Suchen
Login
Anzeige:
Fr, 17. April 2026, 14:07 Uhr

Kurskorrektur an den Weltbörsen


01.03.07 09:06
Sparkasse Essen

Essen (aktiencheck.de AG) - Nachdem mehrere Faktoren zusammengekommen sind wie z.B. ein Kursrutsch in China, schwächere US-Konjunkturzahlen (Rückgang der Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter, schwacher Wohnungsbau) und erste Auflösungen von Carry Trades in japanischen Yen, kam es auch am deutschen Aktienmarkt zu deutlichen Kursverlusten, so die Analysten der Sparkasse Essen.

Ein Boden sei bis dato noch nicht gefunden. Die nächste Zeit dürfte daher volatil an den Börsen zugehen.

Als Auslöser der aktuellen Marktkorrektur habe der chinesische Aktienmarkt fungiert, bei dem es zu deutlichen Überhitzungserscheinungen und Kursverlusten von 9% an nur einem Tag gekommen sei. Damit seien auch Gewinnmitnahmen bei vielen Rohstoffwerten einhergegangen, da China ein überragender Abnehmer in der Welt sei. Auch der Shenzen-Aktienindex zeige eine sog. Fahnenstange, die für Gewinnmitnahmen gut sei. Die Analysten würden aber denken, dass China nur als Auslöser für Gewinnmitnahmen hierzulande habe herhalten müssen.

Die Unternehmensberichte der deutschen Unternehmen seien bislang überzeugend ausgefallen und die Dividenden auf Rekordniveaus gestiegen. Außerdem bleibe die Bewertung der Aktien im historischen Vergleich durchschnittlich und erreiche bei Weitem kein Niveau wie im Jahr 2000. Zu den größten Verlierern hätten bislang die Gewinner der vergangenen Monate gehört, u.a. auch viele Nebenwerte.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis des DAX zeige auch nicht das Bewertungsniveau vergangener Zyklen. Allerdings sei dabei zu berücksichtigen, dass sich die Gewinne der DAX-Unternehmen sicherlich einem zyklischen Hoch angenähert hätten und auch durch die Umstellung von HGB auf die internationale Rechnungslegung IFRS geschönt dargestellt würden. Verschiedene Untersuchungen sähen in der IFRS-Umstellung einen Effekt von ca. 2 KGV-Punkten.

Problematisch für den DAX sei aus technischer Sicht, dass der mittelfristige Aufwärtstrend durchbrochen worden sei. Charttechnisch entstehe durch den Trendbruch ein starkes Verkaufssignal. Erst nach einer Bodenbildungsphase und einem neu entstehenden Trend entstehe wieder Handlungsbedarf. Bis dahin laute aus der rein technischen Sicht eines Chartanalysten die Devise: "Verkaufen und abwarten bis zu einem neuen Einstiegssignal". Solide Unterstützungen fänden sich im Bereich um 6.500 Punkten. Aber auch eine Korrektur auf 6.200 Zähler wäre noch eine gesunde Entwicklung. Diese würde nämlich einer 50%-Korrektur der gesamten Aufwärtsbewegung seit Juli 2006 entsprechen. An dieser Marke verlaufe auch die 200 Tage-Linie.

Bei einer charttechnischen Betrachtung sollte nicht der Blick auf das große Ganze fehlen. So habe sich insbesondere der seit 1982 bestehende Basisaufwärtstrend auch im zweiten Anlauf als eine zu hohe Hürde erwiesen. Der langfristige Aufwärtstrend aus dem Jahr 2003 zeige sich aber noch intakt.

Zuerst einmal sei Panik fehl am Platz. Die Analysten würden allerdings auch nicht davon ausgehen, dass die Korrektur nur eine "Eintagsfliege" darstelle. Für die nächste Zeit würden sie an den Aktienmärkten Europas und den USA insgesamt mit einer erhöhten Volatilität und einer Marktkorrektur, aber mit keinem ausgeprägten Crash rechnen. Auch eine 10%-Korrektur im Index würde schließlich noch keinen Weltuntergang bedeuten.

Anleger, die noch keine Liquidität aufgebaut hätten, sollten feste Erholungstage für einen Aufbau an Liquidität nutzen, um für einen volatileren Markt und Rückkäufe in den nächsten Wochen/Monaten gerüstet zu sein.

Erhöhte Gefahrenpotenziale sähen die Analysten eher in Märkten wie China. Hier könne es durchaus zu kräftigen Kursrückgängen kommen. Sie würden daher von den ganz "heißen Wetten" derzeit die Finger lassen. Dazu würden insbesondere viele Emerging-Markets oder Credit Spread-Themen zählen. Da Risiken derzeit international nicht mehr ausreichend bezahlt würden, sollte man sie auch nicht mehr eingehen. Anleger sollten dementsprechend konsequent ihre Hoch-Risiko-Positionen herunterfahren. (01.03.2007/ac/a/m)