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Fr, 17. April 2026, 13:35 Uhr

Lage am dt. Aktienmarkt


19.10.00 00:00
LB Schleswig-Holstein

Die Nerven der Anleger wurden auch in der abgelaufenen Woche auf eine harte Probe gestellt, berichten die Analysten der LB Schleswig-Holstein.

Im Zuge des Gewaltausbruchs zwischen Israelis und Palästinensern und der Quartalsberichterstattung vieler Technologieunternehmen seien die Märkte heftig durchgeschüttelt worden. Tagesschwankungen von mehreren 100 Punkten hätten auch den einen oder anderen Börsenprofi schier zur Verzweiflung gebracht. So habe der DAX z.B. am Mittwoch zwischenzeitlich sogar ein neues Jahrestief markiert, ehe der Markt noch gedreht und bis zum Handelsende 200 Punkte wieder aufholt habe.

Die hohe Nervosität habe sich vor allem an den Reaktionen auf die Zahlenflut der Unternehmen gezeigt. Schlechte Zahlen oder ein verhaltener Ausblick auf das nächste Quartal seien mit drastischen Kursrückgängen bestraft worden, positive Neuigkeiten seien dagegen kaum zur Kenntnis genommen worden. So habe IBM für das abgelaufene Quartal lediglich ein Umsatzwachstum von 3% bekannt gegeben. Die Aktie sei daraufhin um bis zu 20% abgestürzt, da Investoren darin ein Zeichen für die weitere Abschwächung der Technologie-Konjunktur sahen. Etwas besser sei es dem Halbleiterhersteller Intel ergangen, der aber bereits einige Wochen zuvor nach einer Gewinnwarnung eingebrochen war. Intel habe zwar die reduzierten Schätzungen der Analysten schlagen können, habe aber gleichzeitig einen etwas eingetrübten Ausblick auf das laufende Quartal abgegeben.

Etwas aufhellen habe sich das Bild erst am Mittwoch können. Durch die Friedensbemühungen im Nahen Osten und endlich einmal wieder positive Nachrichten aus Unternehmen hätten die Investoren Hoffnung schöpfen können. Dabei seien es mit Microsoft, AOL und Nokia gleich drei Werte aus dem Muster-Depots der LB Schleswig-Holstein, die mit guten Zahlen die Anleger beruhigen konnten. So habe Microsoft trotz Belastungen aus der Dollar-Stärke deutliche Umsatz- und Gewinnsteigerungen ausweisen können. Und auch AOL habe die zuletzt vorherrschende Skepsis gegenüber dem Internet-Sektor mit einer knappen Gewinnverdoppelung im Quartal ausräumen können.

Besonders erleichtert hätten die Investoren aber auf die Aussagen des Mobilfunkherstellers Nokia reagiert. Nach einer Reihe von Gewinnwarnungen in den letzten Wochen u.a. von Motorola seien die hervorragenden Zahlen sowie der sehr gute Ausblick auf die kommenden Monate eine willkommene Überraschung an den Märkten. Der drastische Kurssprung der Aktie nach der Bekanntgabe sei sicherlich vor allem auf Eindeckungskäufe zurückzuführen.

Für den Anleger stelle sich jedoch nach wie vor die Frage, wie auf die starken Schwankungen zu reagieren sei. Mit den noch ausstehenden Zahlen von Ericsson, Siemens etc. stehen weitere Ereignisse bevor, die zu Kursverwerfungen führen könnten. Und auch die angespannte Lage im Nahen Osten könnte für neue negative Schlagzeilen sorgen.

Die Analysten der LB Schleswig-Holstein empfehlen weiterhin, schwache Tage zum Kauf ausgewählter Titel zu nutzen. Dabei sollten die Werte präferiert werden, die einen intakten Gewinntrend ausweisen. Neben den o.g. Muster-Depot-Werten halten die Analysten u.a. auch die zuletzt mit guten Absatzzahlen glänzenden deutschen Autobauer Volkswagen und BMW für kaufenswert.





 
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