Konjunktur China: So weit, so gut!
21.07.25 12:45
Helaba
Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Vor dem Hintergrund der robusten Daten aus China heben wir unsere Wachstumsprognose für 2025 an, so die Analysten der Helaba.
Zweifel an der Verlässlichkeit der Wachstumszahlen würden bleiben.
Zuletzt hätten die Analysten der Helaba die aktuelle Lage im Handelsstreit mit den USA dargestellt. Das Fazit sei gewesen, dass Chinas Exporte insgesamt bisher weniger unter den US-Zöllen gelitten hätten als erwartet. Auch deshalb sei das Wachstum des realen Bruttoinlandsproduktes (BIP) im zweiten Quartal mit 1,1% gegenüber Vorquartal besser ausgefallen als prognostiziert - nach dem ersten Quartal die zweite positive Überraschung in Folge.
Hinsichtlich der Binnennachfrage stehe die chinesische Wirtschaftspolitik allerdings weiterhin vor großen Herausforderungen: Die Gesellschaft altere, das Arbeitskräftepotenzial schrumpfe, eine nachhaltige Trendwende am Immobilienmarkt lasse auf sich warten und die Ausgabenneigung der Konsumenten sei unverändert mäßig.
Was die Überinvestitionen der untergeordneten Gebietskörperschaften und in vielen Industriebranchen angehe, habe die Regierung in Peking das Problem zwar wohl erkannt, bleibe aber eine schlüssige Lösung schuldig. Tatsächlich würden manche Ansätze, den fiskalischen Stimulus zu verstärken, diese Fehlallokation von Kapital tendenziell noch verstärken. Auch eine expansivere Geldpolitik schiebe nicht nur potenziell die Nachfrage an, sondern könne über die großzügigere Verfügbarkeit von Liquidität das Überkapazitätsproblem ("Zombiefirmen") vergrößern.
Dennoch sei davon auszugehen, dass die Lockerung der Geld- und Fiskalpolitik in den kommenden Monaten andauern werde und für konjunkturellen Rückenwind sorge. Hierbei werde auch die immer weiter zunehmende Staatsschuldenquote - die laut IWF-Schätzungen zum Ende des Jahrzehnts bis auf fast 120% am BIP steigen werde - letztlich kein Hindernis sein. Die Analysten der Helaba seien in ihrem Jahresausblick für 2025 mit einer Wachstumsprognose von nur 4% "ins Rennen gegangen". Im April hätten sich andere Prognostiker unter dem Eindruck der eskalierenden Zölle ihrer Position angenähert - der IWF ging im April auf 4,0%, der Bloomberg-Konsens sei auf 4,2% gefallen.
Wie schon für 2024 hätten die Analysten der Helaba erhebliche Zweifel auch an der Aussagekraft der offiziellen Wachstumszahlen für 2025. Aber auf Basis der positiven Überraschung beim Außenhandel, zaghafter Anzeichen für eine Belebung der Inlandsnachfrage und des stärker als erwartet gemeldeten Wachstums im Q2 würden sie ihre Wachstumsprognose für 2025 nun auf 4,5% anheben. Dabei unterstelle man weiter einen erheblichen Gegenwind im zweiten Halbjahr durch den Handelskrieg mit den USA und Bemühungen anderer Handelspartner, eine massive Umlenkung chinesischer Exporte in ihre Märkte zu verhindern oder zumindest zu erschweren. Gleichzeitig würden die oben genannten inländischen Probleme die Dynamik dämpfen. Dadurch sollten die Quartalszuwachsraten beim chinesischen BIP in der zweiten Jahreshälfte deutlich geringer ausfallen als die gut 1% im ersten Halbjahr. (Wochenausblick vom 18.07.2025) (21.07.2025/ac/a/m)
Zweifel an der Verlässlichkeit der Wachstumszahlen würden bleiben.
Zuletzt hätten die Analysten der Helaba die aktuelle Lage im Handelsstreit mit den USA dargestellt. Das Fazit sei gewesen, dass Chinas Exporte insgesamt bisher weniger unter den US-Zöllen gelitten hätten als erwartet. Auch deshalb sei das Wachstum des realen Bruttoinlandsproduktes (BIP) im zweiten Quartal mit 1,1% gegenüber Vorquartal besser ausgefallen als prognostiziert - nach dem ersten Quartal die zweite positive Überraschung in Folge.
Was die Überinvestitionen der untergeordneten Gebietskörperschaften und in vielen Industriebranchen angehe, habe die Regierung in Peking das Problem zwar wohl erkannt, bleibe aber eine schlüssige Lösung schuldig. Tatsächlich würden manche Ansätze, den fiskalischen Stimulus zu verstärken, diese Fehlallokation von Kapital tendenziell noch verstärken. Auch eine expansivere Geldpolitik schiebe nicht nur potenziell die Nachfrage an, sondern könne über die großzügigere Verfügbarkeit von Liquidität das Überkapazitätsproblem ("Zombiefirmen") vergrößern.
Dennoch sei davon auszugehen, dass die Lockerung der Geld- und Fiskalpolitik in den kommenden Monaten andauern werde und für konjunkturellen Rückenwind sorge. Hierbei werde auch die immer weiter zunehmende Staatsschuldenquote - die laut IWF-Schätzungen zum Ende des Jahrzehnts bis auf fast 120% am BIP steigen werde - letztlich kein Hindernis sein. Die Analysten der Helaba seien in ihrem Jahresausblick für 2025 mit einer Wachstumsprognose von nur 4% "ins Rennen gegangen". Im April hätten sich andere Prognostiker unter dem Eindruck der eskalierenden Zölle ihrer Position angenähert - der IWF ging im April auf 4,0%, der Bloomberg-Konsens sei auf 4,2% gefallen.
Wie schon für 2024 hätten die Analysten der Helaba erhebliche Zweifel auch an der Aussagekraft der offiziellen Wachstumszahlen für 2025. Aber auf Basis der positiven Überraschung beim Außenhandel, zaghafter Anzeichen für eine Belebung der Inlandsnachfrage und des stärker als erwartet gemeldeten Wachstums im Q2 würden sie ihre Wachstumsprognose für 2025 nun auf 4,5% anheben. Dabei unterstelle man weiter einen erheblichen Gegenwind im zweiten Halbjahr durch den Handelskrieg mit den USA und Bemühungen anderer Handelspartner, eine massive Umlenkung chinesischer Exporte in ihre Märkte zu verhindern oder zumindest zu erschweren. Gleichzeitig würden die oben genannten inländischen Probleme die Dynamik dämpfen. Dadurch sollten die Quartalszuwachsraten beim chinesischen BIP in der zweiten Jahreshälfte deutlich geringer ausfallen als die gut 1% im ersten Halbjahr. (Wochenausblick vom 18.07.2025) (21.07.2025/ac/a/m)
