Stinnes Angebot annehmen
04.10.02 12:47
Frankf. Finance Newsletter
Die Analysten vom "Frankfurter Finance Newsletter" empfehlen Aktionären von Stinnes (WKN 726430) das Übernahmeangebot anzunehmen.
Die Stinnes AG aus Mülheim/Ruhr zähle mit über 12 Milliarden Euro Umsatz und knapp 43.000 Mitarbeitern an mehr als 1.300 Standorten in aller Welt zur Spitzengruppe international bedeutender Logistikunternehmen. Die unmittelbar bevorstehende Übernahme durch die Deutsche Bahn AG stelle einen vorläufigen Höhepunkt in der bewegten Geschichte des nordrhein-westfälischen Konzerns dar. Seit den 60er Jahren zum Veba-Konzern gehörend, habe sich die Stinnes AG immer stärker auf die Unternehmensbereiche Distribution und Logistik konzentriert, viele frühere Tätigkeitssegmente wie beispielsweise das konventionelle Transportgeschäft für Massengüter, die Binnenschifffahrtsaufgaben und die Seehafenaktivitäten seien bereits vor längerem zugunsten der Bündelung von Logistikdienstleistungen in der Verkehrs-, Chemie- und Werkstofflogistik abgestoßen bzw. aufgegeben worden, wie unter anderem auch die Sparten Baumärkte, Reifendienste und Baustoffaktivitäten.
Heute bestehe das Unternehmen aus einer dreigliedrigen Firmenstruktur: Verkehr, Chemie und Werkstoffe seien die momentanen Kernbereiche, die jeweils von eigenständigen Tochterfirmen organisiert würden. Warehousing, Konfektionierung, Montage, Vertrieb, Marketing, Anwendungsberatung und Systemgeschäfte seien die elementaren Substrate logistischer Dienstleistung im Konzernverständnis der Stinnes AG. Die Tochterfirma Schenker sei für den Darstellungsbereich Verkehr zuständig und könne für sich in Anspruch nehmen, das führende Transport- und Dienstleistungsunternehmen in Europa zu sein, die Tochterfirma Brenntag sei Weltmarktführer in der Branche Chemie-Distribution und die Stinnes-Tochter Interfer sei führend in der Distribution und Logistik von Stahl in Deutschland. Im Jahr 2001 habe der Außenumsatz des Konzerns 12.304,1 Mio. EUR betragen, das Betriebsergebnis lag bei 251,8 Mio. EUR und die Investitionen hätten sich in einer Größenordnung um 267,4 Mio. EUR bei 43.000 Mitarbeitern bewegt.
Die Übernahme durch die Deutsche Bahn AG solle beiden Seiten eine herausragende Entwicklungsperspektive für die nächsten Jahre sicherstellen. Zumindest die Deutsche Bahn AG habe mit dem Erwerb von Stinnes ein Filetstück eingekauft, das ihr fürs erste im Demonstrationsbereich Logistik einen Wettbewerbsvorteil garantieren dürfte. Ob allerdings Stinnes selbst auf lange Sicht das große Los durch diese Übernahme gezogen habe, sei mehr als fraglich. Schon heute werde, nicht zuletzt durch die verheerenden Folgen der Hochwasserkatastrophe für das Konzernergebnis der Deutschen Bahn AG, deren ambitionierter Sanierungsplan in seiner zeitlichen Dimensionierung zunehmend fragwürdiger. Die durch die Flut bedingten Schäden für die Bahn AG würden nach vorläufigen Berechnungen im hohen dreistelligen Millionenbereich liegen. Für das erste Halbjahr habe die Bahn wie erwartet tiefrote Zahlen melden müssen. Die Übernahme von Stinnes selbst koste die Bahn wiederum erhebliche Summen. Das Betriebsergebnis nach Zinsen sei im ersten Halbjahr auf minus 235 Millionen Euro gegenüber einem Vorjahresplus von 66 Millionen Euro gesunken.
Den Beteuerungen von Konzernlenker Mehdorn, dass im Jahr 2004 die Bahn wieder schwarze Zahlen schreiben werde, glaube in Branchenkreisen niemand mehr. Es sei statt dessen bei Zusammenfall verschiedener möglicher negativer Faktoren im nächsten Jahr wie weiteren konjunkturellen Einbrüche oder Korrekturen zu optimistisch angesetzter Prognosen durchaus denkbar, dass sich die Bahn bei der Stinnes-Übernahme übernommen habe. Die übergeordnete Rolle des Staates bei der Bahn AG lasse ohnehin Böses für die privatwirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit des Unternehmens erahnen. De facto sei die Bahn AG immer noch ein maroder Sanierungsfall und es sei in der Wirtschaftsgeschichte nie besonders glücklich gewesen, wenn ein gesundes Unternehmen (in diesem Fall Stinnes) an ein schwer krankes angebunden wurde. Hinzu komme auch noch, dass die Chemie-Logistik und die Werkstoffsparte veräußert werden sollen. Letztlich sei dies nichts anderes als eine Zerschlagung des Stinnes-Konzerns, der seine Funktionalität in den letzten Jahren gerade auch durch die dreigliedrige Firmenstruktur eindrucksvoll unter Beweis gestellt habe. Es stehe jedenfalls zu erwarten, dass die großen Jahre von Stinnes, die auch unter der Flagge von E.ON zu Glanz gekommen seien, nunmehr vorbei zu sein scheinen.
