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Fr, 17. April 2026, 22:39 Uhr

Rentenmarkt mit niedrigem Zinsniveau


11.06.03 11:19
Sparkasse Essen

Die schwachen konjunkturellen Aussichten, die rückläufige Inflation, die Deflationsdiskussion und die rückläufigen Leitzinsen führten am Rentenmarkt zu einem historisch niedrigen Zinsniveau, berichten die Analysten der Sparkasse Essen.

Allerdings würden selbst 3,7% Rendite bei 1,2% Inflation immer noch 2,5% Realzinsen bedeuten und damit das gleiche Niveau wie in 1993 als 10-jährige Bundestitel 7% Nominalzinsen bei 4,5% Inflation eingebracht hätten. Kurzfristig müsse mit weiter rückläufigen Zinsen gerechnet werden, bevor die Stopp-and-go-Zinspolitik der FED über den Transmissionsmechanismus die US-Konjunktur erreiche und aus der Deflationsdiskussion durch die Geldschwemme möglicherweise eine Inflationsdiskussion werde.

Schließlich erscheine der FED die Inflationierung als letztes probates Mittel im Kampf gegen die Deflation und konjunkturellen Niedergang. Dies könne sich jedoch zu einem späteren Zeitpunkt in einem kurzfristigen, plötzlichen Renditeanstieg am US- aber auch abgeschwächt am europäischen Rentenmarkt entladen und zu Kursverlusten bei den Rententiteln führen. Kurzfristig spreche allerdings noch die niedrige Kapazitätsauslastung von 70% in der US-Industrie gegen dieses Szenario. In der mittelfristigen Perspektive sehe man zudem keine Rückkehr zu alten Zinshöhen, sondern weiterhin eine Welt der historisch kleinen Zahlen. Als realistisch erscheine eine Realverzinsung von 2% bei Renten und 5% bei Aktien.

Ausgehend von der o.g. Realverzinsung und einer erwarteten Preissteigerungsrate von 1,5% p.a. sehe man für die nächsten Jahre Renditen von ca. 3,5% für die Rentenanlage, ca. 4,5% für Immobilien und 6,5% für Aktien. Diesen Annahmen entsprechend empfehle man den Investoren einen systematischen Anlagemix entsprechend der jeweiligen Risikopräferenz. Den Trend der vergangenen Jahre zu Daueranlagen im Geldmarktbereich könne man angesichts der prognostizierbaren Zinsentwicklung nicht nachvollziehen.

Auch die Lockangebote verschiedener Internet-Adressen hätten den Anleger nicht weiter gebracht. Man habe bewusst den Schwerpunkt auf mittlere Laufzeiten gelegt, der Beimischung von Industrieanleihen sowie seit einigen Jahren auch in der Konvergenzfantasie durch die EU-Osterweiterung (fallende Renditen = deutliche Kursgewinne bei Anleihen).





 
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