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Fr, 17. April 2026, 7:20 Uhr

Berichtssaison in den USA als Katalysator für die weitere Entwicklung der Aktienmärkte in 2023


12.07.23 11:40
Merck Finck

München (www.aktiencheck.de) - In den letzten beiden Quartalen haben sich die Aktien trotz sinkender Unternehmensgewinne erholt, so Marc Decker, Leiter Aktien bei Quintet Private Bank, Muttergesellschaft von Merck Finck.

Die Führung dieser Erholungsrallye sei von europäischen Aktien auf eine kleine Gruppe von US-Technologieaktien übergegangen. Nun beginne - zunächst in den USA - die Berichtssaison für das 2. Quartal 2023. Und wieder stelle sich die Frage: Würden die Bewertungen noch einmal dem stagnierenden Umsatzwachstum, sinkenden Margen und der makroökonomischen Großwetterlage trotzen können?

Tatsächlich würden Aktienanalysten im S&P 500 (ISIN: US78378X1072, WKN: A0AET0) im Schnitt einen Rückgang der Unternehmensgewinne um circa 6% erwarten; in Europa sogar noch deutlich mehr als in den USA. Aber: In den letzten Quartalen sei es den Unternehmen im Großen und Ganzen gelungen, durch gutes Erwartungsmanagement die Messlatte niedrig zu legen. Dadurch hätten die Erwartungen gut übertroffen werden können. Mit diesem Effekt rechne Decker auch jetzt.

Entscheidend für das Sentiment werde jedoch sein, ob die genannten "Lokomotiven", also die US Mega-Tech-Firmen, die in sie gesetzten Erwartungen schon mit entsprechend guten Quartalszahlen bestätigen könnten. Schließlich seien gerade bei ihnen die Bewertungen weit vorausgeeilt. Daneben werde ein weiterer entscheidender Faktor sein, wie es um die Fähigkeit des breiten Unternehmenssektors bestellt sei, hohe Margen bei zurückgehender Inflation aufrechtzuerhalten. Auch werde man ein erstes Zwischenfeedback erhalten, inwieweit es den Unternehmen gelinge, Künstliche Intelligenz schon in Einsatzmöglichkeiten und Wachstumspotentiale zu verwandeln.

Während sich die Verbraucher in den USA, wie so oft, robuster als erwartet gezeigt hätten, werde der Fokus darauf liegen müssen, ob und wie sich der Stress im US-Bankensektor auf die Kreditvergabe und die Gewinne ausgewirkt habe. Je nachdem, wie das Gros der Berichte hereinkomme, könnte sich diese Berichtssaison als Katalysator für die Entwicklung der Aktienmärkte in die ein oder andere Richtung erweisen.

Merck Finck bleibe bei einer vorsichtigeren Haltung. Denn wenn man alles zusammenzähle, seien Aktien teurer als noch vor sechs Monaten. Das mache sie anfälliger für Enttäuschungen. (12.07.2023/ac/a/m)