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Fr, 17. April 2026, 12:30 Uhr

Vegane Aktien gewinnen an Relevanz


14.02.23 13:55
Inyova

Zürich (www.aktiencheck.de) - Vegane Ernährung hat in den letzten Jahren einen riesigen Aufwärtstrend erlebt, so Cristian von Angerer, Chief Investment Officer bei Inyova.

Dies zeige sich zum einen am steigenden Anteil der Bevölkerung, die sich vegan ernähre, aber auch an den wachsenden Umsatzzahlen von pflanzlichen Lebensmitteln wie Fleisch- oder Milchersatzprodukten. Parallel dazu rücke auch das Investieren in vegane Aktien in den Fokus.

Als "vegan" werde der Verzicht auf sämtliche Produkte tierischen Ursprungs beschrieben. Veganer*innen würden keine Lebensmittel wie Milch, Fleisch, Eier und Honig konsumieren, keine Kleidung aus Leder und Pelz tragen und keine Kosmetikprodukte verwenden, die in Tierversuchen getestet worden seien. Jegliche Nutzung von tierischen Produkten in allen Lebensbereichen werde also vermieden. Diesen Kriterien zufolge stamme eine perfekte vegane Aktie von einem Unternehmen, das beispielsweise ausschließlich pflanzliche Lebensmittel herstelle und dabei auch sicherstelle, dass die Lieferanten keine tierischen Produkte verwenden würden.

Die vegane Lebensweise habe viele Facetten und nicht alle Menschen, die sich dafür entscheiden würden, würden dies aus den gleichen Beweggründen tun. Häufig würden sie motiviert durch ihr Streben nach einem gesünderen Lebensstil, nach Umweltschutz (60% der Treibhausgasemissionen entstünden durch den Verzehr von Fleisch) als auch durch Tierwohl- und Ethikaspekte. Ein Bericht der Boston Consulting Group zeige, dass die Investition in pflanzenbasierte Fleischalternativen einer der wichtigsten und maßgeblichsten Faktoren für die Reduktion der Treibhausgasemissionen sein könne.

Die nachfolgenden Unternehmen würden zeigen, wie mit dem Kauf veganer Aktien die vegane Ernährungsweise unterstützt und die Produktion von Alternativen vorangetrieben werden könne.

Die Givaudan SA (ISIN CH0010645932/ WKN 938427) mit Sitz in Vernier, Schweiz, sei der weltweit größte Hersteller von Aromen und Duftstoffen. Die Ernährung sei Studien zufolge auch der wichtigste Faktor, wenn es um menschliche Gesundheit und Umweltschutz gehe. Allerdings hätten die Konsumenten trotz erhöhtem Bewusstsein für diese Themen Mühe, auf Ersatzprodukte umzusteigen. Denn Geschmack sei der wichtigste Faktor, damit die Ersatzprodukte auch gekauft würden. Gemäß einer Studie (foodaktuell.ch) solle der Weltmarkt für Ersatzprodukte für Fleisch und Milchprodukte von 2022 bis 2030 um 105 Milliarden auf 136 Milliarden Franken anwachsen. Dies bedeute ein jährliches Wachstum von rund 20 Prozent.

Hier setze Givaudan nun an. Der Aromen- und Duftstoffhersteller forsche an Ersatzprodukten, die es den Konsumenten ermöglichen würden, sich gesünder und umweltfreundlicher zu ernähren, ohne Abstriche beim Geschmack machen zu müssen. Getestet würden pflanzliche Alternativen aus Getreide, Hülsenfrüchten, Pilzen und Algen. Dazu arbeite Givaudan etwa mit der Migros und dem Maschinenbauer Bühler zusammen. Die drei Unternehmen hätten ihre Expertise im 2021 gegründeten "Cultured Food Innovation Hub" gebündelt. Das Innovationszentrum in Kemptthal unterstütze Start-Ups, die Ersatzprodukte auf pflanzlicher Basis entwickeln würden. Gleichzeitig sei das Zentrum mit Zellkultur- und Biofermentationskapazitäten ausgestattet.

Corbion NV (ISIN NL0010583399/ WKN A1W60Y) sei ein in den Niederlanden ansässiges Unternehmen, das auf dem Gebiet der biochemischen Inhaltsstoffe tätig sei. Zu den Produkten des Unternehmens würden u.a. Milchsäurederivate, Emulgatoren, funktionelle Enzymmischungen, Mineralien und Vitamine gehören. Das Unternehmen sei in zwei Geschäftsbereichen tätig: Ingredient Solutions, unterteilt in die Geschäftsbereiche Food und Biochemicals, sowie Innovation Platforms. Das Segment Food entwickele konservierende Zutaten und Produkte zum Schutz vor mikrobiellem Verderb für die Back-, Fleisch-, Milch-, Süßwaren- und Getränkeindustrie, während das Segment Biochemicals biobasierte Chemikalien aus erneuerbaren Ressourcen wie Zucker oder Stärke herstelle. Das Segment Innovationsplattformen schaffe neue biotechnologische Geschäftsplattformen, wie zum Beispiel den Biokunststoff Polymilchsäure (PLA) oder das Geschäft mit Algeninhaltsstoffen. Das Unternehmen stelle auch Öle auf Algenbasis und andere innovative, natürliche Inhaltsstoffe auf der Grundlage von Fermentation her. Die erschwinglichen pflanzlichen Omega-Öle von Corbion seien eine Alternative zu Leinsamen oder Chiasamen.

Ingredion (ISIN US4571871023/ WKN A1JYNM) sei ein weltweit führendes Unternehmen für Ingredienzlösungen. Diese würden auf bekannten als auch exotischen Rohstoffen wie Mais, Kartoffeln, Tapioka, Reis, Sago, Weizen, Zucker, Stevia, Quillaja, Hülsenfrüchte und Laktose basieren. Hülsenfruchtproteine und -mehle würden zum Beispiel die Entwicklung von protein- und ballaststoffreichen Produkten ermöglichen, die vegetarisch, vegan und glutenfrei seien. Die Ingredienzen würden für alltägliche Produkte von Lebensmitteln und Getränken bis hin zu Papier und Arzneimitteln verwendet. Die Kunden kämen aus 60 verschiedenen Branchen und seien in 120 Ländern tätig. Allein im dritten Quartal 2022 habe das Unternehmen ein anhaltend starkes Wachstum und einen Nettoumsatz in Höhe von 2.023 Millionen US-Dollar vermeldet. (14.02.2023/ac/a/m)





 
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