US-Manufacturing: Einkaufsmanager zeigen sich unbeeindruckt
02.04.26 10:52
Nord LB
Hannover (www.aktiencheck.de) - Die jüngste Einkaufsmanagerbefragung des ISM-Instituts für den März signalisiert einen leichten Anstieg der Stimmung im Industriesektor, so die NORD LB.
Mit 52,7 Punkten könne die Zeitreihe angesichts der aktuellen geopolitischen Lage sogar um 0,3 Punkte wachsen, was durchaus überraschend sei. Die eigene relative Energieautarkie der USA möge die Gemüter der befragten Manager womöglich beruhigen, gesteigerte Risiken in den Lieferketten würden aber gleichwohl einkalkuliert. Neben dem Blick in die Details sei die Pulsmessung anhand der verbalen Rückmeldungen derzeit besonders spannend.
Jene qualitativen Rückmeldungen aus den Einkaufsabteilungen der Unternehmen signalisierten, dass man den Irankonflikt natürlich auf dem Schirm habe. Bislang schienen die daraus erwachsenden Implikationen in weiten Teilen aber noch nicht als geschäftsschädigend aufgefallen zu sein, insbesondere da 13 der betrachteten Branchen zuletzt gewachsen seien, während nur drei sich etwas weniger dynamisch entwickelt hätten. Das Supreme-Court Urteil in Bezug auf die Zölle habe dem Vernehmen nach allerdings positiv auf die Unternehmensplanung gewirkt und scheine die negativen Nachrichten aus dem Mittleren Osten etwas abzumildern. Die gestiegenen Preise, welche um 7,8 auf 78,3 Punkte geklettert seien, würden ihren Schatten bereits vorauswerfen.
Viele Details deuteten demnach darauf hin, dass die Stimmung für den April kippen könnte. Der Irankonflikt sowie die Blockade der Straße von Hormus würden also voraussichtlich mit etwas Zeitverzögerung wirken. Die leicht in die Zukunft schauende Auftragskomponente habe sich um 2,3 Punkte auf 53,5 Punkte verringert, womit sie sich aber noch immer innerhalb der Expansionszone befinde. Mit 54,4 Punkten seien die offenen Aufträge zwar ebenfalls geschrumpft, hier sei aber noch genügend Puffer in der Produktion. Und auch die Auslandsnachfrage falle nur knapp unterhalb der Expansionsschwelle.
Während die direkt befragten Unternehmen die Lager für die Produktion leerten – hier mache sich schon eine gewisse Knappheit oder Vorahnung bemerkbar – schienen deren Kunden ihre Inventare sogar aufzufüllen. Jedenfalls suggerierten die entsprechenden Komponenten ein entsprechendes Verhalten. Die Industrieunternehmen produzierten derzeit auch "wie verrückt", was man an der angestiegenen Produktionskomponente beobachten könne. Die Auslastung der Betriebe sei jedenfalls hoch. Dennoch versuche man, laut einer Rückmeldung, derzeit defensiv zu wirtschaften – wer wisse, was da noch komme.
Fazit: Die jüngste Einkaufsmanagerbefragung aus den Chefetagen der Industrieunternehmen scheine sich von den Ereignissen im Iran fast schon unbeeindruckt zu zeigen. Die Headline-Rate habe sogar auf 52,7 Punkte ansteigen können, eine Entwicklung entgegen den allgemeinen Markterwartungen. Der Iran-Konflikt werde sich aber voraussichtlich noch bemerkbar machen, denn die Details und verbalen Rückmeldungen deuteten durchaus darauf hin. Die Auftragsbücher schienen nicht dünner zu werden, allerdings würden die Auftragsbestände nicht mehr ganz so dynamisch wachsen. Vor allem die stark gestiegene Preiskomponente und die erwarteten Rücksetzer in den Lieferketten ließen die Manager defensiver agieren. Von einer starken Eintrübung oder dem Gemunkel um eine mögliche Rezession sei bislang aber nichts zu spüren! (02.04.2026/ac/a/m)
Mit 52,7 Punkten könne die Zeitreihe angesichts der aktuellen geopolitischen Lage sogar um 0,3 Punkte wachsen, was durchaus überraschend sei. Die eigene relative Energieautarkie der USA möge die Gemüter der befragten Manager womöglich beruhigen, gesteigerte Risiken in den Lieferketten würden aber gleichwohl einkalkuliert. Neben dem Blick in die Details sei die Pulsmessung anhand der verbalen Rückmeldungen derzeit besonders spannend.
Viele Details deuteten demnach darauf hin, dass die Stimmung für den April kippen könnte. Der Irankonflikt sowie die Blockade der Straße von Hormus würden also voraussichtlich mit etwas Zeitverzögerung wirken. Die leicht in die Zukunft schauende Auftragskomponente habe sich um 2,3 Punkte auf 53,5 Punkte verringert, womit sie sich aber noch immer innerhalb der Expansionszone befinde. Mit 54,4 Punkten seien die offenen Aufträge zwar ebenfalls geschrumpft, hier sei aber noch genügend Puffer in der Produktion. Und auch die Auslandsnachfrage falle nur knapp unterhalb der Expansionsschwelle.
Während die direkt befragten Unternehmen die Lager für die Produktion leerten – hier mache sich schon eine gewisse Knappheit oder Vorahnung bemerkbar – schienen deren Kunden ihre Inventare sogar aufzufüllen. Jedenfalls suggerierten die entsprechenden Komponenten ein entsprechendes Verhalten. Die Industrieunternehmen produzierten derzeit auch "wie verrückt", was man an der angestiegenen Produktionskomponente beobachten könne. Die Auslastung der Betriebe sei jedenfalls hoch. Dennoch versuche man, laut einer Rückmeldung, derzeit defensiv zu wirtschaften – wer wisse, was da noch komme.
Fazit: Die jüngste Einkaufsmanagerbefragung aus den Chefetagen der Industrieunternehmen scheine sich von den Ereignissen im Iran fast schon unbeeindruckt zu zeigen. Die Headline-Rate habe sogar auf 52,7 Punkte ansteigen können, eine Entwicklung entgegen den allgemeinen Markterwartungen. Der Iran-Konflikt werde sich aber voraussichtlich noch bemerkbar machen, denn die Details und verbalen Rückmeldungen deuteten durchaus darauf hin. Die Auftragsbücher schienen nicht dünner zu werden, allerdings würden die Auftragsbestände nicht mehr ganz so dynamisch wachsen. Vor allem die stark gestiegene Preiskomponente und die erwarteten Rücksetzer in den Lieferketten ließen die Manager defensiver agieren. Von einer starken Eintrübung oder dem Gemunkel um eine mögliche Rezession sei bislang aber nichts zu spüren! (02.04.2026/ac/a/m)
