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Fr, 17. April 2026, 12:46 Uhr

Zur Lage am dt. Aktienmarkt


14.06.01 13:03
LB Schleswig-Holstein

Der Aktienmarkt sei auch in der Berichtswoche in seiner Seitwärtsrange zwischen 6.000 und 6.300 Punkten gefangen geblieben, berichten die Analysten der LB Schleswig-Holstein.

Zwar hätten sich zu Beginn durchaus ernst zu nehmende Erholungstendenzen angedeutet, so dass viele Marktteilnehmer den Markt schon über der 6.500-Punkte-Marke gesehen hätten, doch hätte der „Nokia“-Schock allen wieder unverblümt vor Augen geführt, dass keineswegs das Tal der Tränen vollständig durchschritten sei, und der Markt durchaus wieder zu Boden geschickt werden könne. Der Handy-Gigant hätte sowohl seine Umsatz- wie auch Gewinnerwartungen für das laufende Quartal zum Teil drastisch nach unten korrigieren müssen.

Statt der erwarteten 0,20 EUR Gewinn je Aktie werde nunmehr von 0,15 – 0,17 EUR ausgegangen, und auch die Umsatzsteigerungen würden nur noch schlappe 10% betragen. Hier hätte die Zielgröße bis vor kurzem mehr als doppelt so hoch gelegen. Die Aktie sei nach diesen Tiefschlägen dramatisch eingeknickt und hätte teilweise mehr als 25%b verloren. Diesem negativen Sog hätten sich auch die deutschen Technologietitel nicht entziehen können. Vor allem die Aktien der Siemens-Familie hätte es besonders hart getroffen. Hier seien die stärksten Wirkungstreffer mit Abschlägen von durchschnittlich knapp 5% zu verzeichnen gewesen.

Ferner hätten dem Markt die sehr hohen Inflationszahlen zugesetzt. Mit 3,6% sei der höchste Wert seit Dezember 1993 erreicht worden. Vor allem sehr hohe Energie- als auch Nahrungsmittelpreise hätten hauptverantwortlich für diese Entwicklung gezeichnet. Vor diesem Hintergrund scheine es zunächst unwahrscheinlich, dass seitens der europäischen Währungshüter Erfrischungen für den Markt in Form weiterer Zinssenkungen gereicht würden.

Anders sehe die Situation in Amerika aus. In dem jüngsten Kommentar zur wirtschaftlichen Lage in Amerika, dem Beige Book, sei klar herausgestellt worden, dass in allen Wirtschaftsbereichen eine rückgängige Tendenz festzustellen sei. Ferner ließen die Kommentare des Mitglieds der amerikanischen Zentralbank FED McDonough, dass Inflation zurzeit keine Bedrohung in Amerika darstelle, auf die Möglichkeit einer Zinssenkung seitens der FED auf der nächsten Sitzung am 27. Juni schließen. Dieser Schritt würde dann auch den europäischen Aktienmärkten kurzfristig wieder auf die Beine helfen können.