Schwellenländer Wirtschaft im Fokus
01.02.06 11:18
Bank Hofmann
Weltweit wird die Konjunktur nach wie vor entscheidend durch die Tendenzen in den hoch entwickelten Volkswirtschaften bestimmt, doch die aufstrebenden Regionen werden immer wichtiger, berichten die Analysten der Bank Hofmann.
Asien ohne Japan, Osteuropa und Lateinamerika hätten 2005 zwar zusammen nur rund 20% des Welt-Bruttoinlandproduktes erbracht. Zum gesamten Wachstum hätten sie indessen etwa die Hälfte beigetragen. Der weiteren Entwicklung der "emerging countries" gelte daher ein breites Interesse. Die Aussichten seien zuversichtlich zu beurteilen.
Die Bedeutung der Schwellenländer sei deswegen so groß geworden, weil sie erstmals in der modernen Wirtschaftsgeschichte einen gemeinsamen Aufschwung erleben würden. Noch in den Neunzigerjahren seien immer wieder schwerwiegende Krisen aufgetreten, so in der Region Ostasien sowie den Ländern Russland, Argentinien, Mexiko und Brasilien. Diese Krisen hätten meist auf verfehlter Politik, Misswirtschaft oder Korruption gefußt. Heute präsentiere sich die Gesamtsituation wesentlich stabiler, auch wenn in verschiedenen Staaten immer noch Anfälligkeiten bestünden.
Asien entfalte sich im Sog von China. Das chinesische Bruttoinlandprodukt sei 2005 real um nahezu 10% gestiegen und werde auch im laufenden Jahr kaum eine nennenswerte Verlangsamung des Wachstums erleiden. Von einer Steigerung der Nachfrage aus China würden auch die ostasiatischen "Tiger"-Staaten profitieren, deren Frühindikatoren denn auch gegenwärtig mehrheitlich eine schnellere Fahrt der Konjunktur signalisieren würden.
Für die Länder Osteuropas sei das Wachstum dynamisch und breit abgestützt, wenn auch gewisse Unregelmäßigkeiten feststellbar seien. Die Reformprozesse in den ehemals kommunistischen Staaten seien inzwischen so weit gediehen, dass ein ausgewogener Mix von Antriebskräften für das beachtliche Wachstumsniveau verantwortlich sei, welches für 2006 auf der Vorjahreshöhe von etwa 5% erwartet werde.
Die Exportabhängigkeit dieser Länder bleibe allerdings mit Anteilen von 30 bis 70% am Bruttoinlandprodukt groß, doch würden gute Gewinnaussichten, hohe Kapitalzuflüsse aus dem Ausland und günstige Arbeitsmarkttrends deutliche Steigerungen der Investitions- und Konsumausgaben ermöglichen. Ein ungelöstes Problem stelle in verschiedenen Fällen die Leistungsbilanz dar; eine ganze Reihe von Ländern - Bulgarien, Kroatien, Rumänien, Serbien, die Slowakei und Ungarn - würden hier massive Defizite zwischen 6% und 13% des BIP aufweisen. Solche Defizite würden längerfristig nicht tragbar sein.
Von den drei bedeutenden Schwellenregionen habe mit rund 4% Lateinamerika im letzten Jahr das niedrigste BIP-Wachstum erzielt. Es zeige sich dabei ein uneinheitliches Bild. Die Differenzen zwischen den einzelnen Ländern seien größer als in Asien und in Osteuropa. Mühe würden vor allem die "Schwergewichte" Brasilien und Mexiko bekunden, deren Wirtschaft 2005 nur um geschätzte, für aufstrebende Nationen jedenfalls unbefriedigende 2,3% bzw. 3,1% expandiert habe. Inflationsbedingt sei in Brasilien die Geldpolitik restriktiv. Diese Politik habe vorab das Investitionswachstum behindert. Der Leitzins sei inzwischen allerdings auf 17,25% reduziert worden.
