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Fr, 17. April 2026, 7:18 Uhr

Aktienmarkt: Wie geht es weiter?


21.06.23 13:10
Merck Finck

München (www.aktiencheck.de) - Seit den Tiefstständen im Oktober letzten Jahres haben sich die Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantik in beeindruckender Weise nach oben entwickelt: Der DAX um circa 35%, der S&P 500 um gut 24% und der Dow Jones um circa 21%, so die Experten von Merck Finck a Quintet Private Bank in ihrem aktuellen "Wochenausblick".

Die aktuelle Korrekturbewegung scheint Zweifler zu bestätigen; immerhin erscheinen die Bewertungsniveaus mittlerweile strapaziert, so die Experten von Merck Finck a Quintet Private Bank. Optimisten hingegen sähen angesichts der KI-induzierten Umbrüche gänzlich neue Kurssphären am Horizont.

Die Experten von Merck Finck a Quintet Private Bank würden versuchen sich dieser Frage von verschiedenen Seiten zu nähern:

Tatsächlich werde der deutsche Leitindex DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) mit einem 12-Monats-Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von elffach heute um 10% höher bewertet als im Oktober 2022. Doch dies entspreche immer noch einem Abschlag von 40% gegenüber globalen Aktien. Von dieser fundamentalen Betrachtung her sähen die deutschen Aktien also relativ günstig bewertet aus. Der KGV als einzige Betrachtungsgröße reiche natürlich für eine fundamentale Aktienbewertung nicht aus, helfe allerdings als grobe Näherungsgröße.

Im Vergleich hierzu habe der US-Aktienmarkt im S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) ein KGV 20-fach erreicht, kommend von 16-fach im letzten Oktober. Der mit dem DAX besser vergleichbare Dow Jones (ISIN US2605661048/ WKN 969420) habe zuletzt ein KGV von circa 18-fach erreicht, kommend von 15,5-fach im gleichen Zeitraum.

Noch teurer erscheine der Technologiesektor im Speziellen: Dessen Aktien würden nun ein KGV von 30 gegenüber 20 im Oktober 2022 spiegeln; dies entspreche einem Aufschlag von circa 90% gegenüber dem globalen Aktienmarkt. Bei der Betrachtung der europäischen Technologietitel scheine dies nicht im gleichen Maße der Fall zu sein. Vergleiche man jedoch die augenblicklichen Bewertungen des Technologiesektors dies- und jenseits des Atlantiks mit den Bewertungsniveaus, die Anfang der 2000er Jahre während der TMT-Blase erreicht worden seien, so sähen diese nicht ganz so dramatisch aus. Zusammenfassend kann man festhalten, dass aus der reinen Bewertungssicht die Kursniveaus sehr gedehnt erscheinen, so die Experten von Merck Finck a Quintet Private Bank.

Eine weitere Betrachtungsweise seien die makroökonomischen und geopolitischen Einflussfaktoren. Unserer Ansicht nach befinden wir uns in einer spätzyklischen Phase, die im historischen Vergleich mit erhöhter Schwankungsanfälligkeit assoziiert werden kann, so die Experten von Merck Finck a Quintet Private Bank. Die negative Melange der letzten Quartale bestehend unter anderem aus Lieferengpässen, hohen Energiepreisen und steigender Inflation habe sich aufgelöst beziehungsweise deutlich abgeschwächt.

Auf der anderen Seite habe eine restriktivere Zentralbankpolitik in den westlichen Industriestaaten mit den entsprechenden höheren Zinsniveaus begonnen, sich auf die ökonomischen Aktivitäten auszuwirken. Dieser Effekt sei jedoch verzögert und werde seine ganze Wirkung erst noch entfalten. Dies werde sich negativ auf Gewinne und Margen der Unternehmen auswirken.

Hier stelle sich die Frage, wie groß dieser Effekt aber tatsächlich sein werde. Zumindest sei ein Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität festzustellen, eine harte Landung, sprich eine größere Rezession scheint jedoch mehr und mehr unwahrscheinlich. Und über allem würden die Damoklesschwerter von geopolitischen Konfliktherden und Handelskriegen schweben, deren Eskalationspotenzial nur schwer zu greifen sei. Zusammenfassend kann auch hier festgestellt werden, dass die durchaus hohen Bewertungsniveaus unter Risiko-Ertrags-Gesichtspunkten für Aktien derzeit nicht gerechtfertigt erscheinen, so die Experten von Merck Finck a Quintet Private Bank.

