Hohe Performance-Differenzen zwischen Branchen: Sektor-Allokation als Renditetreiber
14.09.22 15:28
Merck Finck
München (www.aktiencheck.de) - Aktienanleger tun gut daran, genau auszuwählen, in welche Branchen sie investieren, so Marc Decker, Stellvertretender Leiter Aktien bei Merck Finck a Quintet Private Bank.
Diese sogenannte Sektor-Allokation sei im bisherigen Jahresverlauf 2022 besonders wichtig gewesen. Der Performance-Unterschied zwischen der besten und der schlechtesten Branche habe auf US-Dollar-Basis im Zeitraum zwischen Jahresanfang und Ende August rund 60 Prozentpunkte betragen. Selten seien in der Vergangenheit höhere Differenzen gemessen worden. In Euro gerechnet würden sich sogar noch höhere Renditeunterschiede ergeben. Wenig überraschend seien es seit Jahresanfang vor allem Energieaktien gewesen, die mit über 56 Prozent Plus an der Spitze des Feldes gelegen hätten, während Technologietitel mit rund 22 Prozent Minus das Schlusslicht gebildet hätten. Doch auch zwischen anderen Sektoren hätten teils große Differenzen geherrscht. Industriedienstleister hätten etwa eine Wertentwicklung von über 17 Prozent erzielt, wohingegen Einzelhändler über 11 Prozent verloren hätten. Eine starke Streuung der Renditen trete vor allem in Zeiten des Umbruchs und der Krise auf. So habe der Unterschied zwischen bestem und schlechtestem Sektor im Corona-Jahr 2020 rund 80 Prozentpunkte erreicht, und ähnlich habe es während der Finanzkrise im Jahr 2009 ausgesehen. Doch auch in einem ruhigeren Fahrwasser seien die Unterschiede signifikant und lägen in den meisten Jahren zwischen 30 und 50 Prozentpunkten.
Investoren, die sich frühzeitig für Sektortrends in Position bringen würden, könnten auf diese Weise also die Rendite ihrer Anlagen insgesamt spürbar optimieren. Wichtig sei allerdings, dass sie diese Positionierung bewusst als taktisches Instrument im Zusammenhang ihres Gesamtportfolios sehen würden. Das Momentum einzelner Sektoren lasse sich häufig über einen Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten sinnvoll ausspielen. Indes sollten Engagements in Einzelaktien auf einer fundamentalen Einschätzung mit einem Zeithorizont von drei bis fünf Jahren bestehen. Die Positionierung des Portfolios für längerfristige thematische Trends - etwa Demografie oder Digitalisierung - sollte sogar auf Sicht von fünf bis zehn Jahren vorgenommen werden.
Für das Gelingen der taktischen Sektor-Positionierungen sei es entscheidend, die Performance-Treiber der Sektoren im Blick zu haben. Im bisherigen Jahresverlauf seien zwei Kernthemen auffällig gewesen: Die Verlagerung von Wachstums- zu günstiger bewerteten Value-Werten, insbesondere getrieben durch die Inflation, sowie die Angst vor einer globalen Rezession, die Anleger in Richtung risikoärmerer Sektoren mit stabilen Cashflows und Erträgen gedrängt habe.
Im Blick nach vorn halte Merck Finck eine Mischung aus defensiven Sektoren und einigen längerfristigen Wachstumssektoren, die im bisherigen Jahresverlauf eine schwache Performance gezeigt hätten, für aussichtsreich. Merck Finck halte insbesondere die Bereiche Gesundheitstechnologie, Einzelhandel (insbesondere Lebensmitteleinzelhandel) und Konsumgüter für attraktiv. In der Vergangenheit hätten diese Sektoren in einem ähnlichen Umfeld eine bessere Performance als der Markt gezeigt. Mittelfristig sollten diese defensiven Sektoren durch eine Allokation in zwei wachstumsstärkere Sektoren - Industriedienstleistungen und Technologie - ergänzt werden. Nach dem Bottom-up-Modell der Merck Finck seien dies zwei der stärkeren Sektoren, da beide von hochwertigen Unternehmen mit marktführenden und schwer zu kopierenden Geschäftsmodellen dominiert würden. Die jüngste Underperformance habe hier attraktive Einstiegsmöglichkeiten geschaffen. (14.09.2022/ac/a/m)
Diese sogenannte Sektor-Allokation sei im bisherigen Jahresverlauf 2022 besonders wichtig gewesen. Der Performance-Unterschied zwischen der besten und der schlechtesten Branche habe auf US-Dollar-Basis im Zeitraum zwischen Jahresanfang und Ende August rund 60 Prozentpunkte betragen. Selten seien in der Vergangenheit höhere Differenzen gemessen worden. In Euro gerechnet würden sich sogar noch höhere Renditeunterschiede ergeben. Wenig überraschend seien es seit Jahresanfang vor allem Energieaktien gewesen, die mit über 56 Prozent Plus an der Spitze des Feldes gelegen hätten, während Technologietitel mit rund 22 Prozent Minus das Schlusslicht gebildet hätten. Doch auch zwischen anderen Sektoren hätten teils große Differenzen geherrscht. Industriedienstleister hätten etwa eine Wertentwicklung von über 17 Prozent erzielt, wohingegen Einzelhändler über 11 Prozent verloren hätten. Eine starke Streuung der Renditen trete vor allem in Zeiten des Umbruchs und der Krise auf. So habe der Unterschied zwischen bestem und schlechtestem Sektor im Corona-Jahr 2020 rund 80 Prozentpunkte erreicht, und ähnlich habe es während der Finanzkrise im Jahr 2009 ausgesehen. Doch auch in einem ruhigeren Fahrwasser seien die Unterschiede signifikant und lägen in den meisten Jahren zwischen 30 und 50 Prozentpunkten.
Für das Gelingen der taktischen Sektor-Positionierungen sei es entscheidend, die Performance-Treiber der Sektoren im Blick zu haben. Im bisherigen Jahresverlauf seien zwei Kernthemen auffällig gewesen: Die Verlagerung von Wachstums- zu günstiger bewerteten Value-Werten, insbesondere getrieben durch die Inflation, sowie die Angst vor einer globalen Rezession, die Anleger in Richtung risikoärmerer Sektoren mit stabilen Cashflows und Erträgen gedrängt habe.
Im Blick nach vorn halte Merck Finck eine Mischung aus defensiven Sektoren und einigen längerfristigen Wachstumssektoren, die im bisherigen Jahresverlauf eine schwache Performance gezeigt hätten, für aussichtsreich. Merck Finck halte insbesondere die Bereiche Gesundheitstechnologie, Einzelhandel (insbesondere Lebensmitteleinzelhandel) und Konsumgüter für attraktiv. In der Vergangenheit hätten diese Sektoren in einem ähnlichen Umfeld eine bessere Performance als der Markt gezeigt. Mittelfristig sollten diese defensiven Sektoren durch eine Allokation in zwei wachstumsstärkere Sektoren - Industriedienstleistungen und Technologie - ergänzt werden. Nach dem Bottom-up-Modell der Merck Finck seien dies zwei der stärkeren Sektoren, da beide von hochwertigen Unternehmen mit marktführenden und schwer zu kopierenden Geschäftsmodellen dominiert würden. Die jüngste Underperformance habe hier attraktive Einstiegsmöglichkeiten geschaffen. (14.09.2022/ac/a/m)
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