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Fr, 17. April 2026, 19:17 Uhr

Eurozone: Prognoseänderungen


03.05.24 13:50
Helaba

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Im ersten Quartal hat die deutsche Wirtschafsleistung um 0,2% gegenüber dem Vorquartal zugenommen (Eurozone: 0,3%), so die Analysten der Helaba.

Dies sei ein erster Schritt zum Aufschwung, auch wenn die Zusammensetzung des Wachstums noch nicht überzeugend sei. Das Plus zu Jahresbeginn habe nach ersten Informationen des Statistischen Bundesamtes u.a. aus steigenden Bauinvestitionen resultiert. Hierzu dürfte der milde Winter beigetragen haben. Eine Trendwende sei dies noch nicht. Die privaten Konsumausgaben, eigentlich der Hoffnungsträger für das Jahr 2024, seien hingegen gesunken.

Positiv sei immerhin gewesen, dass der Außenhandel zum Wachstum beigetragen habe. Frühindikatoren wie der Containerumschlag würden einen Aufschwung des globalen Handels signalisieren. Hiervon sollte Deutschland besonders profitieren. Auch das ifo Geschäftsklima sei zuletzt ermutigend ausgefallen, sodass die Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte an Dynamik gewinnen werde.

Aufgrund des noch schwachen ersten Halbjahres hätten die Analysten allerdings ihre Prognose für das deutsche Wirtschaftswachstum im Gesamtjahr 2024 auf 0,5% (vorher: 0,8%) gesenkt. Erfreulicherweise dürfte der BIP-Zuwachs dann im nächsten Jahr mit 1,4% stärker ausfallen als bislang erwartet (1,1%), auch, weil bei diesem neuen Verlauf das Ausgangsniveau zu Jahresbeginn 2025 höher sei als bisher.

Die Daten der anderen großen Länder der Eurozone seien gemischt ausgefallen. Spanien habe mit einem sehr starken Q1-Wachstum von 0,7% gegenüber den drei Monaten zuvor geglänzt. Neben dem Außenhandel hätten die Ausrüstungen und der Nicht-Wohnungsbau hierzu beigetragen. Deswegen hätten die Analysten die Prognose für 2024 auf 2,3% (vorher: 2,0%) erhöht. Frankreich und Italien hätten dagegen enttäuscht. Für beide Länder sei das Wachstum für 2024 leicht auf 0,9% (vorher: 1,1%) gesenkt worden. Für die Eurozone resultiere hieraus ein Plus des BIP von 0,8% (vorher: 1,0%).

Die deutsche Inflationsrate dürfte 2024 nur 2,6% betragen (vorher: 3,0%). Entlastungen kämen zurzeit vor allem von der Energie und den aktuell sich kaum mehr nach oben bewegenden Nahrungsmittelpreisen. Gleichwohl würden hohe Tariflohnsteigerungen zu Überwälzungen führen, was sich insbesondere auf die Dienstleistungspreise auswirke. Immerhin sei die entsprechende Rate im April auf 3,4% nach 3,7% gesunken. Eine ähnliche Prognoseänderung der Verbraucherpreise hätten die Analysten für die gesamte Eurozone vorgenommen, für die sie nun eine Inflationsrate von 2,6% (bisher: 2,8%) erwarten würden.

Die Inflationsprognosen für 2025 von 2,5% für Deutschland und die Eurozone seien nicht geändert worden. Der demografische Wandel dürfte zu weiterhin deutlichen Lohnsteigerungen führen. Auch würden sich die Kosten des Klimaschutzes und protektionistische Maßnahmen preissteigernd auswirken. (03.05.2024/ac/a/m)