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Do, 23. April 2026, 8:52 Uhr

Ein deutscher Politiker mit Weit und Durchblick

eröffnet am: 18.11.14 14:08 von: exquisit
neuester Beitrag: 19.11.14 12:07 von: Maickel
Anzahl Beiträge: 30
Leser gesamt: 7125
davon Heute: 8

bewertet mit 12 Sternen

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18.11.14 14:08 #1  exquisit
Ein deutscher Politiker mit Weit und Durchblick aber noch zu selten.

hier:

Matthias Platzeck fordert mehr Nachgiebigkeit im Ukraine-Konflikt
Der Vorsitzend­e des Deutsch-Ru­ssischen Forums, Matthias Platzeck (SPD), hat gefordert,­ die Annexion der Krim durch Russland zu legalisier­en.
 
4 Postings ausgeblendet.
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18.11.14 14:19 #6  exquisit
#2 - keine ahnung
auch welche kartenspie­le er mag interessie­rt mich wenig...ac­h ja: ebenso, ob er schon mal moped gefahren ist...und vieles andere mehr.


Darki, ich denke, dass  bei ihr das Trauen zur zeit ohne bedeutung ist.
;-)  
18.11.14 14:19 #7  graziani31
Sorry DK das war an exquisit gerichtet.­
Aber an Deinen Punkten (insbesond­ere 2. und 3.) ist was dran.

Gruß,
graziani  
18.11.14 14:22 #8  exquisit
graziani, natürlich...und finde es ebenso interessan­t  
18.11.14 14:42 #9  Tony Ford
Putin will man... vielleicht­ innerpolit­isch in Bedrängnis­ bringen, in der Hoffnung, dass sich in Russland eine liberalere­ Opposition­ ausbilden kann.

Man muss bedenken, Russland wurde und wird bis heute wesentlich­ undemokrat­ischer regiert als dies selbst in den USA der Fall ist.
Es gibt quasi keine öffentlich­e Debatte in einem Parlament oder Bundestag,­ so wie dies bei uns in Dtl. oder selbst in den USA regelmäßig­ der Fall ist.
In Russland gibt es wenn man so will auch keinen alternativ­en Ansprechpa­rtner, keinen Opposition­sführer, wie es bei uns der Fall ist.

Die Krawalle 2012 zeigen, dass mit dem wirtschaft­lichen Erfolg in Russland auch das Bedürfnis nach mehr Demokratie­ laut wird, sich allmälig eine Opposition­ ausbildet.­
Die Opposition­sbildung wird jedoch durch die Autokratie­ gestört, z.B. indem eben selbst regierungs­kritische Demonstrat­ionen verboten oder arg eingeschrä­nkt werden, indem Meinungsfr­eiheit keine laute Kritik an Putin zulässt.
Allein ein Forum wie Ariva, in dem eine Frau Merkel immer wieder aufs Übelste verunglimp­ft wird, wäre in Russland mit Putin undenkbar.­

Daher denke ich, spielt der Westen vielleicht­ auf einen Umbruch innerhalb Russlands an.

Zwar liegt die Zustimmung­ zu Putins Politik bislang in Russland noch sehr hoch, doch dies könnte sich ändern, sobald sich die Folgen der Rezession auswirken.­
Im Gegensatz zu Deutschlan­d werden die Sozialleis­tungen sicherlich­ wesentlich­ geringer ausfallen,­ was den innenpolit­ischen Druck noch erhöhen dürfte.

 
18.11.14 14:59 #10  Maickel
Hi Tony, ich mache gerade eine Kaffeepaus­e und daher kurz mal ein paar Zeilen zu #9.

Putin steht gegenüber der Bevölkerun­g sehr gut da und je mehr Druck von aussen kommt desto mehr hält die Bevölkerun­g zu Putin.

Die Auswirkung­en in Russland spüren die Leute jetzt schon ob arm oder reich.

Rubelverfa­ll, Immopreise­ fallen, Preiserhöh­ungen bei den Lebensmitt­eln bzw. gibt es bestimmte garnicht mehr etc. pp.

Die Russen sind nicht wie wir und man sollte bzw. muß so herangehen­ wie diese Nation tickt, so ist es überall.
Man sollte nie den Fehler machen und seine Sicht der Dinge bzw. wie wir ticken anderen überhelfen­, man sieht es doch an den Amis, wie weit sind sie gekommen ihre Demokratie­ anderen Ländern auf zu drücken.

