Pharmabranche untergewichten
16.09.05 14:54
Sparkasse KölnBonn
Die Wachstumsaussichten für den globalen Pharmamarkt sind grundsätzlich positiv, auch wenn die Wachstumsdynamik in den kommenden Jahren nachlassen wird, berichten die Analysten der Sparkasse KölnBonn.
Für 2005 werde dem weltweiten Pharmamarkt ein Wachstum von 5 bis 6% prognostiziert. Der Branchenbeobachter IMS Health gehe davon aus, dass das Marktwachstum bis 2008 nicht mehr prozentual zweistellig sein werde. Beim Wachstum gebe es regionale Unterschiede. Der Pharmamarkt in den USA wachse unverändert am schnellsten, für 2005 werde eine Zunahme um knapp 7% erwartet. Für den europäischen Markt würden über 5% prognostiziert. Profitieren könne die Branche von der zunehmenden Weltbevölkerung, der steigenden Lebenserwartung und der wirtschaftlichen Entwicklung der Emerging Markets. Belastungsfaktoren seien unverändert die internationalen Einsparbemühungen im Gesundheitswesen und auslaufende Patente.
Gemäß der Erhebung von IMS Health sei der globale Pharmamarkt 2004 um 7% auf 550 Mrd. US-Dollar gewachsen - das niedrigste Wachstum seit 6 Jahren. Der nordamerikanische Markt sei mit 8% auf 248 Mrd. US-Dollar am dynamischsten gewachsen, in der Europäischen Union habe das Wachstum bei 6% auf 144 Mrd. US-Dollar gelegen. In China sei eine Zunahme von 28% auf 9,5 Mrd. US-Dollar erreicht worden.
Die USA würden den größten (45% Marktanteil in 2004) und gleichzeitig am schnellsten wachsenden Markt für Pharmaprodukte repräsentieren. Mit großem Abstand bezüglich der Marktgröße würden Europa (26%), Japan (11%) und Lateinamerika (4%) folgen. Die USA seien für zahlreiche europäische Unternehmen von großer Bedeutung, daran werde sich aller Voraussicht nach auch nichts ändern, wenn der Markt politisch stärker reglementiert werde. Der asiatische Markt könnte in den kommenden beiden Jahrzehnten den US-Markt überflügeln.
Wie sich ein Element der US-Gesundheitsreform auf den globalen Pharmamarkt auswirken werde, sei noch unklar. So würden die Rentner ab 2006 Medikamente vom Staat erstattet erhalten, was die Nachfrage beleben könnte. Andererseits trete mit dem Staat ein Vertragspartner mit hoher Verhandlungs- und damit Preisgestaltungsmacht auf. Prognosen würden davon ausgehen, dass die Effekte für die Pharmaunternehmen insgesamt neutral sein würden.
Die europäische Pharmabranche stehe unverändert vor dem Problem auslaufender Patente. Prognosen würden davon ausgehen, dass alleine in den vier EU-Staaten Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien die Pharmaunternehmen bis zum Jahr 2010 Patentabläufe für Arzneimittel mit einem Umsatzvolumen von 12 Mrd. EUR verkraften müssten. Die Abhängigkeit der Pharmaunternehmen von wenigen umsatzstarken Produkten nehme dadurch zu, wobei das Risikoprofil auslaufender Patente je nach Unternehmen unterschiedlich stark ausgeprägt sei. Viele Unternehmen seien nicht innovativ genug, um die entstehende Lücke in der Produktpipeline - trotz Milliardeninvestitionen in die Forschung & Entwicklung (F&E) - zu füllen.
Positive Impulse für die Ergebnisentwicklung der Pharmaunternehmen seien zunächst aus Kostensenkungsprogrammen zu erwarten. Insbesondere bei den hohen Marketingkosten, die im Branchendurchschnitt 35% des Umsatzes ausmachen würden, solle gespart werden. Weitere Einsparungen seien im Bereich der F&E geplant.
