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Fr, 17. April 2026, 11:18 Uhr

USA vor Rezession


09.03.01 00:00
LB Schleswig-Holstein

Noch vor sechs Monaten hab sich die US-Konjunktur in voller Fahrt befunden, so die Experten der Landesbank Schleswig-Holstein.

Wachstumsraten von über 5% und steigende Aktienkurse hätten der Welt die Stärke und Überlegenheit des amerikanischen Wirtschaftssystems signalisiert. Nun solle anders sein? Eigentlich habe die US-Notenbank (Fed) mit ihren Zinsanhebungen seit Mitte 1999 versucht, den drohenden Ungleichgewichten in der damals noch boomenden US Wirtschaft vorzubeugen.

Das Zusammenspiel von hohen Zinsen, Rohöl- und Energiepreisen sowie der starke US- Dollars habe die Bremswirkung jedoch kräftiger ausfallen lasssen als erwartet. So sei das Wirtschaftswachstum im dritten und vierten Quartal 2000 mit respektiven 2,2% und 1,1% deutlich unter die Werte im ersten Halbjahr zurück gefallen. Im Jahresdurchschnitt habe sich ein Anstieg von rund 5% gegenüber dem Vorjahr ergeben.

Zu der relativ plötzlichen Schwäche der US-Konjunktur habe besonders das Verarbeitende Gewerbe beigetragen. Überkapazitäten bei sinkender Binnennachfrage hätten in einem ungewollten Lageraufbau geführt. Die dadurch eingeleitete Konsolidierungsphase sei angesichts hoher Energiepreise und damit sinkender Unternehmensgewinne kräftig ausgefallen. So sei die Industrieproduktion im Januar im Vergleich zum Vormonat um 0,3% (Dez`00: -0,5%) und die Kapazitätsauslastung habe mit 80,2% auf dem niedrigsten Stand seit Mitte 1992 gelegen.

Die negative Stimmung in der Industrie habe sich auch im Stimmungsindikator der Einkaufsmanager niedergeshlagen, der zu Beginn des Jahres ein 10-Jahres-Tief erreicht habe.





 
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