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Fr, 17. April 2026, 4:39 Uhr

US-Arbeitsmarkt überrascht positiv


11.02.26 15:27
Nord LB

Hannover (www.aktiencheck.de) - Mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen haben die Januar-Zahlen zur Lage am US-Arbeitsmarkt positiv überraschen können, so die Analysten der Nord LB.

Nach noch vorläufigen Angaben seien in der Wirtschaft der Vereinigten Staaten 130.000 zusätzliche Beschäftigungsverhältnisse entstanden. Die auf einer separaten Umfrage beruhenden Daten zur Arbeitslosenquote würden ebenfalls leicht erfreuliche Nachrichten offenbaren. Diese Zeitreihe habe im Januar immerhin auf 4,3% fallen können. Die anstehende "große" Datenrevision durch die offiziellen US-Statistiker zeige zudem, dass in der US-Wirtschaft in der Summe mehr als 860.000 Arbeitsplätze weniger existieren würden, als bisher bilanziert worden sei. Dies liege ziemlich genau im Rahmen der Erwartungen der interessierten Beobachter; es handle sich an dieser Stelle also um keinen wirklich überraschenden News Flow!

Ein genauer Blick auf die Details der Angaben zu den in der US-Ökonomie gemeldeten neugeschaffenen Beschäftigungsverhältnissen offenbare, dass in der Industrie im Januar immerhin 5.000 zusätzliche Jobs aufgebaut worden seien. Die Zahlen zum ISM PMI Manufacturing hätten bereits dezent in diese Richtung gedeutet. In der Privatwirtschaft sei in der Summe ein beachtlicher Stellenaufbau von 172.000 Personen beobachtbar gewesen. Dabei bleibe das Service-Segment der US-Wirtschaft ganz eindeutig die treibende Kraft. Staatliche Stellen würden dagegen weiterhin Arbeitsplätze abbauen; das Wirken von Elon Musks DOGE halle somit auch zum Start von 2026 noch nach.

Die durchschnittlichen Stundenlöhne seien im Januar um beachtliche 0,4% M/M gestiegen. Diese sei eine erfreuliche Nachricht für die privaten Haushalte. Zudem hätten die durchschnittlichen Wochenstunden am aktuellen Rand leicht auf einen Wert von 34,3 zugelegt.
Die neuen Zahlen vom US-Arbeitsmarkt würden den Gegnern von zügigen Zinssenkungen, die im FOMC natürlich vorhanden seien, sicherlich gewisse neue Argumente geben. Es werde nun sicherlich kontroverse Diskussionen geben. Strategisch betrachtet bleiben die Analysten der Nord LB aber bei ihrer Auffassung; mit einem neuen Notenbankchef sollte das obere Band der Fed Funds Target Rate bis zum Ende des 3. Quartals 2026 auf einen Wert von 3,00% fallen können.

Im Berichtsmonat Januar hätten die US-Arbeitsmarktdaten positiv überraschen können. Damit würden nun zunächst wohl noch kontroversere Diskussionen im FOMC drohen. Das Sitzungsprotokoll werde damit zur Pflichtlektüre für alle Marktteilnehmer. Die Fed werde perspektivisch aber nicht um Leitzinssenkungen herumkommen. (11.02.2026/ac/a/m)