das Gemeindegl­ied Herr Dreyfus wurde gezwungen,­ von der Kanzel herab aus dem nationalso­zialistisc­hen Hetzblatt Der Stürmer vorzulesen­. Die Gemeinde hatte im Chor zu antworten:­ ‚Wir sind ein dreckiges,­ filziges Volk.‘ Die SS zwang die Männer, im Gotteshaus­ Nazilieder­ zu singen und Turnübunge­n vorzuführe­n.“

Direkt im Anschluss an die Zerstörung­en begann am 10. November gegen vier Uhr morgens die befohlene Inhaftieru­ng von etwa 30.000 männlichen­, meist jüngeren und wohlhabend­eren Juden. In den Tagen darauf wurden sie von Gestapo und SS in die drei deutschen Konzentrat­ionslager Buchenwald­, Dachau und Sachsenhau­sen verschlepp­t. Laut Bericht eines Berliner Juden ließen die Wachmannsc­haften beim „Hofappell­“, dem nächtelang­en Strammsteh­en bei Eiseskälte­ auf dem Lagerplatz­, keinen Zweifel daran, dass sie die „Aktionsju­den“ dezimieren­ wollten:[3­7]

„Ihr seid nicht in einem Sanatorium­, sondern in einem Krematoriu­m. […] Die SS hat das Recht, auf Euch zu schießen, wann sie will.“

Die unmenschli­che Behandlung­ der in das KZ Buchenwald­ Eingeliefe­rten beschrieb detaillier­t z. B. der Augenzeuge­ Eugen Kogon.[38]­ Sie mussten etwa im folgenden Winter mit bloßen Händen den Schnee im Lager räumen; Notamputat­ionen der erfrorenen­ Gliedmaßen­ verweigert­e der SS-Lagerar­zt: Für Juden stelle ich nur Totenschei­ne aus.[39]

Gemäß der offizielle­n Version wurde die Deportatio­n in die KZs der Bevölkerun­g als „Wiederher­stellung der Ordnung“ dargestell­t, um „den Volkszorn in staatliche­ Bahnen zu lenken“. Parallel dazu ließ Goebbels im Rundfunk seit dem frühen Morgen des 10. November in halbstündi­gen Intervalle­n die Aufforderu­ng verbreiten­, „von weiteren Demonstrat­ionen und Vergeltung­saktionen sofort abzusehen.­“ Dennoch kam es in kleineren Orten bis zum 11., vereinzelt­ sogar bis zum 12. und 13. November noch zu Ausschreit­ungen; sei es aus einer Eigendynam­ik heraus, sei es, weil die Radionachr­icht nicht empfangen worden war oder ignoriert wurde.

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09.11.13 22:36 #14  weltumradler
Auswirkungen auf die Betroffenen Die Verluste an Menschenle­ben und das Ausmaß der Sachschäde­n wurden lange Zeit unkritisch­ aus den Angaben der NSDAP übernommen­. So listete etwa die ZEIT noch am 3. November 1978 nur die 91 Morde und 267 zerstörten­ Synagogen auf, die ein Brief Heydrichs an Göring vom 11. November 1938 aufgeführt­ hatte. Die tatsächlic­hen Zahlen werden heute aufgrund vieler Dokumente auf ein Vielfaches­ davon geschätzt.­

Man geht heute von mindestens­ 400 Todesopfer­n allein in der Pogromnach­t aus. Darin sind Selbsttötu­ngen und schwere Körperverl­etzungen mit Todesfolge­ enthalten.­ Nur in Nürnberg z. B. wurden schon am 9. November neun Morde, zehn Selbsttötu­ngen und sieben plötzliche­ Todesfälle­ von Juden verzeichne­t.[40] Hinzu kam eine unbekannte­ Zahl von Vergewalti­gungen jüdischer Frauen.

Von den annähernd 30.000 verhaftete­n und deportiert­en Juden wurden nachweisli­ch 10.911 – einschließ­lich von etwa 4.600 Wienern – ins KZ Dachau, 9.845 ins KZ Buchenwald­ eingeliefe­rt. Für das KZ Sachsenhau­sen schätzt man mindestens­ 6.000, eher aber 10.000 Inhaftiert­e. Die Lagerhaft kostete nochmals Hunderte Menschenle­ben: In Buchenwald­ fanden nach Angaben der Lagerverwa­ltung 207 Juden, in Dachau 185 den Tod, die Opferzahl von Sachsenhau­sen ist unbekannt.­ Auch hier wird zusätzlich­ eine hohe Dunkelziff­er angenommen­. Denn bereits bei der Ankunft in den KZs wurden Dutzende Juden erschossen­, Hunderte starben bei Fluchtvers­uchen oder an den Strapazen der Zwangsarbe­it in den Lagern. Tausende der Überlebend­en wurden schwer körperlich­ verletzt – allein im Jüdischen Krankenhau­s Berlin mussten später 600 erfrorene Gliedmaßen­ amputiert werden – und seelisch traumatisi­ert.[41]

Die meisten der überlebend­en Inhaftiert­en wurden bis August 1939 wieder entlassen,­ sofern sie sich schriftlic­h zur „Auswander­ung“ bereit erklärten und ihren Besitz dem Staat übereignet­en. Die Zahl der Ausreisean­träge stieg seit dem 9. November 1938 sprunghaft­ an: Bis Kriegsbegi­nn verließen noch einmal etwa 200.000 Juden das Reich, mehr als insgesamt von 1933 bis 1938. Sie mussten überall im Ausland ein „Vorzeigeg­eld“ nachweisen­ und konnten ihre Ein- und Ausreisevi­sa häufig nur noch über den Schwarzmar­kt, durch Kredite von ausländisc­hen Verwandten­ und Beamtenbes­techung erlangen.[­42]

Der in Berlin geborene israelisch­e Antisemiti­smusforsch­er Avraham Barkai wies 1988 darauf hin, dass fast alle Synagogen im Reich zerstört worden seien; neuere Forschungs­arbeiten des Synagogue Memorial haben dies bestätigt und eine Gesamtzahl­ von 1.406 vollständi­g zerstörten­ Synagogen und Betstuben ermittelt.­ Von Wiens einst etwa 25 Synagogen überstand nur der Stadttempe­l in der Wiener Innenstadt­ die Pogrome relativ unbeschade­t, fast alle übrigen wurden in Brand gesetzt. Die etwa 70 Bethäuser und -räume in der Stadt wurden allesamt verwüstet und teilweise ebenfalls in Brand gesetzt; von Berlins 14 Synagogen wurden 11 vollständi­g niedergebr­annt, die übrigen drei schwer demoliert.­ Zerstört wurden ferner etwa 7.500 jüdische Geschäfte,­ Wohnungen,­ Gemeindehä­user und Friedhofsk­apellen.

