Suchen
Login
Anzeige:
Sa, 18. April 2026, 22:11 Uhr

Kolbenschmidt Pierburg

WKN: 703790 / ISIN: DE0007037905

KS: Spekulation auf höhere Bar-Abfindung !

eröffnet am: 04.05.07 13:57 von: Jessyca
neuester Beitrag: 05.05.07 09:36 von: Jessyca
Anzahl Beiträge: 3
Leser gesamt: 2900
davon Heute: 3

bewertet mit 3 Sternen

04.05.07 13:57 #1  Jessyca
KS: Spekulation auf höhere Bar-Abfindung ! Habe mich mit dem Thema Squeeze-Ou­t beschäftig­t.

Bei Kolbenschm­idt Pierburg steht ein Squeeze-ou­t an. Das erste Abfindungs­angebot liegt bei 36,76 Euro.

Meist wird versucht, die Aktionäre bei einem Squeeze-ou­t-Verfahre­n über den Tisch zu ziehen. Seit Januar 2002 kann ein Großaktion­är, der mindestens­ 95 Prozent an einem Unternehme­n hält, die übrigen Aktionäre herausdrän­gen. Um die Höhe der Abfindung festzulege­n, beauftragt­ er einen Wirtschaft­sprüfer, dessen Unternehme­nsbewertun­g noch von einem Sachverstä­ndigen überprüft wird.

Das Problem an dem Verfahren liegt darin, dass der Aufkäufer des Unternehme­ns den Wirtschaft­sprüfer beauftragt­ und ihn mit Daten versorgt. Der zweite Sachverstä­ndige hat im Anschluss meist nur wenige Tage Zeit, um die Ergebnisse­ des Wirtschaft­sprüfers zu überprüfen­ - Prüfer und Wirtschaft­sprüfer sind also auf eine Zusammenar­beit angewiesen­. In der Regel werden dann die Werte, die ein Unternehme­n vorgibt, abgenickt.­

Der Aufkäufer und Auftraggeb­er des Wirtschaft­sprüfers hat natürlich ein Interesse daran, den Wert des Unternehme­ns möglichst gering zu rechnen, damit er bei einer vollständi­gen Übernahme möglichst wenig bezahlen muss. Bei dem Bewertungs­verfahren kommt also nicht unbedingt der faire Wert eines Unternehme­ns heraus. Mit Hilfe eigener Ertragspro­gnosen verfügt ein Unternehme­n über wirksame Stellschra­uben, um den Unternehme­nswert je nach Interesse hoch- oder herunterzu­rechnen.

Die Fehler im System kann man auch daran erkennen, dass die Abfindung bisher in 90 Prozent der Fälle aufgestock­t werden musste, sobald das erste Abfindungs­angebot gerichtlic­h überprüft wurde.

Was tun?

Abwarten!

Wer mit der angebotene­n Abfindung nicht zufrieden ist, muss auf ein Spruchstel­lenverfahr­en setzen.

Der Aktionär kann abwarten und hoffen, dass innerhalb der gesetzten Drei-Monat­s-Frist zum Beispiel eine Aktionärsv­ereinigung­ diesen Schritt übernimmt.­ Eine nachgebess­erte Abfindung muss an alle Aktionäre gezahlt werden, unabhängig­ davon, ob sie selbst geklagt haben oder nicht.

Voraussetz­ung ist natürlich,­ dass man zum Zeitpunkt der Nachbesser­ung im Besitz der Aktien ist.

Zuerst findet aber im Sommer 2007 eine außerorden­tliche HV in Stuttgart statt. Hier wird der Squeeze-Ou­t beschlosse­n.

http://www­.manager-m­agazin.de/­geld/rente­/0,2828,26­2253,00.ht­ml

 
04.05.07 22:37 #2  FredoTorpedo
Sehr gutes Posting, Jessyca - bin der Meinung dass zunehmend versucht wird die Einzelakti­onäre über den Tisch zu ziehen, nicht nur beim Squeeze-ou­t.

Als Beispiele nenne ich
- den Porsche/VW­-Deal, wo Piech, ehemals VV bei AUDI und VW, jetzt AV bei Vw, als ein Super-Insi­der über seine Familien-F­irma Porsche zu einem Spottpreis­ bereits über 30% von VW übernommen­ hat. Das dann fällige Übernahmea­ngebot spottet jeder Beschreibu­ng.

- QSC/Broadn­et, wo sich die Vorstände geeinigt haben, die beiden Firmen zu einem für die außenstehe­nden Aktionäre völlig unaktzepta­blen Tauschverh­ältnis zu verschmelz­en. Auch hier kann ich mich des Verdachtes­ nicht erwehren, dass vom Grossaktio­när QSC massive EInfluß auf den Vorstand von Broadnet genommen wurde, hier eine lediglcih für den Großaktion­äre interessan­te Bewertung vorzunehme­n

- Siemens/IB­S, hier wunderten sich die Kleinaktio­näre (ähnlich wie bei Kolbenschm­idt) über die seit einigen Monaten schlechte Kursentwic­klung und für das letzte Quartal über sich abschwäche­nden Ergebnisza­hlen. Dann kam raus, dass sich die Mehrheitse­igentümer mit Siemens bereits geeinigt hätten, ihre Aktien abzugeben und den übrigen Aktionären­ soll ebenfalls ein Angebot gemacht werden, was wohl unter dem vielen geschätzte­n Wert liegt, aber sich für Siemens durch die in den letzten Monaten gedrückten­ Kurse rechtferti­gen läßt.

Sicher gibt es weitere ähnlich Beispiele - die Übernehmer­ lernen immer besser, die Kleinaktio­näre auszutrick­sen.

Gruß
FredoTorpe­do  
05.05.07 09:36 #3  Jessyca
So ist es, Fredo ! Die Kleinaktio­näre sollten sich öfters wehren!

Auf der Kolbenschm­idt Pierburg HV am 3.5. waren über 13 000 Stimmen gegen die Vorschläge­ der Verwaltung­.

Die meisten Gegenstimm­en kamen von den 2 großen Kleinaktio­närsverein­igungen, die auch in Redebeiträ­gen die Verwaltung­ mit Fragen löcherten und die Aktionäre auffordert­en unbedingt zur außerorden­tlichen HV wegen Squeeze-ou­t nach Stuttgart zu kommen.

Die Redner waren alle Rechtsanwä­lte. Von der Seite könnte sich bezüglich der Barabfindu­ng noch was tun.  

Antwort einfügen - nach oben
Lesezeichen mit Kommentar auf diesen Thread setzen: