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So, 26. April 2026, 5:08 Uhr

Ölpreis belastet US-Börse


12.07.04 08:57
iWatch

Wie die Experten von "iWatch" in ihrem Rückblick berichten, hätten sie sich den Start in die zweite Hälfte des Jahres anders vorgestellt.

Statt der erwarteten Sommerrallye hätten die Aktienindizes kräftig Federn gelassen. Zum Glück hätten die Experten sich auch für fallende Kurse gerüstet und könnten in dem Ask Jeeves Short nun Buchgewinne von bis zu 21% ausweisen.

Doch es stelle sich nun die Frage, was Anleger dazu bewogen habe, ihre Aktien zu verkaufen, so dass der S&P 500 1,8% abgegeben habe, der Dow Jones 1,6% und der Nasdaq gar 4% in einer Woche, die sogar um einen Feiertag verkürzt gewesen sei.

Nun, zunächst sei am vergangenen Freitag wie erwartet ein Sichern von Gewinnen erfolgt, aus gewohnter Vorsicht vor dem verlängerten Wochenende. Denn seit einigen Monaten sehen die Experten von "iWatch" regelmäßig am Freitagnachmittag, wie spekulative Positionen vor dem Wochenende geschlossen würden, um nicht nach einem unvorhergesehenen Ereignis zum Wochenbeginn auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.

Meist hätten solch unvorhergesehene Ereignisse aus Terroranschlägen bestanden, die direkt auf die USA bezogen worden seien. Nach der Übergabe des Iraks an die Iraker hätten die Experten erwartet, dass solche Ereignisse fortan nur noch eine untergeordnete Rolle am Finanzmarkt spielen würden. Doch wie das vergangene Wochenende gezeigt habe, hätten die Anschläge auf irakische Ölleitungen nach wie vor einen Einfluss auf die Finanzmärkte, und sei es durch den gestiegenen Ölpreis. Kombiniert mit ähnlichen Problemen in Nigeria und dem politischem Gerangel um den russischen Ölkonzern Yukos hätten die Hiobsbotschaften ausgereicht, den Ölpreis um 4,7% in die Höhe zu treiben. Damit notiere er wieder über 40 US-Dollar!

Wenngleich wir uns nach Ansicht der Experten an einen Ölpreis über 35 US-Dollar würden gewöhnen müssen, und US-Unternehmen hätten sich bereits darauf eingestellt, so sei doch die 40 US-Dollar Marke noch immer psychologisch extrem negativ. Zur Erinnerung: Ein hoher Ölpreis bedeute hohe Energiekosten. Die energiehungrige US-Wirtschaft müsse also unter höheren Energiepreisen produzieren, die Produkte würden teurer und steigende Preise würden die Nachfrage drücken.

Der Wochenstart am Dienstag, nach dem Feiertag am Montag, sei dementsprechend negativ ausgefallen. Konjunkturdaten in den USA würden ein durchwachsenes Bild abgeben, so dass auch von dieser Seite her keine Entlastung erfolgt sei. Am Mittwoch habe der Abwärtssog eine kleine Pause eingelegt, in Erwartung der Quartalsberichte von Yahoo! und Alcoa nach Börsenschluss. Beide Quartalsberichte hätten die Prognosen weitgehend erfüllen können, dennoch befänden wir uns bereits wieder in einer spekulativen Situation, in der von Unternehmen deutlich mehr erwartet werde, als nur die Erfüllung der Prognosen. Yahoo! habe den gesamten Internetsektor mit sich in den Abgrund gezogen: eBay habe 4% abgegeben, Amazon 3%. Die Shortspekulation Ask Jeeves habe allein am Donnerstag 8% abgegeben.

In diesem Umfeld sei die Feinunze Gold natürlich ein willkommener sicherer Hafen. Der Preis für das glänzende Metall sei um 2,7% gestiegen. Gleichzeitig sei der US-Dollar gegenüber dem Euro leicht gefallen.

Derzeit kämen den Experten diese Schwankungen wie nervöse Reaktionen vor. Eine Richtung zeichne sich derzeit nirgends ab, die Schwankungsbreiten würden geringer. Es kribbele in den Fingern, als ob ein deutlicher Ausbruch bevorstehe. Es stelle sich die Frage, ob wir mit den Kursverlusten der Aktien in dieser Woche schon den Anfang einer neuen Baisse gesehen hätten oder ob dieser Ausverkauf noch zum nervösen Vorspiel gehöre, dessen Ausgang noch nicht gewiss sei, so die Experten.

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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