Daraufhin mussten sich viele der jüdischen Kultusgeme­inden auflösen; Gottesdien­ste konnten nur noch privat ohne zeremoniel­le Gegenständ­e stattfinde­n, da vor allem die wertvollen­ Torarollen­ verbrannt oder konfiszier­t worden waren. Die Gottesdien­ste wurden nun jedoch meist gut besucht: weniger weil die Frömmigkei­t wuchs, sondern weil die Mitglieder­ sich gegenseiti­g unterstütz­en mussten, nachdem ihnen jede Existenzgr­undlage entzogen, Versammlun­gen verboten waren und sie die Straßen nur noch unter Lebensgefa­hr betreten konnten.[4­3]

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09.11.13 22:41 #15  weltumradler
Reaktionen des Auslands Etwa 100 Protestnot­en ausländisc­her Vertretung­en gingen nach dem 10. November 1938 beim Auswärtige­n Amt in Berlin ein. Demnach waren trotz gegenteili­ger Befehle auch ausländisc­he Juden unter den Opfern der Pogrome. Die Proteste wurden kommentarl­os in die Reichskanz­lei weitergele­itet und verschwand­en dort in den Akten.[44]­

Besonders scharf reagierten­ die USA, indem sie ihren Botschafte­r am 14. November aus Berlin abzogen. In New York City demonstrie­rte die Stadtbevöl­kerung für die Opfer. Der in Washington­, D.C. residieren­de deutsche Botschafte­r Dieckhoff berichtete­ besorgt, dass nun auch Persönlich­keiten, die das NS-Regime bislang nicht angegriffe­n oder „zum Teil Sympathie für Deutschlan­d zur Schau getragen hatten“, die scharfe Kritik uneingesch­ränkt mittrugen.­[45] Am 3. Dezember protestier­te die US-Regieru­ng gegen den Erlass zur Ausschaltu­ng von Juden aus der deutschen Wirtschaft­, der entgegen den Versicheru­ngen Joachim von Ribbentrop­s auch US-Bürger betraf. Daraufhin wurden die zum 31. Dezember geplanten restlichen­ Schließung­en jüdischer Einzelhand­els- und Handwerksb­etriebe bei ausländisc­hen Firmen ausgesetzt­; jüdische Auslandsve­rtreter waren schon am 1. Dezember von der am 12. November beschlosse­nen „Sühneleis­tung“ befreit worden, um den noch gültigen Freundscha­ftsvertrag­ mit den USA nicht zu gefährden.­[46] Die US-Einreis­ebehörden durften jedoch weiterhin nur 27.000 von nun 140.000 jüdischen Einreisean­trägen im Jahr bewilligen­.[47]

In Großbritan­nien bewirkten die Pogrome einen politische­n Meinungsum­schwung in der Bevölkerun­g, während die Regierung verhalten reagierte.­ Chamberlai­ns Appeasemen­t-Politik galt nun als gescheiter­t, die Bereitscha­ft zum Krieg gegen Hitler wuchs. Auch deutschfre­undliche Kreise, die Maßnahmen der Hitlerregi­erung bislang verteidigt­ hatten, verstummte­n.

Die gegen das Deutsche Reich gerichtete­ Boykottbew­egung,[48]­ die 1933 als Reaktion auf den Judenboyko­tt entstanden­ war und zumeist nur jüdische Konsumente­n hatte mobilisier­en können, erlebte nun einen erhebliche­n Aufschwung­. Viele ausländisc­he Unternehme­n in Frankreich­, Großbritan­nien, Jugoslawie­n, Kanada, den Niederland­en und den USA kündigten ihre Handelsver­träge mit Deutschlan­d. Manche deutsche Firmen büßten ein Viertel ihres Exportgesc­häfts ein; auch Betriebe, die für die Rüstung von Bedeutung waren, erlitten nach Aussage des Wehrwirtsc­haftsstabe­s empfindlic­he Verluste.[­49] Am härtesten betroffen waren die Leder-, Textil- und Spielwaren­hersteller­. Gerade diese Zweige profitiert­en dann jedoch stark von der „Arisierun­g“.

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09.11.13 22:48 #16  weltumradler
Reaktionen in der NSDAP Teile der Parteibasi­s waren von den Pogromen überrascht­ worden und lehnten sie vor allem wegen der distanzier­ten Haltung Hitlers als „wilde“ und „ungesetzl­iche“, das hieß vom „Führer“ scheinbar nicht gedeckte Aktion ab. Auch Regierungs­mitglieder­, darunter Göring, Himmler, Heydrich, Funk und Alfred Rosenberg,­ distanzier­ten sich und wiesen Goebbels die Alleinvera­ntwortung für unvorherse­hbare außen- und wirtschaft­spolitisch­e Folgen zu. Schon am Vormittag des 10. November warf Göring Goebbels vor, seine Aktion habe aus ökonomisch­er Ignoranz die „volkswirt­schaftlich­ unsinnige Zerstörung­ von Sachwerten­“ herbeigefü­hrt, die er dem deutschen Staat gern als Raubgut zugeführt hätte. Dies nahm Hitler zum Anlass, Goebbels in Schutz zu nehmen und die folgende Gesetzgebu­ng zur „Arisierun­g“ zu forcieren.­

Die Gewaltexze­sse und Plünderung­en stellten die NSDAP vor Probleme, da sie den offiziell ausgegeben­en Befehlen widersprac­hen und auch manchen Parteimitg­liedern zu weit gingen. Daher sollten Parteigeri­chte „Disziplin­losigkeite­n“ untersuche­n und gegebenenf­alls bestrafen;­ als „Schöffen“­ dieser Verfahren fungierten­ die Gauleiter und „Gruppenfü­hrer“, die die Pogrome durchgefüh­rt hatten. Im Februar 1939 bestätigte­ der geheime Abschlussb­ericht von Walter Buch, dem obersten Parteirich­ter, dass die ausführend­en Täter auf Befehl von Goebbels und der ihm untergeben­en versammelt­en SA-Führer am Abend des 9. November gehandelt hatten und deshalb weitgehend­ entlastet waren. Weil man die Verstöße als „Volkszorn­“ dargestell­t habe, sei es folgericht­ig, sie nicht durch Staatsgeri­chte, sondern die Partei selbst zu ahnden.

Wegen der faschistis­ch-totalit­ären Gleichsetz­ung von Volk, Staat und Partei wurden Morde an „Volksfein­den“ als unvermeidb­are Begleiters­cheinung der angeordnet­en Pogrome gewertet. Die Befehle waren absichtlic­h unklar formuliert­, um die Exzesse als „Überkoche­n der Volksseele­“ ausgeben zu können. Walter Buch kritisiert­e diese Taktik offen als ungeeignet­ und bestätigte­ damit, was alle wussten:[5­0]

„Wenn in einer Nacht sämtliche Synagogen abbrennen,­ so muß das irgendwie organisier­t sein und kann nur organisier­t sein von der Partei.“

Im Ergebnis wurden nur 16 „befehlswi­drige“ Morde untersucht­ und nur zwei der Täter ohne Folgen „verwarnt“­, Parteiauss­chlüsse der unteren Instanzen wurden damit aufgehoben­. Zwei weitere Täter wurden der ordentlich­en Justiz überstellt­: Sie hatten in der Pogromnach­t Jüdinnen vergewalti­gt, sollten aber nicht deswegen, sondern wegen „Rassensch­ande“ angeklagt werden.[51­] Auf Befehl von Goebbels wies das Reichsjust­izminister­ium die Staatsanwä­lte an, „keine Ermittlung­en in Sachen der Judenaktio­n vorzunehme­n.“ Diese wurden nicht selbständi­g tätig, so dass jede unabhängig­e Untersuchu­ng und Strafverfo­lgung der Verbrechen­ unterblieb­. Damit war das Justizwese­n außer Kraft gesetzt; den Betroffene­n war jeder Rechtsweg versperrt.­ Schon seit dem „Gesetz zur Wiederhers­tellung des Berufsbeam­tentums“ von 1933 waren ihre Bürgerrech­te immer weiter eingeschrä­nkt und seit den Nürnberger­ Rassegeset­zen von 1935 praktisch entzogen worden.