Losgelöst von solchen fundamentalen, makroökonomischen und geopolitischen Betrachtungen, würden neue Wachstumspotenziale durch neue Technologien locken. Künstliche Intelligenz, E-Mobilität, Virtual Reality, alternative Energiequellen... - sie würden die Fantasie der Anleger und die massive Rally der letzten Monate treiben. Die Hausse gerade der Technologieaktien erinnere manche an die Dotcom-Blase zur Jahrtausendwende. Auch damals seien hohe KGVs mit entsprechenden Wachstumsversprechen verknüpft worden. Doch im Unterschied zu damals seien die heutigen Top-Performer dieser Aktien mittlerweile etablierte Geschäftsmodelle mit entsprechend hohen Margen und CashFlows. Somit fuße dieser Aufschwung auf mehr Fundament als damals. Nichtsdestotrotz bleibe natürlich die Frage, ob die Unternehmen die in sie gesetzten Wachstumserwartungen werden erfüllen könnten.

Die die Experten von Merck Finck a Quintet Private Bank würden sich de Frage stellen, ob wir nun vor einer Verstetigung der gegenwärtig laufenden Aktienmarkthausse, vor einer gesunden Korrektur oder einem großen Abverkauf stehen. Und was könnte eine Korrektur auslösen? Fakt sei, dass der Markt bisher alle negativen Argumente gut habe absorbieren können. Zunehmend würden auch Marktskeptiker ihre defensiven Positionierungen hinterfragen und würden vermehrt wieder in den Markt hineingezogen, was die Rally zusätzlich nähre.

Aus Erfahrung der Experten von Merck Finck a Quintet Private Bank würden sich die Kapital- und insbesondere die Aktienmärkte nicht in linearen Bewegungen, sondern wellenförmig bewegen. Größere Korrekturen würden meistens durch Vorkommnisse ausgelöst, die die wenigsten Marktteilnehmer auf dem Radar gehabt hätten und daher als "Schwarzer Schwan" bezeichnet würden. Die Krux eines Schwarzen Schwanes sei eben, dass der Grund für eine Korrektur nur schwer antizipierbar sei. Auf der anderen Seite könnten sich Aufschwünge an den Aktienmärkten länger tragen, als man erwarten würde, gerade wenn eine skeptische Grundstimmung vorherrsche.

Wie solle man sich also nun in dieser Situation als Anleger verhalten? Langfristig seien Aktien nach wie vor das Investitionsvehikel der Wahl. Daher sei Angst bei der Anlagewahl der falsche Ratgeber. Und hier würden die Experten von Merck Finck a Quintet Private Bank die Angst vor einem Crash, als auch die Angst vor dem Verpassen der Hausse meinen. Generell würden die Experten in den nächsten Wochen und Monaten holprigere Aktienmärkte, aber bis dato keinen totalen Abverkauf erwarten. Die Positionierungen der Marktteilnehmer würden anzeigen, dass die Luft am Aktienmarkt dünner werde, eine Korrektur richtig zu timen, sei jedoch mehr als schwierig.

Nach Meinung der Experten von Merck Finck a Quintet Private Bank fahre ein Anleger daher nach wie vor am besten mit einem Portfolio, welches über Anlageklassen, als auch innerhalb von Anlageklassen wie Aktien breit diversifiziert sei. Bei der Einzeltitelauswahl legen wir daher sehr viel Wert auf Unternehmen mit etablierten Geschäftsmodellen, Preissetzungsmacht, hohen Renditen auf das eingesetzte Kapital und gutem Management, so die Experten von Merck Finck a Quintet Private Bank. In der gegenwärtigen Situation würden die Experten keine weiteren Risiken im Technologiesektor aufsatteln, sondern würden defensivere Titel z.B. aus den Sektoren zyklischer Konsum und Gesundheitswesen präferieren. Global betrachtet, würden sie Aktien aus dem asiatischen und hier auch speziell aus Japan für aussichtsreicher als in anderen Weltregionen erachten. Im Hinblick auf die transatlantischen Aktienmärkte erscheinen im direkten Vergleich europäische Aktien günstiger bewertet als ihre US-amerikanischen Pendants, so die Experten von Merck Finck a Quintet Private Bank. (21.06.2023/ac/a/m)





 
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