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Fr, 17. April 2026, 13:29 Uhr

Zur Lage am deutschen Aktienmarkt


30.10.00 00:00
LB Schleswig-Holstein

Der Anleger am Aktienmarkt wird seit Ende letzter Woche mit Rahmenbedingungen konfrontiert, die er schon lange nicht mehr kannte: die Kurse stiegen geradezu sprungartig an, berichten die Analysten der Landesbank Schleswig-Holstein.

Ausgelöst durch eine sehr freundliche Nasdaq seien es vor allem die Technologiewerte gewesen, die ein regelrechtes Kursfeuerwerk ausgelöst hätten. Im Zuge dieser freundlichen Grundtendenz hätten auch die Notierungen am Neuen Markt anziehen können. So habe der Nemax50-Index in der Berichtswoche ein Plus von gut 9% erreicht, während der DAX immerhin einen Gewinn von gut 5% habe verzeichnen können. Diese Entwicklung sei durch die Zahlenbekanntgabe von Nokia initiiert worden. Das finnische Unternehmen habe die Veröffentlichung der Ergebnisse des dritten Quartals um eine Woche vorgezogenen, weil "der Markt positive Nachrichten benötige", habe der Vorstandsvorsitzende Ollila betont.

In der Tat sei der Kurs seit Veröffentlichung dieser Zahlen um mehr als 30% angezogen. Trotz dieses positiven Umfeldes hätten sich die Märkte nach wie vor durch große Nervosität ausgezeichnet. So habe die Quartalsberichtssaison in den USA und auch in Deutschland weiterhin starken Einfluss auf die heimischen Börsen. Schlechte Ergebnisse wie von National Semiconductor, AT&T oder Nortel würden mit enormen Kursabschlägen bestraft. Auf der anderen Seite jedoch würden-wie im Falle von Nokia-sehr gute Zahlen von der Börse honoriert werden. So hätten die besser als erwarteten Quartalsergebnisse von Amazon zu einer allgemein freundlichen Tendenz im Internetsektor geführt.

Ein Sorgenkind bleibe jedoch nach wie vor der Euro. Die Gemeinschaftswährung habe in der Berichtswoche neue Allzeit-Tiefstände mit Notierungen knapp über 0,82 USD markiert. Offenbar sei es derzeit kaum möglich, den freien Fall zu stoppen. Die EZB werde hier in naher Zukunft gefordert sein, die schwere Aufgabe zu erfüllen, das Vertrauen in die Währung wieder herzustellen. Eine Erhöhung der Leitzinsen könnte zwar ein positives Signal für den Euro sein, für die Konjunktur jedoch wäre dieser Schritt alles andere als günstig. Hätten die sechs führenden Wirtschaftsinstitute in ihrem Herbstgutachten bereits ihre Wachstumsprognosen für das nächste Jahr nach unten revidiert, würden durch steigende Zinsen weitere belastende Faktoren hinzukommen.

Die Schwäche des Euros sei aber weiterhin durchweg als positiv für die Exportwirtschaft zu beurteilen, so dass die Gewinne dieser Unternehmen währungsbedingt ansteigen würden. Neben der Diskussion um die Gemeinschaftswährung würden in der nächsten Woche die Veröffentlichungen der Quartalszahlen unter anderem von VW, Schering oder der Deutschen Telekom eine zentrale Bedeutung einnehmen. Sollten diese positiv ausfallen, dürfte der DAX bald die 7.000 Punkte wieder in Angriff nehmen.





 
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