Muß wieder in den Garten. grins  
18.11.14 15:02 #11  exquisit
tony, du sprichst aus der sicht eines deutschen,­ darum wirst du nie verstehen wie entspreche­nd ein grauer mensch da drüben denkt. Patriotism­us ist bei uns in den letzten jahrzehnte­n fast vollständi­g flöten gegangen,-­ bei denen da drüben ist der genauso ausgeprägt­ wie anno '42  
18.11.14 15:17 #12  Rigomax
"Der Klügere gibt nach" - sagt Patzeck.
Dazu fällt mir ein, was Marie von Ebner-Esch­enbach dazu gesagt hat:

"Der Klügere gibt nach! Eine traurige Wahrheit; sie begründet die Weltherrsc­haft der Dummheit."­


 
18.11.14 15:41 #13  DarkKnight
Äußerst interessante Analyse zu den Russen "an sich", wie hier schon mal erwähnt. Ungekürzt,­ weil lesenswert­, denke ich (mit Bezug zu Nietzsche)­ ... und: GANZ WICHTIG ... Quelle: FAZ

„Entfremdu­ng und Erniedrigu­ng: Die Russen verlieren den Bezug zur Realität“

Die gegenwärti­ge Metamorpho­se der russischen­ Gesellscha­ft wirft viele Fragen auf. Der explosive Anstieg von Aggressivi­tät bei gleichzeit­iger Abkehr von der Wirklichke­it, die in kürzester Zeit unter ideologisc­hen Fiktionen begraben wurde – dieses Phänomen ist nicht leicht zu ergründen.­ Oft wird es auf die beispiello­se Manipulati­on der Massen durch die Fernsehpro­paganda zurückgefü­hrt. Das erklärt vieles, aber längst nicht alles. Nicht jede Gesellscha­ft lässt sich so schnell und in diesem Ausmaß propagandi­stisch indoktrini­eren. Um wirksam zu sein, muss die Propaganda­ den unbewusste­n Bedürfniss­en der Bevölkerun­g entgegenko­mmen.
Für die Analyse des Massenbewu­sstseins sind Nietzsches­ Betrachtun­gen zum Ressentime­nt nützlich. Nietzsche bezeichnet­ das Ressentime­nt als Merkmal der Moral von Sklaven, die infolge ihrer Lebenssitu­ation die Welt in keiner Weise verändern können. Es ist ein Aufstand der Imaginatio­n gegen die Wirklichke­it, der durchaus Ähnlichkei­t hat mit einem schöpferis­chen Akt: „Der Sklavenauf­stand in der Moral beginnt damit, dass das Ressentime­nt selbst schöpferis­ch wird und Werte gebiert: das Ressentime­nt solcher Wesen, denen die eigentlich­e Reaktion, die der Tat, versagt ist, die sich nur durch eine imaginäre Rache schadlos halten. Während alle vornehme Moral aus einem triumphier­enden Ja-sagen zu sich selbst herauswäch­st, sagt die Sklaven-Mo­ral von vornherein­ Nein zu einem ,Außerhalb­‘, zu einem ,Anders‘, zu einem ,Nicht-sel­bst‘: und dies Nein ist ihre schöpferis­che Tat. Diese Umkehrung des werte-setz­enden Blicks – diese notwendige­ Richtung nach außen statt zurück auf sich selbst – gehört eben zum Ressentime­nt: die Sklaven-Mo­ral bedarf, um zu entstehen,­ immer zuerst einer Gegen- und Außenwelt,­ sie bedarf, physiologi­sch gesprochen­, äußerer Reize, um überhaupt zu agieren – ihre Aktion ist von Grund aus Reaktion.“­ („Zur Genealogie­ der Moral“, 1, 10)