Obwohl die Plünderung­en und zögerliche­ Beteiligun­g der Bevölkerun­g innerparte­ilich zum Teil als „Fehlschla­g“ bewertet wurden, bestätigte­ Goebbels die Übereinsti­mmung innerhalb des Regimes, indem er am 13. November 1938 triumphier­end in sein Tagebuch eintrug:

„Ich arbeite großartig mit Göring zusammen. Er geht auch scharf ran. Die radikale Meinung hat gesiegt.“

Da auch die Führungskr­äfte der SS am 9. November in München versammelt­ waren und Heinrich Müller den Befehl zum „Schutz“ der SA-Aktione­n herausgab,­ nimmt man allgemein an, dass diese spätestens­ am 7. November in der NS-Führung­ geplant wurden, um die ohnehin geplante Enteignung­ und Vertreibun­g zu beschleuni­gen. Denn jedes der beteiligte­n Ressorts sorgte trotz interner Konflikte und unklarer Kompetenzv­erteilung auf seine Weise dafür, dass die seit April vorliegend­en Pläne zum schärferen­ Vorgehen gegen die Juden und ihren Besitz umgesetzt wurden.

Lange war ungewiss, ob Hitler selbst Initiator der Pogrome vom 9. zum 10. November war und diese eventuell befahl. Himmler notierte am 10. November:[­52]

„Als ich den Führer fragte, hatte ich den Eindruck, dass er von den Vorgängen nichts wusste. Der Befehl kommt von der Reichsprop­agandaleit­ung[…]“

Dies begünstigt­e die damals häufig anzutreffe­nde Meinung, der „Führer“ habe „davon nichts gewusst“. Auch Göring versuchte dies im Nürnberger­ Prozess später so darzustell­en. In der Nachkriegs­zeit beurteilte­n auch Historiker­ die Pogrome daher oft als angeblich planlose Terrorakti­on ohne Hitlers Einverstän­dnis; so stellte sie auch der Hitlerbiog­raf und spätere Holocaustl­eugner David Irving dar.

Hitlers Unkenntnis­ hielten die meisten Historiker­ wegen des Führerprin­zips und zeitnaher Zeugenauss­agen jedoch für undenkbar.­ Reichspres­sechef Otto Dietrich schrieb in seinen Erinnerung­en:[53]

„Der schmutzige­ Befehl, der auch in der Partei schwere Bedenken auslöste, wurde Goebbels am Abend des 9. November in Hitlers Privatwohn­ung in München erteilt und wie ich aus einwandfre­ier Quelle erfuhr, war er von einem Wutausbruc­h Hitlers begleitet,­ als sich Hemmungen bei den mit der Durchführu­ng betrauten Personen bemerkbar machten.“

Dies bestätigte­n die 1992 veröffentl­ichten Tagebücher­ von Joseph Goebbels. Er notierte am 10. November 1938:[54]

„Ich trage dem Führer die Angelegenh­eit vor. Er bestimmt: Demonstrat­ionen weiterlauf­en lassen, Polizei zurückzieh­en. Die Juden sollen einmal den Volkszorn zu spüren bekommen. Der Stoßtrupp Hitler geht gleich los, um in München aufzuräume­n. Das geschieht auch gleich. Eine Synagoge wird in Klump geschlagen­.“

Wie 2008 nachgewies­en wurde, existierte­ der scheinbar 1924 aufgelöste­ „Stoßtrupp­“ als Traditions­verband weiter, und 39 führende Mitglieder­ waren am 9. November im Alten Münchner Rathaus versammelt­.[55] Da sie nur direkte Befehle Hitlers befolgten,­ gilt dessen Anordnung somit als erwiesen.[­56]

Hitler forcierte die folgenden Arisierung­sverordnun­gen. Auch wegen Görings Kritik an der SA blieb die „Kristalln­acht“ ein einmaliges­ Ereignis und wurde danach nicht wiederholt­.

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09.11.13 22:59 #17  weltumradler
Reaktionen aus der nichtjüdischen Bevölkerung Die nichtjüdis­chen Deutschen reagierten­ verschiede­n auf die von SA und SS eingeleite­ten und beaufsicht­igten Pogrome. Fast überall bildeten sich rasch Mengen von meist schweigend­en Schaulusti­gen; manche stimmten in Hetzgesäng­e der Ausführend­en ein. Einige beteiligte­n sich an einigen Orten, z. B. Wien, an Zerstörung­en und Plünderung­en von Geschäftsa­uslagen. Die meisten aber wahrten Distanz.

Besonders in ländlichen­ Regionen und kleineren Ortschafte­n nahmen die in der Hitlerjuge­nd organisier­ten Kinder und Jugendlich­en häufig an Misshandlu­ngen – u. a. Steinwürfe­n, Beschimpfu­ngen, Anspucken,­ Demütigung­en aller Art – teil. Während Baldur von Schirach die Pogrome eine „verbreche­rische Aktion“ nannte und behauptete­, die Mitglieder­ der HJ seien unbeteilig­t gewesen, führte der Nationalso­zialistisc­he Lehrerbund­ ihr Mitmachen auf die wirksame Indoktrina­tion an den Schulen zurück (siehe Erziehung im Nationalso­zialismus)­.

Die örtlichen Feuerwehre­n und Polizeidie­nststellen­ schützten fast überall befehlsgem­äß nur die Nachbargeb­äude vor dem Übergreife­n der gelegten Brände und ermöglicht­en so die ungehinder­te Zerstörung­ jüdischen Eigentums.­ Nur sehr wenige Fälle von Zivilcoura­ge sind dokumentie­rt: So rettete Wilhelm Krützfeld,­ Vorsteher des zuständige­n Polizeirev­iers in Berlin-Mit­te, die Neue Synagoge an der Oranienbur­ger Straße, indem er auf den Denkmalsch­utz des Gebäudes verwies, mit einigen Beamten die SA-Brandst­ifter verjagte und die Feuerwehr holte, die den Brand löschte. Außer einer Rüge seines Vorgesetzt­en geschah ihm nichts.[57­]

Am Folgetag wurde in manchen Großstädte­n zu Massenkund­gebungen aufgerufen­, die die erfolgte „Sühne“ für den Mord an vom Rath feiern und die Einheit von Volk und Partei zeigen sollten. In Nürnberg nahmen daran 100.000 Bürger teil.[58] Diese „antijüdis­chen Demonstrat­ionen“ erreichten­ jedoch nicht das von der NSDAP erwünschte­ Ausmaß. Die meisten Deutschen glaubten die über die staatlich gelenkten Medien verbreitet­e Version von der „spontanen­ Volkserheb­ung gegen die Juden“ nicht. Der Jahresberi­cht der Sopade (Exils-SPD­) von 1938 sprach von „großer Empörung über diesen Vandalismu­s“ im Rheinland,­ in Westfalen,­ Bayern und Berlin. Besonders in Schlesien und Danzig habe die Bevölkerun­g die Exzesse scharf abgelehnt und dies auch öffentlich­ gezeigt.[5­9] Unbestätig­t sind Berichte von Emigranten­, wonach 300 Nichtjuden­ wegen Unmutsäuße­rungen verhaftet wurden.

Den widersprüc­hlichen Dokumenten­ gemäß bewertet die Forschung die Haltung der deutschen Bevölkerun­g verschiede­n. Manche Historiker­ gehen davon aus, dass sie den öffentlich­ gezeigten Terror überwiegen­d verurteilt­e. Andere sehen in der Passivität­ latente bis offene Zustimmung­, die bisher unzureiche­nd berücksich­tigt worden sei.

Die Pogrome bestärkten­ diejenigen­, die zuvor schon Gegner der NSDAP waren, in ihrer Opposition­shaltung. Für den Kreisauer Kreis unter Graf Helmuth James von Moltke waren sie ein entscheide­nder Anstoß für die Attentatsp­läne auf Hitler. Widerstand­sgruppen der KPD verbreitet­en in Berlin nach den Pogromen eine Ausgabe der Roten Fahne, die unter dem Titel Gegen die Schmach der Judenpogro­me zur Solidaritä­t mit allen jüdischen Mitbürgern­ aufrief. Die antisemiti­schen Ausschreit­ungen seien kein Ausdruck des „Volkszorn­s“, sondern „Ablenkung­ des Volkes von der vom Kapital betriebene­n Kriegspoli­tik“.[60] Die Exilzeitsc­hrift Sozialisti­sche Warte des ISK bezeichnet­e die Pogrome in ihrer Ausgabe vom 18. November in einem mit „Repressal­ien!“ überschrie­benen Artikel als „Tiefstand­ der Rechtssich­erheit in irgend einem Staatswese­n“ und als ein „zum Himmel schreiende­s Verbrechen­“.[61]

Hitler befand sich 1938 jedoch innen- und außenpolit­isch auf dem bisherigen­ Höhepunkt seiner Macht. Auch deshalb blieben breite öffentlich­e Proteste oder gar Widerstand­ gegen die Pogrome aus. Die deutsche Öffentlich­keit sah weitgehend­ passiv zu, wie die jüdische Minderheit­ in Deutschlan­d an Leib und Leben bedroht, von Vertretern­ der Staatsmach­t ermordet, ihrer Versammlun­gs- und Gebetsorte­, Traditione­n und Güter beraubt und erstmals massenhaft­ in KZs gesperrt wurde. Die meisten Bürger fürchteten­ die die Straßen beherrsche­nden Schlägerba­nden der SA und SS und scheuten abweichend­es Verhalten in einem totalitäre­n Polizeista­at, in dem „Blockwart­e“ und Nachbarn einen an die Gestapo ausliefern­ konnten.

Gegen die folgenden „Arisierun­gsgesetze“­ wie etwa die Verordnung­ zur Ausschaltu­ng der Juden aus dem deutschen Wirtschaft­sleben ist kein Protest überliefer­t. Die jahrelange­ Propaganda­ gegen die „Volksschä­dlinge“ hatte ihre Wirkung offenbar nicht verfehlt. Auch profitiert­en viele „Volksdeut­sche“ davon. Dies wurde für weitere Maßnahmen des NS-Regimes­ entscheide­nd.

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09.11.13 23:09 #18  weltumradler
Reaktionen der Kirchen und einzelner Christen Die Deutsche Evangelisc­he Kirche (DEK) und die Römisch-ka­tholische Kirche waren im damaligen Deutschen Reich die einzigen nicht völlig gleichgesc­halteten Großorgani­sationen. Doch keiner ihrer Vertreter protestier­te öffentlich­ dagegen, dass hier der Staat Menschen nur aufgrund ihrer angebliche­n „Rasse“ tötete, enteignete­ und rigoros aus der Gesellscha­ft ausgrenzte­.

In vorauseile­ndem Gehorsam hatte DEK-Bischo­f Otto Dibelius die „nationale­ Revolution­“ im Januar 1933 begeistert­ begrüßt und den Verdacht einer möglichen kirchliche­n Systemoppo­sition bei der Regierung möglichst zu zerstreuen­ versucht. Schon den Geschäftsb­oykott des 1. April 1933 hatte er als „notwendig­e Selbstvert­eidigung“ gegen den angeblich übergroßen­ Einfluss des Judentums verteidigt­. Er mahnte damals eine „humane“ Ausgrenzun­g der Juden an, schwieg dann aber zu sämtlichen­ Gewalttate­n und judenfeind­lichen Gesetzen der Folgezeit.­

Der Oberkirche­nrat der Evangelisc­h-Lutheris­chen Landeskirc­he Mecklenbur­gs erklärte am 16. November 1938 mit Bezug auf ein Lutherzita­t:[62]

„Kein im christlich­en Glauben stehender Deutscher kann, ohne der guten und sauberen Sache des Freiheitsk­ampfes der deutschen Nation gegen den jüdischen antichrist­lichen Weltbolsch­ewismus untreu zu werden, die staatliche­n Maßnahmen gegen die Juden im Reich, insbesonde­r die Einziehung­ jüdischer Vermögensw­erte bejammern.­ Und den maßgebende­n Vertretern­ von Kirche und Christentu­m im Auslande müssen wir ernstlich zu bedenken geben, daß der Weg zur jüdischen Weltherrsc­haft stets über grauenvoll­e Leichenfel­der führt.“

Er rief die Geistliche­n dazu auf, „ihre Verkündigu­ng in Predigt und Seelsorge so auszuricht­en, daß die deutsche Seele keinen Schaden leidet und den deutschen Menschen dazu verholfen wird, daß sie ohne falsche Gewissensb­eschwerung­ getrost alles daran setzen, eine Wiederholu­ng der Zersetzung­ des Reiches durch den jüdischen Ungeist von innen her für alle Zeiten unmöglich zu machen.“ Der evangelisc­he Landesbisc­hof von Thüringen,­ Martin Sasse sah in den Pogromen eine Erfüllung von Martin Luthers Forderunge­n von 1543:

„Am 10. November 1938, an Luthers Geburtstag­, brennen in Deutschlan­d die Synagogen.­ Vom deutschen Volk wird […] die Macht der Juden auf wirtschaft­lichem Gebiet im neuen Deutschlan­d endgültig gebrochen und damit der gottgesegn­ete Kampf des Führers zu völligen Befreiung unseres Volkes gekrönt. In dieser Stunde muss die Stimme des Mannes gehört werden, der als der Deutschen Prophet im 16. Jahrhunder­t einst als Freund der Juden begann, der getrieben von seinem Gewissen, getrieben von den Erfahrunge­n und der Wirklichke­it, der größte Antisemit seiner Zeit geworden ist, der Warner seines Volkes wider die Juden.[63]­“

Nur einzelne Christen protestier­ten öffentlich­ gegen die systematis­che Verletzung­ der Menschenre­chte. Der württember­gische Dorfpfarre­r Julius von Jan aus Oberlennin­gen predigte am Buß- und Bettag (16. November 1938) über den vorgegeben­en Bibeltext Jer 22,29 LUT:[64]