Die Bahn verfüge nach den letzten Zahlen bereits über einen Aktienanteil an Stinnes in Höhe von 98,5%. Den restlichen Stinnes-Aktionären drohe bald der Squeeze-out, es ist diesen dringend anzuraten, die noch in ihrem Besitz befindlichen Stinnes-Aktien so schnell es geht an die Bahn zu verkaufen, weil das Angebot der Bahn mithin besser sein dürfte als eine durch den Squeeze-Out herbeigeführte Zwangsentschädigung am Ende der Fristverlängerung bis Mitte Oktober, so die Analysten vom "Frankfurter Finance Newsletter". Das Übernahmeangebot von 32,75 Euro pro Anteilsschein sei angesichts der aktuellen Marktlage als ausgesprochen fair zu betrachten.
Die Stinnes AG aus Mülheim/Ruhr zähle mit über 12 Milliarden Euro Umsatz und knapp 43.000 Mitarbeitern an mehr als 1.300 Standorten in aller Welt zur Spitzengruppe international bedeutender Logistikunternehmen. Die unmittelbar bevorstehende Übernahme durch die Deutsche Bahn AG stelle einen vorläufigen Höhepunkt in der bewegten Geschichte des nordrhein-westfälischen Konzerns dar. Seit den 60er Jahren zum Veba-Konzern gehörend, habe sich die Stinnes AG immer stärker auf die Unternehmensbereiche Distribution und Logistik konzentriert, viele frühere Tätigkeitssegmente wie beispielsweise das konventionelle Transportgeschäft für Massengüter, die Binnenschifffahrtsaufgaben und die Seehafenaktivitäten seien bereits vor längerem zugunsten der Bündelung von Logistikdienstleistungen in der Verkehrs-, Chemie- und Werkstofflogistik abgestoßen bzw. aufgegeben worden, wie unter anderem auch die Sparten Baumärkte, Reifendienste und Baustoffaktivitäten.
Die Übernahme durch die Deutsche Bahn AG solle beiden Seiten eine herausragende Entwicklungsperspektive für die nächsten Jahre sicherstellen. Zumindest die Deutsche Bahn AG habe mit dem Erwerb von Stinnes ein Filetstück eingekauft, das ihr fürs erste im Demonstrationsbereich Logistik einen Wettbewerbsvorteil garantieren dürfte. Ob allerdings Stinnes selbst auf lange Sicht das große Los durch diese Übernahme gezogen habe, sei mehr als fraglich. Schon heute werde, nicht zuletzt durch die verheerenden Folgen der Hochwasserkatastrophe für das Konzernergebnis der Deutschen Bahn AG, deren ambitionierter Sanierungsplan in seiner zeitlichen Dimensionierung zunehmend fragwürdiger. Die durch die Flut bedingten Schäden für die Bahn AG würden nach vorläufigen Berechnungen im hohen dreistelligen Millionenbereich liegen. Für das erste Halbjahr habe die Bahn wie erwartet tiefrote Zahlen melden müssen. Die Übernahme von Stinnes selbst koste die Bahn wiederum erhebliche Summen. Das Betriebsergebnis nach Zinsen sei im ersten Halbjahr auf minus 235 Millionen Euro gegenüber einem Vorjahresplus von 66 Millionen Euro gesunken.
Den Beteuerungen von Konzernlenker Mehdorn, dass im Jahr 2004 die Bahn wieder schwarze Zahlen schreiben werde, glaube in Branchenkreisen niemand mehr. Es sei statt dessen bei Zusammenfall verschiedener möglicher negativer Faktoren im nächsten Jahr wie weiteren konjunkturellen Einbrüche oder Korrekturen zu optimistisch angesetzter Prognosen durchaus denkbar, dass sich die Bahn bei der Stinnes-Übernahme übernommen habe. Die übergeordnete Rolle des Staates bei der Bahn AG lasse ohnehin Böses für die privatwirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit des Unternehmens erahnen. De facto sei die Bahn AG immer noch ein maroder Sanierungsfall und es sei in der Wirtschaftsgeschichte nie besonders glücklich gewesen, wenn ein gesundes Unternehmen (in diesem Fall Stinnes) an ein schwer krankes angebunden wurde. Hinzu komme auch noch, dass die Chemie-Logistik und die Werkstoffsparte veräußert werden sollen. Letztlich sei dies nichts anderes als eine Zerschlagung des Stinnes-Konzerns, der seine Funktionalität in den letzten Jahren gerade auch durch die dreigliedrige Firmenstruktur eindrucksvoll unter Beweis gestellt habe. Es stehe jedenfalls zu erwarten, dass die großen Jahre von Stinnes, die auch unter der Flagge von E.ON zu Glanz gekommen seien, nunmehr vorbei zu sein scheinen.
Die Bahn verfüge nach den letzten Zahlen bereits über einen Aktienanteil an Stinnes in Höhe von 98,5%. Den restlichen Stinnes-Aktionären drohe bald der Squeeze-out, es ist diesen dringend anzuraten, die noch in ihrem Besitz befindlichen Stinnes-Aktien so schnell es geht an die Bahn zu verkaufen, weil das Angebot der Bahn mithin besser sein dürfte als eine durch den Squeeze-Out herbeigeführte Zwangsentschädigung am Ende der Fristverlängerung bis Mitte Oktober, so die Analysten vom "Frankfurter Finance Newsletter". Das Übernahmeangebot von 32,75 Euro pro Anteilsschein sei angesichts der aktuellen Marktlage als ausgesprochen fair zu betrachten.
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