Quartalssaison: Die Dynamik lässt nach
29.09.21 12:11
Merck Finck
München (www.aktiencheck.de) - Viele Unternehmen und Aktionäre gehen in Champagnerlaune in die anstehende Quartalssaison, so Marc Decker, Leiter Fondsmanagement der Merck Finck A Quintet Private Bank.
Nicht nur wachsen die Gewinne in rekordverdächtigem Tempo, sondern auch die Gesamtgewinne würden auf einem Allzeithoch liegen. So hätten die Gewinne der Unternehmen im S&P 500 (ISIN: US78378X1072, WKN: A0AET0) bereits im zweiten Quartal den höchsten jemals in einem Quartal erzielten Wert erreicht und nochmals den Rekord aus dem ersten Quartal übertroffen. Besonders positiv sei, dass sich die Stärke auf breiter Basis beinahe durch den gesamten Index ziehe und zudem auch die Umsatzdynamik der Konzerne bemerkenswert hoch sei. Im dritten Quartal dürften die Kurven nun weiter nach oben zeigen, aber die Dynamik werde wohl schon bald nachlassen.
Finanzanalysten und Unternehmen seien mit ihren Schätzungen und Gewinnprognosen für das dritte Quartal noch deutlich optimistischer als sonst. Sowohl die Firmen selbst als auch die Analysten hätten ihre Schätzungen zuletzt weiter nach oben angepasst, was dazu geführt habe, dass der Marktkonsens erneut mit einer der bisher höchsten Gewinnwachstumsraten rechne. Für den S&P 500 seien die geschätzten Gewinne für das dritte Quartal gegenüber dem Vorquartal um 3,0% gestiegen. Im Vergleich mit dem Vorjahr dürfte das Gewinnwachstum sogar bei 24 Prozent liegen. Die ungewöhnlich hohe Wachstumsrate sei auf eine Kombination aus überdurchschnittlich hohen Gewinnen im aktuellen Quartal und vergleichsweise geringen Gewinnen im Vorjahresquartal aufgrund der negativen Auswirkungen von COVID-19 zurückzuführen. Zehn der elf Sektoren würden voraussichtlich einen Gewinnzuwachs im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen, angeführt von den Sektoren Energie, Werkstoffe, Industrie und IT.
Die Experten würden damit rechnen, dass sich die ungewöhnlich hohen Wachstumsraten der ersten beiden Quartale in den letzten beiden Quartalen nicht ganz fortsetzen würden. Die Basiseffekte, die aus dem Vergleich mit dem nach unten verzerrten Vorjahr resultieren würden, würden langsam auslaufen. Viele Nachholeffekte hätten sich bereits materialisiert. Nun würden die Experten eine Verlangsamung des Wachstumstempos erwarten. Hinzu komme, dass Teile der Wirtschaft, vor allem in den Subsektoren Freizeit, Reisen und Gastgewerbe, die durch die Pandemie beeinträchtigt würden, nach wie vor deutlich weniger als vor der Pandemie verdienen würden. Es sei davon auszugehen, dass viele dieser Unternehmen mit ihrer Rentabilität erst in einem Jahr wieder ihr Vorkrisenniveau erreichen würden.
Unter dem Strich würden die Experten optimistisch bleiben, dass sich die positive Entwicklung der Unternehmensgewinne fortsetze. Allerdings werde das Momentum deutlich nachlassen. Erste dunkle Wolken würden bereits aufziehen. So seien etwa seit Ende Juli die Anhebungen von Gewinnschätzungen deutlich seltener geworden. Tatsächlich liege das Ausmaß dieser Gewinnrevisionen aktuell deutlich unter dem, was man in den vergleichbaren Zeiträumen der letzten drei Gewinnsaisonen gesehen habe. Dieser Verlust des Momentums hänge wahrscheinlich mit der sich abzeichnenden Konjunkturabschwächung zusammen, die wiederum auch auf die Deltavariante des Coronavirus zurückzuführen sein dürfte.
Einen signifikanten Effekt hätten auch die steigenden Kosten der Firmen bei den Löhnen, den Betriebsmitteln und im Bereich Fracht und Logistik. Dies setze die Margen unter Druck. Ob diese Entwicklungen, wie von den Notenbanken proklamiert, vorrübergehender Natur seien, bleibe abzuwarten. Es sei jedenfalls durchaus möglich, dass einige Investoren ihre Champagnerlaune gegen einen Kater eintauschen müssten. (29.09.2021/ac/a/m)
Nicht nur wachsen die Gewinne in rekordverdächtigem Tempo, sondern auch die Gesamtgewinne würden auf einem Allzeithoch liegen. So hätten die Gewinne der Unternehmen im S&P 500 (ISIN: US78378X1072, WKN: A0AET0) bereits im zweiten Quartal den höchsten jemals in einem Quartal erzielten Wert erreicht und nochmals den Rekord aus dem ersten Quartal übertroffen. Besonders positiv sei, dass sich die Stärke auf breiter Basis beinahe durch den gesamten Index ziehe und zudem auch die Umsatzdynamik der Konzerne bemerkenswert hoch sei. Im dritten Quartal dürften die Kurven nun weiter nach oben zeigen, aber die Dynamik werde wohl schon bald nachlassen.
Die Experten würden damit rechnen, dass sich die ungewöhnlich hohen Wachstumsraten der ersten beiden Quartale in den letzten beiden Quartalen nicht ganz fortsetzen würden. Die Basiseffekte, die aus dem Vergleich mit dem nach unten verzerrten Vorjahr resultieren würden, würden langsam auslaufen. Viele Nachholeffekte hätten sich bereits materialisiert. Nun würden die Experten eine Verlangsamung des Wachstumstempos erwarten. Hinzu komme, dass Teile der Wirtschaft, vor allem in den Subsektoren Freizeit, Reisen und Gastgewerbe, die durch die Pandemie beeinträchtigt würden, nach wie vor deutlich weniger als vor der Pandemie verdienen würden. Es sei davon auszugehen, dass viele dieser Unternehmen mit ihrer Rentabilität erst in einem Jahr wieder ihr Vorkrisenniveau erreichen würden.
Unter dem Strich würden die Experten optimistisch bleiben, dass sich die positive Entwicklung der Unternehmensgewinne fortsetze. Allerdings werde das Momentum deutlich nachlassen. Erste dunkle Wolken würden bereits aufziehen. So seien etwa seit Ende Juli die Anhebungen von Gewinnschätzungen deutlich seltener geworden. Tatsächlich liege das Ausmaß dieser Gewinnrevisionen aktuell deutlich unter dem, was man in den vergleichbaren Zeiträumen der letzten drei Gewinnsaisonen gesehen habe. Dieser Verlust des Momentums hänge wahrscheinlich mit der sich abzeichnenden Konjunkturabschwächung zusammen, die wiederum auch auf die Deltavariante des Coronavirus zurückzuführen sein dürfte.
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