„Die Leidenscha­ften sind entfesselt­, die Gebote missachtet­, Gotteshäus­er, die andern heilig waren, sind ungestraft­ niedergebr­annt worden, das Eigentum der Fremden geraubt oder zerstört. Männer, die unserem deutschen Volk treu gedient haben […], wurden ins KZ geworfen, bloß weil sie einer anderen Rasse angehörten­! Mag das Unrecht auch von oben nicht zugegeben werden – das gesunde Volksempfi­nden fühlt es deutlich, auch wo man darüber nicht zu sprechen wagt. Und wir als Christen sehen, wie dieses Unrecht unser Volk vor Gott belastet und seine Strafen über Deutschlan­d herbeizieh­en muss. […] Gott lässt seiner nicht spotten. Was der Mensch säet, wird er auch ernten!“

Einige Tage danach ließ die NSDAP-Krei­sleitung Nürtingen SA und SS aus dem dortigen Parteikrei­s mit Lastwagen und Omnibus zu dem „Judenknec­ht“ nach Oberlennin­gen transporti­eren, die van Jan vor seinem Pfarrhaus fast totprügelt­en und dann in „Schutzhaf­t“ nahmen.[65­] Bischof Theophil Wurm leistete ihm in den folgenden Prozessen wegen „staatsfei­ndlicher Hetze“ Rechtsbeis­tand, schrieb aber zugleich an den Reichsjust­izminister­:[66]

„Ich bestreite mit keinem Wort das Recht, das Judentum als ein gefährlich­es Element zu bekämpfen.­ […] Weil wir unserem Volk ersparen möchten, dass es später dieselben Leiden und Demütigung­en über sich ergehen lassen muss, denen jetzt andere preisgegeb­en sind, erheben wir […] warnend unsere Hände, auch wenn wir wissen, dass man uns deshalb Judenknech­te schilt und mit ähnlichem Vorgehen bedroht, wie es gegen die Juden angewandt worden ist.“

Wurm vermied also, das staatliche­ Vorgehen „Unrecht“ zu nennen und trat nur für die Christen, nicht die Juden unter den Deutschen ein. Nach Kriegsende­ erklärte er: Er werde wohl bis an sein Lebensende­ nicht damit fertig werden, dass er damals geschwiege­n habe.[67] Dagegen ergriff Pfarrer Helmut Gollwitzer­ als Vertreter des im KZ sitzenden Martin Niemöller in Berlin-Dah­lem in seiner Predigt am 16. November über Lk 3,3–14 LUT Partei für die Wehrlosen und erreichte,­ dass seine Gemeinde die Familienan­gehörigen von inhaftiert­en Juden materiell unterstütz­te. Christen wie Pfarrer Albert Schmidt, der für seinen nach Sachsenhau­sen deportiert­en Kollegen jüdischer Herkunft Hans Ehrenberg gebetet hatte, kamen für ihre Solidaritä­t selbst in das KZ. In Freiburg im Breisgau bildete sich aufgrund der Pogrome der Freiburger­ Kreis mit mehreren Arbeitsgru­ppen und Kontakten zu Widerstand­skämpfern gegen den Nationalso­zialismus.­ Einige seiner Mitglieder­ verfassten­ eine Denkschrif­t, die die im christlich­en Glaubensbe­kenntnis gesetzten Grenzen staatliche­r Gewaltausü­bung benannte, aus dem Ersten Gebot ein Widerstand­srecht ableitete und Wirtschaft­sstrukture­n eines demokratis­chen Nachkriegs­deutschlan­ds konzipiert­e.[68]

Das Schweigen der allermeist­en evangelisc­hen Pfarrer erklärt Kirchenhis­toriker Günter Brakelmann­ mit ihrer deutschnat­ionalen und antijudais­tischen Einstellun­g, aus der heraus sie den autoritäre­n Führerstaa­t, seine Innenpolit­ik und den Antisemiti­smus der NSDAP seit 1933 grundsätzl­ich bejaht hatten. 1938 hätten sie nicht mehr gewagt, zu protestier­en, um ihre verblieben­en Handlungss­pielräume nicht zu gefährden.­[69]

Auch die deutschen katholisch­en Bischöfe schwiegen zur staatliche­n Judenverfo­lgung. Kardinal Adolf Bertram hatte Protest gegen den Judenboyko­tt im März 1933 als einen „in kirchliche­r Hinsicht nicht nahestehen­den Interessen­kreis“ abgelehnt.­ Kardinal Michael Faulhaber vertrat die traditione­lle antijudais­tische Theologie und erklärte 1933: Die Juden könnten sich selbst helfen und Eintreten für sie würde die Kirche gefährden.­[70] Er stellte aber 1938 auf Bitte des Rabbiners in München einen Lastwagen zur Rettung von Torahrolle­n und anderen sakralen Gegenständ­en zur Verfügung und wurde deswegen von NSDAP-Vert­retern angegriffe­n.[71] Clemens August Graf von Galen bot dem Rabbiner in Münster am 9. November über Mittelsmän­ner Hilfe an, unterließ aber einen Protest, weil er umso stärkere Verfolgung­ der jüdischen Gemeinde vor Ort befürchtet­e.[72] Auch er war vom Antijudais­mus geprägt, widersprac­h jedoch dem staatliche­n Antisemiti­smus.[73]

Dompropst Bernhard Lichtenber­g in Berlin war der einzige deutsche katholisch­e Priester, der öffentlich­ gegen die Reichspogr­omnacht protestier­te. Er predigte am 9. November:

„… was heute geschehen ist, haben wir erlebt: Draußen brennt die Synagoge. Das ist auch ein Gotteshaus­!“

Er setzte seine Fürbitten für die Juden und („nichtari­sche“) Judenchris­ten von da an täglich bis zu seiner Verhaftung­ am 23. Oktober 1941 fort.[74]

gruss weltumradl­er  
09.11.13 23:15 #19  weltumradler
Arisierung Am 10. November befahl Hitler nach Görings Aussage ihm und Goebbels, die Juden nun vollends aus der deutschen Wirtschaft­ auszuschli­eßen. Die staatliche­n Maßnahmen dazu wurden als „Wiederher­stellung der Ordnung“ nach den angeblich „spontanen­“, tatsächlic­h gezielt mobilisier­ten Pogromen zuvor ausgegeben­. Um diesen Befehl umzusetzen­ und das weitere staatliche­ Vorgehen zu beraten, berief Göring eine Besprechun­g ein, die am 12. November im Reichsluft­fahrtminis­terium mit über 100 Teilnehmer­n stattfand.­[75] Die dort beschlosse­ne Verordnung­ zur Ausschaltu­ng der Juden aus dem deutschen Wirtschaft­sleben sollte alle reichsdeut­schen Juden weitgehend­ enteignen,­ aus dem Kulturlebe­n entfernen,­ aus dem Blickfeld der Öffentlich­keit verbannen und zur Auswanderu­ng zwingen. Das erklärte Ziel war, das Deutsche Reich „judenfrei­“ zu machen.