Die Biotechnologieunternehmen seien der Innovationsmotor der Branche. Weltweit hätten Biotechs rund 800 (in 2000: 369) Wirkstoffprojekte in der F&E, knapp 200 (in 2000: 92) Produkte würden sich bereits auf dem Markt befinden. Damit hätten die Unternehmen in den vergangenen 5 Jahren eine enorme Entwicklung vollzogen. Gemessen an den Neuzulassungen in den USA hätten die Biotechs die Pharmaunternehmen überrundet. Um das maximale kommerzielle Potenzial der Medikamente heben zu können, seien viele Biotechunternehmen auf Vertriebspartnerschaften mit Pharmaunternehmen angewiesen. Von den Partnerschaften könnten Pharma- und Biotechunternehmen gleichermaßen profitieren. Übernahmen von Biotechunternehmen durch Pharmaunternehmen würden nach Erachten der Analysten der Sparkasse KölnBonn seltener zu beobachten sein.
Im vergangenen Jahrzehnt hätten in der Pharmabranche eine Reihe von großen Übernahmen und Fusionen stattgefunden. Dennoch biete die Pharmabranche nach wie vor ausreichend Spielraum für eine weitere Konsolidierung. Die Analysten der Sparkasse KölnBonn würden erwarten, dass der Prozess der Zusammenschlüsse vorerst von den Unternehmen nicht rasch vorangetrieben werde. Alleine durch Fusionen und Kostensenkungen würden keine neuen Werte und Innovationen geschaffen.
Bei Biotechs, die sich auf die Erforschung & Entwicklung von neuen Medikamenten fokussiert hätten, stehe neben dem Nachrichtenfluss über erreichte Forschungsziele die Ausstattung mit liquiden Finanzmitteln im Vordergrund. Die Analysten der Sparkasse KölnBonn würden erwarten, dass es innerhalb der Biotechnologiebranche in den kommenden Monaten verstärkt zur Konsolidierung kommen werde.
Die Wachstumsdynamik der Branche habe in den vergangenen Jahren nachgelassen, eine Trendwende sei zunächst nicht zu erwarten. Die Pharmaunternehmen hätten durch Produktrückrufe weiter an defensivem Charakter eingebüßt. Die geplanten Kostensenkungen im Bereich F&E würden die Analysten der Sparkasse KölnBonn kritisch sehen, die Innovationskraft werde nachhaltig geschwächt. Die Aktiennotierungen der Biotechs würden vor dem Hintergrund der teilweise unsicheren Finanzsituation und Verzögerungen bei der Produktentwicklung weiterhin volatil bleiben. Die Analysten der Sparkasse KölnBonn würden empfehlen, die Branche unterzugewichten.
Für 2005 werde dem weltweiten Pharmamarkt ein Wachstum von 5 bis 6% prognostiziert. Der Branchenbeobachter IMS Health gehe davon aus, dass das Marktwachstum bis 2008 nicht mehr prozentual zweistellig sein werde. Beim Wachstum gebe es regionale Unterschiede. Der Pharmamarkt in den USA wachse unverändert am schnellsten, für 2005 werde eine Zunahme um knapp 7% erwartet. Für den europäischen Markt würden über 5% prognostiziert. Profitieren könne die Branche von der zunehmenden Weltbevölkerung, der steigenden Lebenserwartung und der wirtschaftlichen Entwicklung der Emerging Markets. Belastungsfaktoren seien unverändert die internationalen Einsparbemühungen im Gesundheitswesen und auslaufende Patente.
Gemäß der Erhebung von IMS Health sei der globale Pharmamarkt 2004 um 7% auf 550 Mrd. US-Dollar gewachsen - das niedrigste Wachstum seit 6 Jahren. Der nordamerikanische Markt sei mit 8% auf 248 Mrd. US-Dollar am dynamischsten gewachsen, in der Europäischen Union habe das Wachstum bei 6% auf 144 Mrd. US-Dollar gelegen. In China sei eine Zunahme von 28% auf 9,5 Mrd. US-Dollar erreicht worden.
