Lucent Antizykliker steigen ein
06.04.01 00:00
fnet.de Research
Seit mehr als einem Jahr befinde sich der Titel des Blue-Chips Lucent Technologies (WKN 899868) auf Talfahrt, berichten die Analysten von fnet.de Research.
Im Zuge der Korrektur bei den High-Tech-Werten seien die Papiere von fast 90 auf etwa 7,80 US-Dollar abgestürzt. Und jetzt stehe da abermals ein Minus von unglaublichen 30 Prozent. 5,50 US-Dollar würden für die Aktien noch bezahlt - und damit deutlich weniger als zur Erstnotiz vor fünf Jahren mit 6,75 US-Dollar. Eigentlich zu schön um wahr zu sein, zumindest dann, wenn man noch nicht investiert sei und bedenke, was der ehemals größte Telekommunikations-Ausrüster der Welt seither alles bewegt habe. Gerüchte, hätten den neuerlichen Absturz verursacht. Wer die Sache ins Rollen gebracht habe, habe sich natürlich nicht mehr feststellen lassen. Jedenfalls sei gemunkelt worden, Lucent Technologies sei von der Pleite bedroht. Das berüchtigte Stichwort "Chapter 11" sei durch die Foren gegeistert. Damit werde in den USA ein wichtiges Kapitel des Konkursrechts bezeichnet.
Die Analysten hätten bereits mehrfach auf die Unterbewertung des Technologie-Giganten hingewiesen. Die Kursspirale der vergangenen Tage habe die Bewertung des Blue-Chips jedoch noch einmal in atemberaubende Dimensionen katapultiert. Ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 0,7 und ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,9 würden eine mehr als deutliche Sprache sprechen. Vor zwei Jahren seien die Papiere von Lucent Technologies noch mit einem KBV von etwa 16 gehandelt worden. Im übrigen müsse man sich klar machen, dass Lucent nicht irgendwer sei. Umsätze in Höhe von stolzen 31,6 Milliarden US-Dollar hätten die rund 113.000 Lucent-Mitarbeiter im abgelaufenen Geschäftsjahr eingefahren.
Freilich komme die dramatische Unterbewertung nicht von ungefähr. Das Unternehmen habe massive Probleme. Nicht genug damit, dass Umsatz und Gewinn dramatisch eingebrochen seien. Einen Verlust von 0,30 US-Dollar je Aktie hätten die Anteilseigener im ersten Quartal 2001 verkraften müssen. Analysten hätten mit einem Minus 0,22 US-Dollar gerechnet. Die Umsätze seien um rund 30 Prozent zurück gegangen. Doch es komme noch schlimmer. Seit Februar dieses Jahres habe die US-Börsenaufsicht SEC den Blue-Chip im Visier. Angeblich solle die Bilanz trickreich geschönt worden sein. Zu allem Überfluss ächze das Unternehmen unter einer beträchtlichen Schuldenlast. Damit wachse die Gefahr, erneut ins Fadenkreuz der Ratingagenturen zu geraten. Bereits Mitte Februar hätten die Agenturen Moodys und Standard & Poors die Kreditwürdigkeit der Firma herabgestuft und Unternehmensanleihen des Telekommunikationsausrüsters in die Nähe von "Junk-Bonds" gestellt. Nicht zu verachten sei allerdings die solide Eigenkapital-Austattung des Unternehmens, wodurch sich die Verschuldung wieder deutlich relativiere.
Der soeben abgeschlossene Börsengang der Optoelektroniksparte Agere Systems sei für Lucent allerdings höchst unvorteilhaft verlaufen. Nach dreimaliger Senkung der Bookbuildingspanne auf zuletzt sechs US-Dollar sei der Erlös in erhoffter Höhe ausgeblieben. Zudem sollten mit der Ausgabe von 200 Millionen Aktien durch Morgan Stanley gut zwei Milliarden US-Dollar an Schulden mit der Investmentbank verrechnet werden. Diese sei wegen der niedrigen Preisspanne jedoch in letzter Sekunde abgesprungen. Mit Hilfe des Greenshoe in Höhe von 90 Millionen hätten nur rund 500 Millionen US-Dollar getilgt werden können. Die Anleger hätten dies mit Verkäufen der Agere- und Lucent-Aktien quittiert.