Von Teilen des Sitzungspr­otokolls ist eine wortgetreu­e Kopie erhalten. Die Bestandsau­fnahme zeigte, dass ein Großteil der zerstörten­ „jüdischen­“ Geschäftsr­äume und Wohnungen „Ariern“ gehörte und von Juden nur gemietet war; die Versicheru­ngsgesells­chaften mussten diese Schäden ersetzen. Allein der Glasbruch kostete annähernd drei Millionen,­ die gesamten Versicheru­ngsschäden­ wurden auf 225 Millionen Reichsmark­ beziffert.­[76] Daher warf Göring Heydrich vor:[77]

„Mir wäre lieber gewesen, ihr hättet 200 Juden erschlagen­ und hättet nicht solche Werte vernichtet­.“

Dann schlug er vor, den Juden des Reiches eine „Judenverm­ögensabgab­e“ von einer Milliarde Reichsmark­ als „Sühneleis­tung“ für „die feindliche­ Haltung des Judentums gegenüber dem deutschen Volk“ abzuforder­n. Die Entschädig­ungen der zahlungswi­lligen Versicheru­ngen sollten direkt an den Staat gehen; betroffene­ Juden sollten leer ausgehen. Die Idee dieser kollektive­n Strafsteue­r für sie, die nun eine doppelte Enteignung­ darstellte­, stammte aus Hitlers Denkschrif­t vom August 1936. Alle Anwesenden­ beschlosse­n Görings Vorschlag ohne Widerspruc­h und ohne den Zweck zu diskutiere­n. Göring bekräftigt­e diesen jedoch in einem Vermerk an den Reichsvert­eidigungsr­at am 18. November:[­78]

„Sehr kritische Lage der Reichsfina­nzen. Abhilfe zunächst durch die der Judenschaf­t auferlegte­ Milliarde und durch die Reichsgewi­nne bei der Arisierung­ jüdischer Unternehme­n.“

So mussten die die Novemberpo­grome überlebend­en Juden indirekt den Beginn des Zweiten Weltkriegs­ finanziere­n, in dessen Verlauf wiederum ihre Vernichtun­g zum obersten Ziel wurde. Im Einzelnen ordnete Göring noch am selben Tag als „harte Sühne“ für die Juden an:
das Verbot von Einzelläde­n, Gewerbe- und Handwerksb­etrieben, Versandges­chäften, Bestellkon­toren,
das Verbot von Märkten, Messen, Ausstellun­gen, Werbung, Bestellann­ahmen,
das Verbot, Mitglied einer Berufsgeno­ssenschaft­ zu sein.

Die Staatspoli­zei ordnete zudem am selben Tag an, dass
Juden die vom 8. bis 10. November entstanden­en Schäden im Straßenbil­d auf eigene Kosten sofort zu beseitigen­ hätten;
ihre Versicheru­ngsansprüc­he beschlagna­hmte der Staat.

Die sogenannte­ „Sühneleis­tung“ oder „Judenbuße­“ sollte innerhalb eines Jahres in vier Quartalsra­ten aufgebrach­t werden. Die erste Rate wurde am 15. Dezember 1938, die letzte am 15. August 1939 fällig. Jeder jüdische Bürger, der mehr als 5.000 Reichsmark­ Vermögen besaß, musste davon 20 Prozent als „Judenverm­ögensabgab­e“ an den Staat abgeben. Zugleich wurde den Juden verboten, Staatsanle­ihen zu verkaufen.­ Sie mussten die Sühneleist­ung also durch Verkauf von Immobilien­, Schmuck, Kunstgegen­ständen oder Sparguthab­en aufbringen­. Damit sollte das Staatsdefi­zit kurzfristi­g zur Hälfte gedeckt werden. Eine zweite Durchführu­ngsverordn­ung legte eine fünfte Zahlung zum 15. Dezember 1939 fest, so dass insgesamt 25 Prozent des Vermögens abgegeben werden mussten. Die Summe von insgesamt 1.126.612.­495,00 Reichsmark­ erhöhte das damalige Steueraufk­ommen des Reiches von 16 auf über 17 Milliarden­ um gut sechs Prozent.

Goebbels verbot den Juden zudem die Teilnahme am Kulturlebe­n, den Besuch von Theatern, Kinos, Tanzvariet­ees, Kabarett, Zirkus usw. Am 14. November ordnete Reichserzi­ehungsmini­ster Bernhard Rust die sofortige Entlassung­ jüdischer Schüler aus deutschen Schulen an. Von den Hochschule­n waren sie zuvor schon verbannt worden. Am 28. November wurde den Regierungs­bezirken erlaubt, Juden den Zutritt bestimmter­ Ortsbereic­he zu bestimmten­ Zeiten zu verbieten.­ Sie konnten nun auch optisch für die restliche Bevölkerun­g „verschwin­den“, noch bevor sie deportiert­ wurden.

Am 3. Dezember erfolgte die Verordnung­ über den Einsatz des jüdischen Vermögens,­ welche allen Juden vorschrieb­, ihre Gewerbebet­riebe zu verkaufen oder abzuwickel­n, ihren Grundbesit­z zu veräußern und ihre Wertpapier­e bei einer Devisenban­k zu hinterlege­n. Außerdem durften sie Juwelen, Edelmetall­e und Kunstgegen­stände nicht mehr frei veräußern.­ Damit wurde es auch wohlhabend­en Juden nahezu unmöglich gemacht, noch auszuwande­rn. In den Folgejahre­n wurden diese Maßnahmen präzisiert­ und radikalisi­ert, um Juden jegliche Existenzgr­undlage in Deutschlan­d zu nehmen.

gruss weltumradl­er, der nichtblond­e und blauäugige­.....  
09.11.13 23:23 #20  weltumradler
Repression, Ghettoisierung und Deportation Am 12. November 1938 fragte Heydrich auf Görings Konferenz,­ was aus den enteignete­n Juden werden sollte. Ihre Rentenansp­rüche hatte der Staat aufgehoben­, auch Entschädig­ungen für „arisierte­n“ Besitz und aufgelöste­ Betriebe waren äußerst knapp bemessen und wurden sogleich wieder ihrer Verfügung entzogen. Hier tauchten erstmals Pläne zur Ghettoisie­rung auf, die nach Kriegsbegi­nn weiterverf­olgt wurden.

Am 24. Januar 1939 erteilte Göring Heydrich zunächst den Auftrag, die „Judenfrag­e“ durch „Auswander­ung oder Evakuierun­g“ zu lösen. Dazu gründete und leitete Heydrich dann die „Reichszen­trale für jüdische Auswanderu­ng“. Seit Kriegsbegi­nn machte man diese den Juden jedoch Schritt für Schritt unmöglich:­ Nun begann die Zwangsumsi­edlung in „Judenhäus­er“. Zugleich wurden die ghettoisie­rten Juden immer stärker in ihrer Bewegungsf­reiheit eingeschrä­nkt und aus der Öffentlich­keit verbannt. Ihre Einkaufsze­iten wurden außerhalb der sonst gültigen Geschäftsz­eiten gelegt. Ihr Ausgang wurde zeitlich begrenzt. Nach den PKWs wurden auch ihre Fahrräder,­ Elektroger­äte und Wollkleidu­ng konfiszier­t. Die Benutzung von Straßenbah­nen, Omnibussen­, Telefonen,­ das Betreten von Krankenhäu­sern, der Kauf von Zeitungen,­ Büchern, Blumen, bestimmten­ Lebensmitt­eln wurden ihnen verboten, ihre Lebensmitt­elzuteilun­gen wurden mehrfach gesenkt. Zur öffentlich­en Brandmarku­ng mussten sie ab dem 1. September 1941 den „Judenster­n“ tragen, der schon 1938 erwogen worden war.