Die USA würden den größten (45% Marktanteil in 2004) und gleichzeitig am schnellsten wachsenden Markt für Pharmaprodukte repräsentieren. Mit großem Abstand bezüglich der Marktgröße würden Europa (26%), Japan (11%) und Lateinamerika (4%) folgen. Die USA seien für zahlreiche europäische Unternehmen von großer Bedeutung, daran werde sich aller Voraussicht nach auch nichts ändern, wenn der Markt politisch stärker reglementiert werde. Der asiatische Markt könnte in den kommenden beiden Jahrzehnten den US-Markt überflügeln.
Wie sich ein Element der US-Gesundheitsreform auf den globalen Pharmamarkt auswirken werde, sei noch unklar. So würden die Rentner ab 2006 Medikamente vom Staat erstattet erhalten, was die Nachfrage beleben könnte. Andererseits trete mit dem Staat ein Vertragspartner mit hoher Verhandlungs- und damit Preisgestaltungsmacht auf. Prognosen würden davon ausgehen, dass die Effekte für die Pharmaunternehmen insgesamt neutral sein würden.
Positive Impulse für die Ergebnisentwicklung der Pharmaunternehmen seien zunächst aus Kostensenkungsprogrammen zu erwarten. Insbesondere bei den hohen Marketingkosten, die im Branchendurchschnitt 35% des Umsatzes ausmachen würden, solle gespart werden. Weitere Einsparungen seien im Bereich der F&E geplant.
Die Biotechnologieunternehmen seien der Innovationsmotor der Branche. Weltweit hätten Biotechs rund 800 (in 2000: 369) Wirkstoffprojekte in der F&E, knapp 200 (in 2000: 92) Produkte würden sich bereits auf dem Markt befinden. Damit hätten die Unternehmen in den vergangenen 5 Jahren eine enorme Entwicklung vollzogen. Gemessen an den Neuzulassungen in den USA hätten die Biotechs die Pharmaunternehmen überrundet. Um das maximale kommerzielle Potenzial der Medikamente heben zu können, seien viele Biotechunternehmen auf Vertriebspartnerschaften mit Pharmaunternehmen angewiesen. Von den Partnerschaften könnten Pharma- und Biotechunternehmen gleichermaßen profitieren. Übernahmen von Biotechunternehmen durch Pharmaunternehmen würden nach Erachten der Analysten der Sparkasse KölnBonn seltener zu beobachten sein.
Im vergangenen Jahrzehnt hätten in der Pharmabranche eine Reihe von großen Übernahmen und Fusionen stattgefunden. Dennoch biete die Pharmabranche nach wie vor ausreichend Spielraum für eine weitere Konsolidierung. Die Analysten der Sparkasse KölnBonn würden erwarten, dass der Prozess der Zusammenschlüsse vorerst von den Unternehmen nicht rasch vorangetrieben werde. Alleine durch Fusionen und Kostensenkungen würden keine neuen Werte und Innovationen geschaffen.
Bei Biotechs, die sich auf die Erforschung & Entwicklung von neuen Medikamenten fokussiert hätten, stehe neben dem Nachrichtenfluss über erreichte Forschungsziele die Ausstattung mit liquiden Finanzmitteln im Vordergrund. Die Analysten der Sparkasse KölnBonn würden erwarten, dass es innerhalb der Biotechnologiebranche in den kommenden Monaten verstärkt zur Konsolidierung kommen werde.
Die Wachstumsdynamik der Branche habe in den vergangenen Jahren nachgelassen, eine Trendwende sei zunächst nicht zu erwarten. Die Pharmaunternehmen hätten durch Produktrückrufe weiter an defensivem Charakter eingebüßt. Die geplanten Kostensenkungen im Bereich F&E würden die Analysten der Sparkasse KölnBonn kritisch sehen, die Innovationskraft werde nachhaltig geschwächt. Die Aktiennotierungen der Biotechs würden vor dem Hintergrund der teilweise unsicheren Finanzsituation und Verzögerungen bei der Produktentwicklung weiterhin volatil bleiben. Die Analysten der Sparkasse KölnBonn würden empfehlen, die Branche unterzugewichten.
