USA: Die CPI-Daten und der politische Druck auf Jerome Powell
13.01.26 15:16
Nord LB
Hannover (www.aktiencheck.de) - Im Berichtsmonat Dezember zeigte sich bei den US-Konsumentenpreisen ein Anstieg um 0,3% M/M, berichten die Analysten der Nord LB.
Es hätte eindeutig schlimmer kommen können. Damit notiere die Jahresrate der saisonal unbereinigten Zeitreihe weiterhin bei 2,7%. Die Kernrate der Konsumentenpreise habe am aktuellen Rand sogar nur um 0,2% M/M angezogen. Dies sei eindeutig eine positive Überraschung.
Der prüfende Blick auf die Details der aktuellen Zahlen signalisiere bei den für die Inflationserwartungen der privaten Haushalte zentralen Komponenten einerseits spürbar steigende Lebensmittelpreise und anderseits eher leicht fallende Benzinpreise.
In Washington habe die Regierung mittlerweile begonnen, noch schärferen Druck auf den Notenbankchef Jerome Powell auszuüben. Kurzfristig mögen sich diese juristischen Winkelzüge nun sogar als kontraproduktiv für die Pläne Donald Trumps erweisen, weil die Sorgen der Marktteilnehmer bezüglich der Unabhängigkeit der Fed das FOMC von einer Zinssenkung im 1. Quartal abhalten könnten, so die Analysten der Nord LB. Die aktuellen Zahlen zur Entwicklung der Konsumentenpreise hätten den Januar-Termin für eine Verringerung der Fed Funds Target Rate prinzipiell nicht ganz aus dem Spiel genommen, was die "Kosten" der neuen Attacken gegen Jerome Powell für das Weiße Haus interessanterweise erhöht haben dürfte. Es gehe nun nämlich nicht mehr ausschließlich um ein "zusätzliches" Zögern der Fed im März! Ziel der Regierung dürfte es sein, Powell ab Mai nicht nur in seiner Funktion als Notenbankchef zu ersetzen, sondern ihn komplett aus der Fed zu drängen. Diese Strategie wäre für die internationalen Finanzmärkte zweifellos problematisch; allerdings sei die Unabhängigkeit der Fed in der Vergangenheit selten wirklich nachhaltig vorhanden gewesen; dies gelte in der Tat nicht nur für die "Nixon-Jahre". Jedoch müsse schon festgehalten werden, dass wohl noch nie so offen extrem großer politischer Druck auf das FOMC ausgeübt worden sei.
Die Konsumentenpreise in den Vereinigten Staaten seien im Berichtsmonat Dezember um 0,3% M/M gestiegen. Die Kernrate dieser Zeitreihe habe sogar lediglich um 0,2% zugelegt. Diese leicht überraschenden Nachrichten hätten der US-Notenbank prinzipiell vielleicht sogar eine Leitzinssenkung im Januar ermöglicht. Der starke juristische Druck auf Jerome Powell stehe einer solchen Entscheidung allerdings eindeutig im Weg. Damit hätten die recht erfreulichen aktuellen CPI-Zahlen aus den Vereinigten Staaten die Kosten der regelrechten Attacken auf den Zentralbankchef eindeutig erhöht; es gehe nun nämlich nicht mehr nur um ein "zusätzliches" Zögern im März! (13.01.2026/ac/a/m)
Es hätte eindeutig schlimmer kommen können. Damit notiere die Jahresrate der saisonal unbereinigten Zeitreihe weiterhin bei 2,7%. Die Kernrate der Konsumentenpreise habe am aktuellen Rand sogar nur um 0,2% M/M angezogen. Dies sei eindeutig eine positive Überraschung.
In Washington habe die Regierung mittlerweile begonnen, noch schärferen Druck auf den Notenbankchef Jerome Powell auszuüben. Kurzfristig mögen sich diese juristischen Winkelzüge nun sogar als kontraproduktiv für die Pläne Donald Trumps erweisen, weil die Sorgen der Marktteilnehmer bezüglich der Unabhängigkeit der Fed das FOMC von einer Zinssenkung im 1. Quartal abhalten könnten, so die Analysten der Nord LB. Die aktuellen Zahlen zur Entwicklung der Konsumentenpreise hätten den Januar-Termin für eine Verringerung der Fed Funds Target Rate prinzipiell nicht ganz aus dem Spiel genommen, was die "Kosten" der neuen Attacken gegen Jerome Powell für das Weiße Haus interessanterweise erhöht haben dürfte. Es gehe nun nämlich nicht mehr ausschließlich um ein "zusätzliches" Zögern der Fed im März! Ziel der Regierung dürfte es sein, Powell ab Mai nicht nur in seiner Funktion als Notenbankchef zu ersetzen, sondern ihn komplett aus der Fed zu drängen. Diese Strategie wäre für die internationalen Finanzmärkte zweifellos problematisch; allerdings sei die Unabhängigkeit der Fed in der Vergangenheit selten wirklich nachhaltig vorhanden gewesen; dies gelte in der Tat nicht nur für die "Nixon-Jahre". Jedoch müsse schon festgehalten werden, dass wohl noch nie so offen extrem großer politischer Druck auf das FOMC ausgeübt worden sei.
Die Konsumentenpreise in den Vereinigten Staaten seien im Berichtsmonat Dezember um 0,3% M/M gestiegen. Die Kernrate dieser Zeitreihe habe sogar lediglich um 0,2% zugelegt. Diese leicht überraschenden Nachrichten hätten der US-Notenbank prinzipiell vielleicht sogar eine Leitzinssenkung im Januar ermöglicht. Der starke juristische Druck auf Jerome Powell stehe einer solchen Entscheidung allerdings eindeutig im Weg. Damit hätten die recht erfreulichen aktuellen CPI-Zahlen aus den Vereinigten Staaten die Kosten der regelrechten Attacken auf den Zentralbankchef eindeutig erhöht; es gehe nun nämlich nicht mehr nur um ein "zusätzliches" Zögern im März! (13.01.2026/ac/a/m)
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