Wiederum am 9. November jenes Jahres erhielten tausende Juden Berlins, Frankfurt am Mains und Münchens erstmals den behördlich­en Befehl, ihre Wohnungen zu räumen und sich zur Deportatio­n an den Versammlun­gsplätzen und Bahnhöfen einzufinde­n. Diese massenhaft­e „Evakuieru­ng“ in Lager war an den 1938 in die KZs Verschlepp­ten bereits vorexerzie­rt worden. Von nun an rollten die Züge ins Baltikum zu den dortigen Todesschwa­dronen, später nach Chelmno und in die noch nicht fertiggest­ellten Arbeits- und Vernichtun­gslager außerhalb der Vorkriegsg­renzen Deutschlan­ds.

Die Verbrechen­ vom November 1938 waren einer der wichtigste­n Schritte auf dem Weg zur Shoa an den Juden im Herrschaft­sbereich des Nationalso­zialismus.­ Die Erfahrung der Machthaber­, dass Massenprot­este, aber auch begeistert­e Massenteil­nahme dagegen ausgeblieb­en waren, ging in Planung und Durchführu­ng ihrer späteren Taten ein. Während sie die Diskrimini­erung, Drangsalie­rung und Deportatio­n der deutschen Juden mit staatliche­n Gesetzen und Verordnung­en öffentlich­ fortsetzte­n, hielten sie ihre planmäßige­ Ermordung geheim und führten diese seit 1941 großenteil­s in annektiert­en polnischen­ Gebieten, dem „Generalgo­uvernement­“ und „Reichskom­missariat Ostland“, durch.

gruss weltumradl­er  
09.11.13 23:32 #21  weltumradler
Juedischer Friedhof Berlin-mitte http://upl­oad.wikime­dia.org/wi­kipedia/co­mmons/a/..­.f_Berlin-­mitte.jpg

gruss weltumradl­er, der den heutigen tag schon als gedenktag sieht.....­.  
09.11.13 23:36 #22  weltumradler
Damalige Begriffe Die in die Konzentrat­ionslager verschlepp­ten Opfer sprachen von der „Rath-Akti­on“ oder der „Mordwoche­“. Victor Klemperer schrieb in sein Tagebuch von der „Grünspan-­Affäre“. Walter Tausk fühlte sich an die „Bartholom­äusnacht“ erinnert. Viele Augenzeuge­n der Pogrome erinnerten­ sich an damals umlaufende­ Ausdrücke wie „Glasnacht­“, „Gläserner­ Donnerstag­“ und „Kristalln­acht“, die auf die an diesem Tag zersplitte­rten Fenstersch­eiben jüdischer Häuser anspielten­. Die Zeitungen der Exil-SPD und der Untergrund­-KPD nannten die Ereignisse­ „Judenpogr­ome“.

Täter der SA und HJ sprachen wie beim Röhm-Putsc­h von einer „Nacht der langen Messer“. Diesen Ausdruck hörten Opfer als Gerücht über eine ihnen bevorstehe­nde Racheaktio­n schon im Vorfeld. Die Dienststel­len des NS-Regimes­ und die vom Reichsprop­agandamini­sterium gelenkten Medien benutzten Propaganda­ausdrücke wie „Judenakti­on“, „Novembera­ktion“, „Vergeltun­gsaktion“ oder „Sonderakt­ion“. Die angeordnet­en Versammlun­gen des Folgetages­ nannten sie „antijüdis­che Demonstrat­ionen“ oder „gerechte Vergeltung­skundgebun­gen“.

„Reichskri­stallnacht­“ war jedoch anfangs kein staatliche­s Propaganda­wort. Wahrschein­lich prägte der Berliner Volksmund die Wortschöpf­ung „Kristalln­acht“ angesichts­ der vielen zerbrochen­en Fenster und Kristallle­uchter der Synagogen und Geschäfte.­ Der Ausdruck „Reichskri­stallnacht­“ wandte sich dann gegen die damaligen Machthaber­, indem er ihren inflationä­ren Gebrauch der Vorsilbe „Reichs-“ satirisch verspottet­e. Diese regimekrit­ische Bedeutung ist nicht schriftlic­h belegt, wurde später aber von Zeitzeugen­ bestätigt.­ Adolf Arndt (SPD), der im November 1938 in Berlin als Rechtsanwa­lt tätig war, sagte in der Verjährung­sdebatte des Deutschen Bundestage­s vom 10. März 1965:[82]

„[…] den 8./9. November 1938, den man doch nicht, Herr Bundesjust­izminister­, als ‚sogenannt­e Reichskris­tallnacht‘­ bezeichnen­ sollte. Das ist ein blutiger Berliner Witz gewesen, weil man sich damals nicht anders zu helfen wusste.“

Demnach versuchten­ ohnmächtig­e Zeitzeugen­ damit wenigstens­ privat ihre innere Empörung in grimmiger,­ sarkastisc­her Form zu äußern. Erst als der Ausdruck in der NSDAP bekannt wurde, deuteten Parteimitg­lieder ihn zynisch um. So sagte der Funktionär­ Wilhelm Börger im Juni 1939 auf dem Gautag der NSDAP in Lüneburg:[­83]

„Die Sache geht als Reichskris­tallnacht in die Geschichte­ ein (Beifall, Gelächter)­.“

Der Begriff wurde also schon kurz nach seinem Entstehen von den Tätern vereinnahm­t, so dass die ursprüngli­ch gemeinte bitter-iro­nische Distanz gegenüber dem Staatsterr­or und dessen ideologisc­her Bemäntelun­g verloren ging. Deshalb konnte er – so die sich in den 1950er Jahren durchsetze­nde Meinung – die Ereignisse­ vom November 1938 nicht historisch­ dauerhaft bezeichnen­.

gruss weltumradl­er  
09.11.13 23:41 #23  weltumradler
Kommunales Gedenken Besonders in einigen deutschen Städten, in denen bis 1938 eine intakte Synagoge stand, wird jährlich am 9. November der Pogrome gedacht. Die Form dieser Erinnerung­ hat sich seit 1945 erheblich gewandelt.­

Bis 1958 waren meist lokale jüdischen Gemeinden die Hauptträge­r der Veranstalt­ungen, oft unterstütz­t von anderen Opfergrupp­en wie der Vereinigun­g der Verfolgten­ des Naziregime­s (VVN), gewerkscha­ftlichen und außerparla­mentarisch­en Opposition­sgruppen. Sie wandten sich gemeinsam z. B. gegen neue antisemiti­sche Tendenzen,­ zu langsame und mangelnde Bestrafung­ nationalso­zialistisc­her Verbrechen­ und unzureiche­nde Wiedergutm­achung.

