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Fr, 17. April 2026, 20:43 Uhr

Ölpreis klettert weiter


23.06.21 12:25
Merck Finck

München (www.aktiencheck.de) - Dass die Bundesbürger nach der Bundestagswahl an der Zapfsäule tiefer in die Tasche greifen müssen, gilt als sicher, so Robert Greil von Merck Finck.

Alle großen Parteien wollten die Preise für Benzin und Diesel künftig erhöhen. Aber bereits in diesem Sommer werde der Spritpreis voraussichtlich weiter steigen. Gegenwärtig seien für einen Liter Super-Benzin im Durchschnitt über 1,50 Euro zu zahlen. Dabei werde es nicht bleiben.

Geschuldet sei dieser Preisauftrieb, der sich auch auf die Gesamtinflation auswirken werde, der Verteuerung des Rohöls an den Weltmärkten. Im Juni sei der Preis für ein Barrel der Sorte Brent über 70 US-Dollar gesprungen. Derzeit liege und er bei knapp 74 US-Dollar. Und er werde weiter steigen. Für das Ende des Jahres sehe man ihn bei 80 US-Dollar je Barrel.

Hierfür gebe es verschiedene Gründe. Mit der verbreiteten Aufhebung bzw. Lockerung von Corona-Restriktionen ziehe die Ölnachfrage nicht nur beim Güterverkehr, sondern auch in der Reisebranche wieder an - und zwar sowohl in den USA, in Europa wie auch in Asien. Auch die sich erholende Weltwirtschaft leiste ihren Beitrag. Auch in Indien dürfte sich nach dem Abklingen der Pandemie eine stärkere Wirtschaftsdynamik mit einer wesentlich höheren Ölnachfrage entfalten.

Nachholeffekte würden ebenfalls eine große Rolle spielen. Sie würden dafür sorgen, dass eine deutlich steigende Nachfrage auf ein insgesamt unzureichendes Angebot treffe. Die begrenzten Lieferkapazitäten seien unter anderem auf die Förderdisziplin der OPEC-Staaten, aber auch durch die immer noch überschaubare Schieferölproduktion zurückzuführen. Hinzu komme, dass angesichts des Ausgangs der iranischen Präsidentenwahl das politische Risiko von neuen US-Sanktionen den Ölpreis weiter in die Höhe treiben könnte.

Vor diesem Hintergrund scheine es folgerichtig, dass der Ölpreis weiteres Potenzial nach oben habe. Damit stehe er im Gegensatz zu andern Rohstoffen wie etwa Industriemetallen, deren Preise zuletzt von Versorgungsengpässen eher über Gebühr getrieben gewesen seien. (23.06.2021/ac/a/m)




 
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