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Fr, 17. April 2026, 9:31 Uhr

Rentenmarkt weiter beobachten


17.02.03 15:48
Sparkasse Bremen

Für Rentenanleger begann das Jahr 2003 recht verheißungsvoll: die Zinsen sanken in allen Laufzeitbereichen und bescherten den Anlegern Kursgewinne, berichten die Analysten der Sparkasse Bremen.

Für Inhaber von Papieren mit kurzer Laufzeit dürfte sich der Trend noch ein paar Monate fortsetzen. Die Entwicklung der Konjunktur und der Marktzinsen sowie die jüngsten Äußerungen von Mitgliedern des EZB-Rats ließen darauf schließen, dass die Europäische Zentralbank die Leitzinsen im Frühjahr nochmals um bis zu 50 Basispunkte senke. Offen sei natürlich noch das Timing sowie die Frage, ob die Zinssenkung in einem oder zwei Schritten erfolge. Die Entwicklung der Inflation stehe einer Zinssenkung nicht im Wege, da sich die Inflationsrate auf einem recht konstanten Niveau halte. Starke Ausschläge bei der Inflation seien in den nächsten Monaten lediglich aufgrund des hohen Ölpreises zu erwarten. Dieser werde durch den schwelenden Irakkonflikt verzerrt. Insofern könnte die EZB eine Zinssenkung auch bei steigender Inflationsrate problemlos begründen.

In den USA gestalte sich die Entwicklung der Inflation etwas ungünstiger. Trotzdem ließen die jüngsten Äußerungen von Notenbank-Präsident Greenspan über die Schwäche der US-Konjunktur eine Zinssenkung nicht mehr unwahrscheinlich erscheinen. Die britische Notenbank habe ihre Zinsen erst kürzlich gesenkt. Die mittel- bis langfristigen Zinsen würden von den Maßnahmen der Notenbanken kaum berührt. Sie würden sich parallel zu den Aktienmärkten entwickeln - also gelähmt von der Unsicherheit über die weitere Entwicklung des Irakkonflikts. Verbunden mit einer pessimistischen Grundtendenz würden die Renditen graduell weiter sinken.

Wenn sich eine - wie auch immer geartete - Lösung im Irakkonflikt abzeichne, dann könne sich diese Entwicklung sehr schnell verändern. Befreit von der Unsicherheit könnte sich der überverkaufte Aktienmarkt sehr schnell erholen. Als Folge würden nicht-realisierte Kursgewinne bei Renten schneller schmelzen als Schnee in der Sonne. Wenn an der Börse nicht mehr allein die Psychologie zähle, sondern wieder fundamentale Faktoren eine Rolle spielen würden, dann könnte die Rendite für 10-jährige Bundesanleihen am Jahresende wieder über 4,5% betragen (aktuell 4%). Ein Unsicherheitsfaktor bleibe die steuerliche Behandlung erzielter Kursgewinne. Die Pläne der Bundesregierung würden in bisheriger Form wahrscheinlich vom Bundesrat abgelehnt.

Man rate Rentenanlegern ihr Depot auf vorhandene Kursgewinne zu untersuchen und die weitere Entwicklung genau zu beobachten. Unabhängig von der Besteuerung sollte die Realisierung von Buchgewinnen in Betracht gezogen werden bevor diese schwinden würden. Wann der richtige Zeitpunkt zur Realisierung gekommen sei und wann welche neuen Steuerregelungen in Kraft treten und inwieweit diese rückwirkend gelten würden, lasse sich momentan leider nicht abschätzen.





 
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