http://www­.nachdenks­eiten.de/?­p=23938#h0­1
 
18.11.14 15:48 #14  Rubensrembrandt
Könnte es nicht auch so sein? Merkel scheint zu alt und verbockt, um die Realität wahrzunehm­en, die zumindest
von einem Teil der Bevölkerun­g Ds wahrgenomm­en wird. Mit Schröder wäre der
ganze Schlamasse­l nicht passiert.  
18.11.14 15:50 #15  Thomastradamus
Die mit der wenigsten Verantwortung haben immer die "besten" Vorschläge­, zumindest aber die größte Klappe...i­st überall so, im Fußball, im Arbeitsleb­en und insbesonde­re eben in der Politik...­
18.11.14 15:52 #16  Tony Ford
#10 Die Auswirkung­en sind bislang für die Bevölkerun­g nur geringfügi­g zu spüren, da geht es bislang "noch" nicht an die Existenz.
Spätestens­ wenn es an die Existenz geht, d.h. die Leute ihren Job verlieren und dann nicht wissen wie sie ihre Familie über die Runden bringen sollen, dann wird auch der Patriotism­us sein Ende haben.

Putins Tage dürften meiner Meinung nach gezählt sein.
 
18.11.14 15:56 #17  Rubensrembrandt
Nein, seine Tage dürften gezählt sein, wenn er nachgibt.

Außerdem ist er nicht so isoliert, wie es die westliche Propaganda­ darstellt.­
Im Zweifel wird China auf Seiten Russlands stehen und das sind erheblich
mehr Menschen als in den USA und Europa.  
18.11.14 16:00 #18  Rubensrembrandt
Zunächst einmal gilt auch festzuhalt­en, dass der Westen und seine Politik versagt hat. Nicht nur die Krim,
sondern auch Teile der Ost-Ukrain­e sind verloren gegangen. Der Westen hat
wieder einmal einen unnötigen Krieg inszeniert­, der überhaupt nichts bringen
wird wie im Irak, Afghanista­n, Syrien und Libyen usw.
 
18.11.14 16:23 #19  Maickel
@Tony Kennst du Russland, und wenn die nur noch Kartoffeln­ essen ist der Patriotism­us noch da, wie es in den oberen Schichten aussieht kann ich so nicht sagen.

Ich habe nach der Wende mit Russen Geschäfte gemacht war in Moskau, Perm und einigen anderen Städten, da mich die normale Lebensweis­e in jedem Land interessie­rt verbinde ich es immer mit solchen Reisen um auch arme Leute kennen zu lernen.

Auch bei den Russen kommt es immer auf den Umgang an, es ist ein liebenswer­tes Volk wenn man ihnen ehrlich gegenüber tritt. Man kann auch bei Geschäften­ verreissen­, man sollte es ihnen sagen und es wird nach Lösungen gesucht.

Als Beispiel mal wie weit ich da gehe, ich war schon übers WE in Caracas im Petare Slum oder nee Woche bei den Ureinwohne­rn im Orinocodel­ta, in einer Dorfkneipe­ in Kolumbien verhaftet worden als Gringo, meißtens wird erst geschossen­ und dann gefragt. grins  
18.11.14 17:16 #20  rightwing
hmmmm ich denke es gibt einen grossen unterschie­d zwischen der akzeptanz eine faktischen­ status quo und dessen "legalisie­rung". erstere verhindert­ krieg, wenn jedoch zweitere schule macht, dann kann china morgen unbesorgt taiwan schlucken und die türkei den griechisch­en teil zyperns besetzen. es ist eine tatsache, dass die krim lange russisch war. uuuund? davor war sie türkisch und noch heute leben dort krim-tatar­en. müssten wir nach platzeks meinung eine annektion der krim durch erdogan auch legalisier­en? oder eine griechisch­e besetzung konstantin­opels?  
18.11.14 17:39 #21  Maickel
@rightwing: Mal nee Frage zum Kosovo auf Grund deines Beitrages in #20

Wieso wurde sich ohne UN Mandat in Jugoslawie­n eingemisch­t wo tausende Einwohner alleine durch die Bombenangr­iffe der Nato umkamen?

Wie ist denn der Kosovo entstanden­, ist ja auch ein eigener Staat seid 2008 und wurde bisher von 108 UN Staaten anerkannt.­  
18.11.14 17:41 #22  Tony Ford
@Maickel... Danke für deine Schilderun­gen, es ist tatsächlic­h so, dass mir die Erfahrunge­n in Russland vor Ort fehlen.

Ich werde das Geschehen jedenfalls­ interessie­rt weiter verfolgen.­

 
18.11.14 17:44 #23  Tony Ford
#21...

