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Fr, 17. April 2026, 12:45 Uhr

Risikoreiche Anlagen haben weiterhin Zukunft


29.05.09 12:49
Conrad Hinrich Donner Bank

Hamburg (aktiencheck.de AG) - Wer sich heute vor dem Hintergrund der Erfahrungen der vergangenen Monate generell aus risikoreicheren Anlagen verabschiedet, trifft die falsche Entscheidung, so die Analysten der Conrad Hinrich Donner Bank.

Man befinde sich zurzeit in der größten realwirtschaftlichen Krise seit Jahrzehnten. Man diskutiere nicht nur über extreme Verluste an den globalen Kapitalmärkten, eine weltweite konjunkturelle Schwächephase und beispiellose Staatsverschuldungen. Vielmehr würden auch sehr grundsätzliche Themen, wie beispielsweise die Rolle des Staates in der Wirtschaftspolitik oder die Regulierung der Finanzmärkte neu definiert. Im Ergebnis herrsche eine extreme Verunsicherung bei nahezu allen Teilnehmern am Wirtschaftskreislauf (Anleger, Banken, Konsumenten, Produzenten, Politiker).

Bereits jetzt sei jedoch absehbar, dass sich die Rahmenbedingungen der internationalen Kapitalmärkte in den kommenden Jahren verändern würden. Der Leitsatz "Globale Märkte benötigen ein globales Regelwerk" dürfte die Bemühungen der Aufsichtsbehörden bei der Aufarbeitung der Finanzmarktkrise und der daraus folgenden Anpassung des Regelwerks der Finanzmärkte entscheidend prägen. Das Ergebnis sollte ein solideres Fundament für die Finanzbranche der Zukunft sein. Zwangsläufig sollte mit dem sich verändernden Umfeld jedoch auch die Anlagestrategie überdacht werden.

Schon Ludwig Erhardt habe erkannt: "Die Wirtschaft ist zu 50% Psychologie." Dieser Satz könne mit den Worten von John Maynard Keynes konkretisiert werden: "Individuen orientieren sich aufgrund der Unsicherheit häufig an den Handlungen ihrer Mitmenschen. Daraus resultiert ein Herdentrieb, der im Boom zu übertriebenem Optimismus und in der Krise zu übertriebenem Pessimismus führt." Dies treffe besonders auf den Kapitalmarkt zu.

Vieles deute darauf hin, dass die aktuelle Entwicklung zu einem extremen Pessimismus unter den Anlegern geführt habe. Allerdings seien gerade Emotionen ein schlechter Ratgeber bei der Anlageentscheidung. Die Gewinner des letzten Jahres, wie zum Beispiel deutsche Staatsanleihen, würden das Risiko deutlicher Kursverluste in der Zukunft bergen. Neben langfristigen Inflationsgefahren aufgrund der weltweit massiv ausgeweiteten Geldmenge dürfte die Ausweitung der Staatsverschuldungen und damit einhergehend eine Flut von Neuemissionen in den kommenden Jahren für sinkende Notierungen sorgen.

Demgegenüber würden ausgesuchte risikoreichere Anlageformen, wie zum Beispiel Aktien, Unternehmensanleihen oder unternehmerische Beteiligungen, auf Sicht der kommenden Jahre deutliche Renditechancen bieten. Die maßvolle Beimischung solcher Anlagen könne auch für konservative Anleger sinnvoll sein. Grundsätzlich sollten Anleger ausgehend von ihrer persönlichen Risikotragfähigkeit auf eine breite Streuung ihres Kapitals bei gleichzeitig konsequenter Verlustbegrenzung achten. Dabei sollte immer die Transparenz der Anlagen im Vordergrund stehen. Angesichts der Komplexität der globalen Finanzmärkte sei eine (produkt-) unabhängige Beratung die Voraussetzung für den Anlageerfolg. (Ausgabe Juni 2009) (29.05.2009/ac/a/m)