Schwierigkeiten habe das Unternehmen derzeit auch wegen der Abwanderung von Personal aus Schlüsselpositionen. Nachdem Erlöse aus Aktienoptionsprogrammen nahezu wertlos geworden seien, würden leitende Angestellte zuhauf die Fronten wechseln. Spekulationen über einen drohenden Konkurs hätten für die meisten Anleger gestern das Maß voll gemacht. Angesichts der ohnehin angespannten Lage im Technologiesektor hätten die Investoren entnervt das Handtuch geworfen und hätten ihre Papiere zu Spottpreisen verschleudert. Alles in allem sei der "Fall Lucent" ein Paradebeispiel dafür, wie antizyklische Kaufgelegenheiten entstehen. Und eines dürfte klar sein: wenn der Blue-Chip wieder auf die Beine komme, seien mehrere hundert Prozent Kursgewinn garantiert. Ein Konkurs sei nach Lage der Dinge ohnehin extrem unwahrscheinlich. Eine Übernahme des gut aufgestellten Unternehmens wäre dagegen schon viel eher zu erwarten.
Zur brodelnden Gerüchteküche habe sich Deborah Hopkins, Finanzchefin des angeschlagenen Unternehmens, gestern wie folgt geäußert: "Die Spekulationen, Lucent werde Konkurs anmelden, sind haltlos und lächerlich. Unsere Kreditlinie von 6,5 Milliarden US-Dollar bietet uns ausreichend finanzielle Flexibilität, um den Tournaround zu bewältigen". Weitere Details zur finanziellen Lage wolle die Gesellschaft Ende des Monats veröffentlichen. Man dürfe gespannt sein.
Wer seine Anlageentscheidungen stark von der Charttechnik abhängig mache, der solle noch etwas abwarten. Der Kursverlauf der Lucent-Papiere lasse derzeit alles erkennen, nur kein Kaufsignal. Doch da die Kunst mit Lineal und Linienpapier leider sehr häufig Fehlsignale liefere, solle man sich darauf nur sehr eingeschränkt verlassen - aber das sei natürlich Ansichtssache. Eines jedenfalls sei sicher: wer einen Anlagehorizont von einigen Jahren mitbringe, der könne auf dem gegenwärtigen Niveau nicht mehr viel falsch machen. Die Analysten würden raten, den Kapitaleinsatz zu begrenzen und keinen Stopp-Loss zu setzen.
Im Zuge der Korrektur bei den High-Tech-Werten seien die Papiere von fast 90 auf etwa 7,80 US-Dollar abgestürzt. Und jetzt stehe da abermals ein Minus von unglaublichen 30 Prozent. 5,50 US-Dollar würden für die Aktien noch bezahlt - und damit deutlich weniger als zur Erstnotiz vor fünf Jahren mit 6,75 US-Dollar. Eigentlich zu schön um wahr zu sein, zumindest dann, wenn man noch nicht investiert sei und bedenke, was der ehemals größte Telekommunikations-Ausrüster der Welt seither alles bewegt habe. Gerüchte, hätten den neuerlichen Absturz verursacht. Wer die Sache ins Rollen gebracht habe, habe sich natürlich nicht mehr feststellen lassen. Jedenfalls sei gemunkelt worden, Lucent Technologies sei von der Pleite bedroht. Das berüchtigte Stichwort "Chapter 11" sei durch die Foren gegeistert. Damit werde in den USA ein wichtiges Kapitel des Konkursrechts bezeichnet.