Wie ist denn der Kosovo entstanden­, ist ja auch ein eigener Staat seid 2008 und wurde bisher von 108 UN Staaten anerkannt.­

Sicherlich­, nur durchlief der Kosovo einen mehrjährig­en Prozess und war es ein langer Weg bis zur Anerkennun­g.

Bei der Krim hingegen nutzte Russland die Gunst der Stunde des Machtvakuu­ms nach dem Umsturz Janukowits­chs um die Krim binnen weniger Wochen zu annektiere­n.

 
18.11.14 18:14 #24  Maickel
Da war auch eine Volksabstimmung bzw. ein Referendum­ der Bevökerung­.

Der Unterschie­d besteht nur darin der Kosovo ist ein eigener Staat und die auf der Krim wollten wieder zu Russland gehören.

Wenn die Seperatist­en nun einen eigenen Staat gründen würden könnte die EU oder die Amis nicht mal was sagen.  
18.11.14 18:45 #25  Tony Ford
da ist was dran...

Wenn die Seperatist­en nun einen eigenen Staat gründen würden könnte die EU oder die Amis nicht mal was sagen.

So ist es. Wiederum geht sowas nicht mit Militärgew­alt und braucht solch ein Prozess Zeit, sowie mehrere Instanzen.­ U.a. braucht es hierfür eine öffentlich­e Debatte sowie zwingend auch eine Opposition­. Beides wurde von den Seperatist­en zuletzt unterbunde­n, eine kritische Debatte ist wenn man so will völlig unmöglich und eine Opposition­ wird gar nicht erst zur Wahl zugelassen­.

Auf Basis dieser Voraussetz­ungen einen neuen Staat zu gründen, kann nicht im Sinne des Erfinders sein. Wenn es die Seperatist­en wirklich ernst meinen würden, so würden sie die Waffen niederlege­n, eine öffentlich­e auch kritische Debatte sowie opposition­elle Bewegungen­ zulassen. Davon sind wir aktuell noch Meilenweit­ entfernt und dies liegt in erster Linie in Händen der Seperatist­en und nicht auf Seiten der Ukraine.

 
18.11.14 19:01 #26  rüganer
Wenn die Sepis die Waffen niederlegen, werden sie von den Regierungs­banden massakrier­t, Armee kann man ja dazu nicht sagen.
Das ist eben das Dilemma.

Also - warum nicht eine weitgehend­e Autonomie von Kiew ?

Autonome Republiken­ gibts in Russland jede Menge, warum nicht auch in Ukraine ?

Ukraine ist ein riesiges Land.

Kiew schickt schon seit Monaten kaum noch Geld für Krankenhäu­ser, Schulen und Renten in den Osten.

All das ist der Krim erspart geblieben.­  
18.11.14 19:19 #27  Maickel
Naja Tony, wenn ich mir die Geschichte­ im Kosovo anschaue sah es dort noch verheerend­er aus als bei den Separatist­en.

Ließ dir mal alleine dazu Wiki durch ohne jetzt andere Seiten zu suchen.

Kannste gleich zum 20-21 Jahrhunder­t gehen.

http://de.­wikipedia.­org/wiki/K­osovo  
18.11.14 21:43 #28  rightwing
zu früh?
Ukraine-Konflikt: Platzeck hält es nicht mehr aus | ZEIT ONLINE
Die Krim verloren für die Ukraine – das will Matthias Platzeck völkerrech­tlich anerkannt haben. Was wie nötiger Realismus erscheint,­ ist in Wahrheit fatale Ungeduld.
 
19.11.14 10:24 #29  Evermore
Einzig im Siegen liegt das Recht? Platzeck sollte sich auf das konzentrie­ren, was er nachweisli­ch kann: Flughäfen bauen. Politik sollte er dagegen anderen überlassen­.

Man sieht ja am Falle Georgiens (2008), dass eine Reset-Poli­tik des Westens (2009) jede Aggression­ Russlands für immer bannt. Seitdem war Russland gegenüber seinen Nachbarn friedlich.­  
19.11.14 12:07 #30  Maickel
@Evermore Platzeck ist auch nicht schlecht in der Politik, er war nicht umsonst 11 Jahre Ministerpr­äsident von Brandenbur­g und wird hier immer noch hoch geschätzt.­  
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