Auch in Mexiko hätten zunächst Zinserhöhungen die Konjunktur gedämpft - die Investitionen und den Konsum gleichermaßen. Wie in Brasilien habe die Zentralbank jedoch vor einigen Monaten wieder auf "Grün" geschaltet. Am oberen Ende der lateinamerikanischen Wachstumsskala habe sich im vergangenen Jahr Argentinien mit einem geschätzten Plus von 8,5% bewegt. Die Wirtschaft sei nun dort bereits von Kapazitätsengpässen und einer entsprechenden Inflationsspirale betroffen. Die Regierung werde daher kaum darum herumkommen, die monetären Zügel anzuziehen. Es sei also möglich, dass sich im Laufe von 2006 die Konjunktur abkühle.
Asien ohne Japan, Osteuropa und Lateinamerika hätten 2005 zwar zusammen nur rund 20% des Welt-Bruttoinlandproduktes erbracht. Zum gesamten Wachstum hätten sie indessen etwa die Hälfte beigetragen. Der weiteren Entwicklung der "emerging countries" gelte daher ein breites Interesse. Die Aussichten seien zuversichtlich zu beurteilen.
Die Bedeutung der Schwellenländer sei deswegen so groß geworden, weil sie erstmals in der modernen Wirtschaftsgeschichte einen gemeinsamen Aufschwung erleben würden. Noch in den Neunzigerjahren seien immer wieder schwerwiegende Krisen aufgetreten, so in der Region Ostasien sowie den Ländern Russland, Argentinien, Mexiko und Brasilien. Diese Krisen hätten meist auf verfehlter Politik, Misswirtschaft oder Korruption gefußt. Heute präsentiere sich die Gesamtsituation wesentlich stabiler, auch wenn in verschiedenen Staaten immer noch Anfälligkeiten bestünden.
Für die Länder Osteuropas sei das Wachstum dynamisch und breit abgestützt, wenn auch gewisse Unregelmäßigkeiten feststellbar seien. Die Reformprozesse in den ehemals kommunistischen Staaten seien inzwischen so weit gediehen, dass ein ausgewogener Mix von Antriebskräften für das beachtliche Wachstumsniveau verantwortlich sei, welches für 2006 auf der Vorjahreshöhe von etwa 5% erwartet werde.
Die Exportabhängigkeit dieser Länder bleibe allerdings mit Anteilen von 30 bis 70% am Bruttoinlandprodukt groß, doch würden gute Gewinnaussichten, hohe Kapitalzuflüsse aus dem Ausland und günstige Arbeitsmarkttrends deutliche Steigerungen der Investitions- und Konsumausgaben ermöglichen. Ein ungelöstes Problem stelle in verschiedenen Fällen die Leistungsbilanz dar; eine ganze Reihe von Ländern - Bulgarien, Kroatien, Rumänien, Serbien, die Slowakei und Ungarn - würden hier massive Defizite zwischen 6% und 13% des BIP aufweisen. Solche Defizite würden längerfristig nicht tragbar sein.
Von den drei bedeutenden Schwellenregionen habe mit rund 4% Lateinamerika im letzten Jahr das niedrigste BIP-Wachstum erzielt. Es zeige sich dabei ein uneinheitliches Bild. Die Differenzen zwischen den einzelnen Ländern seien größer als in Asien und in Osteuropa. Mühe würden vor allem die "Schwergewichte" Brasilien und Mexiko bekunden, deren Wirtschaft 2005 nur um geschätzte, für aufstrebende Nationen jedenfalls unbefriedigende 2,3% bzw. 3,1% expandiert habe. Inflationsbedingt sei in Brasilien die Geldpolitik restriktiv. Diese Politik habe vorab das Investitionswachstum behindert. Der Leitzins sei inzwischen allerdings auf 17,25% reduziert worden.
Auch in Mexiko hätten zunächst Zinserhöhungen die Konjunktur gedämpft - die Investitionen und den Konsum gleichermaßen. Wie in Brasilien habe die Zentralbank jedoch vor einigen Monaten wieder auf "Grün" geschaltet. Am oberen Ende der lateinamerikanischen Wachstumsskala habe sich im vergangenen Jahr Argentinien mit einem geschätzten Plus von 8,5% bewegt. Die Wirtschaft sei nun dort bereits von Kapazitätsengpässen und einer entsprechenden Inflationsspirale betroffen. Die Regierung werde daher kaum darum herumkommen, die monetären Zügel anzuziehen. Es sei also möglich, dass sich im Laufe von 2006 die Konjunktur abkühle.
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