Die Analysten hätten bereits mehrfach auf die Unterbewertung des Technologie-Giganten hingewiesen. Die Kursspirale der vergangenen Tage habe die Bewertung des Blue-Chips jedoch noch einmal in atemberaubende Dimensionen katapultiert. Ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 0,7 und ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,9 würden eine mehr als deutliche Sprache sprechen. Vor zwei Jahren seien die Papiere von Lucent Technologies noch mit einem KBV von etwa 16 gehandelt worden. Im übrigen müsse man sich klar machen, dass Lucent nicht irgendwer sei. Umsätze in Höhe von stolzen 31,6 Milliarden US-Dollar hätten die rund 113.000 Lucent-Mitarbeiter im abgelaufenen Geschäftsjahr eingefahren.
Der soeben abgeschlossene Börsengang der Optoelektroniksparte Agere Systems sei für Lucent allerdings höchst unvorteilhaft verlaufen. Nach dreimaliger Senkung der Bookbuildingspanne auf zuletzt sechs US-Dollar sei der Erlös in erhoffter Höhe ausgeblieben. Zudem sollten mit der Ausgabe von 200 Millionen Aktien durch Morgan Stanley gut zwei Milliarden US-Dollar an Schulden mit der Investmentbank verrechnet werden. Diese sei wegen der niedrigen Preisspanne jedoch in letzter Sekunde abgesprungen. Mit Hilfe des Greenshoe in Höhe von 90 Millionen hätten nur rund 500 Millionen US-Dollar getilgt werden können. Die Anleger hätten dies mit Verkäufen der Agere- und Lucent-Aktien quittiert.
Schwierigkeiten habe das Unternehmen derzeit auch wegen der Abwanderung von Personal aus Schlüsselpositionen. Nachdem Erlöse aus Aktienoptionsprogrammen nahezu wertlos geworden seien, würden leitende Angestellte zuhauf die Fronten wechseln. Spekulationen über einen drohenden Konkurs hätten für die meisten Anleger gestern das Maß voll gemacht. Angesichts der ohnehin angespannten Lage im Technologiesektor hätten die Investoren entnervt das Handtuch geworfen und hätten ihre Papiere zu Spottpreisen verschleudert. Alles in allem sei der "Fall Lucent" ein Paradebeispiel dafür, wie antizyklische Kaufgelegenheiten entstehen. Und eines dürfte klar sein: wenn der Blue-Chip wieder auf die Beine komme, seien mehrere hundert Prozent Kursgewinn garantiert. Ein Konkurs sei nach Lage der Dinge ohnehin extrem unwahrscheinlich. Eine Übernahme des gut aufgestellten Unternehmens wäre dagegen schon viel eher zu erwarten.
Zur brodelnden Gerüchteküche habe sich Deborah Hopkins, Finanzchefin des angeschlagenen Unternehmens, gestern wie folgt geäußert: "Die Spekulationen, Lucent werde Konkurs anmelden, sind haltlos und lächerlich. Unsere Kreditlinie von 6,5 Milliarden US-Dollar bietet uns ausreichend finanzielle Flexibilität, um den Tournaround zu bewältigen". Weitere Details zur finanziellen Lage wolle die Gesellschaft Ende des Monats veröffentlichen. Man dürfe gespannt sein.
Wer seine Anlageentscheidungen stark von der Charttechnik abhängig mache, der solle noch etwas abwarten. Der Kursverlauf der Lucent-Papiere lasse derzeit alles erkennen, nur kein Kaufsignal. Doch da die Kunst mit Lineal und Linienpapier leider sehr häufig Fehlsignale liefere, solle man sich darauf nur sehr eingeschränkt verlassen - aber das sei natürlich Ansichtssache. Eines jedenfalls sei sicher: wer einen Anlagehorizont von einigen Jahren mitbringe, der könne auf dem gegenwärtigen Niveau nicht mehr viel falsch machen. Die Analysten würden raten, den Kapitaleinsatz zu begrenzen und keinen Stopp-Loss zu setzen.
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