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Fr, 17. April 2026, 18:32 Uhr

US-Wirtschaft robust erwartet


28.12.05 15:06
Bank Julius Bär

Für die US-Wirtschaft erwarten die Analysten der Bank Julius Bär im Jahr 2006 folgende Entwicklungen: Das Wachstum des Bruttoinlandprodukts dürfte trotz leichter Abschwächung relativ robust bleiben und nach +3,6% in diesem Jahr doch noch eine nahe am Potenzial liegende Rate von +3,4% erreichen.

Bestimmend für das Wachstum werde unter anderem das Ausmaß der Abschwächung des Immobilienmarktes sein. Erste Anzeichen würden schon jetzt vereinzelt in "Hot Spots" wie Los Angeles, Las Vegas oder Miami sichtbar, und man erwarte, dass ein weiterer leichter Anstieg der Hypothekarzinsen eine kontinuierliche, aber nicht crashartige Abschwächung des Immobilienmarktes nach sich ziehen werde. Dies dürfte die privaten Haushalte zu einem etwas vorsichtigeren Ausgabeverhalten bewegen. Derweil würden die Aussichten für den Arbeitsmarkt freundlich bleiben, was dem Konsumwachstum einen "satten Wachstumsboden" sichern werde.

Die Verteilung des Wachstums dürfte sich nächstes Jahr etwas mehr zu den Investitionen hin verschieben. In diesem Bereich würden die Analysten der Bank Julius Bär nach wie vor aufgrund der robusten Nachfrage, der gesunden Unternehmensbilanzen und der Rekordgewinne in diesem Jahr eine rege Investitionstätigkeit erwarten.

Die Regierung werde es vorerst nicht schaffen, die Staatsausgaben maßgeblich zu kürzen, und die zusätzlichen Kosten für den Wiederaufbau der von den Hurrikanen betroffenen Gebiete würden ein zusätzliches Loch in die Staatskasse reißen. Der Beitrag der Staatsausgaben zum BIP dürfte 2006 leicht höher sein als 2005.

Indes würden die Analysten der Bank Julius Bär bei den Handelsströmen ein leicht schwächeres Wachstum der Importe sehen. Gleichzeitig werde das Exportwachstum durch die spätzyklischen Wachstumsschübe in den meisten US-Handelspartnerländern robust bleiben. Dies bedeute einen weniger negativen Beitrag der Nettoexporte zum BIP.

Ein wichtiges Thema sei und bleibe die Inflationsentwicklung. Die Jahresrate der Konsumentenpreisinflation werde sich nach Meinung der Analysten weiter abschwächen und nach der Inflationsspitze von (im Vorjahresvergleich) +4,7% im September 2005 Ende 2006 wieder auf einem verträglicheren Niveau von etwa +2,5% gegenüber Vorjahr zu liegen kommen. Indes dürfte die amerikanische Zentralbank den Zinserhöhungszyklus mit dem letzten Zinsschritt von +25 Basispunkten im Januar abschließen. Der Leitzins des FED werde somit bei 4,5% die Spitze erreichen und für den Rest des Jahres auf diesem Niveau verharren. Angesichts der zu erwartenden Wachstumsabschwächung sei gegen Ende 2006 sogar eine kleine Zinssenkung nicht auszuschließen.

Der US-Dollar sollte nach einer vorübergehenden Schwäche Ende 2005/Anfang 2006 im nächsten Jahr wieder etwas an Stärke gewinnen. Hier würden zyklische Elemente eine wichtige Rolle spielen und im Vordergrund bleibe die attraktive Zinsdifferenz im US-Dollar-Raum verglichen mit dem japanischen oder dem Euro-Raum. Da die Analysten der Bank Julius Bär von nur einer weiteren EZB (Europäische Zentralbank)-Zinserhöhung Anfang 2006 und einer Fortsetzung der Nullzinspolitik in Japan bis mindestens Ende 2006 ausgehen würden, bleibe der US-Dollar eine attraktive Währung, die genügend ausländische Investoren animieren werde, in den amerikanischen Anleihen- und auch den Aktienmarkt zu investieren. Die 3- und 12-Monatsprognosen zum Euro und zum Japanischen Yen seien 1,17/1,15 bzw. 120/125.





 
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