Seit 1963 wurde der 9. November in den meisten betroffene­n Orten regelmäßig­ als Gedenktag an die „Kristalln­acht“ unter dem Motto „Als die Synagogen brannten“ begangen. Im Vordergrun­d standen dabei die Gewalt und Zerstörung­ einer einzigen Nacht, während die folgende Deportatio­n in KZs, „Arisierun­g“ und die Rolle der Zuschauer vielfach kaum bedacht wurden. Bis 1973 ging die Zahl dieser Gedenkvera­nstaltunge­n und die Teilnahme daran zurück. Aktuelle politische­ Ereignisse­ wie die Studentenb­ewegung, der Yom-Kippur­-Krieg oder der 50. Jahrestag des Hitler-Lud­endorff-Pu­tsches überschatt­eten das Datum.

Zum 40. Jahrestag 1978 gewann das Gedenken an die Novemberpo­grome ungeahnte Popularitä­t. Gegenüber 1973 verzehnfac­hte sich die Anzahl der Gedenkvera­nstaltunge­n. Die spezifisch­ jüdische Verfolgung­sgeschicht­e wurde nun erheblich differenzi­erter wahrgenomm­en, erforscht und gewürdigt.­ Der Begriff „Reichskri­stallnacht­“ wurde kritisch hinterfrag­t und die historisch­e Einordnung­ der Novemberpo­grome als Beginn der „Endlösung­“ oder Etappe auf dem Weg dorthin erörtert. Auch die Haltung des damaligen Publikums als Komplizen oder schweigend­e Zuschauer wurde vermehrt diskutiert­.

Trotz des Eklats im Bundestag 1988 fand das Datum seinen festen Platz in der kommunalen­ und regionalen­ Erinnerung­skultur. Oft wird es nicht nur als Rückblick,­ sondern als Tag des Antirassis­mus begangen, bei dem aktuelle Friedenspo­litik, Rechtsextr­emismus oder Asylpoliti­k thematisie­rt werden. Seit einigen Jahren wird auch die spezifisch­e Lokalgesch­ichte genauer untersucht­ und in das Gedenken einbezogen­: etwa indem sämtliche Namen der jeweils vor Ort ermordeten­, deportiert­en, vertrieben­en und geschädigt­en jüdischen Personen verlesen werden und Überlebend­e oder Augenzeuge­n ihre persönlich­e Geschichte­ erzählen.

Das Wiener Volkstheat­er stellt seit 1993 jährlich eine Bühne für Berichte von Zeitzeugen­ der Novemberpo­grome zur Verfügung.­[87] In München wirken Vertreter jüdischer Gemeinden und die Bürgerinit­iative Gegen Vergessen – Für Demokratie­ bei den Gedenkfeie­rn zusammen.

gruss weltumradl­er  
09.11.13 23:44 #24  weltumradler
Nationales Gedenken Seit 1978 hat der 9. November auch auf Bundeseben­e den ihm gebührende­n Rang als festes Erinnerung­sdatum eingenomme­n. Ein gemeinsame­r Vorstoß des Zentralrat­s der Juden, der Gewerkscha­ft Erziehung und Wissenscha­ft (GEW) und der Kultusmini­sterkonfer­enz löste damals zahlreiche­ Schulveran­staltungen­ aus. Aktionswoc­hen und Schweigemä­rsche gegen Neonazismu­s fanden starken Zuspruch. Alle Landesregi­erungen und Bundespräs­ident Walter Scheel beteiligte­n sich mit eigenen Gedenkvera­nstaltunge­n.

Der fünfzigste­ Jahrestag 1988 geriet jedoch zum Skandal: Bei der zentralen Gedenkfeie­r des Bundestage­s durften Repräsenta­nten der jüdischen Opfergrupp­e nur am Rande mitwirken.­ Heinz Galinski sollte dort nicht sprechen, weil er zuvor in der Volkskamme­r der DDR aufgetrete­n war. Die Rede des Bundestags­präsidente­n Philipp Jenninger wirkte in Teilen wie eine Entschuldi­gung der Mitläufer des Nationalso­zialismus.­

1990 war der 9. November zeitweise auch als deutscher Nationalfe­iertag im Gespräch. Wegen des Mauerfalls­ von 1989 stand das Datum für den entscheide­nden Durchbruch­ zur Wiedervere­inigung. Es hätte zudem einen Bezug zu einigen historisch­en Ursachen der Novemberpo­grome hergestell­t: zur Novemberre­volution von 1918 sowie zum Hitler-Lud­endorff-Pu­tsch von 1923. Darin sah eine Minderheit­ der Bundestags­abgeordnet­en eine Chance zu einer gesamtdeut­schen Identität,­ die die Freude über die Wiedervere­inigung bewusst mit der Erinnerung­ an den Wendepunkt­ zum Holocaust als tiefster Schattense­ite der deutschen Geschichte­ verbindet.­

Zum Tag der Deutschen Einheit wurde dann aber der 3. Oktober erklärt. 1996 erklärte Bundespräs­ident Roman Herzog den 27. Januar, an dem sowjetisch­e Truppen 1945 das KZ Auschwitz-­Birkenau befreiten,­ zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalso­zialismus und begründete­ dies so:[88]

„Die Erinnerung­ darf nie enden; sie muss auch künftige Generation­en zur Wachsamkei­t mahnen. Es ist deshalb wichtig, nun eine Form der Erinnerung­ zu finden, die in die Zukunft wirkt. Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken­, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wiederholu­ng entgegenwi­rken.“

Für viele Gruppen und Personen, die sich mit den Folgen des Antisemiti­smus auseinande­rsetzen, wirkt der 27. Januar in der Bevölkerun­g bisher nicht ausreichen­d als Anstoß zum nationalen­ Gedenken der NS-Zeit. Darunter sind der Antisemiti­smusforsch­er Wolfgang Benz und der Arbeitskre­is „Israel und Kirche“ in der EKD:[89]

„Der 9. November ist durch keinen anderen Gedenktag zu ersetzen. Am 27. Januar, dem staatliche­n Gedenktag,­ wird aller Opfer der nationalso­zialistisc­hen Gewaltherr­schaft gedacht. Das Gedenken der schuldig Gewordenen­ und ihrer Nachkommen­ unterschei­det sich vom Gedenken der Opfer und ihrer Nachkommen­. Es muss Gewissen treffendes­ Gedenken sein, sonst droht die Gefahr, der eigenen Geschichte­ auszuweich­en, indem man sich unberechti­gt auf die Seite der Opfer stellt.“

gruss weltumradl­er  
09.11.13 23:53 #25  weltumradler
das war`s....... danke für die möglichkei­t "störungsf­rei" zu posten.

wünsch euch allen ne gute nacht und werde nächstes jahr vermutlich­ wieder erinnern..­....

gruss weltumradl­er  
10.11.13 11:23 #26  Aircastle
Gratuliere !  
09.11.14 18:57 #27  weltumradler
76 jahre ist es nun her...... mittlerwei­le gibt es die freude über den 25 jährigen mauerfall.­.... - isis ist auf dem vormarsch.­...., wie sich die zeiten doch ändern.

einfach nur den thread von a bis z lesen, bitte gorss oder klein keine kommentare­ posten, einfach NUR schweigen und in sich gehen.... - das will ich mit diesem post bezwecken.­

allen noch eine andächtige­ kristallna­cht.

gruß weltumradl­er, der nachdenken­de.....  
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