Goldstandard 2.0?
20.10.25 10:30
Helaba
Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Gold hat eine Schallmauer durchbrochen, die sich nicht mehr nur auf Sicherheit und Zinssenkungen zurückführen lässt, so die Analysten der Helaba.
Es scheine, als ob die Anleger nach einem neuen Anker suchen würden.
Eine Wochenperformance von 8%! Was in der Vergangenheit noch als ordentliche Wertsteigerung binnen eines Jahres durchgegangen wäre, sei nun der Wertzuwachs innerhalb einer Handelswoche. Für Gold neige sich ein historisch einmaliges und außergewöhnliches Anlagejahr dem Ende zu. Es wäre müßig hier alle Rekorde aufzulisten, die das Edelmetall allein in diesem Jahr gerissen habe. Für 2025 bleibe eine Performance von über 60% in US-Dollar sowie gut 50% in Eurorechnung.
Ungewöhnlich an dem jüngsten Sprung des Goldpreises über die Marke von 4.000 US-Dollar je Feinunze sei, dass es eigentlich keine originäre neue Ursache dafür gebe. Gold sei bereits das ganze Jahr aus einer Kombination von geld- und geopolitischen Einflussfaktoren getragen worden. Maßgeblicher Treiber sei US-Präsident Trump mit seiner erratischen Zollpolitik gewesen, dem Druck, den er auf die US-Notenbank und vor allem FED-Chef Powell ausgeübt habe. Diese Entwicklungen hätten zur Abwertung des US-Dollars beigetragen. Hinzugekommen sei der anhaltende Haushalts-Shutdown. Das alles ebenso wie die politischen Instabilitäten in Frankreich und Japan hätten den Goldpreis von einem Hoch zum nächsten befördert. Die stark steigende Staatsverschuldung vieler Länder in Verbindung mit einem unsicher werdenden Ausblick zur Kreditwürdigkeit dürfte das Vertrauen an den globalen Finanzmärkten ebenso wenig steigern. Das alles ließe sich unter einem Vertrauensverlust in den US-Dollar als Leitwährung subsummieren. Dazu passe, dass die Zentralbanken vieler Schwellenländer - allen voran China - seit über drei Jahren ihr Dollarrisiko reduzieren und Gold kaufen würden, um ihre Währungsreserven zu diversifizieren. Doch all diese Argumente würden nicht für den jüngsten Sprung nach oben ausreichen.
Gold habe 2025 auch in realer Rechnung ein Allzeithoch erreicht und damit den Rekord von 1980 mit über 3.500 US-Dollar (nominal gut 850 US-Dollar je Feinunze) eingestellt. Damit habe das Edelmetall inflationsbereinigt alle Schocks der Vergangenheit hinter sich gelassen, wozu die Rekordjahre 2010 und 2020 nicht ausgereicht hätten.
1980 habe Gold dieses Hoch aufgrund von Ölpreis- und in Folge Inflationsschocks, einer expansiven Geldpolitik sowie ausufernden Haushaltsdefiziten, die zu einem deutlichen Vertrauensverlust des US-Dollar geführt hätten, erreicht. Eine Goldrally habe eingesetzt und dafür gesorgt, dass das Edelmetall sich erstmals als "Inflationsschutz" und "sicherer Anlagehafen" habe positionieren können. Mit Blick auf die aktuelle Entwicklung gebe es darüber hinaus erstaunliche Parallelen, so dass sich mit Recht die Frage stelle, ob es nicht besser sei, sich allmählich von Gold zu trennen.
Es sei wie so oft die Geldpolitik, die den Unterschied mache. Seinerzeit sei es Notenbankchef Paul Volcker gewesen, der mitdrastischen Zinserhöhungen das Vertrauen der Anleger in den US-Dollar zurückgewonnen habe. Vielmehr noch habe er einen zwei Dekaden währenden Niedergang von Gold eingeläutet. Das Edelmetall habe in dieser Zeit keine große Rolle gespielt.
