Rheinmetall dreht nach Bundeswehr-Auftrag nach oben
27.04.26 13:30
DER AKTIONÄR
Die Rheinmetall-Aktie hat nach einem schwachen Start in die neue Woche intraday deutlich aufgeholt und arbeitet sich wieder in Richtung 1.400 Euro vor. Zuvor war das Papier am Vortag bis auf 1.309 gefallen und markierte damit den niedrigsten Stand seit April 2025. Der Turnaround im Tagesverlauf wird fundamental von einem frischen Großauftrag aus dem Bundeswehr-Umfeld flankiert.Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr hat bei der Rheinmetall Electronics GmbH weitere Soldatensysteme „Infanterist der Zukunft – Erweitertes System“ aus einem bestehenden Rahmenvertrag abgerufen, so der Rüstungskonzern in einer Pressemitteilung. Der Abruf umfasst die Modernisierung vorhandener Systeme sowie die Lieferung zusätzlicher 237 Zugsysteme. Der Auftragswert liegt bei rund 1,04 Milliarden Euro brutto; die Beauftragung erfolgte im April, die Einbuchung wird im zweiten Quartal 2026 wirksam.Der Rahmenvertrag selbst stammt aus Februar 2025, läuft bis Ende 2030 und besitzt ein maximales Volumen von bis zu 3,1 Milliarden Euro brutto. Bereits enthalten war eine Festbeauftragung zur Modernisierung von 68 Systemen sowie die Neubeschaffung von 24 Zugsystemen im Wert von rund 417 Millionen Euro brutto. Der aktuelle Abruf unterstreicht damit, dass Rheinmetall bei digitalisierten Soldatensystemen als Generalunternehmer strukturell gut positioniert bleibt und Folgebestellungen aus dem Vertrag grundsätzlich möglich sind.Trotz der Erholung bleibt die Ausgangslage charttechnisch anspruchsvoll. Die Aktie eröffnete unterhalb des Verlaufstiefs von Ende März bei 1.336,50 Euro und zeigte damit zunächst weitere Schwäche. Die schnelle Rückkehr in Richtung 1.400 Euro signalisiert Kaufbereitschaft, sie ist aber zunächst als technische Gegenbewegung zu werten.Für eine nachhaltige Neubewertung des kurzfristigen Trends muss Rheinmetall den Bereich um 1.400 Euro zügig zurückerobern und anschließend die Zone um 1.500 Euro überwinden. Dort verläuft der seit Januar gültige Abwärtstrend; zusätzlich bündelt sich in diesem Bereich eine hohe Zahl an charttechnischen Auflagepunkten. Erst ein stabiler Ausbruch über diese Marke würde die Wahrscheinlichkeit steigern, dass aus dem Rebound ein belastbarer Trendwechsel entsteht.