Dieses Mal sei alles anders? Es sei ein historisch schon oft falsifizierter Satz. Allerdings werde sich dieses Mal das Vertrauen vermutlich nicht mit einer harschen Geldpolitik zurückgewinnen lassen, zumal es diesen Notenbankchef mit Volckerscher Prägung nicht gebe. Ebenso wenig würden sich die beiden anderen großen Währungsblöcke aus dem Euroraum und China als Alternative dafür anbieten. Deshalb dürfte die Goldgeschichte hier noch nicht enden. Folglich revidiere die Helaba ihre Goldprognose und rechne binnen eines Jahres mit einem Goldpreis von nunmehr deutlich über 4.500 US-Dollar bzw. 3.800 Euro je Feinunze. (Wochenausblick vom 17.10.2025) (20.10.2025/ac/a/m)
Es scheine, als ob die Anleger nach einem neuen Anker suchen würden.
Eine Wochenperformance von 8%! Was in der Vergangenheit noch als ordentliche Wertsteigerung binnen eines Jahres durchgegangen wäre, sei nun der Wertzuwachs innerhalb einer Handelswoche. Für Gold neige sich ein historisch einmaliges und außergewöhnliches Anlagejahr dem Ende zu. Es wäre müßig hier alle Rekorde aufzulisten, die das Edelmetall allein in diesem Jahr gerissen habe. Für 2025 bleibe eine Performance von über 60% in US-Dollar sowie gut 50% in Eurorechnung.
Gold habe 2025 auch in realer Rechnung ein Allzeithoch erreicht und damit den Rekord von 1980 mit über 3.500 US-Dollar (nominal gut 850 US-Dollar je Feinunze) eingestellt. Damit habe das Edelmetall inflationsbereinigt alle Schocks der Vergangenheit hinter sich gelassen, wozu die Rekordjahre 2010 und 2020 nicht ausgereicht hätten.
1980 habe Gold dieses Hoch aufgrund von Ölpreis- und in Folge Inflationsschocks, einer expansiven Geldpolitik sowie ausufernden Haushaltsdefiziten, die zu einem deutlichen Vertrauensverlust des US-Dollar geführt hätten, erreicht. Eine Goldrally habe eingesetzt und dafür gesorgt, dass das Edelmetall sich erstmals als "Inflationsschutz" und "sicherer Anlagehafen" habe positionieren können. Mit Blick auf die aktuelle Entwicklung gebe es darüber hinaus erstaunliche Parallelen, so dass sich mit Recht die Frage stelle, ob es nicht besser sei, sich allmählich von Gold zu trennen.
Es sei wie so oft die Geldpolitik, die den Unterschied mache. Seinerzeit sei es Notenbankchef Paul Volcker gewesen, der mitdrastischen Zinserhöhungen das Vertrauen der Anleger in den US-Dollar zurückgewonnen habe. Vielmehr noch habe er einen zwei Dekaden währenden Niedergang von Gold eingeläutet. Das Edelmetall habe in dieser Zeit keine große Rolle gespielt.
Dieses Mal sei alles anders? Es sei ein historisch schon oft falsifizierter Satz. Allerdings werde sich dieses Mal das Vertrauen vermutlich nicht mit einer harschen Geldpolitik zurückgewinnen lassen, zumal es diesen Notenbankchef mit Volckerscher Prägung nicht gebe. Ebenso wenig würden sich die beiden anderen großen Währungsblöcke aus dem Euroraum und China als Alternative dafür anbieten. Deshalb dürfte die Goldgeschichte hier noch nicht enden. Folglich revidiere die Helaba ihre Goldprognose und rechne binnen eines Jahres mit einem Goldpreis von nunmehr deutlich über 4.500 US-Dollar bzw. 3.800 Euro je Feinunze. (Wochenausblick vom 17.10.2025) (20.10.2025/ac/a/m)
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